Interview

Samarah – Alternativ Rock vom Feinsten! Sänger Marcel im Interview

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Marcel Staub und Johannes Fettes sind das Alternativ Rock Duo Samarah aus Trier/Saarbrücken. Aktuell sorgen sie mit zwei Single-Auskopplungen aus ihrem im Herbst erscheinenden Album für Aufmerksamkeit.

Sänger und Gitarrist Marcel Staub hat uns im Interview mehr über die Band erzählt.

Karina: Hallo Marcel, schön, dass Du Dir Zeit für ein paar Fragen genommen hast. War Samarah immer schon ein Duo und wie lange macht Ihr in dieser Besetzung Musik?

Marcel: Hallo Karina, als Duo machen Jo und ich schon vier Jahre zusammen Musik. Tatsächlich waren wir mal mehr, aber Einer ist verzogen, der Andere hat geheiratet, ein Kind bekommen und hatte dann keine Zeit mehr für eine Band. Ich habe immer für die Musik gebrannt, das ist mein Baby. 

Karina: Seid ihr aktuell auf der Suche nach einem Bassisten?

Marcel: Aktuell suchen wir keine Musiker. Wir sind ja eine komplette Band. Jo spielt Drums, ich spiele Gitarre und singe, der Bass kommt vom Sample. Wir können zu zweit viel spontaner sein, was Konzertanfragen betrifft. 2017 war es tatsächlich nur eine Notlösung, weil wir gerade keinen Bassisten hatten und ein Konzert anstand, das wir unbedingt spielen wollten. Das hat aber so gut geklappt, das wir das beibehalten haben. Sollten wir natürlich mal einen Bassisten treffen, mit dem man sich gut versteht, würden wir den nicht ablehnen (lacht).


Karina: Für zwei Musiker habt Ihr einen ganz schön fetten Sound. Produziert Ihr selbst oder habt Ihr ein Label? 

Marcel: Wir machen alles selbst, auch das Artwork. Unsere früheren Erfahrungen mit Labels waren nicht so gut, da sind wir mittlerweile ein bisschen vorsichtiger geworden. Man bekommt das als Band auch irgendwie selbst hin, wenn man Zeit und Mühe investiert. Es ist nicht so einfach, ein gutes Label zu finden, das auch wirklich etwas für dich tun kann.

Karina: Apropos Live-Auftritte. Wie sieht es mit eurer Konzert- und Festivalplanung in diesem Jahr aus?

Marcel: Das mit den Festivals ist dieses Jahr natürlich so eine Sache. Ich kann ich mir nicht ansatzweise vorstellen, dass eine Veranstaltung mit 80.000 Besuchern plötzlich wieder möglich sein wird. Daher haben wir uns dieses Jahr gar nicht für Festivals beworben. Wir haben im Herbst zwei Konzerte, die mehr oder weniger feststehen. Aber wir sind natürlich dankbar über jede Möglichkeit, live aufzutreten.

Karina: Wie steht ihr zu Auto- oder Streaming-Konzerten?

Marcel: Ende letzten Jahres hatten wir mal die Möglichkeit, ein Streaming-Konzert zu machen. Ich glaube nicht, dass die Leute so richtig Bock darauf haben, sich vor einen Laptop oder vor das Handy zu setzen und sich da eine Band reinzuziehen. Das ist total langweilig und hat mit einem richtigen Konzert nicht wirklich was zu tun. Wir haben da zwar auf einer richtigen Bühne gespielt und das hat auch alles top ausgesehen. Aber der riesige Saal war halt bis auf die drei Leute vom Aufnahmeteam komplett leer. Da kommt gar kein Gefühl bei rum. Nach dem dritten Song hatte ich schon keine Lust mehr. Vielleicht muss man sich da auch erst dran gewöhnen.


Karina: Ich hoffe doch nicht, dass wir uns daran gewöhnen müssen. Ihr habt auch sehr bekannte Songs wie z. B. Enjoy the Silence von Depeche Mode neu interpretiert. Waren das eure Anfänge? 

Marcel: Nein, wir haben immer schon eigene Songs geschrieben. Vor vier Jahren haben wir uns gedacht, komm, wir probieren mal ein Cover aus. Das war Maniac, ein Song von Michael Sembello, den Jo und ich sehr mögen und Kindheitserinnerungen damit verbinden. Und dann kam Enjoy the Silence. Beide Cover und drei eigene Songs waren auf der EP Maniac.  

Karina: Im Herbst kommt euer neues Album. Kannst Du uns was zur Entstehung erzählen?

Marcel: 2019 haben wir sechs Songs geschrieben. Während wir im Februar 2020 im Studio waren, begann die Corona-Krise und wir mussten abbrechen. Nach dem ersten Lockdown hatte ich dann so viele Songs da liegen, dass wir das Studio noch einmal gebucht hatten. Tatsächlich waren wir 2020 drei Mal im Studio und haben insgesamt 13 Songs fertiggestellt, die wir jetzt nach und nach erstmal als Single veröffentlichen. Im Dezember 2020 hatten wir zum Auftakt und aus Tradition sozusagen wieder mit einer Cover-Nummer begonnen. Diesmal hatten wir uns für Kids in America von Kim Wilde entschieden.
Im Januar kam dann der Song Daddys Little Girl und im Februar A place to get lost, beide mit Video. Jetzt im März sollte eigentlich auch was veröffentlicht werden, aber die Videoproduktion hat durch das Kontaktverbot nicht geklappt. Unser Probenraum ist in Rheinland-Pfalz, da dürfen wir seit Dezember noch nicht mal zusammen proben, weil wir nicht aus dem gleichen Haushalt kommen. Hier gilt nicht die Regel, dass sich zwei Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen.
Daher wird die nächste Single verschoben auf den 2. April. Wir mussten dafür ein bisschen improvisieren und haben einen anderen Song vorgezogen, zu dem wir eigentlich ein Live-Video machen wollten. Wir haben einiges an Live-Material zu anderen Songs gefilmt, das wird jetzt zusammengeschnitten. Da es zu dem Song natürlich keine Gesangsszenen gibt, haben wir die bei mir im Garten mit Beleuchtung und professioneller Kamera gedreht.

Karina: Was entsteht bei Dir zuerst, Musik oder Text?

Marcel: Zuerst ist immer die Musik da. Ich sitze oft mit der Gitarre auf der Couch und summe die Melodie dazu. Und dann sind auch schon erste Worte da. Ich kann Dir nicht sagen, wo die herkommen. Und plötzlich ist da eine Line oder ein Satz, worauf ich aufbauen kann. Natürlich jammen wir auch zusammen und daraus entsteht etwas, was man überhaupt nicht erahnt hätte. Wenn Musiker miteinander harmonieren, schießen da schon mal Ideen raus, und plötzlich ist ein neuer Song da. 

Karina: Wovon handeln eure Texte?

Marcel: Das letzte Lied A place to get lost hat ausnahmsweise ein sozialkritisches Thema. Meine Texte beschreiben oft Gedanken, Fiktionen, Träume, die Vergangenheit. Aber ich verpacke es ganz gerne immer so, dass es nicht offensichtlich ist, worum es geht. Ich möchte, dass Jeder darin seine eigene Bedeutung oder Wahrheit finden kann. Es ist ja auch schwierig, Gefühle zu beschreiben.

Karina: Euer Video zu A place to get lost wirft schon Fragen auf.

Marcel: Wir sind schon ein paar mal gefragt worden, warum wir dieses Video mit Gewalt, Explosionen, Corona, Adolf Hitler, Demonstrationen etc. gemacht haben. Viele Leute reagieren ja extrem, wenn sie Adolf Hitler Bilder sehen. Wir möchten der Gesellschaft mit diesem Video eine Art Spiegel vorhalten und zeigen Vergangenes und Aktuelles.

Karina: Worum geht es bei Daddys Little Girl?

Marcel: Der Song handelt von einem Typen, der total in ein Mädel aus reichem Hause verliebt ist, die aber nur mit ihm spielt. Er versucht aus dem Wirrwarr der Gefühle auszubrechen und sich vom Herzschmerz zu befreien.

Karina: Woher kommt eigentlich euer Bandname?

Marcel: Wir haben uns von dem Horrorklassiker The Ring und der Untoten Samara inspirieren lassen. Das hörte sich gut an, wir haben noch ein h drangehängt und so kamen wir zu unserem Bandnamen. 

Karina: Eure Songs schreien danach, live gespielt zu werden! Ich hoffe, dass ich Euch ganz bald bei einem Konzert hören kann, wir werden Samarah definitiv weiter folgen!

Marcel: Ja, hoffentlich sehen wir uns mal auf einem Festival oder Konzert. Vielen Dank für euer Interesse und bis bald!

Alben: 
2008 – Leaving the Underground
2010 – The World stops turning
2011 – Beyond Boundaries
2014 – Censored 
2017 – Sci-Fi Sextape
2018 – Maniac (EP)

Samarah im Netz:
https://www.facebook.com/SAMARAHBand
https://www.instagram.com/samarah.official/
https://www.samarah.de/
Spotify
https://www.youtube.com/user/samarahband

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Karina

Karina ist für uns an Rhein und Ruhr unterwegs. Sie hört neben Metal auch Irish Folk Punk, Deutsch- und Mittelalterrock. Für gute Musik ist ihr kein Weg zu weit.

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