ROCKHARZ 2026: Der Freitag dreht voll auf

Am Freitag war das ROCKHARZ längst im vollen Betriebsmodus. Die vergangenen Festivaltage hatten Spuren hinterlassen, doch spätestens mit den ersten Bands war die Energie wieder da. Zwischen kurzen sonnigen Phasen und dichter Bewölkung blieb es trocken, sodass sich alles auf das konzentrieren konnte, was vor den Bühnen passierte.

Rodeo 5000 starten mit schrägem Country-Humor

Rodeo 5000 eröffneten den Tag mit einer Mischung aus Country, Bluegrass und reichlich Selbstironie. Statt großer Westernromantik gab es schräge Geschichten, überdrehte Figuren und Texte, die bewusst jeden guten Geschmack umkurvten. Besonders „Mein Girl ist wieder schwanger“ sorgte schon früh für hörbare Lacher vor der Bühne.

Fotos @Karina Gey

Haggefugg bringen mittelalterliche Feierlust

Haggefugg brachten anschließend Bewegung vor die Bühne. Mit kräftigen Rhythmen, Folk-Elementen und unkomplizierten Refrains verwandelte die Band den frühen Nachmittag in eine ausgelassene Runde zwischen Mittelaltermarkt und Festivalparty. Auf der Setlst u.a. „Märchenwald“, „Brennende Welt“ und „Met, Wirt, Bestellt!“.

Fotos @Karina Gey

Motorjesus liefern Heavy Rock mit Benzin im Blut

Motorjesus setzen auf geradlinigen Heavy Rock ohne Umwege. Die Gitarren klangen rau, die Songs kamen kompakt auf den Punkt und Christoph Birx führte die Band mit kräftiger Stimme durch den Auftritt. Material vom Album „Streets of Fire“ fügte sich dabei nahtlos in den staubigen Rocksound ein.

Fotos @Karina Gey

Cypecore ziehen das Gelände in die Endzeit

Cypecore änderten die Optik des Tages grundlegend. Dunkle Kostüme, technisches Bühnenbild und dichter Nebel ließen die Band wie eine Einsatztruppe aus einer dystopischen Zukunft wirken. Gitarrist Nils „Alchemist“ Lesser fügte sich mit seinem markanten Auftreten perfekt in dieses Szenario ein.

Fotos @Karina Gey

Hiraes halten die Melodic-Death-Metal-Fahne hoch

Hiraes überzeugten vor allem durch Britta Görtz, die mit viel Bewegung, klaren Ansagen und kraftvollen Growls sofort die Aufmerksamkeit auf sich zog. Die Band verband melodische Gitarren mit moderner Härte und sorgte damit für einen der druckvolleren Auftritte des Nachmittags.

Fotos @Karina Gey

Gothminister machen den Freitag düster und theatralisch

Gothminister setzten anschließend auf dunkle Kulissen, schwere Elektronik und eine bewusst überzeichnete Horroroptik. Björn Alexander Brem führte die Show wie eine finstere Bühnenfigur an, während Songs wie „I Am the Devil“ und „Liar“ für eingängige Kontraste zur düsteren Inszenierung sorgten.

Fotos @Karina Gey

Rauhbein holen Wärme und Bodenhaftung zurück

Rauhbein holten das Publikum danach wieder aus der Kunstwelt zurück. Statt dunkler Inszenierung standen ehrliche Spielfreude, folkige Melodien und gemeinschaftliche Refrains im Mittelpunkt. Der Wechsel zeigte erneut, wie selbstverständlich das ROCKHARZ völlig unterschiedliche Stimmungen nebeneinanderstellte.

Fotos @Karina Gey

Walls Of Jericho sorgen für pure Konfrontation

Walls Of Jericho ließen der Bühne anschließend kaum eine ruhige Sekunde. Candace Kucsulain bewegte sich ununterbrochen, trieb das Publikum an und verwandelte den Bereich vor der Dark Stage in eine Mischung aus Circle Pit, Crowdsurfern und hochgereckten Fäusten.

Fotos @Kommodore Johnsen

Fiddler’s Green bringen Irish Speedfolk als Befreiungsschlag

Fiddler’s Green wechselten danach vom körperlichen Hardcore-Abriss zur großen Tanzrunde. Geige, schnelle Rhythmen und eingängige Refrains sorgten dafür, dass sich die Stimmung vor der Bühne innerhalb weniger Minuten komplett veränderte.

Fotos @Karina Gey

Die Apokalyptischen Reiter sprengen die Schubladen

Die Apokalyptischen Reiter machten anschließend genau das, was sie seit Jahren auszeichnet: Sie wechselten mühelos zwischen harten Ausbrüchen, großen Melodien und vollkommen überdrehten Momenten. Der Auftritt wirkte unberechenbar, aber nie beliebig.

Fotos @Karina Gey

Biohazard und P.O.D. zeigen zwei Seiten von Crossover

Biohazard brachten den raueren Teil des amerikanischen Crossover auf die Bühne. Die Songs wirkten direkt, kompakt und stark vom New Yorker Hardcore geprägt. P.O.D. setzten später auf melodischere Refrains, Rap-Rock und eine offenere Klangfarbe. Dadurch standen zwei sehr unterschiedliche amerikanische Ansätze dicht hintereinander im Programm.

Fotos @Kommodore Johnsen

Subway To Sally holen die dunkle Romantik zurück

Subway To Sally kehrten als langjährige Wegbegleiter des Festivals zurück. Mit Violine, Drehleier, schweren Gitarren und Eric Fishs markanter Stimme entstand ein Auftritt, der besonders in der zunehmenden Dunkelheit seine Wirkung entfaltete.

Fotos @Karina Gey

Airbourne liefern Rock’n’Roll im Vollgasmodus

Airbourne machten aus ihrem Auftritt eine einzige Bewegung nach vorne. Joel O’Keeffe raste über die Bühne, schleuderte Bierbecher ins Publikum und ließ sich später auf den Schultern der Fans durch das Infield tragen. Musikalisch blieb die Band bei schnellem, schnörkellosem Hard Rock, der vor allem live seine volle Wirkung entfaltete.

Fotos @Karina Gey

Kreator setzen den Thrash-Metal-Gipfel

Kreator übernahmen den späten Abend mit einer kompromisslosen Thrash-Show. Die Feuereffekte sorgten zwar dafür, dass die Fotografen erst spät in den Graben durften, steigerten aber die Wirkung der Inszenierung deutlich. Klassiker und neuere Stücke hielten das Tempo hoch, während Mille Petrozza die Menge mit knappen Ansagen durch das Set führte. Besonders „Enemy of God“, „Phantom Antichrist“, „Violent Revolution“ und „Pleasure to Kill“ sorgten für starke Reaktionen.

Fotos @Karina Gey

Saint City Orchestra lassen die Nacht gemeinsam ausklingen

Saint City Orchestra übernahmen den späten Ausklang mit Celtic Punk und Folk Rock. Trotz schwieriger Lichtverhältnisse schaffte es die Band, die verbliebenen Besucher noch einmal zum Tanzen und Mitsingen zu bewegen.

Fotos @Karina Gey

Fazit: Musikalisch einmal komplett durchgeschüttelt

Der Freitag war kein Tag mit einem einzigen klaren Höhepunkt. Seine Wirkung entstand vielmehr aus den ständigen Wechseln: vom humorvollen Country-Auftakt über düstere Inszenierungen und Hardcore-Eskalation bis zu Airbournes Rockshow und Kreators Thrash-Finale. Gerade diese Sprünge hielten das Programm bis tief in die Nacht lebendig.

Barrierefreiheit mit Blick fürs besondere Erlebnis

Das ROCKHARZ setzte 2026 erneut auf umfangreiche Unterstützung für Gäste mit Behinderungen. Dazu gehörten barrierearme Wege, geeignete Zugänge, Pflegeangebote, ein eigenes Inklusionscamp und geländetaugliche Hilfsmittel. Besonders eindrucksvoll war ein Ausflug zur Teufelsmauer: Ein querschnittsgelähmter Besucher wurde mit Unterstützung von Helfern und dem Malteser Hilfsdienst sicher auf einem geländegängigen Fahrzeug transportiert. So konnte er den Blick vom Großen Gegenstein auf das Festivalgelände genießen. Die Aktion zeigte, dass Inklusion beim ROCKHARZ nicht nur organisatorisch gedacht, sondern ganz praktisch gelebt wurde.

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By Karina

Karina ist für uns an Rhein und Ruhr unterwegs. Sie hört neben Metal auch Irish Folk Punk, Deutsch- und Mittelalterrock. Für gute Musik ist ihr kein Weg zu weit.

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