Metal Escalation Festival 2026 – Zwei Tage Metal, Sommerhitze und „Headbang- Eskalation“

eine Festivalreportage – Fotos und Artikel: Olli C.

Schloss Stuppach, Gloggnitz | 28. und 29. August 2026

Von Metalcore bis Hardrock, von Doom bis Thrash – das Metal Escalation Festival bewies auch 2026, dass ein abwechslungsreiches Billing und echter Festival-Spirit bestens zusammenpassen.

„Ein Festival von Fans für Fans“ – dieses Motto trägt das Metal Escalation Festival seit Jahren vor sich her. Und auch die sechste Ausgabe im Schloss Stuppach in Gloggnitz zeigte eindrucksvoll, dass dieser Satz mehr ist als eine hübsche Werbezeile. Hier geht es um Musik, um Gemeinschaft und vor allem darum, gemeinsam zwei Tage lang den Metal zu feiern.

Dabei begann das Festival für viele Metalheads bereits einen Tag früher.

Donnerstag – wenn das Festival schon vor dem Festival beginnt

Während offiziell erst am Freitag die ersten Gitarrenriffs über die Schlosswiese scheppern sollten, herrschte auf dem Campground bereits am Donnerstag reges Treiben. Zahlreiche Metalheads aus fast allen Bundesländern, nutzten die Möglichkeit zur frühen Anreise und schlugen ihre Zelte auf. Auch ich packte nach Büroschluss meine Sieben Sachen, rollte Richtung Semmering zum Metal Escalation Campground um mir die Party nicht entgehen zu lassen.

Der bereits am Donnerstag geöffnete Campingplatz bot dabei alles, was man für ein entspanntes Festivalwochenende benötigt: Toiletten, fließendes Wasser, Duschen und eine Frühstücksbude. Letztere sollte sich im Laufe des Wochenendes ohnehin als beliebter Treffpunkt der Camper etablieren.

Freitag – der erste Festivaltag

Prinzipiell stand das Festival zunächst unter einer gewissen Konkurrenzsituation. Gleich vier weitere Festivals fanden im Umkreis von rund 200 Kilometern zeitgleich statt. Umso erfreulicher für die Veranstalter: Das Metal Escalation Festival war trotzdem bestens besucht, und das völlig zu Recht.

Das Billing war 2026 einmal mehr ausgesprochen abwechslungsreich. Statt sich auf eine einzige Spielart festzulegen, spannte das Festival den musikalischen Bogen von Metalcore über Hardrock und Heavy Metal bis hin zu Thrash, Death und symphonischen Klängen. Genau diese Mischung macht den besonderen Reiz des Metal Escalation aus.

Das Festival wurde offiziell durch den Veranstalter und den „Schlossherren“ eröffnet.

Den musikalischen Auftakt machte die neu gegründete Band Reptile. Ein frischer Start in ein Festivalwochenende, das noch einiges an musikalischer Abwechslung bereithalten sollte.

Anschließend übernahmen die Burgenländer von Romantic Death. Die Nu-Metal-Ausrichtung der Band brachte eine weitere Facette in das bereits breit gefächerte Programm.

Doch damit war der Freitag noch lange nicht vorbei. Mit Sonic Riot, Tyrmfar, Caterpillar, Silius und Mortal Strike bot der erste Festivaltag weitere unterschiedliche Spielarten des Metal. Besonders Mortal Strike und Silius stehen dabei für kompromisslosen Thrash Metal.

SONIC RIOT

TYRMFAR

CATERPILLAR

Mit Silius wurde es anschließend richtig heftig. Die Tiroler Thrash- Institution zeigte mit ihrem neuen Sänger, dass ein Besetzungswechsel keineswegs auf Kosten der Energie gehen muss. Im Gegenteil: Silius rissen sprichwörtlich die Bühne ab und sorgten für ordentlich Bewegung vor der Bühne.

Die Wiener Mortal Strike sind schon lange keine „Unbekannte“ mehr und haben sich in der österreichischen Thrash Szene bereits einen Namen erspielt. 2011 vertraten sie sogar Österreich beim Wacken Metal Battle am Holy Ground.


Für eine musikalisch ganz andere Farbe sorgte danach Molllust. Die deutsche Band verbindet klassischen Heavy Metal mit Oper und symphonischen Elementen und setzt dabei auf eine theatralische Bühnenshow. Genau diese Mischung aus Metal und Klassik machte ihren Auftritt zu einem besonderen Erlebnis.


Nach Mitternacht kam das Gewitter

Während der komplette Festivaltag trocken und heiß über die Bühne ging, änderte sich die Wetterlage erst nach Mitternacht.

Ein Gewitter zog auf und sorgte für einige bange Minuten. Einige Partyzelte bekamen die Auswirkungen zu spüren und wurden beschädigt. Glücklicherweise blieb es aber bei diesen überschaubaren Sachschäden. Das Festivalgelände selbst blieb von größeren Problemen verschont.

Samstag – heißer zweiter Festivaltag

Der Samstag präsentierte sich wieder von seiner sommerlichen Seite. Hitze, Festivalstimmung und ein bestens aufgelegtes Publikum bildeten die Zutaten für Tag zwei.

Musikalisch wurde der zweite Festivaltag standesgemäß eröffnet – mit einem Einmarsch der Dudelsack-Konstellation The Rising Kilts. Schon hier war klar: Dieser Samstag würde noch einmal eine ordentliche Portion Abwechslung bringen.


Mit The Devastation folgte österreichischer Metal, ehe Apis die Bühne übernahmen. Auch bei Apis gab es einen neuen Sänger zu bestaunen. Die Band nutzte die Gelegenheit, sich dem Metal Escalation-Publikum in dieser neuen Konstellation zu präsentieren.

THE DEVASTATION

APIS

Fearancy lieferten eine Thrash-Lektion der Extraklasse. Die österreichische Band verbindet modernen Melodic Death Metal mit deutlichen Thrash-Einflüssen und arbeitet nach der letzten Besetzungsänderung an den Drums bereits an neuem Material. Fearancy performten erstmals zwei neue Songs, die für ihre neue Platte geplant sind.

Kurze „Jausenzeit“ im Backstagebereich – Auch die Crew des Metal Escalation Festivals muss sich stärken“

Auch Ebony Archways sorgten für eine kräftige Portion österreichischen Heavy Metal. Die Grazer Band kann auf eine lange Geschichte zurückblicken und verbindet Heavy Metal und Hard Rock. Ebony Archways sind nach 2022 bereits zum zweiten Mal am Metal Escalation Festival vertreten.

GHIDRAH – neuer Sänger, neue Ära?

Besonders interessant war der Auftritt von GHIDRAH.

Die Wiener-Neustädter stehen für Progressive Metalcore und Groove Metal und sind seit 2017 auf der Bühne unterwegs. 2026 präsentierten sie sich beim Metal Escalation erstmals mit ihrem neuen Sänger. Der Sound wirkt aggressiver als je zuvor. Moderne, groovende Riffs, ordentlich Druck und eine gehörige Portion Energie ließen vor der Bühne jedenfalls keine Langeweile aufkommen.


Eine bittere Pille gab es am Samstag allerdings ebenfalls zu schlucken. Dark Fall mussten ihren Auftritt krankheitsbedingt absagen – Einen Ersatz gab es leider kurzfristig nicht. Gerade bei einem Festival, bei dem sich die Bands über zwei Tage hinweg die Klinke beziehungsweise das Mikrofon in die Hand geben, sind kurzfristige Absagen leider nie ganz auszuschließen. Schade war es trotzdem – gerade für jene Fans, die sich bereits auf den Auftritt der österreichischen Death-Metal-Institution gefreut hatten.

Triddana – ein perfektes Finale

Den krönenden Abschluss des zweiten Tages und damit des gesamten Festivals bildeten Triddana aus Buenos Aires.

Die Argentinier haben sich längst zu einer festen Größe im Folk-Metal entwickelt. Ihre Mischung aus kraftvollem Heavy Metal, keltischen Melodien, Dudelsack, Whistle und einer gehörigen Portion Mitsingpotenzial ist ungewöhnlich – und funktioniert live ausgesprochen gut. Die 2011 gegründete Band ist regelmäßig in Europa unterwegs und hat sich hier längst eine treue Fangemeinde erspielt.

Und so wurde der Festivalabschluss zu einer einzigen großen Party.

Das Publikum machte bis zum Schluss mit und schrie förmlich nach Zugaben. Dudelsack und Metal, treibende Rhythmen und eingängige Melodien – Triddana brachten noch einmal all jene Zutaten auf die Bühne, die ein Festivalfinale braucht.

Besser hätte man das Wochenende kaum beenden können.


Sonntag – Abschied vom Metal Escalation

Irgendwann geht aber auch das schönste Festivalwochenende zu Ende.

Am Sonntagmorgen wurde auf dem Campground noch einmal ausgiebig bei einem Kaffee und Wurstsemmel an der Frühstücksbude getratscht und die drei fetten Tage Revue passieren lassen – Dann hieß es Abschied nehmen. Von den Campingnachbarn. Von Freunden. Von den Menschen, mit denen man drei Tage lang gefeiert, gelacht, getrunken, geredet und natürlich vor allem Metal gehört hatte.

Und genau darin liegt vielleicht die größte Stärke des Metal Escalation Festivals.

Es ist nicht einfach nur eine Aneinanderreihung von Bands. Es ist ein Wochenende, an dem sich die Metal-Familie trifft.

Das Metal Escalation Festival hat damit einen würdigen Abschluss unter eine großartige Sommerfestivalsaison gesetzt.

Zwei Tage Metal. Jede Menge Freunde. Eine fantastische Atmosphäre. Und am Ende die Erkenntnis: Wer nicht dabei war, hat definitiv einiges versäumt.

By Olli C

Passionierter Motorradfahrer sowie "Möchtegern"- Schlagzeuger und Fotograf aus Österreich. Bevorzugt Powermetal, traditionellen Heavy Metal, NWOBHM, Thrash, Melodic Death,Sleeze, Gothic, Symphonic Metal, Glam aber auch Hard Rock. Ist mit seiner Kamera in Wien, Niederösterreich, der Steiermark dem Burgenland, Slowenien, Ungarn und in Tschechien unterwegs für Konzert und Festivalreportagen. Macht jedoch auch Albumreviews und wirft ein Auge auf Undergroundbands. Moderierte früher Metalshows auf diversen Internetplattformen.

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