MINDWORN – „You Cannot Lose“ Single Review

Mit „You Cannot Lose“ melden sich MINDWORN aus Linz mit ihrer mittlerweile dritten Single zurück.

Mit „You Cannot Lose“ melden sich MINDWORN aus Linz mit ihrer mittlerweile dritten Single zurück. Und ich sage es gleich, bevor ich mich hier lange um eine Meinung herumdrücke: Mir gefällt diese Nummer verdammt gut.

Schon das Artwork des Cover zieht mich rein, ein Gesicht, dunkel und kalt, auf der einen Seite beinahe menschlich, auf der anderen scheint es aufzubrechen und sich in unzählige Strukturen aufzulösen. Je länger man hinsieht, desto mehr entdeckt man darin. Und je länger man sich mit „You Cannot Lose“ beschäftigt, desto besser passt dieses Artwork auch zum Song.

Denn auch textlich geht es um das, was mit einem Menschen passiert, wenn von außen ständig beurteilt wird. Darum, welche Erwartungen andere an uns stellen, wem wir die Schuld für Dinge geben und wie leicht man sich selbst zwischen all diesen Stimmen verlieren kann. Die Zeile „Always be kind, then you cannot lose“ wirkt dabei fast wie die Antwort auf all diese Fragen. Eigentlich ein einfacher Gedanke, aber vielleicht ist genau das seine Stärke.

Musikalisch setzen MINDWORN das nicht mit Dauerfeuer um, denn spätestens wenn die Gitarren loslegen, wird hier die eine oder andere Luftgitarre ausgepackt. Trotzdem bekommt die Nummer immer wieder genug Raum zum Atmen, bevor erneut nachgelegt wird.

Auch der Gesang bekommt genügend Platz und gerade das Zusammenspiel aus melodischeren Passagen und den härteren Momenten gefällt mir diesmal besonders gut. Der Refrain bleibt hängen, ohne sich in den Vordergrund drängen zu müssen. Der Song hat Zähne und weiß genau, wann er sie zeigen muss.

Und dann kommt dieses letzte Drittel. Richtig gut kommt der Chor kurz vor dem Solo, der dem Song an dieser Stelle noch einmal eine ganz eigene Note gibt. Dann dürfen die Gitarren noch einmal richtig ran und genau dort erwischt mich die Nummer endgültig. Das Solo steht nicht irgendwo im Song herum, nur weil ein Metalsong eben noch eines vertragen könnte. Es entwickelt sich mit der Nummer, wird bissiger und gibt „You Cannot Lose“ zum Schluss noch einmal genau den richtigen Tritt.

Was ich bei dieser dritten Single allerdings fast noch spannender finde, ist die Entwicklung der Band selbst. Bei einem Newcomer beginnt man automatisch damit, Vergleiche zu suchen. Man hört hier eine bekannte Richtung heraus, entdeckt dort einen möglichen Einfluss und versucht damit einzuordnen, wo diese Band eigentlich hingehört. Bei MINDWORN wird genau das langsam schwieriger. MINDWORN beginnen für mich weniger nach „Einflüsse von …“ und mehr nach MINDWORN zu klingen. Und das ist bei einem Newcomer wahrscheinlich das beste Kompliment.

Während „Lying to You“, „Don’t Fade Away“ und „You Cannot Lose“ ON AIR noch ihre Runden drehen, wird hinter den Kulissen bereits weiter am Debütalbum gearbeitet. Und gerade deshalb macht es Spaß, MINDWORN jetzt schon zu begleiten und Song für Song mitzuerleben, wie sich ihr eigener Sound entwickelt.

Leise anklopfen gehört bei MINDWORN offenbar noch immer nicht zum Plan und wer jetzt noch ruhig am Sofa sitzt, hat vermutlich seine Luftgitarre verlegt.

MINDWORN Releases:

„Lying to You“
„Don’t Fade Away“
„You Cannot Lose“

über Rian Dietrix Records.

MINDWORN im Netz und Booking

MINDWORN findet ihr auf Facebook und Instagram sowie auf den gängigen Streamingplattformen.

Für Booking, Veranstaltungsanfragen und weitere Anfragen könnt ihr euch direkt an MINDWORN wenden oder über Bine Weinberger / Rock am Sonntag über Instagram Kontakt aufnehmen.

neun von zehn

By Bine

Macht hauptsächlich Live Foto Reportagen & Interviews. Ist Fotografin diverser österreichischer Bands und Locations von Oberösterreich bis Tirol. Musikalisch unterwegs im Bereich Hardrock, Power Metal, Prog & Classic Rock. Kann von allen ein bisschen zB fotografieren, reden und lacht auch mal gerne über sich selber !

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