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Interview

Polka und Rock´n´Roll im Sturm – Interview mit Georgij von Russkaja, Teil 1

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Aufgrund des am Freitag erscheinenden (Best Of)-Albums Chronicles durften wir Georgij, via Zoom, ein paar Fragen zur Gegenwart, zur Zukunft und auch zur Vergangenheit stellen. So ein Best Of-Album ist ja eine gute Gelegenheit dazu!

Christian (RM): Hallo Georgij, zu Anfang möchte ich Dir ein paar Fragen zu dem kommenden Album stellen. Beginnen möchte ich mit der Tracklist, die wurde ja von Fans und der Band zusammengestellt, wie genau ist das vonstattengegangen?

Georgij (Russkaja): Wir haben das einfach ausgeschrieben in den Social Media-Seiten, welche Songs auf das Album kommen sollten. Und dann haben wir noch als Band geschaut, was kommt für uns in Frage, und so haben wir das miteinander kombiniert.

Christian (RM): Warum haben es nur zehn Songs auf die Compilation geschafft? Bei sechs Studioalben sollte doch mehr drin sein?

Georgij: Das liegt daran das auf einer Vinylplatte nur eine bestimmte Anzahl an Minuten untergebracht werden können. Man ist da halt schon limitiert, was das angeht. Die CD ist in dem Fall nur ein Nebenprodukt. Die Idee ist ja dazu entstanden, dass wir in die USA eingeladen wurden, dort eine Tour zu spielen – mit Flogging Molly – und da mussten wir uns überlegen, wie wir den Leuten dort unsere Musik präsentieren. Einerseits mussten wir einige Schallplatten nachpressen, andererseits ist es heutzutage schwieriger Tonträger überhaupt zu verkaufen, CDs kauft sowieso eigentlich keiner mehr. Dagegen floriert die Vinylkultur nach wie vor und speziell in den USA wird viel Vinyl gekauft. So entstand die Idee, machen wir doch eine Art Best Of für die Leute dort. Wir haben ja nur eine beschränkte Möglichkeit Sachen mitzunehmen und so ist das ein geeignetes Item unsere Musik dort anzubieten im Merchandise Shop.

Christian (RM): Ist es dann auch den Platzgründen geschuldet, dass das Debutalbum außen vorgelassen wurde?

Georgij: Hmmm, da ist irgendwie nichts reingekommen. Welchen Song würdest Du denn da nehmen?

Christian (RM): Vielleicht Zirk oder Dope Shit.

Georgij: Dope Shit ist ja auch als Single erschienen und hat viele Remixes. Aus emotionaler Sicht wäre es schon sinnig, nur haben wir in letzter Zeit nicht so oft in Amsterdam gespielt, dass wir den Song immer hin- und herzuzeln. (Augenzwinkerndes schelmisches Grinsen). Nein, es sind ein paar Lieder untergegangen und das war für uns schon eine schwierige Entscheidung, vom letzten Album (No One Is Illegal) hätte ich auch noch ein paar Songs drauf gepackt. Und Peace, Love and Russian Roll mag ich auch sehr gerne und da hätte ich auch gern noch mehr draufgehabt, aber so ist es auch ein guter Querschnitt und im Prinzip ist es schon ein schönes Produkt geworden.

Die dazu erscheinende CD ist eher sinnfrei finde ich, der SBÄM (Chef des gleichnamigen Labels) hat aber gemeint, „Nein, das brauchen wir schon“. Um darüber jetzt ein wenig zu berichten, wir verdienen an CDs nichts. Dafür finde ich was anderes großartig, nämlich die Zusammenarbeit mit SBÄM Records, denn das ist wirklich ein ganz tolles Label. Wir kennen uns privat, der Chef dort ist schon seit Jahren unser Grafiker, und dass er jetzt noch mit dieser Nebenbeschäftigung sein Label macht und aufgebaut hat in dieser Größenordnung ist schon super, und die Musik die dort vertreten wird ist auch sehr fein. Und so fanden wir die Idee Chronicles bei ihm rauszubringen und mit seinem Team enger zusammenzuarbeiten passend.

Christian (RM): Gehen wir doch mal von der Gegenwart in die Vergangenheit, Russkaja gibt es inzwischen schon seit 17 Jahren, erinnerst Du Dich noch an die Gründung? Wie kam es dazu?

Georgij: Weißt Du wie es dazu kam, konkret? Die Idee dazu hatte ich eines Tages, es muss so im Jahr 2001 gewesen sein, da gab es in Wien Tage der russischen Literatur, in einem Buchgeschäft. Da bin ich dann rein und habe geschaut was die da so haben und neben Klassikern wie Tschechow, Lermontow und was weiß ich noch alles, lagen auch ein paar mir weniger bekannte Schriftsteller und auch Neueres. Und da war ein Buch mit einer CD, da stand drauf Russendisko und Wladimir Kaminer, das hat mein Interesse geweckt, hab mir dann die Musik darauf angehört und das hat mir extrem gefallen, geile russische Bands. Ich habe dann auch begonnen das Buch zu lesen und dieses hat mich generell verschluckt, so wie der Autor das schreibt, hat es mich besonders angesprochen. Ich war total begeistert. Und während ich das gelesen habe, dachte ich mir, gibt´s das? Kann das in Berlin funktionieren? Dann müsste das ja in Wien auch funktionieren. Ich hab dann die Idee eine Zeit lang in mir getragen, bis ich eines Tages den ukrainischen Bassisten Dimitrij Miller getroffen habe. Er ist gekommen, um sich eine Show anzusehen als ich mit Jim Marshall auf Tour war, als dieser seinen letzten Verstärker präsentiert hat.


Wir haben da eine Band zusammengestellt, die alle mit Marshall Boxen spielen sollten, und da haben Dimitrij und ich uns kennengelernt, sind zusammengesessen und haben uns darüber unterhalten eine Band zu gründen, hatten dann auch gleich ein paar Ideen und Songs im Kopf, die wir covern und spielen könnten. Ich kannte dann auch noch gleich einen Saxophonisten und er dann: „lustig, ich kenn da jemanden für die Geige“. Bis zur ersten Probe war es dann auch nicht mehr weit. Die allererste Besetzung war so zusammengeschustert mit Leuten, die nicht gewusst haben, wo das hingehen soll, denn Turbopolka gab es in Wien damals noch nicht wirklich. Wir haben dann sogar 2003 ein kleines Konzert gespielt in dieser Besetzung und da hab ich gemerkt, das kann funktionieren, aber ich brauche Musiker die professionell mitgehen können.


Es hat dann wieder etwa ein Jahr gedauert, um die geeigneten Musiker zu finden, um Russkaja richtig aufziehen zu können. Zu dem Zeitpunkt hat ein Bekannter von mir einen Club gegründet, Ost Klub, das hat sich dann auch super ergeben, denn der hat dann gemeint: „Das ist ein lustiges Projekt, das Du da hast, das könnte gut hier rein passen.“ Wir haben dann dort gespielt, das war unser zweites Konzert, mit der Besetzung halt unser Erstes, und das hat dann gleich so gut funktioniert, dass der Veranstalter uns dann für jeden zweiten Samstag im Monat gebucht hat. Das hat sich dann innerhalb kürzester Zeit so rumgesprochen und aufgebauscht, dass in der Schlange vor dem Klub noch genauso viel Leute gestanden sind wie eigentlich reingepasst haben.

Da gab es dann Unmut deswegen, und wir mussten deswegen in größeren Locations umziehen, was zu unserem ersten Konzert im Gasometer geführt hat. Das war damals ein Riesen Hype, da sind dann 1600 Leute gekommen, ich meine für uns ist es jetzt noch nicht selbstverständlich eine solche Zahl an Menschen, aber für eine Band die erst angefangen hat, ist das überwältigend. Die Presse hat dazu auch noch beigetragen, zusätzlich sind noch mehr Veranstalter auf uns aufmerksam geworden und schon sind wir auf dem Donauinselfest gestanden, so kam es von einem zum anderen. Nach dem Donauinselfest ist auch ein Filmchen entstanden, das einen recht emotionalen Eindruck vermittelt (auf You Tube zu sehen) und das wollten dann andere Veranstalter auch bei sich haben. War aber doch auch viel harte Arbeit.

Christian (RM): Von der Entwicklung von Russkaja von damals bis heute könnt ihr dann schon zufrieden sein, oder?

Georgij: Ja schon, wir durften ja dann auch auf Wacken spielen. Unsere erste Einladung dafür haben wir 2011 bekommen, da habe ich noch den Backstage-Pass in der Mitte der Wand hängen. Da ist man dann auf so ein Heavy Metal Festival eingeladen und wir sind ja gar nicht soooo Heavy Metal, aber das braucht man da ja auch nicht, haben wir uns dann irgendwann gedacht, denn die Leute dort feiern die Intensität, die energetische Ladung des Konzerts, das feiern sie! Natürlich sind bei uns inzwischen auch riffbasierte Sachen dabei. Wir wurden dann so gut aufgenommen und begeistert empfangen, dass wir ab dem Moment von den Verantwortlichen von Wacken jedes Jahr auf eine Veranstaltung von denen eingeladen wurden. Und dort ist auch ein gewisses Publikum, die sind interessiert und auch sehr dankbar, und wenn es denen gefallen hat, kommen die auch mal zu einem Clubkonzert. Man kommt dann auch in Kontakt mit den Leuten am Merchandise Stand und sieht gleich das Wacken-Shirt, oder sie erzählen dir, sie haben Russkaja das erste Mal auf Wacken gesehen oder auch auf einem Konzert, wo wir als Vorgruppe aufgetreten sind, das ist dann schon cool.

Christian (RM): Wie sehr fehlt Euch eigentlich die Livesituation mit der derzeitigen Situation?

Georgij: Extrem, die Bühne ist für uns Musiker der Lohn für alles, und wir reden jetzt nicht von finanzieller Gage. Ich rede da von der emotionalen Ebene. Wir wollen den Leuten zeigen, das machen wir, das ist unsere Musik, und man will mitfeiern wenn man merkt, dass es dem Publikum taugt, man will die bestmögliche Show hinlegen, man will dass die Lichter einen so ausleuchten, dass auch ein visuelles Erlebnis entsteht, man will, dass der Soundtechniker das alles umsetzt, was man sich da ausgedacht hat und das steht alles hinter dem Musiker. Ich bin dann begeistert, wenn die Leute nach dem Konzert sich dann noch ein T-Shirt holen wollen.

Und ich brauche halt auch dieses Ventil, wenn sich mal Ärger anstaut, den ich dann auf der Bühne mit einem Schrei aus mir rausbringen kann. Aber es scheint momentan wieder alles auf einem guten Weg, es sind wieder einige Konzerte geplant, und wir sind dabei uns darauf vorzubereiten. In zwei Wochen startet die USA-Tour, dann geht es nach Mexiko und dann wieder zurück nach Europa. Da spielen wir dann ein paar Konzerte in Deutschland, im Sommer stehen einige Festivals an und im Herbst Österreich. Vorgestern z. B. habe ich in Wien eine Jamsession gespielt, hab ein paar Soul- und Funksongs gesungen mit einem Freund von mir, da hab ich mich schon so gut gefühlt, auch wenn „nur“ 22 Leute am Tisch gestanden sind.

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Christian B

Ich höre alles von traditionellem Heavy Metal, Black, Death, Trash, Folk. Power über Punkrock und was es sonst noch so alles gibt, gut muss es halt sein. Bei was es mir allerdings die Zehennägel aufstellt ist langweiliger Prog wie in Dream Theater, Queensrÿche, Opeth und co. zelebrieren. Da schlafe ich schlichtweg ein.

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