Interview

Interview mit Tuomas Holopainen und Troy Donockley zum Albumrelease von Nightwish`s „HUMAN. :II: NATURE.“

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Wie bereits an anderer Stelle auf Rockmagazine.net berichtet hatte ich im Rahmen einer Pre-Listening-Veranstaltung von Nuclear Blast die Gelegenheit, in einem Münchner Hotel das neue Nightwish-Album „HUMAN. :II: NATURE.“ vor dem eigentlichen Veröffentlichungstermin erstmals vollständig anzuhören (den Review findet Ihr hier https://rockmagazine.net/nightwishs-neues-albums-human-ii-nature-im-vorabcheck/ ).

Im Anschluss daran standen u.a. Keyboarder Tuomas Holopainen und Gitarrist und Multiinstrumentalist  Troy Donockley zum neuen Album Rede und Antwort.

© Nuclear Blast

Thomas (Rockmagazine):  Hallo Toumas, hallo Troy, es freut mich, hier mit Euch beiden dieses Interview für unser Onlinemagazine führen zu dürfen. Ich bin erst vor kurzem zum Team von Rockmagazine.net  gestoßen und habe nun die Ehre, gleich bei meinem ersten Interview eine meiner absoluten Lieblingsbands Nightwish  interviewen zu dürfen. Ich bin schon etwas aufgeregt und nervös, aber ich denke wir legen einfach mal los.

Ihr veröffentlicht  ja am 04. April das neue Album „HUMAN. :II: NATURE.“, auf das alle eingefleischten Fans schon sehnsüchtig gewartet haben. Was kannst Du unseren Lesern über das Grundkonzept des Albums bzw. den Inhalt der Songs sagen?

Tuomas:  Wir überlassen es den Fans, sich Gedanken über die Songs zu machen. Das ist das Schöne an der Kunst. Wir wollen nicht erklären, was auf dem Album alles passiert, sondern der Zuhörer soll sich seine eigenen Bilder erschaffen, zu dem, was er in den Songs hört.

Thomas (Rockmagazine):  Wir hatten ja gerade die Gelegenheit, uns das Album komplett anhören zu können…

Tuomas:  …und wie ist dein erster Eindruck? ….entsätzlich…???

Troy:  …schrecklich…(grinst)

Thomas (Rockmagazine):  Ich finde das Album klingt etwas anders als der Vorgänger. Es ist nicht so hart wie sein Vorgänger. Aber es ist doch recht schwierig, in der kurzen Zeit alle Details zu entdecken. Ich muss es mir nochmals nach der Veröffentlichung in aller Ruhe anhören.

Tuomas:  Es ist keine Dosenmusik…

Troy:  …ja auf alle Fälle, man muss sich die Zeit nehmen und sollte sich in einen dunklen Raum zurückziehen, den Kopfhörer aufsetzen und sich das Album dann intensiv anhören. Mit etwas Schnaps, …oder Jägermeister.

Tuomas:  Für mich ist es eine sehr natürliche Fortführung des Vorgängeralbums „Endless forms“. Wenn man die beiden Alben zusammenfügt, wie das Ende des letzten Songs „Greatest Show on Earth“, dann verschmilzt es wunderbar mit „Music“, dem ersten Lied des neuen Albums. Es ist sozusagen die Fortsetzung davon.

Weiter macht es wenig Sinn durchzugehen, was ähnlich ist und was nicht…

Troy:  …das Album ist sehr offen, besonders für den Zuhörer, jeder sollte sich seine eigenen Bilder erschaffen, zu dem was er hört. Besonders der 2. Teil des Albums, der Teil mit dem Orchester, lässt viel Platz für die eigene Phantasie.

Tuomas:  Ich denke, es lässt sehr viel Raum für den Hörer, es ist zwiespältig, sehr dynamisch. Ich denke es ist etwas anspruchsvoller wie das vorherige Album. Es braucht daher etwas mehr Mühe, um zu hören, was sich in den Songs alles abspielt. Das ist eine Sache, die es vielleicht etwas zeitloser macht als das Vorgängeralbum. Jeder kann sich eine eigene Meinung dazu bilden, das ist das Schöne an der (Musik)Kunst.

Thomas (Rockmagazine):  Hat sich beim Schreiben der Songs im Vergleich zum „Endlless“Album etwas grundlegend geändert?

Tuomas:  Nein, der Prozess ist sehr ähnlich wie immer, da hat sich nichts geändert.

Thomas (Rockmagazine):  Wie bist Du am Anfang an die Sache rangegangen, hattest Du eine konkrete Idee, wie das Album werden soll oder entwickelte sich das Album im Laufe der Zeit.

Tuomas:  Es ist ein bisschen ein gedanklicher Prozess, bei dem ich, wenn ich mit den Songs anfange, keine klare Vorstellung davon habe, wie das Album am Ende klingen wird. Das entwickelte sich mit der Entstehung. Ich habe niemals im Vorfeld kalkuliert, wie ein Album klingen soll. Keiner von uns tut das im Vorfeld. Es ist wichtig, die Musik frisch und echt zu halten.

Ich greife die Ideen für die Themen und die Geschichten der Songs einfach irgendwo auf, vielleicht ist es eine persönliche Erfahrung, vielleicht ist es ein Buch, das man liest oder es ist eine Diskussion, die ich mit dem Bandkollegen geführt hat oder so etwas … und dann fühle ich mich irgendwie von einem Thema inspiriert.

Ja, ich wollte einen Song über diese schöne Sache namens Musik schreiben oder ich wollte einen Song machen, der von dem überwältigenden Lärm inspiriert ist, der unseren Kopf in der heutigen Welt erfüllt, et cetera et cetera. Ich habe eine Geschichte über das Leben von Eugene Shoemaker gelesen, er hat uns eine Geschichte zu erzählen, die so wunderbar ist, dass ich eine Geschichte darüber schreiben musste. So erblicken die Lieder das Licht der Welt, so werden sie geboren. Dann versucht man einfach sein Bestes, um diese Geschichten in Form einer Story und Noten zum Leben zu erwecken.

Thomas (Rockmagazine):  Kann man das Album als Konzeptalbum sehen, oder verfolgt es nur eine Grundidee mit einzelnen, voneinander getrennt stehenden Songs.

Tuomas:  Wenn Du meinst, dass es ein Konzeptalbum ist, dann kann es das sein…

Troy:  … es geht definitiv viel um das Erforschen,… zu erforschen… wohin diese Ideen sich bewegen können. Auch das Arsenal zu nutzen, unseren riesigen Laden voller musikalischer Möglichkeiten und Instrumentierungen mit all den Stimmen, die wir alle miteinander vermischen können. Wir wollten die Dinge in eine neue Ära von Nightwish weiter entwickeln, wir machten Dinge neu, aber immer noch mit Bezug zu dem Alten.

Toumas:  Genau, ja.

Thomas (Rockmagazine):  Tuomas, inzwischen kennst Du ja die Stärken von Floors Stimme und konntest die Songstrukturen noch besser und passender auf Sie ausrichten.

Tuomas: Ja, das ist bei allen 3 Sängern so. In Floor, Marco und Troy gab es ein riesiges ungenutztes Potential, das wir vorher nicht wirklich in diesem Umfang ausgeschöpft hatten. Die Gesangsakrobatik ist schon etwas Besonderes und der Harmoniegesang in allen Liedern. Ich würde sagen es ist ein „Sänger“-Album, das ist ein Begriff, den ich irgendwo mal gehört habe.

Troy:  Es ist technisch ziemlich schwierig für Sänger – diese Musik. Auch dies ist eines der wunderbaren Dinge, für die Nightwish im Moment steht, dass wir die Freiheit haben, neue Dinge zu versuchen, unabhängig davon, was jemand denken mag oder unabhängig von der Technik von Floor.

Wir wissen, dass es wirklich schwierig ist, die Gesangspartien von Floor zu singen, aber sie kann sie singen. Es ist nur eine Frage der Beharrlichkeit und des Durchhaltevermögens, um Wege zu finden, die Musik noch dynamischer und wunderbarer zu machen, mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln. Ich weiß also, als Tuomas diese Lieder schrieb, dachte er nicht an „Oh, na ja, kann sie das-Singen?“. Die Musik steht an erster Stelle, die Musik und der Ausdruck stehen immer an erster Stelle. Jeder in dieser Band ist ein ernsthafter Musiker. Es geht also nie darum, dass wir es nicht tun können, weil wir vielleicht nicht in der Lage sind. Wir mögen diese Herausforderung!

Tuomas:  Es ist ein tröstlicher Gedanke für mich als Songschreiber, dass ich keine Einschränkungen habe, weil diese Leute in meiner Umgebung zu allem fähig sind, alles. Wir können uns völlig frei entfalten mit dem, was wir machen wollen, letzendlich auch alles ausprobieren.

Troy:  Wir können,… und diese Sicherheit kommt auch von Tuomas‘ Liedern, denn ich weiß, dass er niemals etwas Unsinniges schreiben wird. Er wird es einfach nicht und er kann es nicht! Es gibt immer die offene „Leinwand“ seiner Lieder… „Nun, wie wäre es, wenn wir das mit diesem, ja, machen wir es, machen wir etwas Ähnliches damit“, die Grundlagen sind also alle vorhanden, und die Grundlagen von „purem“ Nightwish wurden damit in ganz neue Dimensionen erweitert, wie Tuomas mit dem Gesang, den dreistimmigen Harmonien, aufzeigt. Ich habe das so vor 10 Jahren überhaupt nicht kommen sehen, aber jetzt ist es hier.

Tuomas:  Uns selbst herauszufordern, das macht es auch wirklich interessant. Was wirklich wichtig ist, dass wir uns inspiriert fühlen. Ich habe einige wahnsinnig schwierige Pipe-Sachen für dich geschrieben, die nicht von Pfeifen gespielt werden sollten. Dann hast du es einfach mal versucht und du hast es brillant umgesetzt.

Troy:  …lacht und stimmt zu…

Tuomas:  …und dann ist es ein weiterer (…überlegt…mit freudiger Stimme…) Erkundungsmoment.

Troy:  …(bestätigt)… es ist ein Erkundungsmoment und eine wunderbare Herausforderung, denn wenn er „wie wär’s damit?“ sagt, dann sage ich „was! Was machst du“, und er sagt „Nun, was denkst du?“,  „ok, aber nicht wirklich“… und dann sage ich „natürlich können wir das machen“.

Wir können das tun, weil es außerhalb unserer Komfortzonen liegt. Wir haben alle Komfortzonen, und es gibt nichts Schöneres, als sich außerhalb dieser Zonen zu bewegen. Das gilt für uns alle.

Thomas (Rockmagazine):  Tuomas, du bist ja der „Mastermind“ von Nightwish und warst wieder der Hauptideenlieferant und Hauptsongschreiber. Habt ihr anderen da Mitspracherecht, was die Songs angeht, oder ist da Tuomas der „Chef“?

Tuomas:  Nun, es ist alles zusammen. Jeder hat eine Stimme. Auch wenn eine Band keine Demokratie ist, in bestimmten Bereichen vielleicht. Jeder hat eine Stimme, ja…

Troy:  …(stimmt zu) absolut.

Tuomas:  Ich erinnere mich, als ich ihm das erste Demo des Liedes namens „Harvest“ schickte antwortete er, dass es ein wunderbares Lied ist, tolle Melodien und es wird brillant werden, aber wie viel „Meerwasser“ [vermutlich der Spitzname für ein finnisches hochprozentiges Erfrischungsgetränk] hast du bei diesem Arrangement getrunken?

Troy:  …(lacht ausgiebig, stimmt zu)…

Tuomas:  Ich habe so gelacht … ok, ich sehe, die Arbeit geht voran.

Troy:  Wenn Du unter echten Freunden bist, kann du auch ehrlich zu ihnen sein, wenn dir etwas nicht gefällt. Du brauchst keine Angst zu haben, die Freundschaft zu gefährden und dass man dann jahrelang nicht mehr miteinander spricht. Unter echten Freunden hört man sich zu, und du kannst  anderen zuhören.

Was in Wirklichkeit heißt, es war fantastisch, aber ja, wir tun es,  aber ist es das, was man mit seinen Freunden macht. Wenn man mit seinen Freunden zusammen ist, muss man in der Lage sein, vollkommen ehrlich zu sein, oder? Man muss keine Angst davor haben, seine echten Freunde zu beleidigen, denn man kann es nicht, seine echten Freunde sind nie beleidigt, egal was man tut .

Je nachdem, wie tief die Freundschaft ist, wenn sie auf der seichten Ebene liegt, kann man einen großen Zwist haben und auch körperlichen Kampf führen, sich trennen und jahrelang nicht miteinander sprechen. Aber die wahren Freunde hören einem zu, und man kann ihnen auf einer tieferen Ebene zuhören. Und ich wusste, wenn ich mit ihm nicht einverstanden sein würde, kann ich es ihm sagen.

Tuomas:  Ich weiss, wenn ich mit ihm nicht einer Meinung wäre, sage ich ihm auch meine Meinung

Thomas (Rockmagazine):  Das Album wird ja bekanntlich als Doppel-CD veröffentlicht. Du hast eine Aufsplittung der Songs vorgenommen. Auf der ersten CD finden sich die Songs mit Gesang, während der 2 Teil ausschließlich instrumental ist und wieder das Orchester seinen großen Auftritt hat. War dies ursprünglich so geplant?

Tuomas:  Es war von Beginn an geplant, diese 10 Songs so in dieser Reihenfolge auf dem neuen Album zu veröffentlichen. Aber es war nicht als Doppelalbum geplant. Aufgrund der Überlänge von etwa 87 min passte nicht alles auf ein Album und es blieb uns nichts anderes übrig, als 2 CDs daraus zu machen.

Aber in Nachgang macht diese Splittung nun absolut Sinn. Wir haben den „Human“-Teil und wir haben den „Natur“-Teil mit dem Orchester.

Thomas (Rockmagazine):  Von wem stammt die Idee zum Albumcover und was bedeuten die Schriftzeichen darauf.

Troy:  Tuomas und ich unterhielten uns über die Ursprünge menschlichen Lebens, über die glorreiche Geschichte unserer Spezies und was wir erschaffen haben. Irgendwann Sprachen wir über die ersten geschriebenen Nachweise menschlichen Lebens. Da kam uns die Idee zu Human II Nature. Außerdem habe ich einen guten Freund, der Ägyptologe ist. Wir schickten ihm eine Nachricht und fragten ihn, was denn die ersten menschlichen Aufzeichnungen seien. Da schickte er uns einen Aufschrieb mit diesen Zeichen, die von ca. 2500 v.Chr. stammen. Sie regten unsere Fantasie an und wir waren wie gefangen, wir erkannten, sie waren wie für das Albumcover geschaffen. Sie waren etwas ganz Besonderes.

Tuomas:  Wir hatten noch andere Entwürfe, aber die waren furchtbar.

Thomas (Rockmagazine):  Ihr habt mit „Noise“ einen ersten Vorgeschmack auf das Album veröffentlicht und auch ein Video dazu veröffentlicht. Es dürfte das wohl beste Video in der Geschichte von Nightwish geworden sein. Von wem stammt die Idee und was wollt ihr mit dem Song aussagen? Ist er als Kritiksong über den heutigen Umgang mit den sozialen Medien, über Influenzer und den Selbstdarstellungswahn der heutigen Gesellschaft zu verstehen?

Troy:  Ja, wir würden sagen das all diese Dinge definitiv ein Teil des Songs sind, aber er ist auch ein Song der bestimmt von Optimismus sein soll. Du sollst nicht nur am Handy hängen und kein Sklave der Technologie sein, du sollst eher das Gute in der Technik erkennen als das Schlechte.

Thomas (Rockmagazine):  …also kein Kritiksong?

Tuomas: Es macht mich traurig, dass wir all diese wundervolle Technik haben, und dann muss man mit ansehen, wie sie teilweise falsch eingesetzt wird. Man sollte sich in Erinnerung rufen, wie man die Technik richtig anwendet.

Troy:  Man sieht im Video die Antwort. Jeder kann sich selbst erkennen, wir beide eingeschlossen. Es ist traurig, Man schottet sich teilweise von seiner Umgebung ab, indem man sich mit der Technik beschäftigt und verliert oftmals den Kontakt zu den Menschen um sich herum… und sogar den Kontakt zu sich selbst.

Aber auf der anderen Seite sind wir gleichzeitig optimistisch, dass wir die Technik beherrschen können und nicht von der Technik beherrscht werden.

Thomas (Rockmagazine):  Kommen wir zu Eurer im April startenden Welt-Tournee. Ihr wollt zunächst China besuchen, bevor es nach Europa zu einigen Festivals geht. Werdet Ihr die Konzerte in China aufgrund des Corona-Virus überhaupt durchführen können.

Tuomas:  Gerade gestern haben wir erfahren, dass es nicht möglich ist, jetzt in China aufzutreten. Daher wurden die Konzerte auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die Entscheidung dazu kam aus China, vom chinesischen Promoter.

Thomas (Rockmagazine):  Ist China ein neuer wichtiger Markt für Nightwish?

Tuomas:  Alle Konzerte dort sind ausverkauft…

Troy:  …China ist fantastisch, wir waren bereits zwei Mal dort. Die Rückmeldungen waren fabelhaft. Wir konnten daher die Konzerte nicht einfach absagen. Deshalb haben wir sie nach hinten verschoben, wir können dass jetzt nicht riskieren.

Thomas (Rockmagazine):  Was können den die Fans von der neuen Show erwarten? Wird nach der abgelaufenen Decades-Tour das neue Album möglicherweise komplett live dargeboten oder beschränkt sich die Songauswahl nur auf eine Auswahl des neuen Materials.

Tuomas:  Ich bin kein Freund, ein Album komplett live zu spielen. Es wird eine gute Mischung aus neuen und alten Songs werden.

Troy:  Es gibt viele Leute, die die neuen Songs noch nicht kennen, da wäre es nicht rücksichtsvoll, das gesamte Album zu spielen.

Tuomas:  Es ist natürlich was anderes, wenn eine Band ein altes Klassiker-Album komplett live spielt, denn dann kennen die Fans die Song bereits in und auswendig.

Troy:  …aber Tuomas hatte schon die Idee, den zweiten Teil des Albums komplett mit Orchester live zu spielen.

Thomas (Rockmagazine):  …das passt perfekt zur nächsten Frage. Nächstes Jahr steht ja das 25‑jährige Bandjubiläum an. Gibt es eventuell schon konkrete Planungen für eine Jubiläumstour, vielleicht mit Orchester?

Tuomas:  Nein, wir waren ja gerade erst auf der 20-Jahre-Jubiläumstour, da machen wir erst wieder zum 50. etwas Ähnliches.

Thomas (Rockmagazine):  Hab ihr euch schon mal überlegt, eine Tour mit Orchester zu machen?

Troy:  Das ist leider nicht machbar, einfach ein logistisches Problem, ein ganzes Orchester mit auf Tour zu nehmen. Tuomas hatte schon mal die Idee, die zweite Platte des Albums mit Orchester Live zu spielen. Vielleicht machen wir einmal ein Konzert in der Royal Albert-Hall in London, irgendwann in der Zukunft.

Thomas (Rockmagazine):  Ich sah Nightwish das erste Mal 1999 in der Rockfabrik in Ludwigsburg.

Tuomas: (ruft spontan dazwischen)…das war damals mit Rage…

Thomas (Rockmagazine):  …ja genau. Vermisst ihr nach all den Jahren, in denen Ihr nun auf den größten Bühnen der Welt spielt, die kleineren Clubs mit dem engeren Kontakt zum Publikum so wie in den Anfangszeiten der Band?

Troy:  Wir spielen noch in Südamerika, dort auch in kleineren Hallen und Clubs.

Tuomas:  Es ist toll, das Beste von beiden Seiten gesehen zu haben. Um deine Frage zu beantworten, zur Zeit vermisse ich es schon etwas, es ist schon eine spezielle Atmosphäre, in den kleinen Clubs zu spielen…old school .

Aber ich geniesse auch den Komfort der großen Hallen, schöne Backstage-Bereiche, gute Küche usw.  Ich möchte das nicht mehr eintauschen.

Thomas (Rockmagazine):  Noch kurz zu einem anderes Thema, das mich abseits der Musik interessiert. Dein Heimatland Finnland hat ja erstmals die Endrunde einer Fußball-EM erreicht. Interessierst du dich für Fußball und was erwartest du von deiner Nationalmannschaft in dieser nicht einfachen Gruppe mit Belgien und Dänemark.

Troy:  (Lacht laut los…) Tuomas ist froh, wenn er wenigstens mal den Ball trifft…

Tuomas:  Ich war noch nie ein Fußballfan und interessiere mich auch nicht dafür, ich bin eher für Eishockey. Aber ich sah die Reaktionen der finnischen Fans und in der Presse. Das war schon ein großes Ereignis, dass in Finnland 100.000 Leute auf den Marktplatz gingen um zu feiern, das war schon faszinierend. Aber ich werde Fußball nicht verfolgen.

Thomas (Rockmagazine):  Troy, du als Brite, wie steht es mit deiner Begeisterung für Fußball. Wer ist dein Favorit für den Titel.

Troy:  Ich hasse Fußball. Ich komme aus einer Familie, wo man schon seit tausenden von Jahren Fußball hasst. Auch mein Vater hasste Fußball, noch mehr als ich, das wurde wohl vererbt. Wir waren niemals beim Fußball. Ich mag lieber Snooker.

Thomas (Rockmagazine):  Leider ist die Zeit schon rum und wir müssen zum Ende kommen. Wollt Ihr zum Abschluss unseren Lesern noch irgendetwas mit auf den Weg geben?

Tuomas:  Mir fällt nichts ein, nein, nichts was nicht schon hundert Mal gesagt wurde…

Troy:  …ich möchte nicht sagen, kauft unser Album, geht zum Konzert oder solchen BlaBla…  Geht raus, unterhaltet Euch mit Freunden. Beschränkt Eure Zeit am Handy.

Tuomas:  ja, das ist gut, gib Dir ein Zeitlimit, von 2 Stunden täglich.

Troy:  Ich gehe morgens 2 Stunden ans Handy, dann war`s das für den Tag. Und falls ich doch nochmals drangehe  bekomme ich von meiner Frau eins hinter die Ohren. (Großes Gelächter)

Tuomas:  Es ist natürlich etwas anders, wenn du es beruflich braucht.

Troy:  Und schaut euch nicht eure Kritikvideos an.

Thomas (Rockmagazine):  Als kleines Dankeschön habe ich Euch zum Abschluss noch etwas mitgebracht…

Troy:  …(spontan)…Jägermeister!…

Thomas (Rockmagazine):  nein, ich komme aus einer Weinbaugemeinde aus dem schönen Kraichgau in Südwestdeutschland …

Troy:  …sogar noch besser…

Tuomas:  …(ganz begeistert)…Deutscher Wein…fantastisch…!

Thomas (Rockmagazine):  …ich habe Euch einen Rotwein aus meiner Heimat mitgebracht, Tuomas Du bist ja Rotweinliebhaber… Und ich hoffe, ich habe Euren Geschmack getroffen.

Tuomas:  …14%…, ja wir trinken beide gerne Wein und werden ihn heute Abend geniesen. .

Thomas (Rockmagazine):  Ich danke Euch für das Interview und wünsche Euch eine erfolgreiche Tour.

 

Nach dem obligatorischen Erinnerungsfoto war mein erstes Interview dann leider auch schon wieder vorbei, und die Beiden mussten mit Floor zum Mittagessen.

Für mich gings zurück in die Heimat und damit ein insgesamt rundum gelungener Tag auch schon wieder dem Ende entgegen, den ich mir so vor einer Woche noch nicht erträumt hätte.

München, 19.02. 2020

 

 

 

 

Nightwish Festivals 2020

04.06.2020          Sölvesborg (Sweden Rock Festival)  SE

05.06.2020          Tampere (Rockfest)  FI

11.06.2020          Kraków (Mystic Festival)  PL

12.06.2020          Interlaken (Greenfield Festival) CH

30.06.2020          Nimes (Festival de Nimes)  FR

02.07.2020          Barcelona (Rock Fest)  ES

09.07.2020          Vizovice (Masters of Rock)  CZ

16.07.2020          Cuxhaven (Deichbrand Festival)  DE

30.07.2020          Kuopio (Kuopiorock)  FI

 

Nightwish-Europa-Tour 2020    

 

26.05.2020          St. Petersburg (A2 Green Concert)  RU

27.05.2020          Moscow (Crocus City Hall)  RU

29.05.2020          Kiev (Stereo Plaza)  UA

31.05.2020          Minsk (Falcon Club)  BY

 

16.11.2020          Oslo (Spektrum)  NO

20.11.2020          Leipzig (Arena)  DE

21.11.2020          Düsseldorf (ISS Dome)  DE

23.11.2020          Amsterdam (Ziggo Dome)  NL

24.11.2020          Amsterdam (Ziggo Dome)  NL

25.11.2020          Paris (AccorHotels Arena)  FR

26.11.2020          Antwerp (Lotto Arena)  BE

28.11.2020          Stuttgart (Hanns-Martin-Schleyer-Halle)  DE

29.11.2020          Luxembourg (Rockhal)  LU

03.12.2020          Milan (Lorenzini District)  IT

04.12.2020          München (Olympiahalle)  DE

07.12.2020          Budapest (Aréna) HU

09.12.2020          Bamberg (Brose Arena)  DE

10.12.2020          Frankfurt (Festhalle)  DE

12.12.2020          Wien (Stadthalle)  AT

14.12.2020          Berlin (Max-Schmeling-Halle)  DE

16.12.2020          Cardiff (Motorpoint arena) GB

18.12.2020          London (The SSE Arena, Wembley)  GB

 

Nightwish sind:

 

Tuomas Holopainen      Keyboards

Emppu Vuorinen            Gitarre

Marco Hietala                  Bass, Gesang, Backing Vocals

Troy Donockley               Gitarre, Uillean Pipes, Flöte, Gesang, BuBacking Vocals

Floor Jansen                     Gesang

Kai Hahto                           Schlagzeug

 

Das Album erscheint am 10. April und wird über Nuclear Blast in den verschiedensten Versionen vertrieben werden, sodass jeder Nightwish-Fan die Qual der Wahl hat, sich die für seinen Geschmack und Geldbeutel passende Version von „HUMAN. :II: NATURE.“  zuzulegen. Ob als CD, Vinyl, digitalen Download oder im Stream, wird alles angeboten, dazu sind verschiedene Bundles mit T-Shirt oder Hoodies erhältlich.

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Thomas

Thomas

Musikalisch bin ich seit den 80er vor allem im melodischen Hard& Heavy-Dschungel unterwegs und immer auf der Suche nach neuen und alten Perlen. Meine absoluten Faves sind Queenaryche, Y&T, Die Toten Hosen... u.v.a......teilweise geht mein Blick aber auch mal über den Tellerrand in Richtung Speed/Trash/Death...solange Melodien erkennbar sind. Auch wenn ich schon zu der Ü50-Fraktion gehöre, findet man mich bei Konzerten und Festivals fast immer Front of Stage, denn Sitzplatz bei Rockkonzerten, das geht gar nicht. Erst wenn es ohne Rollator mal nicht mehr gehen sollte, ist die Tribüne vielleicht ne Alternative.

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