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Kalapi – Paradies – Willkommen im Paradies – Album Review

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Nach zwei starken Vorabsingles sind Kalapi am Freitag nun endlich mit ihrem neuen Album „Paradies“ am Start. Den Eindruck, den Gegenwehr und Alte Stadt vermittelten, wird mit dem Rest der Songs bestätigt.

In erster Linie haben wir es mit Punk zu tun, der oft, nicht immer politische, aber stets kritische Töne anschlägt. Nach dem bereits bekannten Opener Gegenwehr, der als Einstieg extrem gut gewählt wurde, geht es mit LMAA noch härter, direkter und angepisster weiter. Fetzige Riffs, treibende Drums und dazu ein Text, der ins Ohr geht und auch so dargeboten wird. Stimmlich muss ich hier an Daniel Wirtz denken, jedoch mit deutlich mehr Rotz in der Stimme.

Das Tempo, das mit den ersten Tracks aufgebaut wird, halten die Jungs über das ganze Album konstant hoch und lassen so keine Verschnaufpause. Natürlich ist es aber dann auch umso leichter, dass die Musik zu gleich klingt und man Abwechslung vermisst. Dem arbeiten Kalapi aber sehr gut entgegen. Die meisten Nummern sind ganz klar straighter Punk, doch wird dieser Stil immer wieder auch aufgelockert. Ein gutes Beispiel ist hier Deine Augen. Versprüht einen unglaublich angenehmen Ska Vibe und erinnert im anderen Moment an Die Ärzte, oder auch das fette Solo in Perfekter Schein.

Der überraschendste Moment kommt für mich aber sicherlich mit Was ist los…?. Ich hör mir die Nummer an und bekomme Flashbacks an mein Teenie-Ich, das sich in sein Zimmer sperrt und stundenlang am zocken ist. Krass, hätte so auch damals von meinen Eltern kommen können. Auf der anderen Seite wird hier der Zerfall der Jugend mit Social Media und all den anderen Dingen, die sich nicht in der Realität abspielen, sondern im Endeffekt nur Gedankengebilde sind. Verpackt in eine knackige Punk Nummer, die auch wunderbar tanzbar daher kommt.

Noch einmal Mittelfinger-Action gibt es dann im abschließenden Dein Weg, der wohl mehr als nur das Album abschließt und deutlich die härteste Nummer ist. Überraschend liegt für mich hier der Fokus etwas mehr auf den Instrumenten als auf dem Gesang, was dem Titel aber durchaus gut steht. Mit Woohs wird dann sehr hart ein Ende gefunden, welches für mich eine Runde Geschichte zum Anfang des Albums bildet.

Fazit:
„Paradies“ ist ein starkes Punk Album, das gut nach vorne marschiert und kritisch, aber nicht plakativ ist. Es werden Themen angesprochen, die nicht oft auf diese Art und Weise in Angriff genommen werden und das ist eine der großen Stärken des Albums.

Ich vergebe 8 von 10 Bängs.

acht von zehn

„Paradies“ erscheint am 29. Mai und wird als CD, Digitales Album und Stream erhältlich sein.

Line-Up:
Christian „Murdock“ Lexow – Leadgitarre/Backings
Robert „Rogga“ Seuferling – Gesang/Rythmusgitarre
Rainer „Ray“ Bunn – Drums
Andreas „Andé Island“ Blabsreiter – Bass/Backings

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Patrick

Patrick

geb. 1993. Musik-Fan seit 2010. Verlobt Ein Sohn. Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

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