Judas Priest auf der Loreley 2026: Die Metal Gods bringen den Felsen zum Beben

Judas Priest auf der Loreley 2026

Es gibt Konzertorte – und es gibt die Loreley. Wenn dann auch noch Judas Priest auf diesem legendären Felsen über dem Rhein stehen, ist klar: Das hier wird kein gewöhnlicher Sonntagabend. Bevor Rob Halford und seine Mitstreiter die Freilichtbühne übernehmen, heizen Thundermother und DOMINUM dem Publikum bereits mächtig ein. Und als schließlich die ersten Töne von „War Pigs“ über das Gelände ziehen, liegt dieses besondere Kribbeln in der Luft: Jetzt kommen die Metal Gods.

Thundermother: Schwedischer Rock’n’Roll mit Vollgas

Pünktlich gegen 18:30 Uhr gehört die Bühne zunächst Thundermother. Und die Schwedinnen verschwenden keine Zeit. Mit „Thunderous“ geht es direkt zur Sache, gefolgt von „Loud and Free“ und „The Road Is Ours“.

Der Band ist deutlich anzumerken, wie viel ihnen dieser Auftritt bedeutet. „It is an honor for us Swedish girls to open for the mighty Judas Priest“, lässt die Band das Publikum wissen. Ein Satz, der nicht nach Pflichtprogramm klingt. Die Freude darüber, an diesem Abend für eine der größten Heavy-Metal-Bands überhaupt eröffnen zu dürfen, ist spürbar.

Und Thundermother geben alles dafür, diesen Platz im Line-up zu rechtfertigen.

„We are Thundermother from Sweden and this is a big day for us“, heißt es wenig später. Das Publikum bekommt schnörkellosen Hard Rock mit ordentlich Druck serviert. „Take the Power“, „Dog From Hell“ und „Shoot to Kill“ treiben den Set voran, die Musikerinnen suchen immer wieder den Kontakt mit den Fans und haben sichtbar Spaß auf der Bühne.

Dazu kommen jede Menge Bewegung, Nebel und eine Band, die genau weiß, dass Hard Rock dann am besten funktioniert, wenn man ihn nicht unnötig kompliziert macht.

Mit Songs wie „Hellevator“ und schließlich „Driving in Style“ endet ein Auftritt, der weit mehr ist als bloßes Aufwärmen.

„We are Thundermother and we love you!“

Das Publikum nimmt ihnen das sofort ab.

DOMINUM: Jetzt ziehen die Untoten auf die Loreley

Nach dem geradlinigen Rock’n’Roll von Thundermother ändert sich die Szenerie deutlich. Gegen 19:40 Uhr übernehmen DOMINUM die Bühne – und mit ihnen hält eine ganz andere Welt Einzug auf der Loreley.

Schon „Danger Danger“ und „Killed by Life“ machen klar, dass jetzt mehr Inszenierung ins Spiel kommt. DOMINUM verbinden modernen Metal mit Horrorästhetik, starken Melodien und einer gehörigen Portion Theater.

Spätestens bei „The Dead Don’t Die“ passt die Kulisse perfekt. Oberhalb des Rheins, während der Abend langsam dunkler wird, entwickelt die morbide Show ihren ganz eigenen Charme.

Es folgen „Frankenstein“ und „The Circus Is in Town“. Vor der Bühne wird ausgiebig geheadbangt, während die Band ihre Mischung aus düsterer Atmosphäre und eingängigen Refrains zelebriert.

Mit „Don’t Get Bitten by the Wrong Ones“ und „The Guardians of the Night“ bleibt DOMINUM konsequent in der eigenen Gruselwelt.

Dann gibt es noch einen Titel, den an diesem Abend wohl jeder erkennt: „Thriller“. DOMINUM verpassen dem Klassiker ihre eigene Metal-Kur, bevor „Immortalis Dominum“ den Auftritt beendet.

Zwei Supportbands, zwei völlig unterschiedliche Ansätze – und beide begeistern das Publikum. Die Loreley ist bereit.

20:55 Uhr: Jetzt kommen die Metal Gods

Dann steigt die Spannung noch einmal spürbar.

Gegen 20:55 Uhr erklingt „War Pigs“ von Black Sabbath aus den Lautsprechern, gefolgt vom „Faithkeepers“-Intro.

Kurz darauf stehen Judas Priest auf der Bühne.

Mit „You’ve Got Another Thing Comin’“ geht es ohne Umwege los. Danach folgen „Metal Gods“ und „Breaking the Law“ – drei Songs, die sofort klarmachen, wohin die Reise geht.

Auch auf der Loreley setzen Judas Priest auf die nahezu unveränderte Dramaturgie ihrer aktuellen Faithkeepers-Tour. Die Setlist bleibt bei den meisten Shows weitgehend gleich. Statt einer speziell für die Loreley zusammengestellten Songfolge gibt es also das bewährte Tourprogramm – eine Reise durch mehr als fünf Jahrzehnte Bandgeschichte.

Und die funktioniert.

Klassiker, Tiefe und neue Songs

Mit „The Ripper“, „The Sentinel“ und „Desert Plains“ geht es weit zurück in die Priest-Historie. Gleichzeitig zeigt „Lightning Strike“, dass die Band auch ihre jüngere Vergangenheit nicht ausklammert.

Spätestens bei „Turbo Lover“ gehört der Refrain dem ganzen Publikum.

Danach folgen „Steeler“ und „Delivering the Goods“, bevor mit „Panic Attack“ auch das neuere Material seinen Platz bekommt.

Gerade dieser Mix funktioniert: Judas Priest verlassen sich nicht ausschließlich auf ihre größten Hits, sondern bauen ihre Show wie eine kompakte Zeitreise durch unterschiedliche Phasen der Bandgeschichte auf.

„Victim of Changes“ und die Stimme von Rob Halford

Mit „Victim of Changes“ kommt einer der großen Priest-Momente des Abends.

Der Song bietet Raum für Dramatik, Dynamik und natürlich für Rob Halfords Stimme. Halford muss längst niemandem mehr etwas beweisen – und dennoch sind es genau solche Passagen, bei denen man sich bewusst macht, wie viel Heavy-Metal-Geschichte hier gerade auf der Bühne steht.

Nach „Halls of Valhalla“ folgt schließlich die nächste Eskalationsstufe.

„Painkiller“: Jetzt bebt die Loreley

Das Video-Intro läuft.

Dann setzt das Schlagzeug ein.

„Painkiller“.

Jetzt gibt es kein Halten mehr. Das Tempo zieht an, die Gitarren schneiden durch die Nacht und vor der Bühne wird geheadbangt.

Dieser Song gehört für mich zu den intensivsten Momenten des Abends.

Finale mit „Electric Eye“ und „Living After Midnight“

Nach „The Hellion“ folgt „Electric Eye“, danach „Hell Bent for Leather“.

Spätestens jetzt befindet sich der Abend im großen Finale.

Den Abschluss übernimmt schließlich „Living After Midnight“. Noch einmal singt die Loreley, noch einmal gehen die Hände nach oben.

Ein stimmiger Abschluss für einen starken Abend.

Leider durften die Fotografen heute von den beiden Vorbands keine Fotos machen.

Fotos @Kommodore Johnsen

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By Karina

Karina ist für uns an Rhein und Ruhr unterwegs. Sie hört neben Metal auch Irish Folk Punk, Deutsch- und Mittelalterrock. Für gute Musik ist ihr kein Weg zu weit.

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