In unserer „neuen alten“ Rubrik „die Plattenratten“ (vormals Vinylstube) wühlen wir uns durch neue, alte und auch gegenwärtige Veröffentlichungen auf Vinyl. Wir zerlegen diese in sämtliche Einzelteile und stellen fest, ob der Sound darauf ein Hörgenuss oder ein Rohrkrepierer ist.

The Damned – Not Like Everybody Else (ear Music/Edel)
Beginnen möchte ich heute mit einem Coveralbum, was ja an sich nichts Schlechtes sein muss. Das Teil wurde schon Anfang dieses Jahres veröffentlicht und steht auch schon seitdem bei mir im Plattenschrank. The Damned huldigen darauf einer längst vergangenen Zeit, in der vieles vielleicht einfacher war, aber nur vielleicht! Das Cover verspricht mit seinem leicht psychedelischen Artwork auf jeden Fall nichts Falsches, hier bekommt man genau das geboten, was es verspricht. Das Innersleeve ist in knalligem Gelb gehalten und beinhaltet auf der einen Seite eine Widmung an Brian James (Gitarre, † 2025). Auf der anderen Seite findet man die üblichen Infos: wer, wie, wann und was, und auch die Originalinterpreten der Songs. Was mir nicht gefällt, ist, dass diese nicht gefüttert ist. Was mir allerdings gefällt, ist der Rand der Pressung, der ist nämlich ausnahmsweise mal glatt wie ein Babypopo! Und auch der Sound ist nicht von schlechten Eltern, der kommt wohlig warm und angenehm aus den Boxen und umschließt einen mit einem wunderbaren Sound. Das Review dazu findet ihr hier.

Power Paladin – Beyond The Reach Of Enchantment (ROAR/Reigning Phoenix Music)
Von Punk Rock zu Power Metal, einen extremeren Stilbruch gibt es wohl kaum, aber egal. Auf der Platte ist die Musik bei Längen nicht so beschaulich, wie uns das Artwork weismachen will, besinnliche Lagerfeuerromantik kommt hier nämlich nicht wirklich auf. Das schicke Teil hat zwar ein Gatefold spendiert bekommen, ist aber zum Glück nicht auf zwei Platten verteilt worden. Wenn man dieses aufklappt, findet man eine endlos lange Dankesliste und auch die Infos, wer was auf dem Album gemacht hat. Im Hintergrund dominiert ein Bildausschnitt des Covers, deutlich vergrößert. Die Texte der Songs findet man auf einem separaten „Textblatt“ mit zusätzlichen Illustrationen, die den wahnsinnigen Humor der Isländer widerspiegeln. Das uns vorliegende Exemplar ist in Giftgrün gehalten und genauso gefährlich, wie es aussieht. Fährt man mit der Daumenkuppe nämlich zu schnell über den Rand, kann es sein, dass diese zu bluten beginnt, also Vorsicht beim Umgang mit dem Vinyl. Dafür steckt dieses in einer gefütterten Hülle, sodass man lange Freude an der Scheibe haben kann. Vom Sound gibt es keinen Grund zu meckern, bestens produziert und überzeugt in leisen wie auch in lauten Gefilden der Stereoanlage. Das Review dazu findet ihr hier.

Myrath – Wilderness Of Mirrors (ear Music/Edel)
Verdammt, ist dieses Teil edel aufgemacht: Titel und Bandname in goldenem Prägedruck, der Rand in glänzendem Bronze und das Ganze auf dickem Karton im Hochglanz gedruckt. Rein optisch ist die Platte ein Schmuckstück, das man sich auch in eine Vitrine stellen kann, zu schade wäre es, diese im Regal verschwinden zu lassen. Man sollte dieses allerdings nicht mit Fettfingern antatschen, man hinterlässt da ganz schnell unschöne Flecken. Auch hier steckt, wie auch bei Power Paladin, nur eine Platte im Gatefold. Zum Glück scheint die „Industrie“ wieder wegzugehen von diesem Half-Speed-Trend. Der Sound ist deswegen nicht wirklich hörbar besser, man muss nur lästigerweise öfter aufstehen, um die Seite zu wechseln. Aufgeklappt erwartet uns übrigens ein großes Bild der Band, die darauf schön in Szene gesetzt wurde. Der einzige Kritikpunkt ist hier auch wieder die Innenhülle, bedruckt ja, gefüttert nein. Das Vinyl selbst steckt ungeschützt in einer Schicht Informationen zur Platte und den Texten, ganz schön dicht bedruckt, das Teil. Dafür muss man hier wieder keine Angst um seine eigene Gesundheit haben, denn der Rand der Schallplatte ist abgerundet und praktisch gratenfrei. Und auch der Gesundheit der Ohren droht keine Gefahr! Der Sound ist hier so transparent und perfekt abgemischt, wie die einzelnen Songs auch produziert wurden. Wilderness Of Mirrors sollte man auf jeden Fall öfter auflegen, um alles darauf zu entdecken, denn beim ersten Mal gelingt es nicht. Das Review dazu findet ihr hier.

By Christian B

Ich höre alles von traditionellem Heavy Metal, Black, Death, T(h)rash, Folk. Power über Punkrock und was es sonst noch so alles gibt, gut muss es halt sein. Wobei es mir allerdings die Zehennägel aufstellt, ist langweiliger Prog wie in Dream Theater, Queensrÿche, Opeth und Co. zelebrieren. Da schlafe ich schlichtweg ein.

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