Genre: Power Metal
Die isländischen Epic-Power-Metaller von Power Paladin melden sich mit ihrem zweiten Longplayer Beyond The Reach Of Enchantment zurück und liefern damit genau das, was man von ihnen erwartet: heroischen Power Metal, der kein Klischee auslässt. Diese werden hier bis aufs Letzte bedient – und noch viel mehr!
Schon der Einstieg macht klar, wo der Hammer hängt, denn Sword Vigor galoppiert mit klassischen Twin-Guitars aus den Boxen und weckt Erinnerungen an frühe Helloween-Speed-Attacken. Das Ganze wirkt dabei aber keineswegs verstaubt. Die Band packt genug moderne Energie in den Song, damit er direkt hängen bleibt. Sehenswert ist auch das dazugehörige Video, das mir ein Dauergrinsen ins grimmige Heavy-Metal-Fangesicht zaubert!
Glade Lords Of Athel Loren kann mit melodischen Leads punkten und einem Refrain, der live garantiert sofort mitgebrüllt werden kann. Aufgelockert wird das Ganze durch die eingestreuten Growls von Gunnar Rúnarsson.
Ein kleines Highlight ist Aegis Of Eternity, das mit ordentlich Tempo und knackigen Hooks nach vorne prescht. Das ist genau die Sorte Song, bei der man sich unwillkürlich fragt, warum man gerade ein imaginäres Schwert in der Hand hält. Besonders auffällig sind die Metallica-artigen Vocals, die zusammen mit dem Sound von Power Paladin eine ziemlich geile Kombination ergeben.
Dann wäre da noch Camelot Rock City, bei dem ich mich frage, ob Artus wohl ein Metal-Fan gewesen wäre. Die Musiker beweisen auch hier, wie auf dem restlichen Album, dass sie genau die richtige Portion Humor besitzen.
Das finale Valediction schließt den Vorhang mit einer ordentlichen Portion Pathos. Hier gibt es in einem Song noch einmal geballt alles, was Beyond The Reach Of Enchantment ausmacht: eine ordentliche Portion Epic, schnelle Gitarren, einprägsame Melodien und einen schneidenden Gesang. In diesem einen Song passiert mehr als bei so manch anderer Band auf einem kompletten Album.
Klanglich sitzt das Ganze ebenfalls: Die Gitarren sind schön präsent, die Leads dürfen glänzen und die Refrains haben genug Luft zum Atmen. Kein überproduzierter Plastik-Sound, sondern ein druckvoller Mix, der die Songs wirken lässt.
Fazit: Beyond The Reach Of Enchantment ist ein Liebesbrief an klassischen Power Metal, der irgendwo zwischen epischem Pathos, Fantasy-Nerdtum und ehrlicher Heavy-Metal-Leidenschaft angesiedelt ist. Wer Bands wie Twilight Force oder die epischen Momente von Blind Guardian mag, dürfte hier sehr schnell glücklich werden. Kurz gesagt: Helm auf, Schwert ziehen, Lautstärke hoch und ab ins Abenteuer.
Dafür gibt es amtliche 8,5 von 10 Bängs! 🤘

Beyond The Reach Of Enchantment erscheint am 27. März über ROAR – A Division of Reigning Phoenix Music
Line Up:
Atli Guðlaugsson – Vocals
Bjarni Þór Jóhannsson – Guitar
Ingi Þórisson – Guitar
Einar Karl Júlíusson – Drums
Bjarni Egill Ögmundsson – Keyboard
Kristleifur Þorsteinsson – Bass
Track List:
Sword Vigor
Glade Lords Of Athel Loren
The Royal Road
The Arcane Tower
Aegis Of Eternity
Camelot Rock City
Keeper Of The Crimson Dungeon
Valediction
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