Nachdem vor einigen Jahren der Serienhit „The Walking Death“ in den Streamingplanformen durch die Decke ging, ist nun mit der deutschen Newcomer-Band Dominum die nächste Zombieinvasion voll im Gange. Mit Ihrem Debutalbum“ Hey Living People“ sorgten Dominum in der Metalszene vom Start weg für Aufsehen und konnten sich mit dem hochklassigen Nachfolgewerk „The Dead Don`t Die“ direkt in den deutschen Top 10 platzieren.
Mich selbst hatte der Dominum-Virus bereits mit der ersten Singleveröffentlichung „Patient Zero“ im Jahr 2023 infiziert und so bin ich seither ein großer Fan der Zombiearmee um Mastermind Felix Heldt, bei Dominum besser bekannt als Dr. Dead.
Nun steht am Freitag der 03. Juli die Veröffentlichung des dritten Studioalbum „Night Is Calling“ an, dem man eine gewisse wegweisende Bedeutung in der Karriere einer Band zuschreibt, denn oftmals entscheidet sich mit Album Nr. 3 der weitere Weg für eine Band. Geht es steil bergauf in Richtung großem Headliner oder plätschert die weitere Karriere eher auf einem gleichbleibenden Niveau so vor sich hin?
Aufgrund der großen Erfolge der beiden Alben und der begeisternden Liveshows von Dominum in der Vergangenheitsind die Erwartungen bei der Presse und den Fans natürlich gestiegen. Schafft man es erneut, mit einem gelungenen Mix aus hymnenhaften Songs mit jeder Menge Hitpotential und trotzdem der nötigen Härte sich in der Metalszene fest zu etablieren und so den nächsten Step auf der Karriereleiter in Angriff zu nehmen?
Kleines Fazit vorweg: Auch Scheibe No. 3 ist wieder durchweg gelungen und führt den eingeschlagenen Weg konsequent fort. Ganz gleich, ob waschechter Metaltrack, Coversong im Dominum-Gewand oder Accoustic-Song, die insgesamt 13 Songs sorgen die nächsten 45 Minuten für durchweg großartige Unterhaltung. Auch wenn einige Songs schon fast etwas poppig ausfallen, gibt’s doch immer wieder den Punkt, wo wieder geschickt aufs Gaspedal gedrückt wird.

Mit „Circus is In Town“ beginnt der bunte Reigen, der gleich mal die typische Dominum-DNA beinhaltet. Starke Melodie, die durchaus Hitpotential entwickelt, wechselt geschickt zwischen schnellem Metalriff und poppigem Discosound. Geschickt werden einige Zeilen auf Französisch eingestreut, die dem Song etwas zusätzliche Würze verleihen. Der Opener besticht mit seinem „Ba-ma-lam, ba-ma-lam“-Refrain und auch die gekonnt palzierte Drehorgel mit ihren Zirkusgeräuschen versetzen einen beim Hören des Albums gedanklich sofort in einen Horrorzirkus, bei dem Monster und Horrorgestalten das Bild in der Manage prägen – ein kleines bischen Horrorshow eben.
Mit der dritten Single „Doctor Doctor“ folgt mein persönliches Highlight von Studioalbum Nr. 3, geht der Refrain doch wie ein Virus sofort ins Ohr und lässt einen nicht mehr los. Der lange „Ohh Ohh Ohh“-Chorus und die catchy Melodie begeistern sofort und tun ihr Übriges dazu, dass der Song sich zum perfekten Mitsingsong entwickelt. Auch “Children of the Night“ geht im anschluss straight nach vorne und entwickelt sich schnell zur Hymne. Stark der Chorus und der treibende Refrain.
„Nosferatu“ brauchte bei mir ein paar Durchläufe, bis der Song sein ganzes Potential entfaltet. Der Song feiert den legendären Vampir als ikonische Horrorfigur und lädt den Hörer in eine schaurig-unterhaltsame Welt voller klassischer Gruselelemente ein. Mit eingängigem Refrain und seinem augenzwinkernden Humor wirkt der Song wie eine Homage an klassische Horrorfilme. Dr. Dead läuft hier zu Höchstform auf.
Das bereits im Vorfeld des Albumreleases als Videosingle ausgekoppelte „Dark Melodies“ entpuppt sich als Powerballade, die sich dramaturgisch langsam steigert um dann in den fast zuckersüßen Refrain mündet. Das Gitarrensolo steht dabei deutlich im Hintergrund.
Beim starken Titeltrack „Night is Coming“ bekommt Dr. Dead weibliche Unterstützung am Mikro. Passend zum Konzept natürlich von einem leibhaftigen „Monster“, in diesem Fall der neuen Sängerin von Battle Beast Marina La Torraca, was dem Song eine spezielle Note verleiht – sehr gelungen.
Heute wurde auch noch schnell das zugehörige Video veröffentlicht.
Im nächsten Song „Jack The Ripper“ geht’s zurück in lange vergangene Zeiten und man widmet man sich thematisch dem Mythos um den britischen Serienmörder aus dem 19. Jahrhundert, der in London für Furcht und Schrecken sorgte. Die Angst und gleichzeitige Faszination für den unbekannten Serienkiller steht diesmal im Mittelpunkt des Songs, nicht die eigentlichen Taten der berühmtberüchtigten Killers. Dadurch wirkt der Song wie eine Mischung aus Horrorgeschichte, True-Crime-Erzählung und einer Kritik an der Sensationslust, die schwere Verbrechen oft begleiten. Immer wieder wird das Tempo kurz rausgenommen, ehe man wieder zu Refrain hin ordentlich Fahrt aufnimmt, Doublebass -Attacke inclusive. Zum Höhepunkt folgen einige orchestralen Parts mit Streichern, die den Song in ein ganz spezielles Gewand kleiden und eine ganz spezielle Duftnote versprühen.
Auch auf der dritten Longplayer haben sich Dr. Dead und seine drei Zombies wieder einer allseits bekannten Coverversion gewidmet und sie in den typischen Dominum-Style umarrangiert. Mit dem Michael Jackson-Überhit „Thriller“ gibt’s einen Song, der zu Dominum und den Zombie thematisch passt, wie die berühmte Faust aufs Auge. Die Dominum-Version entfacht mächtig metallisches Potential, auch wenn der Song insgesamt doch recht poppig und recht nah am Original belibt. Drummer Victor Hilltop kann zwischendurch ordentlich in die Felle dreschen, jedoch wäre noch etwas mehr Härte schön gewesen. Trotzdem steppt natürlich der Fuß unweigerlich mit und der Refrain ist natürlich für jeden Metal-/Musik-Fan der in den 80er aufgewachsen ist eine Selbstverständlichkeit. Trotzdem meiner Einwände eine starke Umsetzung.
„Devils Son“ entpuppt sich als typischer Dominum-Rocker, mit schnellem Rhythmus und eingängigem Refrain, der sich in humorvoller Art um des Teufels Sohn widmet, der das Böse in extremster Art verkörpert und seinen Vater an Stärke und Boshaftigkeit deutlich in den Schatten stellt.
Bei „I Don`t Drink Wine“ schlüpft Dr. Dead dann in das Vampirskostüm und kämpft gegen den inneren Blutdurst an. Anstatt auf ein Gläschen guten Weins zu setzen, trachtet er nach frischem Blut seiner Opfer. Erneut eine sehr starke Melodie, die direkt ins Ohr geht.

Neben vielen humorvollen Inhalten widmet sich der letzte neue Song des Albums „Endzeit“ dann abschließend etwas ernsteren Themen in unserer Gesellschaft und fordert dazu auf, sein Handeln künftig besser zu überdenken und zu hinterfragen.
Mit der Textzeile „People live robotic lives / Like already zombified“ prangert der Zombieanführer das Verhalten vieler Menschen in der heutigen Zeit an, die nicht mehr selbstbestimmt leben und sich eher von höheren Mächten leiten lassen und so wie Zombies nur noch reagieren. Übermäßiger Medienkonsum, kein Hinterfragen, sich keine eigene Meinung zu bilden, sind einige der Kritikpunkte in dem Song, die mehr oder weniger versteckt zu kritisieren werden. Der größte Horror in „Endzeit“ sind für Dr. Dead nicht irgendwelche Vampire oder Monster, sondern eine Welt, in der Menschen aufhören, selbst zu denken und sie selbst zu sein. Er macht deutlich, dass die alte Welt bereits Vergangenheit ist, und der Untergang nahe ist, sollte man nicht etwas verändern.
Mit seinen Doublebass im Mittelteil enthält der Song die schnellsten Parts der gesamten Scheibe, entwickelt sich mit seinem sehr starken Rhythmus und einer gewissen Dramaturgie mit hartem Riff zu einem der Highlights des Albums.
Zum Abschluss der Scheibe gibt’s mit „Don’t Get Bitten By The Wrong Ones“ und „Hey Living People“ noch zwei starke Acoustic Versionen aus den beiden bisherigen Veröffentlichungen, die zeigen, dass die Songs von Dominum nicht nur mit Vollgas auf großer Festivalbühne funktionieren, sondern auch als Lagerfeuerversion absolut hörenswert sind. Starker und gelungener Abschluss eines erneut starken Albums.
Fazit:
Inhaltlich spinnen Dominum geschickt ein Netz aus humorvollen Geschichten um klassische Horrorfiguren, in denen Vampire, der Sohn des Teufel oder auch Monster wie Jack the Ripper sich verfangen. Mit ordentlich Augenzwinkern spannen Dominum gekonnt den Bogen zwischen Songinhalt und dem Zombiekonzept der Band.
„Night Is Calling“ führt konsequent den eingeschlagenen Weg von Dominum weiter und wartet wieder mit einer Fülle eingängiger Melodien und großartigen Hymnen auf, die sicherlich wieder für eine Top- Platzierung in den Album Charts sorgen dürfte. Man kann Felix Heldt und Dominum einmal mehr ein gutes Gespür für starkes Songwriting und mitreisende Refrains attestieren, eine solche Hitdichte über nun schon drei Studioalben hinweg sind definitiv nicht selbstverständlich. Hit an Hit, zahlreiche Hymnen, ohne größere Schwachstellen, das zeugt von großer Qualität in der Band und lässt auf eine große Zukunft hoffen, wo wir wieder bei der Eingangsfrage vom Anfang wären.
Produziert wurde das Album übrigens von Mastermind Felix Heldt höchstpersönlich, abgemischt wurde die Scheibe vom renommierten Produzenten Jacob Hansen, die gemeinsam einen modernen, wuchtigen und sauberen Sound erschaffen haben.
Auch gegen die dritte Variante des Dominum-Virus ist bislang kein Kraut gewachsen und einen Impfstoff gegen diesen hochansteckenden Virus zu entwickeln, fällt auch 2026 verdammt schwer! Doch warum auch, gerne bin ich von dieser jungen deutschen Metalband infiziert. Neben Powerwolf ist noch ordentlich Platz in der Riege der deutschen Bands, die einmal in die großen Fußstapfen von Accept oder den Scorpions treten könnten. Dominum sind definitiv einer der heißesten Anwärter für die Übefnahme der Headlinerposten bei den großen Festivals.
Auch wenn in meinen Ohren dieses Mal nicht jeder Song sofort zündete und anfangs nicht ganz das Niveau der beiden vorherigen Alben erreichte, hat sich nach mehrmaligem Hören der Songs beim Schreiben dieser Zeilen der Virus gegen meine Antikörper wieder mal erfolgreich durchgesetzt. Daher gibt’s von mir (auch Dank der erneut begeisternden Show von Dominum in Pilsen beim Metalfest Anfang Juni – zum Konzertbericht geht’s hier) wieder sehr gute 9 von 10 Bangs.

Anspieltipps sind der starke Titeltrack „Night is Calling“, „Jack the Ripper“ und die neueste Hymne „Doctor Doctor“
Das Album erscheint am 03. Juli über Napalm Records und kann hier vorbestellt werden. Auch verschiedene Sondereditionen sind erhältlich, sollten sie nicht bereits ausverkauft sein.
Night is Calling wird in folgenden Formaten verfügbar sein:
- 2 LP Vinyl Deluxe Box incl Gatefold Splattered Dark Night Blue / Translucent Vinyl and Bonus album Vinyl Live at Wacken 2025 (exclusively available via Napalm Records Mailorder) (strictly limited)
- 1 LP Gatefold Vinyl Glow In The Dark (exclusively available via Napalm Records Mailorder) (strictly limited)
- 2 CD, 36 pages Earbook incl. Bonus album Live at Wacken 2025 (exclusively available via Napalm Records Mailorder) (strictly limited)
- 1 LP Gatefold Vinyl Aquamarine (exclusively available via OPEN Mailorder) (strictly limited)
- 1 LP Gatefold Vinyl Black
- 2x 1CD Jewelcase in O-Card – incl Bonus CD Live at Wacken 2025
- Digital Album


Night is Calling Tracklisting:
1 The Circus is in Town
2 Doctor Doctor
3 Children Of The Night
4 Nosferatu
5 Dark Melodies
6 Night is Calling (feat. Battle Beast)
7 Jack The Ripper
8 Thriller (Michael Jackson Cover)
9 Devil’s Son
10 I Don’t Drink Wine
11 Endzeit
12 Don’t Get Bitten By The Wrong Ones (Acoustic)
13 Hey Living People (Acoustic)
DOMINUM Live:

Night is Calling Tour 2026:
w/ The Night Flight Orchestra
24.11.26 FR – Paris / La Machine du Moulin Rouge
25.11.26 DE – Frankfurt / Batschkapp
27.11.26 DE – Hamburg / Grosse Freiheit 36
28.11.26 DE – Leipzig / Hellraiser
01.12.26 HU – Budapest / Barba Negra
02.12.26 AT – Vienna / Szene
04.12.26 CH – Pratteln / Z7
05.12.26 DE – Saarbrücken / Garage
06.12.26 BE – Sint Niklaas / De Casino
08.12.26 UK – Manchester / O2 Ritz
09.12.26 UK – Bristol / Bristol Electric
10.12.26 UK – London / Electric Brixton
12.12.26 DE – Oberhausen / Turbinenhalle
13.12.26 DE – Utrecht / Tivoli Vredenburg
15.12.26 DE – Berlin / SO36
16.12.26 DE – Hannover / Capitol
18.12.26 DE – Stuttgart / LKA Longhorn
19.12.26 DE – München / Backstage
20.12.26 DE – Nürnberg / Hirsch
Festivals:
22.-23.05.26 CH – Cornaux / Corn’Rock Festival
05.-07.06.26 CZ – Pilsen / Metalfest Open Air
01.-04.07.26 DE – Ballenstedt / Rock Harz Festival
03.-06.07.26 SE – Knislinge / Time To Rock
24.-25.07.26 DE – Bissingen / Wisdom Tooth Festival
13.-15.07.26 DE – Sulingen / Reload Festival
23.08.26 DE – Sankt Goarshausen / Loreley Freilichtbühne (w/ Judas Priest, Thundermother)
DOMINUM are:
Dr. Dead – Vocals
Patient 0 – Bass
Victor Hilltop – Drums
Tommy Kemp – Guitars
DOMINUM online:
WEBSITE / FACEBOOK / INSTAGRAM / TIKTOK / NAPALM RECORDS
