Genre: Metal
Ja, geh leck, hier ist aber jemand wütend. Auf diesem Album wird gevierteilt, gepfählt und alles zerstört, das nur so Fetzen fliegen und das Blut in Massen fliest! Aber mal von vorn, denn der Eröffnungstrack Maximal! ist noch relativ harmlos, hier eskaliert zwar schon einiges, aber es kommt noch keiner zu schaden. Der Track ist musikalisch eher in der Deutschrockschiene einzuordnen als im Metal oder im Punk, aber Die Dorks waren schon immer schwer in eine Schublade zu stecken. So birgt auch der neueste Streich dieser Band so manche unberechenbare Überraschung.
Textlich ist aber soweit alles beim alten, diese sind intelligent und bissig wie gewohnt. Plumpe 08/15 Lyrik sucht man hier vergeblich, genauso wie Friede, Freude, Eierkuchen. Den Kopf in den Sand stecken ist hier nicht, sondern hier wird schon mal Gewalt auf die miesen Umstände dieser Tage eingeprügelt. Aber es gibt auch ruhige Töne, wie bei Solange mein Herz schlägt, einer Ode an die Freundschaft, die mich sehr bewegt.
Einen großen Sprung hat auch wieder das Gitarrenspiel von Liza gemacht, es immer wieder beeindruckend, was die Musikerin sich da aus den Fingern zaubert. Da ist von Kerry King, NWOBHW und Gonzo Röhr (ich weiß das mit dem Namen so einige Punks ein Problem haben dürften, aber auch der Typ hat musikalisch einiges zu bieten) alles vorhanden, was den Gitarrensoundliebhaber glücklich macht.
Was auch nicht fehlen darf, ist eine Moshpit Walze und die hört hier auf den Namen Alles zerstören, und sollte (wenn live dargeboten) so manche Crowd zum Kochen bringen. Genauso wie Kopf frei, ein Song der mal wieder zeigt, wie wichtig ein Ventil im Leben ist. Die beste Medizin ist halt doch die Musik, und das Gefühl das man nicht allein ist damit in dieser Welt. Danach wird es bei Lieber in der Hölle herrschen verdammt pathetisch, einer verdammt geilen Nummer, die im Ohr hängenbleibt und die kraftvoll nach vorne prescht und Höllen mäßig groovt.
Beeindruckend ist auch Exzessive Notwehr, die zum Nachdenken anregt. Ich bin der Meinung, dass Gewalt keine Lösung sein sollte, aber wann wird der größte Pazifist zur Bestie? Und wie weit sollte Notwehr gehen? Ab wann ist es überhaupt legitim, sich mit Mistgabeln und Schwertern in einen Konflikt zu begeben?
Und auch der letzte und Albumtitel gebende Track Unberechenbar ist nicht von schlechten Eltern, dessen Doktrin lautet Stillstand ist Scheiße und nur die Weiterentwicklung ist das Wahre. Ob das auch ein Grund war, sich nach diesem Album von Mark von Elend zu trennen? Wer weiß!
Fazit: Die Dorks schaffen es auch auf Album Nummer Acht, mit einer Steigerung ihres Schaffens zu überzeugen. Unberechenbar ist eingängiger ohne an Aggressivität einzubüßen, deswegen bin ich gezwungen dieses Mal die 10 von 10 Bängs zu vergeben.

Unberechenbar erscheint am 16.01.2026 über MOTOR Records.
Line Up:
Liza Dork – Gesang & Gitarre
Mark von Elend – Bass
Bons Dork – Schlagzeug
Track List:
Maximal
Kein Sommer der Liebe
Solange noch mein Herz schlägt
Kranker Geist
Alles zerstören
Es ist echt
Kopf frei
Lieber in der Hölle herrschen
Such dir keinen neuen Gott
Exzessive Notwehr
Unberechenbar
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