Interview, Uncategorized

Interview mit Hubert Teichmann (Veranstalter des „Rock´N Loc Festivals in Markt Wald) Ein Machtwort vom „Rocking Railroad“

interview-mit-hubert-teichmann-veranstalter-des-rockn-loc-festivals-in-markt-wald-ein-machtwort-vom-rocking-railroad

Name: Hubert Teichmann
Veranstalter: Rock´N Loc Festival, Sponsor vieler Bands (Bonfire, Vice)

Moderator: Melodic Radio (Rock´N Loc Radioshow), LA Rocks Radio (The Berts)
Herkunftsland: Deutschland
web: Melodic Radio 

web2: La Rocks Radio  
Facebook: Friends of Rock and Lok

Dieses Mal durften wir den „Rockin Railroad“ Hubert Teichmann zum Interview bitten. Ein vielseitiger Zeitgenosse mit einem wahnsinnig engen Terminplan. Engagiert „ackert“ er seit Jahren für den Erhalt des Rock und Metals in Bayern, sponsort Bands, macht Radio und ist noch dazu ein Arbeitgeber, der auch uns „Fans“ mit der Staudenbahn von A nach B bringt! Lest weiter. Ein interessantes, teilweise ernstes Interview! Und vielleicht entscheidet ihr euch dann auch 2021 für „Rock´N Loc“, wenn wir euch dieses kleine aber feine „Festival“ näher gebracht haben. Noch eines zum Schluss, auch das einzige Festival, dieses den selbstgemachten Eierlikör von Claus Lessmann (Ex Bonfire, Phantom 5) vertreiben darf, natürlich für einen guten Zweck! Also Hoch die Tassen!

Hoch die Tassen der Festivaleigene Likör

Anita Rockmagazin: Lieber Hubert, zuerst einmal Danke für deine Zeit. Normal haben wir eher Musiker im Interview, aber du bist ja selbst auch Radiomoderator und Veranstalter. Darum Corona aus der Sicht eines Veranstalters! Wie siehst du die derzeitge Situation?

Frustrierend, da man eigentlich gar nicht planen kann. Ich bewundere Bands und Veranstalter, die beim jetzigen Stand Konzerte im Herbst planen. Das ist echt mutig!

Anita Rockmagazin: Du bist Veranstalter des Rock´N Loc Festivals. Für alle, die es nicht kennen: Ein kleines, noch “neueres Festival” in Bayern in einem kleinen Dorf.  Ähnlich wie Wacken. Erzähl uns, wie es zu der Idee zu diesem Festival kam!

Wir betreiben bei Augsburg eine 42 km lange Nebenbahn, die Staudenbahn und wir stehen auf Rock. Da bietet es sich an, die Eisenbahn mit guter Rockmusik in Szene zu setzen. Zuerst haben wir das nur als Firmenfeier mit geladenen Gästen gemacht, dann haben wir beschlossen, das ganze öffentlich und etwas größer aufzuziehen. Im Fokus steht dabei immer unsere Bahnstrecke, die wir mit solchen Events beleben wollen.

Anita Rockmagazin: Im Hauptberuf bist du “Chef” einer Privatbahn. Das Thema bei jungen Konzert- oder Festivalbesuchern ohne Auto ist ja oft, wie komme ich zu den Festivals und auch preisgünstig? Siehst du Bedarf, dass sich dort etwas ändert?

Klar, die Anbindung ohne Auto ist ein klares Muss. Unsere Besucher haben mit dem Festivalticket auch die Möglichkeit, bequem mit der Staudenbahn an- und abzureisen.

Anita Rockmagazin: Zum Thema Musikvideos. Du drehst oder förderst auch Bands und verhilfst ihnen zu neuen Möglichkeiten! Welche Bands sind das u.a. und gibt es derzeit auch ein Projekt in diese Richtung?

In den Jahren 2017-2019 war das Bonfire, das war für mich leider eine klare Fehlinvestition, wenngleich nicht alles schlecht war. Gerne und voller Überzeugung habe ich auch Mad Max sowie Michael Bormann’s Jaded Hard bei ihren letzten Videos unterstützt. Auch Switchblade Romance liegt mir am Herzen. Und für eine Konzertreihe mit Claus Lessmann würde ich komplett die „Hose runter lassen“ ☺.

Anita Rockmagazin: Thema Bonfire ich weiß du willst es nicht ansprechen! Es gab einen Song “SVG” der auch sozusagen als “Hymne” für deine “Bahn” gelten sollte. War ee auch als Festivalhymne für Rock N Loc gedacht?

Nein, das war ein klassischer Firmensong. Hans brauchte immer wieder Geld, es ging ihm bisweilen sehr schlecht. Ich habe damals gesagt, dass ich nicht immer nur spenden will, sondern eine musikalische Gegenleistung schön wäre. Daraufhin entstand dieser eigentlich tolle Song, wenn gleich man den Firmennamen nicht immer klar versteht, aber Schwamm drüber. Der Ronnie Parkes hat dazu ein hervorragendes Video gemacht. Das war unterm Strich ein richtig gutes Projekt, genauso wie die Bonfire-Lok.

Hier für alle Leser geht es zum ehemaligen Firmensong der „Staudenbahn“ von Bonfire

 

Anita Rockmagazin: Dich verbindet eine enge Freundschaft zu Claus Lessmann! Erzähl uns ein wenig davon. Claus Lessmann war ja die Original Stimme von Bonfire!

Ich bewundere Claus seit meinem 16. Lebensjahr als Sänger und Musiker. Als man ihn dann auf diese miese Art und Weise bei Bonfire entsorgte, verstand ich die Welt nicht mehr. Es gelang mir im Jahr 2016 ein unplugged Konzert mit Michael Voss und Claus in meiner zweiten Heimat, dem Bayerischen Wald auf der Burgruine Altnußberg zu organisieren. Sowas Geiles habe ich davor und danach nie wieder erlebt. Hier entstand dann auch unsere Freundschaft, für die ich sehr dankbar bin. Claus ist ein wunderbarer Mensch, ein Ehrenmann… und natürlich für mich der beste Sänger ever!! Wenn er singt, bekomme ich Gänsehaut.

Anita Rockmagazin: Das Rock´N Loc Festival wurde nun auf 2021 verschoben, viele Künstler/Bands können derzeit nicht reisen!! Wie siehst du die Entwicklung, wird es das Festival 2021 geben und weißt du schon in welcher Form? Werden die gleichen Künstler vorhanden sein oder planst du vielleicht sogar 3 oder 4 Tage so mit Camping wie bei Wacken z. B.?

Wie gesagt, man kann derzeit kaum planen. Natürlich wird das für heuer geplante Festival nachgeholt. Ich versuche, für Frühjahr 2021 mit den bereits engangierten Bands einen gemeinsamen Nachholtermin zu finden. Da lassen wir es dann richtig krachen. Eine Ausweitung auf mehr als 2 Tage ist eher schwierig, ich will es mir mit den Nachbarn nicht komplett verscherzen

Anita Rockmagazin: Welche Bands können uns dann 2021 bei Rock N Loc erwarten, das Angebot an Bands oder auch die Anfragen bei Dir sind ja nicht wenig.

Zuerst einmal will ich die für heuer geplanten Bands einbinden. Es wird aber sicher die eine oder andere Änderung oder Ergänzung geben. (Anmerkung: Das Line Up für Rock N Loc 2020 hätte sich sehen lassen können: Hardline, Crazy Lixx, Eclipse, Michael Bormann´s Jaded Hard, Vice, Fighter V, Sara Sucks, Human Zoo, DeVicious und viele andere)

Anita Rockmagazin: Hast du Wunschkandidaten für Rock`N Loc?

Einen immer: Claus Lessmann, in welcher Konstellation auch immer! Ansonsten gefallen mir HEAT und Grand Design sehr gut. 

Anita Rockmagazin: Rock´N Loc ist anders, ein Familienfest für alt und jung. Die Bands sind unter den Fans. Ist dir das wichtig dass die Bands nicht einfach eine Show absolvieren und dann wieder gehen? 

Klar. Unser Backstage besteht aus Eisenbahnwagen, die Veranstaltung findet im alten Ladehof des Bahnhofs Markt Wald statt. Die Musiker genießen das Bad in der Menge, haben aber auch die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Hier sind Begegnungen möglich, das ist Rock n‘ Loc!

Anita Rockmagazin: Du hast auch 2 Radiosendungen, “Rock N Loc” auf Melodic Radio und “The Berts”, die ja eher satirisch sind auf LA Rocks Radio! Wann kann man dich “on Air” hören und seit wann machst du das?

Oh je, ich habe Anfang  2017 bei LA Rocks Radio meinen Jugendtraum, andere mit meiner Musik zu quälen, begonnen. Die Sendung hieß damals schon Rock n‘ Loc. Dahinter verbirgt sich die Idee, unsere Lokomotiven im Außendesign mit den Logos von Rockbands zu schmücken. Es entstand damals auch die Bonfire-Lok, mittlerweile gibt es auch eine VICE-Lok. Anfang 2019 gab es bei LA Rocks Radio dann Stress und meine Sendung wurde aus dem Programm genommen, weil man sich von mir ein finanzielles Engagement beim Radio gewünscht hatte, was ich zu dieser Zeit wegen der ganzen Bonfire-Misere nicht leisten konnte. Ich hatte damals schon einen festen Hörerstamm aufgebaut, auf den ich sehr stolz bin. Über Alex Frey (DeVicious) und Bonne wurde dann zu Melodic Radio Kontakt hergestellt und so konnte ich bereits wenige Wochen später wieder zur gewohnten Sendezeit am Donnerstag ab 18 Uhr auf Sendung gehen. Ich bin dem Sendeleiter von Melodic Radio, Mario Mielke, sehr dankbar, dass er mich damals aufgenommen hat. Auf Vermittlung von Helmuth Treichel (ex-Sänger von Darkness Light) fand dann auch wieder ein Gespräch mit Albert Fink, dem Programmchef von LA Rocks Radio statt. Wir haben uns wieder versöhnt. Das Ergebnis dieser Versöhnung ist die gemeinsame Sendung „The BERTS“, die jeden Sonntag ab 16 Uhr bei LA Rocks Radio zu hören ist.  Und Albert Fink arbeitet darüber hinaus heute als Fahrdienstleiter in meiner Firma. Ich bin stolz darauf, dass wir das menschlich alles so gut hinbekommen haben.

Anita Rockmagazin: “The Berts” eine eher satirische Sendung aber mit guter Musik und guten Interviewpartnern z. B. Steven Mageney (Crystal Ball), Michael Bormann (Michael Bormann´s Jaded Hard) oder Michael Voss (Mad Max, Wolfpakk, Casanova etc). kann sich ja sehen lassen! Wieso sehen aber trotzdem viele diese Radiosendung als kritisch! Glaubst du die Leute verstehen heute Satire nicht mehr die es ja immer gab?

Ich weiß nicht, ob das wirklich jemand kritisch sieht. Manche verstehen einfach keinen Spaß. Wir haben zum Beispiel einmal gesagt, dass eine Sängerin aus unserer Sicht nicht singen kann, haben jedoch ihr soziales Engagement gelobt. Das wurde uns dann als Beleidigung ausgelegt. Dass die Jungs von Bonfire unsere Scherze nicht immer lustig finden, verstehe ich. Aber ich kann zu meinen Aussagen, die ich gemacht habe, zu 100 % stehen. Wie würde Hans sagen: „wer zahlt, hat recht.“ Und ich habe gezahlt… Es wollen immer alle Rockstars sein, dann muss man auch mal was wegstecken können. Das ist ja kein Mädchenpensionat… Aber überwiegend kommt die Sendung sehr gut an, man merkt es ja auch an den Hörerzahlen. Das Wichtigste ist aber, dass es uns selbst Spaß macht. Albert war in meiner Jugend mein Kultmoderator. Heute mache ich mit ihm eine gemeinsame Sendung. Was will man mehr, hier ist ein Jugendtraum in Erfüllung gegangen.

Anita Rockmagazin: Derzeit ist eine schwere Zeit für Künstler, Events, Locations. Viele werden das nicht überleben besonders die kleinen Locations. Wie siehst du dass, da du ja selbst Veranstalter bist oder was denkst du wo müsste auch unsere Regierung ansetzen?

Die Regierung sollte weniger reden und zielgerichteter helfen. Ich habe am eigenen Leib erfahren, dass zwischen den Reden im Fernsehen und dem praktischen Tun Welten liegen. Aber das ist ja auch nicht alles ganz einfach. Ich hoffe, dass es nach dem ganzen Wahnsinn überhaupt noch Kneipen gibt, in denen man feiern kann. Man muss gerade um die kleinen Veranstalter und Locations große Sorge haben. Ich kann nur jeden bitten, in seinem Umfeld zu helfen, z.B. Gutscheine kaufen oder einfach spenden.  

Anita Rockmagazin: Gehen wir zu Rock´n Loc noch einmal. Es gibt jedes Jahr auch ein Festivalvideo?  Dürfen wir das  hier zeigen? Wäre es auch möglich, in Zeiten des Internets auch einmal das Festival zu streamen? Gibt es ja auch bei Wacken etc oder siehst du da wenige Möglichkeiten?

Klar dürft Ihr das zeigen, Ihr sollt das sogar tun!! Streamen, warum nicht, wir sind in Markt Wald aber leider im Funkloch

Hier geht es für alle „Leser“ zum „Rock´N Loc aftermovie 2019

 

Anita Rockmagazin: Du bekommst jede Woche für das Radio verschiedene Platten, die ihr spielen solltet von Künstlern zugeschickt. Nach welchen Kriterien wählt ihr das aus? Ich denke ja ihr spielt nicht alles?

Das ist jetzt echt hart. Aber ich spiele nur das, was mir gefällt. Ich höre in die neuen Platten rein, unabhängig von großen Namen. Wenn es rockt, läuft es, wenn es mich langweilt, will ich das auch nicht meinen Hörerinnen und Hörern zumuten. Es gibt aber auch Alben, in die man öfter reinhören muss. Auch diese Zeit nehme ich mir.

Anita Rockmagazin: Nun hast du noch ein paar Zeilen für dich: Sprich dich aus an alle Festivalbesucher z.b. oder alle Leser!  Warum sollte man Rock´N Loc besuchen (2021) oder auch warum sollte man bei deinen Sendungen einschalten.

Rock n‘ Loc ist nicht nur ein Festival oder eine Radiosendung. Wir sind ein sympathischer Haufen lauter Gleichgesinnter. Wir sind eine Familie. Wir wollen den Leuten Mut und Kraft geben für ihren Alltag. Wir wollen, dass sie bei uns abschalten können. Rock n‘ Loc will eine Kraftoase sein, in der Bands, Fans und sonstige positiv Verrückten immer herzlich willkommen sind. Menschen, die nur ihren schnellen Vorteil suchen oder andere übers Ohr hauen wollen, können gerne draußen bleiben! 

Anita Rockmagazin: Danke für das Gespräch Hubert und wir wünschen dir noch einen schönen Tag!

Ich danke Dir und Euch. Bleibt alle gesund!! Man sieht und hört sich!

Hier noch ein paar Songs aus Huberts aktueller „Songplaylist“ . Songs die ihm begeistern:

Licence – Metal Train
DeVicious – Mysterious
Victory Checks – In the mall
Phantom V – Crossfire
Return Room – in your life

Fotocredits: Anita Gunda, Vanessa Müller, Gerald Balle

Share
Anita

Anita

Konzert und Festivalgänger (eher kleine Festivals), Seit 2016 mache ich neben meinem Beruf in der Pflege Konzertfotos, Bevorzugt höre ich : Hair, AOR, Glam, Thrash Metal , ein wenig Blues, Psychodelic, Hardrock, Melodic und Classic Rock, allerdings gibt es Ausnahmen in anderen Genres!! Man findet mich neben Österreich auch in Kroatien und Deutschland (ebenso bei kleineren Events und Konzerten)!

Danke für deinen Besuch.
Vielleicht willst du uns ja auch auf Facebook kennenlernen?
Danke für dein „Gefällt mir“!

Translate »