Fotocredits: Bastian Bochinski
Als die Bombe von der Abschiedstour der Toten Hosen platze, war der Aufschrei bei uns Hosen-Fans natürlich groß. Sollte die „Trink aus! Wir müssen gehen“-Tour tatsächlich die letzte Chance sein, eine der größten Rockbands des Landes nochmals Live auf der Bühne zu sehen? Ob es nun das nahe Ende der Touraktivitäten unserer aller Lieblingsband ist, Jugenderinnerungen an frühere geniale Gigs oder auch etwas der Hang zur Nostalgie, ganz egal, wenn Campino und Die Toten Hosen zur Tour rufen, strömen auch 2026 wieder 100.000ende in die größten Konzertarenen des Landes und sorgen überall für ausverkaufte Häuser. So dürfte zum Abschied der Karriere der Düsseldorfer sicherlich nochmals ein neuer Zuschauerrekord bei dieser Tour herausspringen.
Als alter Hosen-Fan durfte ich mir die Abschiedstour natürlich nicht entgehen lassen, begleiteten mich Die Toten Hosen doch die letzten 40 Jahre musikalisch durch Dick und Dünn und sorgten immer wieder für musikalischen Hochgenuss, sowohl live wie auch auf Platte. Obwohl ich von Hause aus eigentlich ein waschechter Rock- und Metalfan bin und mit der Punkszene wenig bis gar nichts am Hut habe, haben es die Düsseldorfer Punks trotzdem geschafft, dass ich in den vergangenen Jahrzehnten regelmäßig Gast bei ihren stets mitreisenden Liveshows war und sie sich so sogar einen Platz in den Top 3 der meistgesehenen Bands gesichert haben.
So gings für mich natürlich am Samstag gut gelaunt mit dem Auto und dem Rad im Kofferraum in den Breisgau, um mir das Spektakel im Süden der Republik anzuschauen, hatte ich mir den Gig auf dem Cannstadter Wasen in Stuttgart wegen der Verkehrssituation und dem zu erwartenden Verkehrschaos vor einigen Wochen noch gespart. Das Auto wurde entspannt im Nachbarort geparkt und dann relaxt auf den Drahtesel umgesattelt, um so die letzten 5 km bis zum Messegelände in Freiburg per Muskelkraft zurückzulegen. Schon um 15 Uhr war das Messegelände gut gefüllt und die Fans gönnten sich schon das ein oder andere „Hosen Hell“ oder stärkten sich an den zahlreichen Fressständen für das bevorstehende Open Air.

Bunt gemischt war das Publikum, vom zarten Teenie-Alter bis zur Ü70-Generation war alles vorhanden, doch auch wenn Die Toten Hosen inzwischen für ein breites Publikum salonfähig geworden sind, war auch der ein oder andere Irokesenschnitt im Publikum zu sehen. Überall bestens gelaunte Fans, die sich die lange Wartezeit bis 17:30 mit Trinken und Lachen überbrückten oder sich am Merch mit den neuesten Hosen-Fanartikeln eindeckten.

Traditionell sind die Open Airs Der Toten Hosen nicht nur ein einfaches Konzert mit Supportband, nein schon vor 30 Jahren luden sich Campino & Co immer wieder junge hoffnungsvolle Bands aus der Punk- und Undergroundszene zu Ihren Freiluftveranstaltungen ein, um ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich einem großen Publikum gebührend präsentieren zu können.

The Dead End Kids:
Nicht immer konnten mich dabei allerdings die Vorbands immer begeistern, doch in Freiburg hatte man beim Booking diesmal ein richtig gutes Händchen bei der Auswahl der 3 Supportbands. Los ging`s pünktlich um 17:30 Uhr mit waschechter „Sachsenpower“ aus Dresden und Leipzig mit The Dead End Kids, die mit einem Mix aus deutschsprachigem Punkrock und Oldschool Metal-Einschlag gleich zu Beginn des Tages für ausgesprochen gute Stimmung sorgten.

Die beiden Damen Caro (Gesang und Gitarre) und Fatima am Gesang und Schlagzeug legten zusammen mit ihren Kollegen Charlie an der Gitarre und ihrem Gastbasisten einen energiegeladenen Gig auf die Bretter und begeisterten mit ihrem Punkrock-/Glitzerpowerpunk die Massen. So wurde schon früh am Abend laut mitgesungen und Party gefeiert, trotz oder gerade wegen auch kritischer aussagen in den Songtexten.
Pascow:
Mit Pascow aus Rheinland-Pfalz folgt dann eine weiter Deutschrockband mit ausgesprochen punkigem Einschlag. Die Band um die beiden Pascow-Brüder Alex und Ollo legt mit schnellen und scharfen Texten und jeder Menge Power gewaltig los. Da ihr Stammbassist Flo leider krankheitsbedingt ausfällt springt heute Mike an den vier Saiten ein, der innerhalb von zwei Tagen die Songs gelernt hat, und so laut Alex „Pascow den Arsch für den heutigen Gig gerettet hat“.

Live verstärkt Pascow sich außerdem mit einer Gastsängerin sowie einer Violistin, die zusätzliche Spannung in die Songs bringen. Auch wenn ich die Band bislang nicht kannte, gibt es doch zahlreiche Fans im Crowd, die immer wieder stimmungsvoll den Bandnamen skandieren. Mit „Mailand“ und „Kriegerin“ geht’s ordentlich ab und Alex singt das ein oder andere Mal im Liegen und spielt Gitarre dazu. Nach 30 Minuten werden die Pfälzer verdientermaßen mit ordentlich Applaus verabschiedet.
Sondaschule:
Mit der Band Sondaschule haben Die Toten Hosen eine dritte Band eingeladen, die mich in Freiburg live total überrascht haben und absolut abgeliefert haben. Im Vorfeld hatte ich mir noch einige Songs angehört und hatte nicht allzu große Erwartungen an den Gig. Doch was die 6 Musiker der Ska-Punk-Band aus Oberhausen und Mülheim an der Ruhr heute ablieferten, war aller ehren Wert. Bereits mit dem Opener „Gute Zeiten“ war das Eis schnell gebrochen und nicht nur in vorderster Front ging der Punk richtig ab. Es wurde getanzt, gepogt und lautstark mitgesungen.

Mit sichtlichem Stolz verkündete Frontmann Costa Cannabis (Tim Kleinrensing), dass Sondaschule früher immer belächelt wurden, angefangen im kleinen Club, und nun darf man tatsächlich im Vorprogramm der Toten Hosen vor über 50.000 Zuschauern einheizen. Passend dazu hauten Sie den Fans den Partyhit „Schöne Grüße vom Meer“ um die Ohren, der sich sofort im Ohr festsetzte und auch am Tag danach noch immer bei mir in den Ohrwindungen rumgeistert. Geiler Song, der auch beim Publikum super ankam. Es entwickelt sich schnell eine tolle Party die nur so vor guter Laune strotzt. Keine Spur von Nervosität, Costa und seine Jungs geben 45 Minuten Vollgas und schaffen es mit einer ordentlichen Schippe Selbstironie und jeder Menge Spaßfaktor die Massen zu begeistern. Mal mit Reggea-Rhythmen wie in „Ich trinke nicht mehr“, dann mit etwas Hip Hop bei „Sex, Kokain und frische Luft“, die dreiviertel Stunde geht leider viel zu schnell vorbei.

Besonders die Posaune verleiht den Songs von Sondaschule einen ganz speziellen Flair und sorgt für prächtige Stimmung im Publikum. Bei „Das kann doch mal passieren“ ruft Costa dann zum Circlepit auf, und soweit er es von der Bühne überblicken kann, sind sage und schreibe 12 Circlepits gleichzeitig zu sehen – doch dürfte die Zahl sich bis zur letzten Reihe des Messegeländes noch deutlich erhöht haben. „Beverly Hills“ entpuppt sich als die perfekte Hymne, um mit Freunden zu feiern und so etwas Glamour in den nicht nur im Ruhrpott heutzutage teils tristen Alltag zu bringen. Mit „Weit weit weg“ gibt’s zum Abschluss nochmal einen starken Mitsingsong, der das Publikum ein weiteres Mal zur Höchstleistung animierte.
Ich muss gestehen, ich hatte ein völlig falsches Bild von Sondaschule und muss mein Bild von der Band nach dem saustarken Auftritt in Freiburg deutlich revidieren. Sondaschule hat auch mich als eingefleischter Metalfan mit seiner Gute Laune-DNA absolut abgeholt und unglaublich viel Spaß gemacht hat. Da hatte Andy bei seiner Ankündigung definitiv nicht zu viel versprochen. Wenn mir auch die Studioalben bislang noch nicht so liegen, auf der Bühne ist Sondaschule eine Wucht und eine absolut klasse Liveband.
Als besonderes Schmankerl zum Ausklang gibt`s vom Band dann den Dirty Dancing -Klassiker „The Time of my Live“, der natürlich vor allem von den Damen im Publikum inbrünstig mitgesungen wurde!
Nach Sondaschule heißt es dann nochmals schnell das Dixi aufsuchen und was zu Trinken zu organisieren, denn in den folgenden 2,5 Stunden bleibt wenig Zeit sich nochmals aus dem Infield zu bewegen.
Die Toten Hosen:
Kurz vor 20:30 Uhr stimmt sich dann Freiburg mit „Blitzkrieg Bop“ auf den nahenden Hosen-Auftritt ein, um dann übergehend in „Never Walk Alone“ Campino und Co den perfekten Auftritt zu ermöglichen.
Schon das Gitarrenintro mit den eingespielten Bildern aus der langen Bandhistorie sorgen für erste Gänsehautmomente und lautstarke Begeisterung im Publikum. Als dann Campino, Kuddel, Andi, Breiti und Vom die Bühne betreten und mit der „Opelgang“ gleich mal mit einem ihrer großen Klassiker ins Programm starten, geht die Party nun richtig los.

„Nicht schwächeln, auch wenn Ihr schon ein paar Stunden feiert“, so Campino, „Die Show muss weitergehn“ und so folgt im Anschluss der Song vom namensgebenden Album zur aktuellen Tour „Trink Aus! Wir müssen gehen“.

Etwas ungewöhnlich für ein Punkrock Konzert steht heute ein Keyboard auf der Bühne und Campino stellt ihren heute 6. Mann Jet Baker von der britischen Ska-/Punk-Band Buster Shuffle augenzwinkerndals den teuersten Einkauf in der Bandgeschichte vor, „der für unglaubliche 148 Mio von Arsenal London verpflichtet wurde“. Jet unterstützt heute als Gastmusiker die Hosen, ganz nette Einladung, doch musikalisch hat man von Jet während des Gigs nur wenig gehört.
Mit „Auswärtsspiel“ folgt die erste Huldigung zum heutigen Spielort Freiburg und Camino gibt erstmals Einblicke in die tiefe Bindung der Hosen und ihrer Freundschaft zur Stadt im Breisgau. Bereits zum 13. Mal tritt man inzwischen in Freiburg auf, und nun hat man auch erstmals die Stadt besichtigt. Leider vergebens hat man den Rhein gesucht und war etwas enttäuscht von dem Rinnsal, das durch die Stadt plätschert, auch Dreisam genannt. Man soll doch gerne mal nach Düsseldorf kommen und den Rhein anschauen. Die später noch folgende Einladung und das Versprochene von Camino für ein Freibier in der Altstadt dürfte jedoch eher symbolischen Wert gehabt haben

Anekdoten von den früheren Fußballduellen der Düsseldorfer Fortune mit dem SC Freiburg, von den ersten Auftritten im Traditionsclub Clash in den frühen 80er, als Andy direkt vor den Tresen kotzte oder von Ihrem Besuch im Freibad mit den besten Sprüngen ihres Lebens vom 10m-Turm lockert Camino den musikalischen Teil des Abends immer mal wieder auf und sorgt für Lacher im Publikum.
Zum ersten Mal nach langer Zeit schaffte es auch „Ein guter Tag zum Fliegen“ wieder auf die Setlist, was mit Begeisterung in Freiburg quittiert wird. Neben eher selten gespielten Songs gibt’s natürlich auch in Freiburg ein beeindruckendes Best Of-Programm der fast 45-jährigen Karriere der Hosen zu hören. Ob nun die großen Erfolgshits wie „Unter den Wolken“, „Altes Fieber“ oder alte Klassiker wie „Liebesspieler“ oder „Bonnie & Clyde“, das Publikum ist immer lautstark mit dabei und vor der Bühne geht während des gesamten Gigs mächtig die Post ab. Circlepits, Crowdsurfer und mächtig Bewegung, wer da nicht hart im nehmen ist, dürfte fehl am Platz sein. Doch genau diese Momente und der Körperkontakt im vorderen Bereich machen auch einen Hosen-Gig zu einen unvergesslichen Konzerterlebnis. Wer hinfällt, dem wird sofort ganz nach dem Motto „Steh auf wenn Du am Boden liegst“ sofort wieder auf die Beine geholfen.

So war es auch kein Problem für mich, in Freiburg keinen Fotopass erhalten zu haben, konnte ich mich so doch in den Front of Stage -Bereich stürzen und das Konzert mit Schweiß, Gedränge und dem ein oder anderen Rempler „richtig“ genießen.
Kurz nach 21 Uhr ist dann die Zeit für einen kurzen sentimentalen Moment gekommen, als gerade die rote Sonne am Horizont untergeht. Campino hatte seinen Bandkollegen von diesem magischen Moment beim letzten Auftritt in Freiburg vorgeschwärmt und sich gewünscht, dass sie genau in diesem Moment heute den Song „Paradise“ spielen würden. Gesagt getan, die rote Kugel am Horizont geht pünktlich zum Refrain unter.

Mit dem thematisch topaktuellen Song „Was ist mit uns los“ folgte einer der nachdenklichsten Momente des Gigs, zeigt Campino hier doch eindrucksvoll sein großes Talent, ernste Themen in einen mitreißenden Song zu verpacken, der die Massen emotional mitnimmt und die aktuelle Situation und Probleme in unserer Gesellschaft sehr deutlich vor Augen führt.
Doch gleich mit dem nächsten Song wendet sich natürlich auch wieder das Blatt und es wird wieder auf Partymodus umgeschaltet.

Nach zahlreichen Erzählungen aus der wilden Zeit der Hosen im Clash und dem starken „Was früher einmal war“ sowie der gelungenen Homage an Ihre Heimatstadt „Düsseldorf“ gehts im Sprint direkt in Richtung „Wünsch Dir was“. Mit dem großen Hymne „Hier kommt Alex“ folgt das Ende des regulären Gigs, das natürlich aus der nur so von Hits gespickten Setlist nochmals etwas hervorsticht. Das von Campino als „Freiburger Domspatzen“ liebevoll bezeichnete Freiburger Publikum schmettert inbrüstig den Refrain von Alex Richtung Bühne und auch die Circlepits vor der Bühne sind jetzt in voller Fahrt, Crowdsurfer fliegen im Minutentakt zur Bühne und so geht es nach 90 Minuten nochmals mächtig ab, ehe sich die Hosen einen kurzen kleines Päuschen zum Verschnaufen gönnen.

Erste „Bommerlunder-Gesänge“ der Fans fordern nach Zugaben, wozu sich Die Hosen natürlich nicht lange bitten lassen. Mit einem kleinen Liebeslied geht es weiter und „Alles aus Liebe“ eröffnet den langen dreiteiligen Zugabenteil. Sofort wird wieder Vollgas gegeben, bei Campino spürt man wenig von der anstehenden Bühnenrente. Wie zu jungen Jahren ist er stets auf der riesigen Bühne von rechts nach links unterwegs, begrüßt die zahlreichen Kibitze, die sich vom Fenster aus in den angrenzenden Bürogebäuden das Konzert anschauen, posiert mit verkreuzten Beinen in seiner typischen Pose auf den Boxen an der Bühnenfront und ist während des gesamten Konzerts bei bester Stimme. Auch wenn er die legendären Spagatsprünge früherer Zeiten aus Altersgründen lieber sein lässt, ist er doch noch immer bei bester Fitness, um seinen Fans auch 2,5 Stunden Liveprogramm zu bieten.

Waren in Berlin noch Farin Urlaub von Die Ärzte und in Köln Wolfgang Niedecken von BAP als Gastmusiker auf der Bühne, gegrüßt Campino heute in Freiburg eine weitere deutsche Legende aus den 60er auf der Bühne, der unweit von Freiburg seinen Lebensabend verbringt. Gemeinsam mit dem inzwischen 83-jährigen „König von Emmendingen“ Frank „Frankie“ Bartelt vonder Bremer Beatband The Yankees singt Campino dessen Hit „Halbstark“ von 1965, der 1987 auf dem legendären „Roten Rosen“-Album zu finden war. Obwohl Freddy inzwischen nicht mehr ganz trittsicher ist und von Campino an den Bühnenrand geführt wird, hat er seinen Humor noch nicht verloren, und fordert alle Besucher seines Jahrgangs 1943 auf, ihren Rollator hochzuhalten. Ein ganz besonderer Moment, dieses Funkeln in den Augen dieser Legende zu sehen. Freiburg ist begeistert und feiert Oldie Frankie lautstark ab.

Mit „Tage wie dieser“ folgt nun der wohl größte Hit der Toten Hosen und wird mit dem schon obligatorischen Konfettiregen und Luftschlangen natürlich zu einem „der“ Highlight des Konzerts. Ein Song für die Ewigkeit, bei dem es einem bewusst wird, dass es wirklich bald livehaftig zu Ende sein soll mit dieser fantastischen Band.

Als erster englischsprachiger Hit folgt „Pushed Again“ und ein Song einer Berliner Nachwuchsband, „die mit Panflöte und Akkustikgitarre in Berlin rumgewerkelt haben“ , ein Song der geradezu prädestiniert für Freiburg ist, diesen einmal zu spielen. Natürlich geht es um „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten und natürlich sind alle Besucher textsicher am Singen und so mobilisieren die „Freiburger Domspatzen“ nochmals ihre letzten Körner. Zum letzten Zugabenteil explodiert Freiburg nochmals bei „Strom“, ehe es „mit den „Zehn kleinen Jägermeistern“ wenn auch spät doch noch das erwartete Sauflied gibt“, so Campino, „man muss halt etwas Gedult haben“.

Zum finalen Ende des Konzerts dreht Campino dann noch schnell einen kurzen Liveclip für den Jahresrückblick 2026, ehe er im Liverpool -Trikot mit der großen Fußballhymne „Never Walk Alone“ das Ende eines fantastischen Abends in Freiburg besiegelt.
Damit endet nun endgültig der Auftritt der Toten Hosen vor 53.180 begeisterten Zuschauern in Freiburg, die ihre Helden noch minutenlang lautstark mit Fangesängen verabschieden, ehe zum Ausklang Vickie Leandros“ als `Rauswerfer`mit „Ich liebe das Leben“ die Afterparty einleitet.

Fazit:
Ihr großer Hit „Tage wie dieser“ steht wohl stellvertretend für dieses geile Konzert in Freiburg – ein Abend für die Ewigkeit, der jedem Hosen Fan lange in Erinnerung bleiben dürfte. Was eine energiegeladene Show, ein beeindruckendes Bühnenoutfit mit all den ganzen alten Aufnahmen auf der riesigen Videowall, ein erstklassiger fetter Sound, der auch in vorderster Front nicht verwaschen geklungen hat. Dazu eine Band, die auch nach 45 Jahren noch „brennt“ wie in früheren Zeiten. Was will man mehr, auch wenn man heutzutage deutlich tiefer in die Tasche greifen muss wie noch in den 80ern, als ich Die Toten Hosen erstmals live für sage und schreibe 18 DM ! in Ludwigshafen sehen konnte.

Soll es das tatsächlich gewesen sein mit den Toten Hosen???
Man will es nicht wahrhaben, denn die früheren fünf Düsseldorfer Punks begeistern auch 2026 wieder hunderttausende Fans. Auch wenn sie inzwischen längst gesellschaftsfähig geworden sind und ihre ganz wilden Tage schon lange hinter sich gebracht haben, hat Campino, Kuddel, Breiti, Andi und Vom nichts von ihrer Anziehungskraft und Ausstrahlung verloren und live sind Die Toten Hosen mit ihrer unbändigen Energie noch immer eine Macht.
Bleibt zu hoffen, dass sie in Zukunft zumindest noch neue Musik schreiben werden, denn sonst verliert Deutschland viel zu früh eines ihrer musikalischen Aushängeschilder.
So trete sicherlich nicht nur ich an diesem Abend mit einen lachenden und einem weinenden Auge, ausgepowert und durchgeschwitzt den Heimweg an. Auf der einen Seite muss ich wohl akzeptieren, dass es bald eine Ende hat mit Tourneen der Toten Hosen, das im nächsten Jahr voraussichtlich die letzten Gigs stattfinden werden. Andererseits bin ich froh, in Freiburg diesen fantastischen Abend mit 4 insgesamt überzeugenden Bands live miterlebt haben zu dürfen und nochmals 150 Minuten Spaß mit einer meiner absoluten Lieblingsbands erlebt zu haben, auch wenn ich leider keinen Schluck aus der Pulle von Campino abbekommen zu haben.

Zum Glück hängt nach dem Auswärtsspiel in Freiburg mein Ticket für mein Heimspiel in Mannheim im nächsten Jahr schon an der Pinwand! Es wird sicherlich wieder ein großartiges Open Air werden…
Wer noch die Chance hat auf ein Ticket, sollte sich Die Toten Hosen definitiv nochmals anschauen, bevor es zu spät ist.

Setlist Die Toten Hosen:
- Opel-Gang
- Die Show muss weitergehen
- Wir waren nie weg
- Auswärtsspiel
- Du lebst nur einmal (vorher)
- Ein guter Tag zum Fliegen
- Unter den Wolken
- Altes Fieber
- Schlechte Nachbarn
- Paradies
- Wannsee
- Liebeslied
- Was ist mit uns los
- Alle sagen das
- Draußen vor der Tür (Campino + Kuddel)
- Steh auf, wenn du am Boden bist
- Bonnie & Clyde
- Helden und Diebe
- Was früher einmal war
- Düsseldorf
- Niemals einer Meinung
- Wünsch DIR was
- Hier kommt Alex
Zugabe1:
- Alles aus Liebe
- Halbstark (The Yankees-Cover mit Frank Bartelt)
- Tage wie diese
Zugabe 2:
- Alles passiert
- Pushed Again
- Schrei nach Liebe
- Schönen Gruß, auf Wiederseh’n
Zugabe 3:
- Strom
- Zehn kleine Jägermeister
- You’ll Never Walk Alone
- Outro – Ich liebe das Leben (Vicky Leandros)
Text: Thomas Jenne
Fotocredits : Bastian Bochinski & „Live it Loud Pix“ by Thomas Jenne
























































