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Vintage Paradise – Interview & Video Release „Acid Rain“

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Ich habe Vintage Paradise im Zuge einer kleinen Rocknight Tour 2019 kennengelernt und war von Anfang an musikalisch begeistert von dieser Band. Deshalb freue ich mich auch umso mehr, dass dieser Kontakt beidseitig nicht abgerissen ist.

Schade, dass das Treffen mit der Band  nicht stattfinden hat können, denn diese hätten heute eine überaus coole Release Party für Ihr neues Video geplant. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen und machen das einfach online und das nächste Treffen findet dafür wieder persönlich statt.

Bine (Rockmagazine) Ihr seid eine relative junge Band am Rockhimmel über Österreich, was charakterisiert Euch und wer seid Ihr?

Vintage Paradise: Wir versuchen viele verschiedene Aspekte der Rockmusik zusammenzubringen und damit zu experimentieren. Unser Gitarrist Daniel zum Beispiel schreibt Heavy Metal Riffs zum Headbangen genauso gerne wie melodische Balladen oder Blues Melodien. Unsere Sängerin Alex lotet auch gerne von zärtlich bis aggressiv die Extreme Ihrer Stimme aus. Im neuen Song „Acid Rain“ zeigt sich das besonders.

Bine (Rockmagazine) Wie würdet Ihr Euch und Euren Musikstil beschreiben?

Vintage Paradise: Zwischen Progressive Rock und Classic Metal sagen wir immer, obwohl es für uns echt schwer ist uns genremäßig einzuordnen. Wir definieren uns gerne durch die Vielfalt in unserer Musik. So ist auch die Band. Wir sind als Personen sehr unterschiedlich in unseren Hintergründen, Einflüssen und Persönlichkeiten. Aber wir passen dennoch gut zusammen. Vor kurzem haben wir uns sogar genau darüber unterhalten was denn unsere Musikrichtung ist und haben festgestellt, dass viele Elemente in unseren Stil einfließen. Aus dem klassischen Hard Rock sowie Stoner Rock, Grunge aber auch aus dem Reich des melodischen Heavy Metal, dabei sind wir doch recht modern.

Bine (Rockmagazine): Was wollt Ihr mit Eurer Musik auslösen bzw. aussagen

Vintage Paradise: Als Erstes geht es immer um die Emotion, darum sich selbst auszudrücken und hoffentlich auch die Zuhörer damit zu berühren und mitzureißen. Wir wollen Zustände des Menschen mit Musik beschreiben. Natürlich sollen das Publikum und wir auch Spaß an der Musik haben. Es soll abwechslungsreich bleiben, überraschen und Grenzen überwinden. Power, Spaß und Melancholie, es gehört alles dazu! Unsere Songs haben selten eine klare Botschaft oder durchgehende Geschichte. Es geht eher um individuelle Gefühlszustände, bildlichen Erzählungen und auch Mehrdeutigkeit in den Texten. Manchmal wird man am besten für andere verständlich, wenn man sehr persönlich und individuell schreibt.

Bine (Rockmagazine): Ihr habt gerade ein neues Video am Start, das heute erscheint. „Acid Rain“ ist der Titel des Songs zu diesem Video. Erzählt uns doch etwas dazu.

Vintage Paradise: DerAcid Rain“ steht im Song für alles Schlechte und Belastende gegenüber welchem man sich hilflos fühlt. Probleme vor denen man immer wieder versucht zu fliehen oder sich davor zu verstecken und die einen doch weiter heimsuchen. Musik und Text versuchen diese Aspekte der Hilflosigkeit zu zeigen: Die Traurigkeit, die Sehnsucht nach einer besseren Zeit, die Verzweiflung und Wut. Natürlich kann der Text auch auf den tatsächlichen Sauren Regen übertragen werden und auf das Gefühl der Hilflosigkeit angesichts des Klimawandels. Es geht hier aber um Gefühle. Natürlich kann man etwas tun, gegen den Klimawandel und gegen die eigenen Probleme.
Die Idee war es im Video zu zeigen, was passiert, wenn wir nicht mehr nach draußen können. Erschreckend aktuell dieses Thema, denn eine Virus ist mindestens genau so erschreckend wie toxischer Saurerer Regen. Dass die Situation real werden könnte, wäre uns beim Dreh im Herbst nie in den Sinn gekommen. Auf den Punkt gebracht zeigt das Video, was passiert, wenn Menschen eingesperrt sind, sich irgendwann nichts mehr zu sagen haben und sich schließlich selbst verlieren. Wir hoffen, dass die aktuellen Maßnahmen im Zusammenhang mit Corona schnell wirken und wir endlich wieder frei nach draußen können und einfach auch wieder Konzerte besuchen und spielen können.

Bine (Rockmagazine) Eigentlich war heute eine große Release Party geplant, die leider aus aktuellen Gründen abgesagt wurde. Gibt es dazu eventuell doch nicht nachträglich einen Termin? 

Vintage Paradise: Wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn wir es doch schaffen die Release Party nachzuholen! Neben dem neuen Video wollten wir auch endlich unsere ersten Merch Artikel vorstellen, an denen wir ziemlich hart gearbeitet haben. Viele Personen, eine Menge befreundete Bands und andere Kulturschaffende leiden gerade ziemlich an der Situation. Bei uns sind „nur“ diese Party und ein Konzert ausgefallen, also können wir uns eigentlich glücklich schätzen. Wir werden alle sehen müssen wie sich die Lage entwickelt und auf das Beste hoffen. Unsere live Premiere auf YouTube findet natürlich trotzdem statt!

Heute ist nicht nur symbolischer Frühlingsbeginn, sondern es auch der ein guter Zeitpunkt Eure Musik kennenzulernen. In ihrem düsteren Video „Acid Rain“ zeigen sich VINTAGE PARADISE von einer neuen Seite. Mit zarten, aber auch zerstörerischen Parts bewegt sich die die Salzburger Rock Band mit dieser Single in eine progressivere Richtung. Text und Musik thematisieren das Gefühl der Hilflosigkeit gegenüber der eigenen Umwelt und letztendlich sich selbst. Das Musikvideo zu „Acid Rain“ zeigt die vier Musiker gestrandet in einem verlassenen und vom Verfall gezeichneten Hotel. Dort fallen sie immer weiter der erbarmungslosen Umgebung und ihrer eigenen Natur zum Opfer. Hört und schaut rein in das neue Video von Vintage Paradise

Bine (Rockmagazine) Das Video wurde an einem sogenannten Lost Place gedreht, wie seid ihr zu diesem interessanten Ort gekommen!

Vintage Paradise: Wir hatten das Glück ein tolles Filmteam an unserer Seite zu haben, das sich den Spaß mit uns angetan hat! Unser Filmemacher Andreas Maxones hat uns Eisenerz, Heimatstadt von Napalm Records, als Drehlokation vorgeschlagen. Ein spannender Ort, etwas morbide. Wir haben in einem verlassenen Hotel mit einer langen Geschichte gedreht. Unsere Location Spezialistin vor Ort Martina Frei-Zöscher hat uns auf das Gebäude aufmerksam gemacht, dass wohl bereits im 13. Jahrhundert als Mühle gedient hat, etliche Bauphasen durchlebt hat und zuletzt in den 1900ern als „Hotel zum König von Sachsen“ bekannt war. Nun ist das Gebäude schon lange verlassen und man erkennt seine tief reichende Geschichte an seinem Zerfall. Bunte fast psychodelische Tapeten, die sich von einer Wand schälen, im nächsten Raum Stroh, das aus der Decke sticht, modrige Teile im Holzboden. Sehr beeindruckend, schön und traurig zugleich. Dieser Drehort hat uns wirklich inspiriert und uns geholfen diese Hoffnungslosigkeit im Video rüberzubringen, obwohl wir ja alle keine Schauspieler sind. Man konnte beim Dreh wirklich in die Umgebung eintauchen.
Unsere Setfotografin und Kameraassistentin Andrea Koch wie auch Andreas als Kameramann haben uns enorm weitergeholfen und haben auch unsere ewige Dankbarkeit, dass sie das zwei Tage lang mit uns durchgemacht haben. Was wir nämlich noch nicht erwähnt haben ist, dass der Videodreh unerwartet im tiefsten Schnee stattfinden musste … in einem verlassenen Hotel mit vielen vielen Kaputten Fenstern … ohne Heizung und Strom und fließendem Wasser, geschweige denn einem Lift, um Verstärker, Schlagzeug und Filmequipment in den dritten Stock zu befördern. Wegen des Schnees mussten wir viele Pläne umwerfen und am Set improvisieren aber wir sind dennoch sehr zufrieden mit dem Video. Zwischen den Takes haben wir uns immer wieder kurz unter den Filmscheinwerfern aufgewärmt. Wir hätten gerne mit einer Drone gefilmt, aber die hat viel zu viel Staub aufgewirbelt. Unser Bassist Arthur hat dem Projekt seine Haarpracht geopfert und hat sich für die Kunst von uns etwas verunstalten lassen. Am letzten Abend haben wir im Schein der Handylichter zusammengepackt und sind komplett ausgelaugt aber glücklich nach Salzburg heimgefahren. Es war auf jeden Fall ein Abenteuer und hat viel Spaß gemacht!

Bine (Rockmagazine): Wann ist der perfekte Zeitpunkt um Eure Musik zu hören?

Vintage Paradise: Gute Frage… Ganz besonders während der Corona-Krise möchten wir ja eigentlich Hoffnung verbreiten und nicht nehmen, also sagen wir mal mit Euren besten Rocker Freunden, wenn sein muss parallel online. Oder, wenn Euch alles zu viel wird und Ihr einen apokalyptischen Song braucht zu dem man gut weinen UND abrocken kann. Unsere Musik kann man definitiv glücklich und auch sehr traurig hören.

Bine (Rockmagazine) Was sind Eure kurz bzw. langfristigen Ziele?

Vintage Paradise: Unser erstes Ziel ist es auf jeden Fall bald wieder ins Studio zu gehen, neue Songs aufzunehmen und natürlich endlich wieder live zu spielen. Es gibt viel zu tun… Wir hoffen, dass die Lage in Österreich bald wieder besser wird und wir all unsere Ideen umsetzen können. Langfristig gilt „It’s a long way to the top if you wanna Rock ’n’ Roll“ aber genau das wollen wir! Noch stehen wir ziemlich am Anfang aber wir glauben an unser Durchhaltevermögen und an unsere Freunde und Fans, die uns bei jedem Release, bei jedem Konzert unterstützen und die an unsere Musik glauben. Am wichtigsten bleibt aber die Bandgemeinschaft in der man sich kreativ und musikalisch ausleben kann. Natürlich sind wir nicht immer einer Meinung und haben mitunter auch unterschiedliche musikalische Präferenzen aber so bleibt es spannend und wir entwickeln uns immer weiter.

Bine (Rockmagazine) Ich wünsche Euch weiterhin  viel Erfolg und Spass an der Musik. Hoffentlich klappt alles mit Euren geplanten Auftritten und da sehen wir uns dann wieder

Vintage ParadiseDanke auch Dir, Bine für das Interview. Wir freuen uns, wenn viele Deiner Leser in das neue Musikvideo reinschauen oder den Song auf Spotify streamen! An neuen Songs wird auch schon gearbeitet und wir können es kaum erwarten die vor Publikum zu spielen. Für uns gibt es einfach nichts Besseres als live Musik mit echter Leidenschaft von echten Bands. Hoffentlich sehen wir uns bald wieder in Person bei einem Konzert und können gemeinsam abrocken!

Live Hinweis:  Vintage Paradise tretten als nächstes am 23.5.20 beim Rock am Ringerl Festival in Teisendorf auf.

Kontakt:

Facebook: https://www.facebook.com/vintageparadiseband/ 

Webseite: https://vintageparadiseband.weebly.com/ 

Spotify: https://open.spotify.com/album/2ty6onQEFMaX9BKv76TuZh?highlight=spotify:track:4FDwBQka73C8NWuvZ1gI1s

Band : Alexandra (Vocals) Daniel (Gitarre) Athur (Bass) Wolfgang (Drums)

Credits “Acid Rain”:

Written and performed by Vintage Paradise

Recorded and mixed by Stefan Traunmüller (Soundtempel Studio)

Video Production: max.ones photo (maxones.com)
Kamera, Bildgestaltung, Schnitt, Colorist, Composing: Andreas Maxones
Kameraassistentin und Setfotografin: Andrea Koch
Location-Support in Eisenerz: Martina Frei-Zöscher

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Bine

Bine

Macht hauptsächlich Live Foto Reportagen & Interviews. Ist Fotografin diverser österreichischer Bands und Locations von Oberösterreich bis Tirol. Musikalisch unterwegs im Bereich Hardrock, Power Metal, Prog & Classic Rock. Kann von allen ein bisschen zB fotografieren, reden und lacht auch mal gerne über sich selber !

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