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Bruce Springsteen – Letter To You – Album Review

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Bruce Springsteen bringt am 23.10.2020 sein neues 20; Studioalbum „Letter To You“ auf den Markt. Wie klingt die neue Scheibe von „The Boss„, der weltweit immerhin schon 120 Millionen Tonträger verkauft hat? Wir haben reingehört.

Bruce Springsteen – Letter To You – Album Review

Das neue Album „Letter to you“ klingt wie ein Rückblick auf ein Leben voller Schaffen. Es ist sicherlich auch eine (manchmal sehr politische) Abrechnung mit der amerikanischen Politik, und auch (versteckte) Kritik findet sich.

Der kriminelle Clown hat den Thron gestohlen, stiehlt, was er niemals besitzen kann“ singt der Boss zum Beispiel in „House of a thousand guitars„.

Immer wieder findet man Hinweise auf den Rückblick, auf die Vergangenheit. „House Of A Thousand Guitars“ bezieht sich sicherlich auf die tausend Gitarren, die Springsteen schon im Song „Radio Nowhere“ besungen hat.

One Minute You Are Here“ – Hier spürt man förmlich die Einsamkeit eines alten Mannes, der sich danach sehnt, nach Hause zu kommen. Die Erzählballade beginnt mit der „nackten Gitarre“, baut sich aber im Laufe des Songs zu einem fulminanten Orchesterstück auf.

Der Titelsong „Letter To You“ klingt so, wie man Bruce Springsteen und seine E-Street Band kennt. Der Boss mit lautem, gepressten Gesang, mit den legendären „Hey“ Zwischenrufen. Die Band perfekt abgemischt, was für ein live eingespieltes Album sicherlich ein Highlight ist.

Last Man Standing“ befasst sich mit der Vergänglichkeit, auch mit der eines Bruce Springsteen. Und der Song klingt auch genau so, wie es sich für einen aufrechten Mann gehört, der zurück blickt. Bombastisch, mit Orchester und (natürlich) Saxophon.

Bei „Ghosts“ hört man wieder die alte, elektrisierende Rock Stimme des Bruce Springsteen. Bei der rockigsten Nummer des Albums kommt auch die E-Street Band wieder mal so richtig auf Touren.

Burning Train“ startet mit einem fulminanten Synthie Orchester, und wieder sind da die Erinnerungen.

Rainmaker“ ist ein sehr kritisches Lied, über Führungspersönlichkeiten, die Menschen verführen. Wer da wohl gemeint sein könnte?

Mit Pianoklängen eingeleitet wird die Rockballade „The Power Of Prayer„. Klingt wie ein Gebet – ist auch irgendwie eines. Textzeilen wie „Ich greife nach dem Himmel, werde es dorthin schaffen“ stimmt the Boss seine Fans irgendwie auf ein Ende ein.

Nicht nur neues, auch Stücke aus der Vergangenheit, die aber noch nie veröffentlicht wurden, sind auf „Letter To You“ zu finden. „Janey Needs A Shooter”, „If I Was The Priest” und „Song For Orphans“ sind solche Gustostücke aus den Siebzigern.

Mit „I´ll See You In My Dreams„, einer Nummer, die sich wieder einmal mit Abschied und Vergänglichkeit befasst, endet das neue Album von Bruce Springsteen. Ein manchmal nachdenkliches, retrospektives Stück Musik, von einem Mann, der hoffentlich, auch mit 71 Jahren, noch nicht genug hat.

Fazit zu „Letter To You“ von Bruce Springsteen

Der Boss hat wieder zugeschlagen. „Letter To You“ ist ein vielfältiges Album, das alle Facetten von The Boss und seiner E-Street Band zeigt. Ruhig und nachdenklich, laut und fordernd. Und auch mit Kritik, speziell am amerikanischen System, wird nicht gespart.

Es ist sicher kein Meilenstein in der Diskographie, aber es gehört dazu. Für Sammler und Fans unverzichtbar, aber auch für Gelegenheitshörer sicherlich ein Kauftip. Weil die absoluten Höhepunke fehlen, gibts aber trotzdem 9 von 10 Bängs!

neun von zehn

„Letter To You”–Tracklist:
01. „One Minute You’re Here”
02. „Letter To You”
03. „Burnin’ Train”
04. „Janey Needs A Shooter”
05. „Last Man Standing”
06. „The Power Of Prayer”
07. „House Of A Thousand Guitars”
08. „Rainmaker”
09. „If I Was The Priest”
10. „Ghosts”
11. „Song For Orphans”
12. „I’ll See You In My Dreams”

Über Bruce Springsteen…

Bruce Springsteen © Sony Music

Bruce Springsteens Karriere als Recording Artist erstreckt sich über mehr als vierzig Jahre, angefangen mit dem 1973 erschienenen Album „Greetings from Asbury Park, NJ”.

Er wurde mit zwanzig Grammys, einem Oscar und einem Tony Award ausgezeichnet und in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen. Er erhielt eine Ehrung des Kennedy Centers und wurde 2013 von MusiCares zur „Person Of The Year“ gekürt.

Springsteens Memoiren „Born To Run“ (Simon & Schuster, in Deutschland bei Heyne/Random House) und sein Begleitalbum „Chapter And Verse“ erschienen im September 2016 und er wurde im November 2016 mit der „Presidential Medal Of Freedom“ ausgezeichnet.

Seine historische, 236 Auftritte umfassende Serie von „Springsteen On Broadway“-Shows im Walter Kerr Theatre von Jujamcyn zwischen Oktober 2017 und Dezember 2018 brachten ein begleitendes Soundtrack-Album und ein Netflix-Special hervor.

Im Jahr 2019 veröffentlichte Springsteen mit „Western Stars“ sein erstes Studioalbum seit fünf Jahren, und zusammen mit dem langjährigen Regie-Partner Thom Zimny ​​war er Co-Regisseur des Feature Films „Western Stars“, einem Spielfilm, der via Warner Bros. veröffentlicht wurde.

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Uli

Uli

Seit den 90er Jahren journalistisch unterwegs. Sehr schlechter Schlagzeuger mit deutlichen Rechtschreibschwächen. Mitbegründer der legendären Punkrockband "The Ketchup Boys", welche 1989 ihren einzigen Auftritt hatte. Spricht mehrere Sprachen, kann einhändig Fahrrad fahren und mag Musik.

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