Festivalreportage – Teil 2/2
Nach einem starken Donnerstag ging das AREA 53 Festival am Freitag und Samstag nahtlos in die nächste Runde. Das Gelände war mittlerweile bestens eingespielt und zeigte sich erneut von seiner besten Seite. Die gesamte Crew war während des gesamten Wochenendes jederzeit freundlich, hilfsbereit und ansprechbar. Besonders beeindruckend war, dass die Festivalchefs selbst überall mit anpackten. Diese Bodenständigkeit machte das familiäre Flair des Festivals einmal mehr aus.
Auch organisatorisch gab es kaum Anlass zur Kritik. Die Dixi-Toiletten wurden regelmäßig gereinigt, waren sauber und der Müll auf dem Campingplatz wurde täglich abgeholt. Genau diese vielen kleinen Details sorgen dafür, dass man sich als Besucher rundum wohlfühlt.
Außerhalb des eigentlichen Festivalgeländes lud der Metalmarkt zum Stöbern ein. Neben Merchandise-Ständen gab es Schmuckhändler, einen Tätowierer für das spontane Festival-Andenken sowie einen Händler mit einer beeindruckenden Auswahl an Schallplatten und CDs zu erfreulich moderaten Preisen. Gerade für mich als Vinyl Sammler war dieser Stand ein echtes Paradies.
Freitag – Von jungen Talenten bis zu Metal-Legenden
Den musikalischen Auftakt machten Enter Infinite aus Graz. Die Progressive-Metalcore-Band hatte sich ihren Auftritt durch den zweiten Platz beim AREA 53 Bandcontest verdient und eröffnete den Festivaltag mit viel Energie und technischen Riffs. Für einen Opener war das bereits ein mehr als gelungener Einstieg.
Direkt danach gehörte die Bühne The Devastation. Die junge Wiener Band gewann den Bandcontest des Festivals und sorgte schnell für staunende Gesichter. Dass die Musiker gerade einmal zwischen 14 und 18 Jahre alt sind, glaubt man spätestens nach den ersten Songs kaum. Mit ihrem düsteren Mix aus schleppendem Doom und Occult Metal bewiesen sie eindrucksvoll, warum sie bereits beim Donauinselfest auftreten durften und als eines der spannendsten Nachwuchstalente Österreichs gelten. Für viele Besucher dürfte dies der erste Kontakt mit einer Band gewesen sein, von der man in Zukunft sicherlich noch einiges hören wird.
Mit All Will Know folgte moderner Melodic Death Metal aus Deutschland. Die Band überzeugte mit druckvollem Sound, starken Gitarrenharmonien und einer professionellen Performance, die das Publikum bereits früh am Nachmittag ordentlich in Bewegung brachte.
Die Belgier Temptations For The Weak kombinierten anschließend modernen Metalcore mit melodischen Refrains und brachten reichlich Groove auf die Bühne. Eine solide Show, die zeigte, warum sich die Band in den vergangenen Jahren kontinuierlich einen Namen erspielt hat.
Für einen deutlichen Stilwechsel sorgten anschließend Kontrust. Die österreichische Crossover-Band präsentierte ihre ganz eigene Mischung aus Metal, Polka und einer gehörigen Portion Humor. Musiker in Tracht, ausgelassene Stimmung und jede Menge gute Laune machten den Auftritt zu einem der unterhaltsamsten des Tages.
Mit den kanadischen Progressive-Thrash-Legenden Voivod wurde es anschließend deutlich experimenteller. Die Band genießt seit Jahrzehnten Kultstatus und beeinflusste zahllose Musiker. Persönlich traf ihr eigenwilliger Stil allerdings weniger meinen Geschmack. Technisch war der Auftritt ohne Frage beeindruckend, musikalisch konnte er mich jedoch nicht vollständig abholen.
Danach betraten Self Deception aus Schweden die Bühne. Die Band verbindet modernen Metal mit eingängigen Hooks und einer ordentlichen Portion Rock’n’Roll-Attitüde. Ihre energiegeladene Performance kam beim Publikum hervorragend an und bildete den perfekten Übergang in den Abend.
Für mich folgte anschließend das absolute Highlight des Freitags: Dirkschneider. Udo Dirkschneider präsentierte gemeinsam mit seiner Band ein wahres Feuerwerk der Accept-Klassiker. Bereits nach wenigen Minuten verwandelte sich das Festivalgelände in einen riesigen Mitsing-Chor. Songs wie „Princess of the Dawn“, „Metal Heart“ oder natürlich „Balls to the Wall“ sorgten für Gänsehautmomente. Die Stimmung war überragend, das Infield prall gefüllt und die Fans feierten jede einzelne Minute. Für mich persönlich ganz klar der beste Auftritt des Tages.
Den Abschluss bildeten Arch Enemy. Die schwedischen Melodic-Death-Metal-Größen mussten kurz nach Beginn ihrer Show zunächst technische Probleme verkraften. Davon ließ sich die Band jedoch nicht aus der Ruhe bringen und setzte ihre Performance souverän fort. Besonders die neue Frontfrau meisterte ihre Aufgabe mit Bravour. Trotz der großen Fußstapfen überzeugte sie mit starker Bühnenpräsenz und kam beim Publikum ausgesprochen gut an. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten entwickelte sich der Headliner schließlich doch noch zu einem würdigen Abschluss des Freitags.
Samstag – Pilgerreise, Hitze und ein emotionaler Festivalabschluss
Auch der Samstag präsentierte sich erneut von seiner heißesten Seite. Bei den sommerlichen Temperaturen griffen viele Besucher tagsüber lieber zum Radler, bevor am Abend wieder das klassische Festivalbier dominierte.
Bereits um zehn Uhr morgens begann eine der wohl außergewöhnlichsten Traditionen des AREA 53 Festivals. Rund um den legendären Festival-Jesus versammelten sich unzählige Metalheads zur gemeinsamen Pilgerreise vom Campingplatz in Richtung Festivalgelände. Ziel war der mittlerweile traditionelle Frühschoppen mit Jazz Gitti. Noch nie zuvor schien der Einmarsch so viele „Gläubige“ angezogen zu haben. Ein herrlich verrücktes Ritual, das den besonderen Charakter dieses Festivals perfekt widerspiegelt. Selbst gesundheitlich angeschlagen ließ es sich Jazz Gitti nicht nehmen aufzutreten. Mit ihrer sympathischen Art hatte sie das Publikum sofort auf ihrer Seite und bewies eindrucksvoll, dass Musik keine Genregrenzen kennt.
Musikalisch eröffneten Apis, die erstmals mit ihrem neuen Sänger auftraten. Die Band präsentierte sich spielfreudig und machte Lust auf ihre zukünftige Entwicklung.

Auch die METAL FANS AUSTRIA waren vor Ort.
Es folgten Watch Them Fail, die mit modernem Metalcore für den ersten Moshpit des Tages sorgten, bevor Never Obey Again aus Italien ihren modernen Alternative Metal präsentierten und besonders mit ihrer charismatischen Frontfrau überzeugten.
Für reichlich Gesprächsstoff sorgten anschließend Brutal Sphincter. Schon der Bandname verrät, dass hier nichts gewöhnlich ist. Die Belgier kombinierten kompromisslosen Grindcore mit einer gehörigen Portion schrägem Humor und lieferten eine Show, die wohl niemand so schnell vergessen wird.
Eines meiner persönlichen Highlights des gesamten Festivals waren anschließend Vinegar Hill. Als Fan dieser Band freute ich mich besonders auf diesen Auftritt – und wurde keineswegs enttäuscht. Druckvolle Songs, eine mitreißende Performance und ein starker Sound machten das Konzert zu einem absoluten Genuss. Besonders gelungen war der weibliche Gastauftritt beim neuen Song „Stand In White“, der dem Stück zusätzliche Atmosphäre verlieh. Pures Gänsehautfeeling dann letztendlich beim epischen „An Avalance Of Empathy“.
Mit Ad Infinitum wurde es anschließend melodischer. Frontfrau Melissa Bonny überzeugte nicht nur mit ihrer sympathischen Ausstrahlung, sondern vor allem mit ihrer außergewöhnlichen Stimme. Gemeinsam mit ihrer Band präsentierte sie starke Songs und eine rundum gelungene Show.
Die schottischen Metalcore-Durchstarter Bleed From Within brachten danach das Publikum endgültig zum Kochen. Circle Pits, lautstarke Mitsingpassagen und unbändige Energie bestimmten ihren gesamten Auftritt. Die Fans feierten die Band von der ersten bis zur letzten Minute.

Vor dem nächsten Programmpunkt wurde es kurz emotional. Veranstalter Oliver Seebacher und Hannes Kaufmann bedankten sich persönlich beim Publikum für die Unterstützung.
Anschließend kamen sämtliche Crewmitglieder auf die Bühne, um gemeinsam ein Gruppenfoto zu machen – ein schöner Moment der Wertschätzung für all jene, die hinter den Kulissen für ein reibungsloses Festival sorgen.

Mit Pain folgte schließlich einer der größten Auftritte des gesamten Wochenendes. Peter Tägtgrens Industrial-Metal-Projekt überzeugte mit gewaltigem Sound, beeindruckender Lichtshow und jeder Menge Hits. Das Publikum feierte den Auftritt frenetisch.
Den krönenden Abschluss des Festivals lieferten In Flames. Die schwedischen Melodic-Death-Metal-Pioniere präsentierten sich in absoluter Topform und spielten eine souveräne, professionelle Headlinershow. Klassiker und neuere Songs ergänzten sich perfekt und bildeten einen würdigen Schlusspunkt eines großartigen Festivalwochenendes.
Wer danach noch immer nicht genug hatte, ließ den Abend traditionell bei der Aftershowparty in der Tenne mit Livemusik ausklingen.
Das AREA 53 Festival 2026 bestätigte eindrucksvoll seinen Ruf als eines der sympathischsten und bestorganisierten Metalfestivals Österreichs. Hochkarätige internationale Bands, spannende Nachwuchsacts, eine familiäre Atmosphäre und eine Crew, die mit Herzblut bei der Sache ist, machen den besonderen Charakter dieser Veranstaltung aus.
Die Vorfreude auf das kommende Jahr kann bereits beginnen: Der Termin für das AREA 53 Festival 2027 steht bereits fest und mit HammerFall, Eisbrecher, Grima, Ektomorf, Chuggaboom, Ghidrah sowie dem traditionellen Frühschoppen mit Jazz Gitti wurden bereits die ersten Bands bestätigt.








































































































































































































































































































