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Pentesilea Road – Pentesilea Road – Album Review

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Pentesilea Road, eine Progressive Metal-Band aus Italien, legten bereits Ende Februar ihr erstes und selbstbetiteltes Album vor. Nun wird das Debüt diesen Monat nochmal auf CD wiederveröffentlicht und kann auf Nachfrage auf der Facebook-Seite der Band erworben werden. Als Kopf hinter dem Projekt steckt Vito F. Mainolfi, der 2019 im Alleingang ein paar Demos aufgenommen hatte. Die anderen Mitglieder kamen erst später dazu. Auf dem Album spielt Mainolfi sowohl die Gitarre als auch den Bass und übernahm zusätzlich die Musikprogrammierung. Der Bandname ist von einer fiktiven Stadt aus Italo Calvinos Buch „Die unsichtbaren Städte“ abgeleitet.

Obwohl es sich bei „Pentesilea Road“ nicht um ein Konzeptalbum handelt, hängen die einzelnen Stücke thematisch miteinander zusammen. „Als eine Protestaufnahme gegen die moderne Welt“ beschreibt die Band das Album, was auch in Zeilen wie „the media mouth has all the answers for those who have no questions“ aus dem Song A Tale Of Dissidence deutlich wird.

Festzuhalten ist, dass die mitwirkenden Musiker ihre Instrumente beherrschen und technisch brillieren. Zudem konnte man ein paar nennenswerte Gaststars anheuern, allen voran Fates Warning-Legende Ray Alder und Mark Zonder (Ex-Fates Warning und Warlord), der auf drei Songs das Schlagzeug eintrommelte. Stücke wie Noble Art, Memory Corners, Stranded und Pentesilea Road können restlos überzeugen und sollte man sich als Prog-Fan auf jeden Fall mal anhören. Auch die Produktion ist nicht von schlechten Eltern.

Ich höre bereits, wie sich so mancher Prog-Fan diabolisch die Hände reibt. Ist denn wirklich alles so super? Leider nein, denn es gibt auf der anderen Seite durchaus ein paar Aspekte, die man an „Pentesilea Road“ kritisieren kann. Progressive Rock/Metal lebt immer ein Stück weit von seiner Vielschichtigkeit und ist quasi wie eine musikalische Wundertüte. Doch das kann man von diesem Album leider nicht behaupten. Das eröffnende Instrumental Memory Corners und das darauf folgende Stranded bauen einen Spannungsbogen auf, der nicht über das komplette Album hinweg trägt. Gute Hooks sind Mangelware. Nach härteren Gitarrenparts wird sehr oft einfach nur das Tempo gedrosselt und man schlägt sanftere Klänge an. Das ist auf Dauer eine ziemlich zähe Angelegenheit. Songs wie z. B. Stains mit dem italienischen Gastsänger Michele Guaitoli (Temperance, Visions of Atlantis) plätschern nur so vor sich hin.

Auch der bereits erwähnte Ray Alder, der als Gastsänger auf den Balladen Shades of the Night und Noble Art (mit seinem starken Refrain einer der Höhepunkte des Albums) einspringt, kann das Ruder nicht im Alleingang herumreißen. Zwar kann man mit dem Titelsong, A Tale of Dissidence und dem bereits erwähnten Shades of the Night zum Ende hin nochmal ein paar Akzente setzen, doch bei der Hälfte des dargebotenen Materials bleibt die Band leider unter ihren Möglichkeiten.

Fazit: Pentesilea Road legen ein wechselhaftes Debüt vor, welches durchaus ein paar Höhepunkte vorweisen kann, insgesamt aber sehr spannungsarm daherkommt. Prog-Fans können nicht nur wegen Ray Alder durchaus mal reinhören, sollten aber keine großen Überraschungen erwarten. Von mir gibt es sechseinhalb von zehn Bängs.

Pentesilea Road“ kann seit dem 26.02.2021 hier erworben werden. Die CD gibt es auf Anfrage auf der Facebook-Seite der Band.

Tracklist:
1. Memory Corners
2. Stranded
3. Genius Loci
4. Spectral Regrowth
5. Stains (feat. Michele Guaitoli)
6. Give Them Space
7. Shades Of The Night
8. The Psychopathology Of Everyday Things
9. Noble Art (feat. Ray Alder)
10. Pentesilea Road
11. A Tale Of Dissidence
12. Shades Of The Night (feat. Ray Alder)

Line Up:
Vito F. Mainolfi – Gitarre, Bass, Background-Gesang, Programming
Ezio di leso – Piano, Keyboards
Alfonso Mocerino – Schlagzeug
Lorenzo Nocerino – Gesang
Mark Zonder – Schlagzeug auf Memory Corners, Spectral Regrowth und Give Them Space
Paul Prins – Erstes Solo auf Give Them Space
Ray Alder – Gesang auf Noble Art und Shades of the Night
Michele Guaitoli – Gesang auf Stains

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Dennis

Dennis

95er Jahrgang. Buddelt gerne alte Platten auf Spotify aus, die längst in Vergessenheit geraten sind. Hat eine besondere Vorliebe für die 80er, begeistert sich aber für Musik aus allen Jahrzehnten. Dennis spielt selbst Gitarre und singt, oder versucht es zumindest.

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