Interview

Interview mit Ralph Barthelmes, Sänger und Texter von Dornenkönig vom 28.02.2020 im Studio Area 51 von Tommy Newton

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Sabine: Hallo Ralph, ich bin noch ganz frisch als Interviewerin unterwegs. Heute Nachmittag hatte ich ein weiteres Interview mit Claus Winkelmann, der mir von der Entstehung vom Metzingen Open Air Rockfestival, erzählt hat. Wie ich erfahren habe, seid ihr dort auch schon einmal aufgetreten und ihr werdet auch in diesem Jahr die Bühne rocken. Es ist nun schon spät am Abend, wo ich dich und Tommy Newton im Studio Area 51 mit meinem Interview überfalle. Wie würdest Du deine Band Dornenkönig unseren Lesern von Rockmagazin.net beschreiben?

Ralph: Dornenkönig ist in erster Linie eine Rockband mit deutschen Texten, wir begrenzen uns da nicht irgendwo in einem Genre, sondern wir machen auch viele Genre übergreifende Dinge. Im Großen und Ganzen kannst du sagen, es ist Rockmusik mit deutschen Texten. Ich mach die Lyrics, also die Texte und die Gesangsmelodie. Mike unser Keyboarder und Angel, das ist der Gitarrist, die schreiben die Songs.

Sabine: Wenn ich richtig recherchiert habe, seid ihr früher unter dem Namen Schlagwerk aufgetreten. Warum ist das heute nicht mehr der Fall?

Ralph: Das ist ein Thema für sich, unser Debüt ist unter dem Namen Schlagwerk erschienen, aber wir mussten uns aus rechtlichen Gründen vom Namen verabschieden. Wir hätten sonst viel Geld bezahlen müssen und da haben wir uns dazu entschlossen, uns Dornenkönig zu benennen. Es wirft natürlich bei dem Namen Dornenkönig Fragen auf, da denkst Du natürlich in erster Linie an Jesus. Der Name Dornenkönig gefiel mir sehr gut, wenn du das abseits vom christlichen Gedanken siehst. Der Jesus war ein Rebell, der ist gegen das Establishment, er hatte revolutionäre Gedanken und das passt gut zu uns und zum Rock.

Sabine: Ja, wenn man eure 13  Songs vom Album Hell anhört, merkt man dass ihr euch unterschiedlichen Einflüssen bedient. Wie zum Beispiel bei dem Song Diese Nacht, dieses dunkle, düstere und rockige Musik. Dann wiederum bei Engel oder Es ist gut das ist wieder was ganz anderes, eher so ein balladenhafter  Rocksound. Diese Mischung im Album Hell, finde ich einfach genial.

Ralph: Also das ist uns auch ein Anliegen, wir wollen nicht nur, mit Scheuklappen, irgendwie Musik machen, das könnten wir machen, einige Leute mögen es vielleicht auch eindeutiger, jedoch wollen wir das vielseitiger gestalten. Diese Nacht zum Beispiel, wenn ich Diese Nacht nehme, da geht es eigentlich über scary things, mit einem etwas gruseligen Text. Bei Stille Wasser hingegen, geht es um ganz was anderes, da geht es um ein ganz anderes Thema. Beim Song Stille Wasser geht es darum, dass man heutzutage eine große Fresse braucht, alle wollen sich darstellen, sich  in die erste Reihe stellen. Da gibt es aber Leute, die halt nicht gleich nach vorne preschen die eher ruhiger sind, die  es aber oft vielmehr drauf haben als diejenigen die sich in die ersten Reihe stellen. Diese Spannungen und diese Stimmungen, die dann auch die Musik mit dem Text verbindet, die ist uns wichtig.

Sabine: Das spürt man. Ich habe mir das Album Hell als Vorbereitung für das heutige Interview angehört und es läuft bei mir seitdem hoch und runter. Ob zu Hause oder im Auto, weil ich dieses Unterschiedliche von euren Songs unheimlich mag. Auch die Schwankungen im Text und in der Melodie, ich finde das sehr angenehm zu hören. Der Text spiegelt sich in der Melodie und umgekehrt.

Ralph: Ja, das muss so sein, weil das transportiert dann auch das Feeling. Manche Musik braucht auch gar keine Sprache, um ein Gefühl zu transportieren. Wenn dann natürlich die Aussage des Textes noch mit der Stimmung in Verbindung steht, dann bleibt das natürlich ganz anders hängen. Das ist ganz wichtig. Deswegen kämpfen wir auch, wenn wir so im Studio sind oder wenn wir neue Songs schreiben immer darum, dass wir diese Balance finden.

Sabine: So wie gerade eben. (Zurzeit wird im Studio Area 51 von und mit Tommy Newton ein neues Album aufgenommen)

Ralph: Ja, so wie den Song den du gerade gehört hast. Das war jetzt auch was ganz anderes.

Sabine: Nach eurem Album Hell, wird hier bei Tommy Newton im Studio Area 51 das 2. Album von Dornenkönig aufgenommen. Wie unterscheidet es sich zu dem Vorherigen?

Ralph: Das ist jetzt quasi das 3. Album, wenn man Schlagwerk mitzählt, es ist die gleiche Besetzung nur mit einem anderen Namen. Das erste Album unter Schlagwerk war sehr, sehr rau, sehr wütend. Das 2. Album ist vielseitiger, hat verschieden Dimensionen, wir wollen uns natürlich immer weiter entwickeln. Das 3. Album, da sind wir gerade dabei. Da wird es auch Überraschungen geben, wo auch wir wieder überrascht werden, wohin die Reise geht. Wir werden die Reise auch nicht beenden, wenn sich ein Song anders entwickelt. Wir fragen nicht ob das zu Dornenkönig passt. Entweder ist es ein guter Song oder ein schlechter Song. Das ist das einzige Kriterium das für uns zählt.

Sabine: Wie habt ihr euch als Band überhaupt so gefunden?

Ralph: Wir kennen uns als Band in dieser Zusammensetzung recht lange, weil wir das auch schon sehr lange machen. Ich habe mit 16 meine ersten Musikererfahrungen auf der Bühne gemacht und hab das immer mit meinem Partner Mike, dem  Keyboarder forciert.  Mit meinem Partner – natürlich in der Band (lacht). Dann haben wir mit vielen, vielen Leute zusammen gespielt und haben viele Musikrichtungen ausprobiert. Wir sind aber auch letztendlich immer wieder beim  Ursprung, der Rockmusik gelandet, weil das eben diese Energie transportiert und wir damit aufgewachsen sind. Es sind immer mal wieder Leute dazu gekommen, dann haben wir auch wieder ganz andere Sachen gemacht, aber letztendlich hat es sich herauskristallisiert mit wem man schlussendlich gerne Musik machen will. Es ist uns wichtig, das die Chemie stimmt, du gehst gemeinsam auf Tour und zusammen auf die Bühne. Ich möchte dies ungern mit Arschlöchern tun.

Sabine: Ja, das muss passen man will ja miteinander und nicht gegeneinander spielen. Das wirkt sich dann auch auf die Stimmung aus.

Ralph: Das geht zwar auch, aber das muss nicht sein.

Sabine: Wann und wie habt ihr, Tommy Newton kennengelernt, war er von Anfang an mit dabei?

Ralph:  Nein das nicht. Wir hatten unser erstes Demo gemacht mit der Band Schlagwerk und sind dann auf Tommy gestoßen, da war ein Lied drunter Das kalte Herz und das haben wir ihm geschickt. Das kalte Herz hatte es ihm angetan und dann sind wir so in Kontakt gekommen. Seitdem sind wir da so eine verschworene Gemeinschaft geworden, das hat sich einfach so entwickelt.

Sabine: Werdet ihr dieses Jahr auf vielen Festivals anzutreffen sein? (Anm.d.Red, zu diesem Zeitpunkt war Corona noch kein Thema in Deutschland)

Ralph: Wir sind dieses Jahr auf einigen Festivals zu sehen, jetzt sind wir noch im Studio beim Tommy, die Arbeiten dauern noch an und wenn die Platte im Kasten ist, dann starten wir auch gleich in die Festivalsaison und am Ende des Jahres machen wir noch ein paar Klubsachen .

Sabine: Wird dann auch das neue Album mit aufgeführt oder eine Mischung aus allen Alben?

Ralph: Es ist immer eine Mischung, viele Fans wollen auch das alte Material hören. Aber wie wir das zusammenstellen, dass wissen wir noch nicht. Das Kind ist ja noch nicht zur Welt gebracht, es muss ja erst noch gedeihen. Wir sind guter Dinge, dass das ein richtig geiles Album wird. Wann es veröffentlicht wird können wir noch nicht verraten. Das ist natürlich auch noch eine Business Frage.

Sabine: Für mein erstes Interview konnte ich Dir einige Fragen stellen, die mich und auch sicherlich unsere Leser interessieren. Ich möchte mich sehr bei Dir bedanken für dieses tolle Interview und hoffe, dass wir uns bald wiedersehen.

(Anm.d.Red. Das Interview wurde am 28.02.2020 geführt, zu diesem Zeitpunkt gab es noch nicht die Corona Pandemie in Deutschland. Ich hoffe, dass alle Auftritte nachgeholt werden können.)

Der Fotograf vom Bandbild Dornenkönig ist Micha Kaatz. Das Bild und Label wurde uns von der Band Dornenkönig und das Interviewbild  von Tommy Newton zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

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Sabine

Sabine

Sabine (little Orkan), 45, seit 2005 als Fotografin unterwegs, jedoch erst 2019 beim Rockfestival Open Air in Metzingen erste Erfahrungen mit Konzertfotos gemacht. Als Schreiberling war ich noch zu keiner Zeit unterwegs, hier werde ich wohl meine ersten Schritte machen und ich bin gespannt was da auf mich zukommt.

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