SIGYN – From Nation To Chaos

Ein Albumreview

  • VÖ: 10.07.2026
  • Genre: Melodic Death Metal
  • Herkunft: Finnland

Die finnische Melodic-Death-Metal-Band SIGYN kehrt mit ihrem zweiten Studioalbum „From Nation To Chaos“ zurück, das am 10. Juli über Noble Demon erscheinen wird.

Ursprünglich 2008 in Helsinki gegründet, bewegt sich SIGYN stilistisch in dem Bereich, der am besten als „Epic Melodeath“ beschrieben werden kann – eine kraftvolle Mischung aus schweren Riffs, hohem Tempo, aggressiver Energie und eingängigen Melodien, gelegentlich angereichert mit symphonischen Elementen. Inspiriert von der finnischen Metalszene der frühen 2000er Jahre, verbindet die Band Intensität und Atmosphäre zu einem modernen und zugleich unverkennbar klassischen Melodic-Death-Metal-Sound.

Nach ihrem Debütalbum „Dehumanized“ (2023), das sehr gute Kritiken erntete, konnten sich SIGYN schnell als einer der aufstrebenden Namen im finnischen Extreme-Metal-Underground etablieren.

Die Single „The Real Me“ vergrößerte ihre Reichweite zusätzlich und wurde sowohl bei Radio Helsinki als auch bei Radio Rock gespielt.

REVIEW:

Mit From Nation To Chaos liefert die finnische Melodic-Death-Metal-Band Sigyn ein Album ab, das sich tief in den Traditionen des Genres verwurzelt sieht, dabei aber auch mit symphonischen Elementen und einem ausgeprägten Gespür für große Melodien überzeugt. Die Nähe zu Genregrößen wie Children of Bodom ist unverkennbar, wird jedoch durch eigene Akzente ergänzt, die dem Album eine eigenständige Note verleihen.

Bereits der Opener „A New Nation“ setzt ein klares Statement: symphonische Elemente treffen auf melodischen Death Metal mit kurzen Black-Metal-Anleihen. Der Song überzeugt vor allem durch seinen mitreißenden Refrain, der sich sofort im Ohr festsetzt und die Richtung für das Album vorgibt.

Mit „Blind Prophet“ wird das Tempo angezogen. Die prägnanten Synthesizer erinnern stark an Children of Bodom und verleihen dem Song eine dynamische, fast schon hymnische Energie. Ein schneller, treibender Track, der besonders durch seine Spielfreude besticht.

Sigyn beweisen auf From Nation To Chaos, dass sie nicht nur Geschwindigkeit beherrschen. „Break These Chains“ drosselt das Tempo deutlich und entfaltet als melodischer Midtempo-Song seine Stärke vor allem im Refrain, dessen eingängige Melodieführung lange nachhallt.

„Creating My Own Chaos“ bringt anschließend wieder mehr Druck ins Geschehen: ein wahres Doublebass-Gewitter trifft auf einen symphonischen Unterbau, der dem Song ein fast schon theatralisches Flair verleiht. Hier zeigt sich die Band besonders ambitioniert und experimentierfreudig.

Dramatische Klanglandschaften

Mit „The Crawlers“ wird die melodramatische und symphonische Seite der Band weiter ausgebaut. Der Song wirkt wie ein cineastischer Soundtrack im Melodic-Death-Gewand und zählt zu den stärkeren Momenten der Platte.

„Illusion Of Justice“ kann dieses Niveau nicht ganz halten. Zwar sorgen kurze Black-Metal-Ansätze für Abwechslung, insgesamt bleibt der Track jedoch eher im soliden Mittelfeld und fällt im Vergleich zu den anderen Songs etwas ab.

Ruhiger Übergang und starke Schlussphase

Eine kleine Verschnaufpause bietet das instrumentale „Fallen Monuments“, ein kurzes, ruhiges Piano-Stück, das als atmosphärische Überleitung fungiert und den Hörer geschickt auf die zweite Hälfte einstimmt.

Mit „I Am Nothing“ kehrt die Band zurück zu einem melodischen Midtempo-Ansatz. Die starke, eingängige Melodie – erneut deutlich von Children of Bodom beeinflusst – hebt den Song hervor und macht ihn zu einem weiteren Highlight.

Den Abschluss bildet „World In Flames“, der die Stärken des Albums bündelt: dramatisch, melodisch, mit großartigen Riffs und einem epischen Gesamtaufbau. Ein würdiger Closer, der zu den besten Songs der Platte gehört.


Fazit:

Sigyn gelingt mit From Nation To Chaos ein überzeugendes Melodic-Death-Metal-Album, das durch starke Melodien, symphonische Elemente und eine klare stilistische Linie besticht. Auch wenn nicht jeder Track das gleiche hohe Niveau erreicht, sorgen insbesondere die Highlights für nachhaltigen Eindruck. Fans von melodischem, teilweise symphonisch aufgeladenem Death Metal – insbesondere mit Nähe zu Children of Bodom – sollten hier definitiv reinhören.

8 von 10 BÄNGS – ein starkes Album mit viel Atmosphäre und Ohrwurmpotenzial.

acht von zehn

Tracklist:

  • 01. A New Nation
  • 02. Blind Prophet
  • 03. Break These Chains
  • 04. Creating My Own Chaos
  • 05. The Crawlers
  • 06. Illusion Of Justice
  • 07. Fallen Monuments
  • 08. I Am Nothing
  • 09. World In Flames

SIGYN are:

  • Markus Suomela – guitar
  • Roni Vallin – drums
  • Tapani Rantanen – vocals, bass
  • Valtteri Nieminen – keys
  • Aki Saastamoinen – guitar, vocals

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By Olli C

Passionierter Motorradfahrer sowie "Möchtegern"- Schlagzeuger und Fotograf aus Österreich. Bevorzugt Powermetal, traditionellen Heavy Metal, NWOBHM, Thrash, Melodic Death,Sleeze, Gothic, Symphonic Metal, Glam aber auch Hard Rock. Ist mit seiner Kamera in Wien, Niederösterreich, der Steiermark dem Burgenland, Slowenien, Ungarn und in Tschechien unterwegs für Konzert und Festivalreportagen. Macht jedoch auch Albumreviews und wirft ein Auge auf Undergroundbands. Moderierte früher Metalshows auf diversen Internetplattformen.

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