CoreLeoni – Neue Songs, volle Energie und jede Menge Rock’n’Roll! – INTERVIEW

CoreLeoni blicken nicht zurück, sie drehen auf! Mit ihrem Album Generection zeigt die Band, dass klassischer Hard Rock auch heute noch frisch, kraftvoll und voller Leidenschaft klingen kann Wie viel Energie dahintersteckt, war am 18. Oktober im Club Vaudeville in Lindau hautnah zu erleben. Gemeinsam mit Tyketto sorgten CoreLeoni für einen Konzertabend, der ordentlich Eindruck hinterließ.

Im Interview mit Leo Leoni wurde es nicht nur musikalisch spannend, sondern auch persönlich. Er erzählt von einem beinahe vergessenen Song aus den Neunzigerjahren, erinnert sich an Steve Lee und verrät, warum gerade die Magie zwischen Band und Publikum für ihn so besonders ist. Und natürlich wollten wir wissen, ob CoreLeoni endlich wieder einmal nach Österreich kommen! Wir haben bei Leo Leoni nachgefragt und er hatte einiges zu erzählen!

Das neue Album

Bine: Generection klingt etwas härter und kraftvoller als eure bisherigen Veröffentlichungen. War das von Anfang an so geplant?

Leo Leoni: „Generection klingt vielleicht ein bisschen härter, ein bisschen kraftvoller als das, was wir bisher gemacht haben. Aber letztendlich ist es genau das, wofür CoreLeoni stehen. Für mich ist es eine Mischung aus Vintage-Rock und modernem Sound oder umgekehrt: moderner Vintage Rock. Die Musik hat ordentlich Power, aber gleichzeitig auch sehr viel Melodie. Und ja, das Album spiegelt tatsächlich auch ein Stück weit wieder, was heutzutage in unserer Gesellschaft passiert.“

Bine: Der Albumtitel Generection verbindet verschiedene Generationen. Was bedeutet dieser Titel für euch persönlich?

Leo Leoni: „Ja, der Titel Generection verbindet verschiedene Generationen. Für mich steckt darin aber auch ein Wortspiel mit Begriffen wie Generation X oder der Millennium Generation. Wir sind mit Rock’n’Roll aufgewachsen, und ich würde uns gerne als eine Generation bezeichnen, die für Rock steht. Darauf können und sollten wir stolz sein. Denn die Rock’n’Roll-Gemeinschaft, die Rock und auch die Metal-Szene leisten etwas Großartiges in dieser Welt. Musik ist schließlich dazu da, Menschen miteinander zu verbinden, miteinander zu kommunizieren und sie zusammenzubringen. Genau das macht unsere Gemeinschaft so besonders. Und ich finde, wir sollten das ernst nehmen und stolz darauf sein, ein Teil davon zu sein.“

Bine: Wie ist das neue Album entstanden? Diesmal die ganze Band stärker beim Songwriting mitgewirkt?

Leo Leoni: „Im Grunde läuft es bei jedem Album ähnlich ab. Wir treffen uns als Band und wissen, dass wir eine neue Platte aufnehmen wollen. Jeder bringt seine eigenen Ideen mit, und dann hören wir uns gemeinsam an, was alles auf dem Tisch liegt. Wir beschäftigen uns mit den verschiedenen Vorschlägen, tauschen uns darüber aus und entwickeln die Songs gemeinsam weiter. Diesmal war die Zusammenarbeit allerdings noch intensiver als bei unseren früheren Produktionen. Alle Bandmitglieder waren stärker eingebunden und haben mehr eigene Ideen beigesteuert. Dadurch ist das Album wirklich aus der gemeinsamen Arbeit der gesamten Band entstanden und genau das hört man dem Ergebnis auch an.“

Bine: Die ersten Ideen zu Howling at the Moon entstanden bereits in den 1990er-Jahren mit Jgor Gianola und Steve Lee. Warum war gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, diesen Song fertigzustellen?

Leo Leoni: „Ja, das ist tatsächlich eine Idee, die ich schon fast vergessen hatte. Sie stammt aus den frühen Neunzigerjahren, ich würde sagen ungefähr 1993 oder 1994. Damals waren Jgor und, soweit ich weiß, auch Marc daran beteiligt. Irgendwann kam es dann zur Trennung zwischen Jgor und der Band, und wir gingen getrennte Wege. Als wir mit der Arbeit an unserem neuen Album Generection begannen, erinnerte sich Jgor plötzlich an diesen Song und meinte: ‚Wir haben da doch noch diese Nummer, vielleicht könnten wir sie endlich fertigstellen.‘

Bis dahin existierte der Song nämlich nur als Demo. Er war nie vollständig ausgearbeitet worden. Es fehlten noch Textpassagen, Melodien und verschiedene musikalische Teile. Also haben wir uns daran gemacht, die Nummer fertigzustellen. Ich denke, wir haben sie genau in die Richtung entwickelt, in die sie ursprünglich gehen sollte. Howling at the Moon ist eine richtig rockige Nummer geworden, die stellenweise sogar ein bisschen an den Stil von Dio erinnert. Aber wie auch immer man den Sound beschreiben möchte: Der Song klingt großartig! Eine wirklich starke Nummer!“

Bine: Wie wichtig war es euch bei Howling at the Moon, die ursprüngliche Idee zu bewahren und gleichzeitig etwas Neues daraus zu machen?

Leo Leoni: „Ich finde es sehr wichtig, das ursprüngliche Konzept und die Vision der Songwriter zu bewahren. Jgor war damals stark in die Entstehung des Songs eingebunden, während ich selbst noch nicht so intensiv daran beteiligt war. Auch Steve war involviert, mit ihm habe ich über viele Jahre zusammengearbeitet. Ich glaube, wir haben den Song genau in jene Richtung entwickelt, die ursprünglich vorgesehen war. Und ich denke, wenn Steve diese Version heute hören könnte oder wenn er sie vielleicht von dort aus hört, wo er jetzt ist , würde sie ihm gefallen. Wir sind einfach den Weg gegangen, den wir für den richtigen gehalten haben. So, wie wir es auch früher gemeinsam gemacht haben.“

Bine: Das Album hat einen warmen, klassischen Rocksound und klingt trotzdem sehr druckvoll. Worauf habt ihr bei der Produktion besonders geachtet?

Leo Leoni: „Bei der Produktion war uns vor allem wichtig, das lebendige Gefühl der Musik zu bewahren, die Energie, die Atmosphäre und die Emotionen. Ich glaube, genau diese Dinge machen den Sound als Ganzes aus und verleihen ihm seine Kraft. Es geht um die Performance. Wir wollten keine komplett totbearbeitete Produktion, wie man sie meiner Meinung nach bei vielen neueren Veröffentlichungen hört. Diesmal haben wir wieder stärker gemeinsam gearbeitet und uns bewusst für eine eher traditionelle Art des Aufnehmens entschieden.

Wir wollten als Band zusammen aufnehmen und die Dinge auch einmal so stehen lassen, wie sie im jeweiligen Moment entstanden sind. Natürlich haben wir etwas korrigiert, wenn es notwendig war. Aber wenn etwas gut funktioniert hat, haben wir es so belassen. Uns ging es darum, die Energie einzufangen und zu bewahren, die genau in diesem Moment entstanden ist.“

Bine: Gibt es einen Song auf Generection, der euch persönlich besonders viel bedeutet?

Leo Leoni: „Für mich ist das ganz klar Generation Rock. Wir haben den Song auch live gespielt. Ich finde es sehr wichtig, die Botschaft des Songs an die nächste Generation weiterzugeben und stolz auf das zu sein, wofür wir stehen. Was wir im Leben erfahren und daraus lernen, lässt sich für mich auf einen einfachen Gedanken bringen: Der Regen wird niemals aufhören, man muss trotzdem weitermachen und einen Weg finden, seine Ziele zu erreichen. Und genau das ist für mich eine ganz wichtige Botschaft, die wir der nächsten Generation mitgeben sollten.“


Die Tour und das Live-Erlebnis

Bine: Ihr wart gemeinsam mit Tyketto auf Tour. Wie habt ihr die Zusammenarbeit erlebt, und gab es besondere Momente hinter den Kulissen?

Leo Leoni: „Wir haben das Angebot bekommen, mit Tyketto auf Tour zu gehen, weil ursprünglich eine andere Band dafür vorgesehen war, die dann aus irgendeinem Grund abgesagt hat. Warum genau, weiß ich nicht. Wir fanden die Idee jedenfalls großartig, und der Zeitpunkt hätte für uns kaum besser sein können. Schließlich hatten wir gerade unser neues Album Generection veröffentlicht. Also haben wir zugesagt. Und ich muss sagen, das gesamte Tourpaket war wirklich klasse! Die Kombination der beiden Bands hat hervorragend funktioniert. Musikalisch gab es eine schöne Mischung aus härterem Rock und melodischeren Klängen. Wir hatten eine großartige Zeit zusammen. Die Zusammenarbeit zwischen den Bands, den Crews hat wunderbar funktioniert. Alle haben sehr gut harmoniert.

Natürlich gab es auch jede Menge unvergessliche Momente hinter den Kulissen. Besonders schön fand ich, dass die Musiker einander bei den Auftritten zusahen. Es war immer jemand von der einen Band dabei, wenn die andere auf der Bühne stand. Das ist etwas, das ich sehr schätze. Man interessiert sich füreinander, tauscht sich aus und genießt gemeinsam die Musik. Wir haben auch viel über die alten Zeiten gesprochen. Einige der Musiker und Crewmitglieder kennen wir schließlich schon sehr lange. Es ist immer wieder schön, alte Freunde zu treffen, gemeinsam Erinnerungen aufleben zu lassen und neue dazuzugewinnen.“

Bine: Welcher Song vom neuen Album kommt beim Publikum live besonders gut an?

Leo Leoni: „Ich habe den Eindruck, dass ‚Generation Rock‘ und ‚Howling at the Moon‘ live sehr gut funktionieren. Wir haben außerdem einige Male ‚Lady Marmalade‘ gespielt und auch ‚My Last Goodbye‘ ins Programm genommen. Diese Songs klingen auf der Bühne wirklich richtig gut.

Es ist allerdings schwierig zu sagen, welcher Song beim Publikum am besten ankommt. Wir haben jeweils nur drei oder vier Nummern vom neuen Album gespielt und dazu weitere Songs aus dem CoreLeoni Katalog sowie einige ältere Gotthard-Klassiker. Ich würde sagen, dass diese drei oder vier neuen Songs im Live-Set sehr gut miteinander harmonieren und wirklich gut funktionieren.“

Bine: Am 18. Oktober habt ihr im Club Vaudeville in Lindau gespielt. Was gefällt euch besonders an Konzerten in kleineren Clubs, bei denen das Publikum so nah an der Bühne steht?

Leo Leoni: „Lindau war eine fantastische Show! Der Club war zwar klein, aber das Publikum war unglaublich laut und hat gemeinsam mit uns richtig gefeiert. Es war ein großartiger Abend! Es war übrigens auch das letzte Konzert unserer gemeinsamen Tour mit Tyketto. Und die Stimmung war wirklich außergewöhnlich gut. Was solche Konzerte besonders macht, ist die Verbindung zwischen der Band und dem Publikum. Die Energie geht von der Bühne zu den Fans und von den Fans wieder zurück auf die Bühne. Genau dieses Zusammenspiel macht einen richtig guten Konzertabend aus. Ich glaube, gerade in kleineren Clubs spürt man das noch intensiver. Die Nähe zum Publikum sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre, die man in größeren Hallen nicht immer auf dieselbe Weise erlebt. Man ist mittendrin, erlebt alles unmittelbar und spürt die Begeisterung hautnah. Oder sagen wir es so: Man kann den Schweiß des Abends förmlich riechen! (lacht) Und manchmal ist genau das richtig cool!“

Bine: Wie entscheidet ihr, welche neuen Songs und welche älteren Klassiker auf die Setlist kommen?

Leo Leoni: „Manchmal ist es wirklich schwierig zu entscheiden, welche Songs wir spielen und welche nicht. Es gibt natürlich bestimmte Nummern, die einfach auf die Setlist gehören. Andere müssen nicht unbedingt dabei sein, oder wir haben sie vielleicht schon auf der vorherigen Tour gespielt. Das ist im Grunde die Ausgangsbasis für unsere Planung. Dann überlegen wir, wie viele Balladen wir ins Programm nehmen möchten. Auf dieser Tour waren es nicht viele, genau genommen nur eine einzige: ‚Let It Be‘. Natürlich wollen wir auch einige Klassiker und Songs von CoreLeoni spielen. Es geht darum, eine gute Mischung zusammenzustellen, die für die jeweilige Show funktioniert. Und genau nach diesen Überlegungen entscheiden wir letztendlich, welche Songs auf die Setlist kommen.“

Bine: Ihr habt schon unzählige Konzerte gespielt. Was macht für euch heute einen richtig guten Konzertabend aus?

Leo Leoni: „Für mich zählt am Ende das Gesamtergebnis. Wie ich schon gesagt habe, spielt es keine Rolle, wie groß die Location ist. Das kann ein riesiges Stadion sein, ein Open-Air-Konzert, ein Festival oder ein kleiner Club. Wenn die Atmosphäre stimmt, so wie bei unserem letzten Konzert in Lindau, dann ist das fantastisch. Genau das macht einen gelungenen Konzertabend aus. Natürlich ist es großartig, wenn man diese besondere Stimmung auch vor einem riesigen Publikum erlebt. Aber letztendlich kommt es auf etwas anderes an. Entscheidend ist, dass die Band und das Publikum am Ende des Abends glücklich nach Hause gehen und sagen: ‚Wow, was für eine Nacht!‘

Als Musiker möchte man das Gefühl haben, eine großartige Show gespielt zu haben und dass die eigene Musik und Botschaft beim Publikum angekommen sind. Und umgekehrt kommen die Menschen zu einem Konzert, weil sie Musik hören und ihre Lieblingsband erleben möchten. Auch sie sollen am Ende nach Hause gehen und sagen können: ‚Wow, das war meine Band! Ich habe es geliebt. Was für ein Abend!‘ Wenn beide Seiten mit diesem Gefühl nach Hause gehen, dann war es für mich ein richtig guter Konzertabend.“


CoreLeoni und die Zukunft

Bine: CoreLeoni hat sich über die Jahre musikalisch weiterentwickelt. Was macht die Band heute für euch besonders?

Leo Leoni: „Ich glaube, das Besondere an CoreLeoni ist unser Zusammenhalt. Wir haben einen festen Kern und wissen, dass wir gemeinsam auf die Bühne gehen, Spaß haben und alles geben werden. Wir können uns in diesem Moment auf jeden Einzelnen verlassen, vom ersten bis zum letzten Ton der Show. Und genau das macht es so großartig. Dabei spielt es irgendwann keine Rolle mehr, ob man vielleicht ein bisschen krank oder erkältet ist oder ob vorher etwas nicht ganz so gelaufen ist, wie man es sich gewünscht hätte. Sobald man die Bühne betritt, passiert etwas Magisches. Für die nächsten eineinhalb Stunden, oder wie lange das Konzert eben dauert, vergisst man alles andere. Es ist, als würde einen diese Magie in eine andere Dimension versetzen. Man gibt alles, was man hat. Die Energie fließt von der Bühne zum Publikum und kommt von den Fans wieder zurück. Und genau dieses Zusammenspiel ist etwas ganz Besonderes. Ich glaube, wir haben als Band etwas, das nicht viele andere Bands in dieser Form besitzen.“

Bine: Was steht nach dieser Tour als Nächstes am Plan bei Euch?

Leo Leoni: „Was steht als Nächstes auf dem Programm? Bis Ende November haben wir mit CoreLeoni noch drei Konzerte vor uns. Außerdem steht für mich ein Auftritt mit Gotthard an, gemeinsam mit Krokus, zwei echte Schweizer Rockgrößen! Danach freue ich mich auf ein bisschen Urlaub und darauf, die Weihnachtszeit mit meiner Familie zu verbringen. Was das nächste Jahr betrifft, werden wir sehen. Ich weiß schon ziemlich genau, was im Gotthard Kalender stehen wird. Wie es mit CoreLeoni weitergeht, ist allerdings noch offen. Wir müssen erst schauen, welche Pläne die einzelnen Bandmitglieder haben und wie sich alles miteinander vereinbaren lässt. Wir gehen das Ganze Schritt für Schritt an. Im Moment möchten wir einfach dieses Jahr gut zu Ende bringen. Danach sehen wir weiter.“

Bine: Es ist schon sehr lange her, das ihr in Österreich gespielt habt, wäre das bei der nächsten Tour wieder einmal eine Option?

Leo Leoni: „Ja, es wäre großartig, wieder in Österreich zu spielen! Wir hatten dort immer eine wirklich tolle Zeit. Natürlich braucht es jemanden, der diese Musik gerne hört und bereit ist, sie in Österreich zu präsentieren und entsprechende Konzerte zu veranstalten. Aber wenn sich diese Möglichkeit ergibt, dann bin ich ziemlich sicher, dass wir wieder nach Österreich kommen werden.“


Rock’n’Roll kennt keine Grenzen!

15 Fragen, viele persönliche Einblicke und eine klare Botschaft: Bei CoreLeoni geht es um weit mehr als nur gute Songs. Es geht um Leidenschaft, Zusammenhalt und diese besondere Energie, die entsteht, wenn Musiker und Publikum gemeinsam einen unvergesslichen Abend erleben.

Ein herzliches Dankeschön an Leo Leoni, der sich die Zeit genommen hat, meine Fragen so ausführlich und offen zu beantworten. Ein unvergesslicher Abend für mich im Club Vaudevielle Und wer weiß? Vielleicht dürfen wir CoreLeoni ja schon bald wieder auf einer österreichischen Bühne begrüßen.

Bis dahin: Keep on rockin’! 🤘

Label: Reigning Phoenix Music (RPM)
Release: 11.09.2026Reig

CoreLeoni im Netz:

Website: https://www.coreleoni.com/

Facebook: https://www.facebook.com/coreleoni

Instagram: https://www.instagram.com/coreleoni/

By Bine

Macht hauptsächlich Live Foto Reportagen & Interviews. Ist Fotografin diverser österreichischer Bands und Locations von Oberösterreich bis Tirol. Musikalisch unterwegs im Bereich Hardrock, Power Metal, Prog & Classic Rock. Kann von allen ein bisschen zB fotografieren, reden und lacht auch mal gerne über sich selber !

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