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WOODSTOCK – Die wahre Geschichte des legendären Festivals – Die Rezension zum wahrscheinlich besten Festivalbuch aller Zeiten

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In einer Zeit, in der Musikfestivals nicht möglich sind, sehnt man sich dann doch mal nach dem Gefühl, ein solches zu erleben. Und auch wenn es nur in Buchform ist, hat das größte Festival aller Zeiten eine entsprechende Würdigung gefunden.

Michael Lang hat Holly George-Warren seine Geschichte erzählt. Und sein Name ist untrenntbar mit dem Festival verbunden, dem sich das Buch widmet. „WOODSTOCK – Die wahre Geschichte des legendären Festivals„. Michael Lang war der Initiator und Mitveranstalter von WOODSTOCK und Holly George Warren ist Musikhistorikerin, die unter anderem für den Rolling Stone und die Rock and Roll Hall Of Fame arbeitet.

Zum Buch:

In zwei (eigentlich drei) Teilen befasst sich das Buch mit der Vorgeschichte, der Organisation, dem Ablauf und den Nachwehen der „Woodstock Music & Art Fair„, wie das Festival eigentlich hieß. Gut gegliedert erzählt es in angenehm lesbarer Geschichtenform mit vielen Zitaten und Anekdoten über das Fest.

Wer weiß denn schon, dass zum Beispiel Joe Cocker auf dem Festival das Luftgitarrenspiel erfunden hat oder dass bei Melanie zum ersten Mal tausende Kerzen und Feuerzeuge abgebrannt wurden? Heute werden die Lichter ja mittlerweile mit Handys gemacht – aber das ist egal. Zum ersten Mal passierte das alles in Woodstock.

Im ersten Teil, der sich mit der Erfindung, der Planung, Organisation und dem Aufbau des Festivals befasst, findet man viele interessante Details – so zum Beispiel, dass Bethel, der echte Austragungsort, eigentlich weit von Woodstock entfernt ist und dass das Ganze viel professioneller geplant und aufgezogen war als vielfach kolportiert wird.

Der zweite Teil erzählt vom Festival selbst. Vom Sauwetter, von den vielen Pannen und Anekdoten, die passierten. Immer wieder kommen Zeitzeugen zu Wort, die damals noch niemand kannte und die heute selber Legenden sind. Eine Vielzahl an Ausschnitten aus Interviews, ein umfangreicher und faszinierender Fototeil, mit Bildern, die man so noch nie gesehen hat, und viele Geschichten zum Festival fesseln den Leser. Man kann das Buch einfach nicht zur Seite legen.

Der (eigentlich) dritte Teil beleuchtet die finanziellen Folgen von Woodstock, die Aussichtslosigkeit der Veranstalter, aber auch die Durchtriebenheit der Investoren. Hätte Michael Lang damals schon gewusst, dass der Dokumentarfilm über Woodstock oskarprämiert und weit über 50 Mio Dollar einspielen würde – wie hätte er sich wohl entschieden?

Das Buch geht aber auch auf die Zeit nach Woodstock ein, erzählt von den Jobs und Festivals, bei denen Michael Lang noch viele Jahre mitwirkte und betrachtet ein wenig kritisch die Jubiläumsveranstaltungen zu Woodstock sowie die Werdegänge einiger der Künstler.

Mein Fazit zu „WOODSTOCK – Die wahre Geschichte des legendären Festivals„:

Ein Buch, das gerade in der aktuellen Zeit Lesestoff für Stunden liefert. Locker geschrieben, mit vielen Anekdoten, aber auch Hinweisen für Veranstalter. Liebevoll gestaltet sowie verständlich geschrieben und aufgebaut. Ein absoluter Lesetip von mir, der mir ohne Bauchweh 10 von 10 Bängs wert ist.

Details

Michael Lang

Woodstock

Die wahre Geschichte. Vom Macher des legendären Festivals.

384 Seiten
Hardcover
13,5 x 21,0 cm
ISBN 978-3-841906-46-5
24,95 € (D)

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Uli

Uli

Seit den 90er Jahren journalistisch unterwegs. Sehr schlechter Schlagzeuger mit deutlichen Rechtschreibschwächen. Mitbegründer der legendären Punkrockband "The Ketchup Boys", welche 1989 ihren einzigen Auftritt hatte. Spricht mehrere Sprachen, kann einhändig Fahrrad fahren und mag Musik.

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