Kissin Dynamite – Phenomenaler Start der „The Big Goodbye-Arenatour“ zu Hannes Bühnenabschied – Konzertbericht aus Neu-Ulm

Gleich zu Beginn dieses Berichts muss ich zunächst mal eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit machen.

Daher drehen wir die Uhr mal knapp 17 Jahre zurück, wir schreiben den 26. Juni 2009, es ist kurz vor 12 Uhr mittags, das diesjährige Bang Your Head Festival in Balingen hat gerade erst begonnen und nach der zweiten Band Alestorm – was waren das noch Zeiten, auch die Schotten haben damals mal klein angefangen – als dritte Band des Tages steht eine junge Band aus dem Schwabenland auf der Bühne, die gerade erst aus den Eierschalen geschlüpft zu sein scheint. Mit Ausnahme ihres Sängers waren alle gerade erst volljährig geworden, Sänger Hannes Braun als „Bandkücken“ hatte zu der Zeit gerade mal 17 Jahre auf dem Buckel. Die 5 Musiker auf der Bühne waren Freunde und hatten vor nicht allzu langer zeit ihre erste Band gegründet, und nun standen Sie auf der Bühne beim Bang Your Head -Festival.

Die Besucherzahlen waren zu der frühen Stunde zwar noch sehr überschaubar, doch schon damals hatte ich die Hoffnung und auch ein wenig Vorahnung, dass aus den Jungspunden aus dem Schwabenland mit Ihrem Schwabenmetal mal was größeres werden könnte. Auch wenn mein Kumpel Marco mich wegen seiner fußballerischen Abneigung gegen Schwaben im Allgemeinen immer belächelte, wenn ich auf das Thema Kissin Dynamite zu sprechen kam, war ich schon damals fest davon überzeugt dass die Band ihren Weg machen wird.

Schon nach wenigen Minuten und 1-2 Songs war damals klar, dass hier auf der Bühne eine mehr als talentierte Band am Werke war, die mächtig abrockte und nicht nur mich vom Stand weg begeisterte. Allen voran Frontmann Hannes stand schon damals im Mittelpunkt der Band, holte die Metalheads mit seiner trotz des jugendlichen Alters schon sehr reifen Bühnenpräsenz sofort ab und so entwickelte sich schnell das sommerliches Rock`n  Roll Party-Feeling, was man sonst nur von den großen amerikanischen Bands aus LA und Umgebung kannte. Der Festivalauftritt 2009 in Balingen war mein erster starker Auftritt von Kissin Dynamite, dem in den kommenden Jahren noch einige weitere folgen sollten.

Soviel in der Vergangenheit geschweift.

Kommen wir zurück in die Gegenwart und zum Start der großen „The Big Goodbye – Arena Shows 2026“ von Kissin Dynamite am Samstagin Neu-Ulm. Ja ich lag damals nicht ganz falsch mit meiner Einschätzung, was das Talent der 5 Freunde aus Reutlingen angeht. Kissin Dynamite haben sich durch ihr Talent, ihre ausgesprochene Spiellaune und begeisternde Liveshows sowie konstant starke Alben in den vergangenen fast 20 Jahren eine stetig wachsende treue Fanbase erspielt und so gehören KD  2026 heute sicherlich zu den ganz großen Namen im Bereich des Party- und Gute Laune Hardrocks in Deutschland. Doch nicht nur in ihrer Heimat haben sich Hannes und seine vier Mitstreiter Dank ihrer songwriterischen Qualitäten mit  starken Songs mit jeder Menge  Hitpotential auch längst einen Namen in der internationalen Szene gemacht.

Nun kam im letzten Jahr leider die traurige Nachricht, dass sich ausgerechnet das Aushängeschild und Sänger der Band Hannes Braun auf eigenen Wunsch von der Bühne verabschieden und nicht mehr Live auftreten wird. Zu den Ursachen für den Rückzug aus der ersten Reihe in der Band hat Hannes sicherlich schon mehr als genug in diversen Interviews gesagt, sodass dies hier auch nicht nochmals thematisiert werden soll. Vielmehr soll es um den Auftakt der nur drei Hallenarenakonzerte umfassenden Konzertreihe gehen, zu denen Kissin Dynamite ihre Anhänger nochmals eingeladen haben, um ihrem Sänger die Chance zu geben, sich mit einen grandiosen Show von seinen Fans zu verabschieden.


Normalerweise bekommen wir vom Rockmagazine ja freundlicherweise unsere Akkreditierung und Fotopässe  von Bands, dem Label oder den Promotionagenturen  gestellt und berichten dann über die entsprechenden Gigs. Die Arenashow Kissin Dynamite in Neu-Ulm hatte ich wegen eines recht vollen Kalenders eigentlich gar nicht so sehr richtig im Blick, hatte ich die Band bei Ihrer „Back with a Bang-Tour 2024“ in Wiesbaden schon gesehen. Doch wie es der Zufall so will, hatte ich das Glück, bei einem meiner Lieblingssender Rockantenne als einer der glücklichen Gewinner von zwei Tickets für das Konzert in Neu-Ulm gezogen zu werden, sodass ich mit meiner Frau doch noch die Chance hatte, Abschied von Hannes zu nehmen, der mir mit Kissin Dynamite in den vergangenen 17 Jahren bei insgesamt 7 Shows stets tolle Konzerterlebnis geboten hat. Auch wenn ich an diesem Samstag „privat“ unterwegs war, wollte ich es mir nicht nehmen lassen, über das tolle Konzert fürs Rockmagazine hier zu berichten, auch wenn ihr dieses Mal mit Handyfotos vorlieb nehmen müsst.

Freudig gings daher am Samstag nach Neu-Ulm. Bei bestem Herbstwetter und einem ausgiebigen Bummel durch die Altstadt machten wir uns gegen 18 Uhr auf den Weg zur Ratiopharm Arena. Dort angekommen wunderten wir uns schon etwas über die langen Schlangen vor der Halle, die sich schon vor dem eigentlichen offiziellen Einlass um 19 Uhr in Richtung Eingang auf den Weg gemacht hatten.  Wie sich später herausstellte hatte man kurzfristig die Einlasszeiten und den Beginn des Konzerts vorverlegt, sodass der Gig bereits um 19 Uhr und damit eine ganze Stunde früher als ursprünglich angekündigt begann. Glücklicherweise bin ich eher der frühe Typ, der der Wurm fängt, als dass ich kurz vor knapp bei den Konzerten an der Halle eintreffe. Doch sicherlich hatte nicht jeder KD-Fan die Ankündigung der Vorverlegung im Netz zur Kenntnis genommen und so dürfte sicherlich der ein oder andere die Vorband League Of Distortion mit Frontfrau Anna Brunner verpasst haben, da er noch mit einem späteren Konzertbeginn um 20 Uhr gerechnet hatte.

League Of Distortion eröffnen mit Modern Metal

LOD mussten so leider ihren mal wieder gelungenen Auftritt vor erst gut zur Hälfte gefüllter Halle spielen. Stimmungsmäßig war so zu Beginn noch deutlich Luft nach oben und trotz des mal wieder sehr starken Auftritts von Anna und ihren dreie Mitstreiter hatte ich mir doch insgesamt etwas mehr von dem Supportauftritt erwartet. 35 Minuten ist doch etwas schwach, da hätten KD ihren Freunden von LOD doch etwas mehr Spielzeit einräumen können, zumal man ja früher ins Programm startete. Auch ein kurzer Auftritt von KD-Gitarrist Jo Müller hätte sicherlich der Stimmung in der Halle gutgetan, hatte er doch 2020 mit Anna zusammen Leguea Of Distortion ins Leben gerufen und griff noch bei den beiden Studioscheiben in die Saiten.  Der Auftritt selbst bot einen gelungenen wenn auch kurzen Querschnitt aus den beiden Alben „Galvanize“ und dem selbstbetitelten Debutalbum. Anna begeistert mit ihrer kräftigen Stimme und überzeugte auf ganzer Linie mit Songs wie dem schnellen Opener „Galvanize“, „My Hate Will Go On“ oder „Rebel by Choice“ und beweist sich als eine starke Frontfrau, die sowohl songwriterisch als auch gesanglich überzeugen kann. Highlight sicherlich ihr Hit „Wolf Or Lamb“ mit dem gelungenen Mitsingteil, der das Publikum nun richtig auftauen lässt.

Den Abschluss bildet dann nach leider schon 32 Minuten ihr selbstbetiteltes „L.O.D“, dass natürlich nicht fehlen darf. Starke Band, die mit ihrem modernen Metal immer wieder Spaß macht.

Wer durch den Auftritt von LOD nun angefixt ist, hat nun im Mai die Chance bei ihrer Headlinertour erneut live zu sehen. Anna nutzt ihre Chance an diesem wunderbaren Abend und veröffentlichte die News von der anstehenden Tour im Mai 2027 erstmals offiziell.


„Hannes der Große“ nimmt Abschied von der Bühne

Nach einer knappen halben Stunde starteten dann Punkt 20:00 Uhr der in allen Bereichen begeisternde Auftritt von Kissin Dynamite. Gleich mit dem Opener „I´ve got the Fire“ war das Neu-Ulmer Publikum zur Stelle und begrüßte Hannes und die 4 Jungs begeistert, aus 5000 Kehlen der begeisterten Metalheads wurde lautstark jede Textzeile mitgesungen. Mit viel Pyros und ordentlich Feuerwerk startete man in die sprichwörtlich mehr als heiße Rockshow und begab sich auf eine ausgedehnte Reise durch fast 20 Jahre Kissin Dynamite. Dabei feierte Hannes & Co. nochmals alle ihre 9 Studioalben mit mindestens einem Beitrag auf der Setlist.

Gleich beim 2. Song waren dann die Sitzplätze auf den Rängen nur noch Makulatur, denn Hannes forderte zum Mittanzen auf und so stand bei alten Megalomania-Gassenhauer „DNA“ das gesamte Publikum auf und schmetterte inbrünstig den Refrain und die typischen Yeah-Yeah-Yeah- Rufe in Richtung Bühne.

Erstmals gab es nun sowas wie Standing Ovations und Neu-Ulm war bereits zu 100% auf Betriebstemperatur. Ob es nun daran lag, dass ich heute „nur“ von der Tribüne aus das begeisterte Publikum deutlich besser in seiner Gesamtheit überblicken konnte, als ich es normalerweise im Stehplatzbereich vor der Bühne kann, oder ob tatsächlich der heutige Anlass nicht nur die Band zu Höchstleistung anspornte, aber was in Neu-Ulm bereits ab der erste Minute für eine phantastische Stimmung im Publikum herrschte, war schon mehr als außergewöhnlich.

„No One Dies A Virgin“ wurde mächtig abgefeiert und so war Hannes bereits zu so früher Stunde absolut begeistert von der Stimmung in der Halle und so rief er für den heutigen Abend 3 Regeln aus, an die alle Besucher halten sollten: Stillstehen – nicht erlaubt, leise sein – nicht erlaubt, alle, die stehen können, sollen stehen bleiben. Der erste Härtetest „Only The Dead“ wurde spielend gemeistert und so war sofort ausgesprochenes Partyfeeling pur in der Halle zu spüren.

Nachdem am Vortag des Konzerts das neue inzwischen 9. und selbstbetitelte Studioalbum „Kissin Dynamite“ veröffentlicht wurde, musste natürlich auch etwas Werbung in eigener Sache gemacht und so wurden auch drei neue Songs gespielt. Den Anfang machte die erste Single „Glory Days“, bei dem das passende Video auf der Videowall eingespielt wurde.

Hannes wünschte sich passend dazu von seinen Fans, dass jeder in der Halle eine Vinyl oder CD kaufen solle, damit Kissin Dynamite erneut die Nr. 1 in den Albumcharts erobern werden. Wie er verdeutlichte, würde es dazu ausreichen, wenn schon die 5000 Zuschauer in Neu-Ulm sich jeweils ein physisches Exemplar kaufen würde.

Zu den erforderlichen Verkaufszahlen kann ich zwar nichts Genaues sagen, aber es ist doch schon krass, was für eine bescheidene Anzahl verkaufter Tonträger in diesen verrückten Streaming Zeiten für die Nr. 1 ausreicht!

Und Neu-Ulm erhörte natürlich den Aufruf des Meisters, sodass sich nach dem Konzert nochmals lange Schlangen am Merch bildeten und zahlreiche Tourshirts, Vinyls und CDs über den Tresen gingen, sodass man dem Ziel Nr. 1 einen großen Schritt näher kam.  Positiv sei an dieser Stelle mal erwähnt, dass Kissin Dynamite für Ihre Fans entgegen dem heute üblichen Trend von immer teureren Preisen für das Merch anlässlich der Abschiedskonzerte attraktive Bundles aus Shirts + Tonträger anboten. 40 € für Tourshirt+CD bzw. 50 für Shirt+Vinyl wurde gerne von den Fans angenommen und fanden reißenden Absatz. Vielleicht ein Modell für die Zukunft, über das auch andere Bands nachdenken sollten, denn so kann man sicher größeren Umsatz generieren und die Fans bekommen auch entsprechenden Gegenwert für ihr hart verdientes Geld. (alle RM-Leser können im Kissin Dynamite – Shop das Album erwerben und ihren Beitrag zur Nr. 1 leisten).

Da die 3 Arena-Shows ein ganz spezielles Erlebnis werden sollte, hatte man sich natürlich auch einige Besonderheiten einfallen lassen und ein paar Gäste eingeladen, die Hannes am Mikro begleiteten. Den Anfang machte Anna von LOD, die in den vergangenen Jahren zu einer guten Freundin und Partnerin in Sachen Songwriting von Hannes geworden ist, die er gerne beim Songschreiben um ihre Meinung fragt. Gemeinsam stimmte man in „Extasy“ an und versetzte die begeisterte Meute gemeinsam in eben diese Extase. Anna sollte später nochmals einen weiteren Auftritt haben.

Auch „Monster“ rockte mächtig ab und „Out in The Rain“ vom Debutalbum und auf dem aktuellen Album neu interpretiert entpuppte sich mit seinem Fanchorus als eines der Highlights des Abends. Etwas schottischen Flair versprühte „I Solute You“ ebenfalls vom neuen Album mit seinen Dudelsäcken im Background.

Weiter geht’s im Programm mit „Love Me Hate Me“ und den saustarken „Flying Colours“, dass stellvertretend für viele Songs der Band steht und mit seiner starken hymnenhaften Melodie begeistert. Der eingängige Refrain versprüht mit den typischen KD-DNA einfach sofort Partylaune und sorgt für Good Times-Feeling beim Hören. Die nimmer enden wollenden Oohh Oohh Chören beim Refrain in Neu-Ulm bewegen Hannes zu der Aussage, dass dieser Abend schon jetzt als „Legendär“ zu bezeichnen ist.

Nun wird tempomäßig etwas gedrosselt. Unterstützt von zahlreicher „Handy-Licht Kerzenbeleuchtung“ stimmt Hannes nun am Klavier sitzend zur gefühlvollen Ballade „Heart Of Stone“ an und lädt das Publikum zum Träumen ein. Genial auch die Solis von Jim Müller und Ande Braun an der Gitarre. Nach einem von tosendem Applaus begleiteten Appell von Hannes gegen die „Überschwemmung des Musikmarktes durch KI-Musik“ und für das Hochhalten der Fahne für echte handgemachte Musik wird der ruhige Teil des Gigs mit dem zweiten Auftritt von Anna und der Accoustic-Version von „Lie for Me“ fortgesetzt, für deren Neuinterpretation und Umsetzung Anna entscheidend mitverantwortlich war.



Doch damit zunächst genug der ruhigen Töne, mit „Devil Is A Woman“ geht’s energiegeladen weiter und Neu-Ulm geht sofort wieder steil. Mit dem zweiten Gast des Abends kommt nun mit Ralf Scheepers von Primal Fear ein Mann auf die Bühne, der seit Jahrzehnten den deutschen Powermetal geprägt hat und wie geschaffen ist für dem Headbanger „Steel of Swabia“ aus den Anfangstagen der Band, schließlich ist Ralf ebenfalls gebürtiger Schwabe. Der Song entpuppt sich als wahrer Headbanger, der im Vergleich zu den anderen Songs etwas aus der Reihe schlägt. Nach dem bärenstarken „Raise your Glass“ folgt mit „You`re Not Alone“ einer der Fans-Lieblinge, der den Zusammenhalt auch in der Metalszene in den Mittelpunkt stellt und wie gemacht ist für ein lautstarkes, frenetisches Anstimmen des Refrains. Den Song nimmt Hannes als Anlass, letztmals ins Schlauchboot zu steigen und über die Köpfe der Fans zu Schweben.

Natürlich gibt es auch einige Anekdoten aus den vergangenen fast 20 Jahren zu erzählen. So gibt Hannes einige kurze Einblicke in die Vergangenheit, als Kissin Dynamite in kleinen Clubs spielten und von seinem Jugendtraum, einmal mit seiner Band eine Arena zu füllen. Man merkt Hannes an, dass er zurecht stolz auf das Erreichte mit „seiner“ ihrer Band ist.

Nun kommt tatsächlich der Moment, bei dem auch Hannes richtig emotional wird. Mit dem letzten Song „Not The End Of The Road“ macht er nochmals allen Fans Mut, dass „die Reise weiter geht“ und es nicht das Ende der Band ist. Die Party geht weiter und in der Halle bleibt das Stimmungspegel ungebrochen bei 110%.

Nach kurzer Pause und inzwischen 2 Stunden verlassen die 5 Musiker nur kurz die Bühne, um Neu-Ulm nochmals anzuspornen mit lautstarken Rufen Kissin Dynamite auf die Bühne zurückzuholen. Nun schleicht sich langsam ein mulmiges Gefühl ein, denn nun naht tatsächlich und unausweichlich das Ende der Show und die Bühnenpräsenz von Hannes. Man startet mit „Coming Home“ in den Zugabenteil, ist Neu-Ulm doch praktisch das Heimspiel für die Schwaben aus dem 80km entfernten Reutlingen.

Weiter geht’s mit dem größten Hit der Band „Six Feet Under“, der es bis in eine Wrestling Serie in Amerika geschafft hat und zu den großen Klassikern der Schwaben gehört. Passend dazu läuft das Video auf der Videowall und Hannes plaudert im Vorfeld noch etwas aus dem Nähkästchen über den damaligen Videodreh. Cooler Song, der natürlich super ankommt.

Doch nun ist tatsächlich der Moment gekommen, der Hannes sicherlich schon lange beschäftigte, der Moment an dem es tatsächlich hieß, Adieu zu sagen und sich endgültig auf der Bühne von seinen treuen Fans zu verabschieden. So wird nochmals das Klavier auf die Bühne geschoben und Hannes stimmt zu seinem ganz persönlichen Abschiedssong „Good in Goodbye“ vom aktuellen Album an. Nicht nur inhaltlich verbreitet der Song Gänsehaut-Feeling, verarbeitet er doch darin seine Beweggründe für den Abschied von Kissin Dynamite auf ganz persönliche Weise. Mit langsamen, stillen Klavieranschlägen endet dann nicht nur diese wunderschöne bewegende Ballade, nein auch das Ende der Show und der letzte Auftritt von Kissin Dynamite in Süddeutschland findet ein emotionales, bewegendes Ende für Fans und Band. Der minutenlange Applaus von den Fans dürfte sicherlich dafür gesorgt haben, dass Hannes die ein oder andere Träne auf der Bühne verdrückt haben dürfte. Minutenlange Standing Ovations beendeten dann gebührend den Bühnenabschied von „Hannes dem Großen“ und einen tollen Konzertabend.

Mein Fazit und einige Dankesworte:

Was ein toller Abend mit Kissin Dynamite in und mit Neu-Ulm, ganz großes Kino. Was heute stimmungsmäßig in der Halle abging, war ohne zu übertreiben nicht alltäglich, „Legendär!“  wie Hannes es ausdrückte, was ich persönlich nach über 40 Jahren Konzerterfahrung definitiv bestätigen kann.

Auch wenn sich heute keine Band endgültig von der Bühne verabschiedete, die seit 40 Jahren dick im Geschäft ist, spürte man doch irgendwie eine gewisse Magie in der Arena. Die Freude und Begeisterung im Publikum war allgegenwärtig, trotz der Gewissheit, dass das heute für viele Besucher wirklich der letzte Auftritt von KD mit Hannes am Mikro werden sollte.  

Und wie es sich für einen großen Frontmann gehört lieferte Hannes nochmal richtig ab. Er ist und bleibt ein Ausnahmetalent und ein Showmaster par excellence, wie es nur wenige in Deutschland gibt, der am Samstag zu seinem persönlichen Bühnenabschied wirklich jeden Fans nochmals absolut begeistert hat. Jeder der in Neu-Ulm dabei war, hat sein Kommen sicherlich nicht bereut, denn es war einfach „legendär“ wie Hannes es ausdrückte. Alle anderen KD-Fans dürfen sich schon jetzt auf die beiden ausstehenden Shows in Hamburg und Köln freuen.


So bleibt mir an dieser Stelle nur noch Danke an Hannes und Kissin Dynamite zu sagen, für die nun 8 tollen Konzerte, die ich seit dem Beginn 2009 in Balingen, u.a. dem allerletzten Livekonzert im legendären Schwimmbad Musikclub in Heidelberg vor seiner Schließung, bei den verschiedenen Festivalauftritten bis hin zum bisherigen Höhepunkt in Neu-Ulm mit Euch miterleben durfte. Es hat immer Spaß bei eurer Show gemacht.

Auch wenn Hannes eine große Lücke auf der Bühne bei KD hinterlassen wird, freue ich mich trotz etwas Wehmut schon darauf, was die Zukunft bringen wird und hoffe das der Song „Not The End of The Road“ auch für die Zukunft dieser tollen Band gelten wird.

Und Hannes hat es ja selbst angekündigt, er wird auch weiterhin im Geiste Teil der KD-Familie bleiben und sicherlich auch in Zukunft eine gehörige Portion seines musikalischen Könnens zur Musik von Kissin Dynamite beisteuern.

In diesem Sinne „I salute You“.

Setlist in Neu-Ulm 19.09.2026

  1. I’ve Got the Fire
  2. DNA
  3. No One Dies a Virgin
  4. Only the Dead
  5. Heartattack
  6. Glory Days
  7. Ecstasy (with Anna Brunner)
  8. My Monster
  9. Out in the Rain
  10. I Salute You
  11. Love Me, Hate Me
  12. Flying Colours
  13. Heart of Stone
  14. Lie for Me (Acoustic with Anna Brunner)
  15. The Devil Is a Woman
  16. Steel of Swabia (with Ralf Scheepers)
  17. Raise Your Glass
  18. You’re Not Alone
  19. Not the End of the Road
    ——–
  20. Coming Home
  21. Six Feet Under
  22. Good in Goodbye (Acoustic)

By Thomas

Musikalisch bin ich seit den 80er vor allem im melodischen Hard& Heavy-Dschungel unterwegs und immer auf der Suche nach neuen und alten Perlen. Meine absoluten Faves sind Queenaryche, Y&T, Die Toten Hosen... u.v.a.....inzwischen kann ich mich aber auch für Mittelalterrockband wie Feuerschwanz oder Saltataio Mortis absolut begeistern. Ab und an geht mein Blick aber auch mal über den Tellerrand in Richtung Speed/Trash/Death...solange Melodien erkennbar sind. Auch wenn ich schon zu der Ü50-Fraktion gehöre, findet man mich bei Konzerten und Festivals fast immer Front of Stage, denn Sitzplatz beim Rockkonzerten, das passt bei mir einfach nicht zusammen. Erst wenn es ohne Rollator mal nicht mehr gehen sollte, ist die Tribüne vielleicht ne Alternative.

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