Muirsheen Durkin & Friends – Neues Album Bunch Of Bastards: Markante Pipes, raue Stimme, starke Refrains

Foto Hans-Heinrich Breuer / Heiner's Art

„Bunch Of Bastards“ macht Spaß, bleibt im Ohr und weckt vor allem eines: Lust auf die nächsten Konzerte.

Zwischen Traditionals, Eigenkompositionen und Covers

Die 13 Stücke verteilen sich auf fünf Traditionals, fünf Eigenkompositionen und drei Coversongs. Was auf dem Papier recht bunt wirkt, ergibt erstaunlich schnell ein geschlossenes Gesamtbild.

Schon „Celtic Pride“ setzt die Richtung. Mac Rünkers markante Stimme ist sofort präsent, die Pipes prägen den Sound und der Refrain sitzt praktisch auf Anhieb. „Green and Honour“ steht dem kaum nach: starke Melodie, guter Rhythmus und ein gelungener Mittelteil machen den Song zu einem der Höhepunkte des Albums.

Songs, die nach Bühne verlangen

Überhaupt verlangt vieles auf „Bunch Of Bastards“ geradezu nach der Bühne. „Riot“, der Titelsong und das instrumentale „Crazy Landlady“ sind Nummern zum Mitwippen, Mithüpfen und Mitsingen. Dabei sorgt die Mischung aus hohem Tempo, prägnanten Folk-Elementen und direkten Refrains immer wieder für Bewegung.

Die ruhigeren und melodischeren Momente setzen dazu gute Kontraste. „South Westphalia“ nimmt etwas Druck heraus, „No Music On A Dead Planet“ bleibt vor allem durch seinen Refrain hängen, und „Sick of It All“ fügt sich als Eigenkomposition stimmig in den Albumfluss ein.

Eigener Stempel statt bloßer Kopie

Auch bei den Traditionals gelingt es der Band, bekannte Vorlagen klar in den eigenen Sound zu ziehen. „Banks of the Roses“ lebt vom treibenden Rhythmus, den Pipes und Mac Rünkers unverwechselbarer Stimme. Besonders gespannt war ich auf „The Auld Triangle“, weil die Pogues-Version zu meinen absoluten Lieblingssongs gehört. Muirsheen Durkin kopieren sie glücklicherweise nicht, sondern spielen das Stück weniger dreckig, dafür melodischer und geschmeidiger – und das funktioniert überraschend gut.

Auch die weiteren Cover passen sehr gut ins Gesamtbild. „Buy Us a Drink“ wirkt völlig selbstverständlich an seinem Platz, während „Banned from the Pubs“ mit schöner Melodie, rauem Gesang und einem wiederkehrenden Chor zusätzlichen Ohrwurmcharakter entwickelt.

Zum Abschluss nimmt „Wayfaring Stranger“ noch einmal Fahrt auf und galoppiert förmlich dem Ende entgegen – ein passender Schlusspunkt für eine Platte, die insgesamt selten stillsteht.

Ein Album mit langer Vorgeschichte

Dass „Bunch Of Bastards“ überhaupt endlich erschienen ist, hat eine längere Vorgeschichte. Mit Unterbrechungen arbeitete die Band von Januar 2024 bis August 2026 an dem Album. Aufgenommen wurde bei Sebastian „Seeb“ Levermann in den Greenman Studios in Arnsberg, die Drums wurden bei Philipp Weyrich im Alten Schlachthof in Soest eingespielt. Das Artwork stammt von Sebastian Kempke. Zusätzliche Verzögerungen entstanden, weil das ursprünglich vorgesehene Presswerk insolvent ging.

Fazit

Unterm Strich überzeugt „Bunch Of Bastards“ vor allem durch Spielfreude, Wiedererkennungswert und einen überraschend geschlossenen Bandsound. Trotz unterschiedlicher Quellen wirken Traditionals, Covers und Eigenkompositionen nie wie drei getrennte Bereiche. Stattdessen zieht sich eine klare Handschrift durch die Platte.

Die Kombination aus Folk-Instrumenten, eingängigen Melodien und Mac Rünkers Gesang sorgt dafür, dass viele Songs schnell zünden. Gleichzeitig bleibt genug Punk übrig, damit das Ganze nicht zu glatt wirkt.

Vor allem besitzt das Album einen hohen Wiederhörwert. Nach dem letzten Song kann man problemlos wieder von vorne anfangen – und vieles deutet darauf hin, dass die Stücke live noch einmal deutlich größer werden. Gerade „Riot“, „Bunch Of Bastards“, „Crazy Landlady“ und „Celtic Pride“ lassen erahnen, wie gut das vor Publikum funktionieren dürfte.

Nach der langen Entstehungsphase hat sich das Warten gelohnt. „Bunch Of Bastards“ ist melodisch, mitreißend, angenehm rau und vor allem verdammt unterhaltsam.

Ich vergebe sehr gute 9 von 10 Bangs.

Muirsheen Durkin & Friends sind:
Mac Rünker- Lead Vocals
Lanze – Gitarren, Banjo, Mandoline, Backing-Vocals
Kentop – Schlagzeug Flo – Bass, Backing-Vocals
Mine – Akkordeon, Vocals
Kiki – Akkordeon
Michi – E-Gitarre, Vocals
Theo – Tin Whistle, Vocals
Simon – Pipes

www.muirsheen-durkin.de

By Karina

Karina ist für uns an Rhein und Ruhr unterwegs. Sie hört neben Metal auch Irish Folk Punk, Deutsch- und Mittelalterrock. Für gute Musik ist ihr kein Weg zu weit.

Related Post