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Interview

Koalas aus der Hölle und Lila Lederjacken – Ein Interview mit Tom Kessler (Private Sucker)

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Nach zum Glück schnell behobenen Problemen mit dem Internet und einer kurzen Begrüßung kann es auch schon losgehen:

Christian (RM): Ich durfte ja schon in Fight this World reinhören und finde es schon mal ganz gut. Magst Du unseren Lesern kurz beschreiben, was sie auf dem Album erwartet?

Tom (PS): Ich versuche es so kurz wie möglich zu halten. Musikalisch ist es melodischer Punkrock, mit ein bisschen Streetpunk, mit ein bisschen Hard Rock und ein bisschen Rock´n´Roll, aber es bleibt Mid-Tempo-Punkrock. Was uns dieses Mal wirklich gut gelungen ist, sind die Melodien, egal ob von unserem anderen Gitarristen oder von mir. Wir haben uns da fast bei jedem Song was anderes einfallen lassen, wie zum Beispiel eine richtig geile Melodie zu finden, das ist was Euch musikalisch erwartet. Auch beim Schlagzeug, von Skatepunkbeats wie NOFX über Hardcore-Sachen ist alles mit dabei. Auch ein bisschen Metal ist mit drin, da haut unser Drummer so Double-Bass-Sachen mit raus. Das ist halt auch das besondere an uns, dass es nicht nur dieser klassische Punkrock ist. Unsere Bassistin spielt dazu einen fünf-Saiten-Bass und da eher die tiefen Töne, während im Punkrock normal eher die hohen Bassseiten zum Einsatz kommen. Und so kommt unser einzigartiger Private Sucker-Sound zustande.

Und textlich ist von Beziehungen zu schlechten Vermietern, über, wie es einem als kleiner Bruder geht; über bescheuerte, einfach nur verrückte Texte wie Flying Sharks In The Shallow oder Koalas from Hell, die einfach nur Gaga sind, alles mit dabei. Dazu noch eine Hymne an meine Frau! Dazu behandelt der Titeltrack Fight This World noch die Pandemie.

Christian (RM): Weil Du Koalas From Hell schon ansprichst, kann es sein, dass du ein Problem mit „niedlichen“ Dingen hast? Ihr hattet ja auf eurer letzten EP Zombies in Disneyland und jetzt Koalas aus der Hölle?

Tom (PS): Nein, eigentlich nicht. Entstanden ist das, wie ich gerade meinen zweiten Sohn im Arm hatte und dieser einen Strampler anhatte, wo ein ziemlich niedlicher Koala drauf gestickt war. Mein Sohn ist ja schon ein ziemlich wilder und ich hab dann zu ihm gesagt: „Boah, du bist ja schon auch wieder so ein Koala From Hell“, und ich hab mir dann gedacht, „das klingt ja jetzt schon Hammer“. Dann hat sich das weiterentwickelt wie es so wäre, wenn sich die Erde auftut und Koalas rausspringen, die dann die Erde beherrschen wollen und schon hatte ich innerhalb von zehn Minuten einen Text.

Christian (RM): Woher nimmst du ansonsten deine Inspiration, wie gehst Du ans Songwriting ran?

Tom (PS): Du weißt ja selber, das Mastermind von Private Sucker bin ja ich. Musikalisch und Textlich kommt alles von mir, dazu arrangiere ich auch alles, was auch der Grund ist, warum ich als einziger bei der GEMA gemeldet bin, als Texter und Komponist, aber das Geld, was dabei reinkommt, fließt natürlich komplett in die Band.

Aber wie gesagt, bei Koalas From Hell, den Jungen angesehen, den Koala ins Auge bekommen, fertig. Genauso Flying Sharks In The Shallow, das verlief ähnlich, wir sind da am Pool gesessen und meine Frau hat so einen riesengroßen Haifisch und sagt zu unseren Kindern, „Achtung, jetzt kommt der fliegende Haifisch“, und ich sitze so da und denke mir, „Wow, Flying Sharks“. Das hat schon wieder so was von geil geklungen, aber wo das Shallow hergekommen ist, keine Ahnung. Bei Landlord geht es um Pech mit einem Vermieter, der Song entstand auch ziemlich schnell. Text und Riff sind sofort in meinem Kopf entstanden, die Band fand das auch gleich gut.
Little Purple Girl handelt von meiner Frau, denn wie ich sie kennengelernt habe, war sie für mich immer die Traumfrau in lila, weil sie damals immer lila Schuhe und eine lila Lederjacke anhatte.
Little Brother betrifft mich selber, denn ich bin ein kleiner Bruder, was nicht immer einfach war und ist. Auch bei meinen Kindern ist das jetzt so. Für den Kleinen hab ich halt oft ein wenig mehr Verständnis, der Song ist deswegen auch ein sehr emotionaler geworden, ein wenig schleppend und melancholisch gehalten.
Wie Du siehst, nehme ich die Texte von überall her, manchmal hab ich erst das Riff und das musikalische, manchmal hab ich aber auch erst den Text, aber eine konkrete Vorgehensweise gibt es da so pauschal nicht.

Christian (RM): Da würde mich jetzt interessieren, wie stark sich deine Kollegen denn einbringen in die Band?

Tom (PS): Ich nehme die Songs daheim erstmal für mich auf, das heißt ich programmiere z. B. das Schlagzeug wie ich mir das vorstelle, zwar sehr rudimentär aber nach meiner Vorstellung, genauso Bass und Gitarre. Dieses Grundgerüst schicke ich dann der Band, damit jeder sich etwas dazu überlegen kann. Zu den Aufnahmen zum Album kommen wir dann zusammen und jeder von den anderen kann sich dann mit einbringen.
Die einzelnen Musiker bekommen dann den Song nochmal auf den Kopfhörer, z. B. ohne der programmierten Schlagzeugspur und spielen zu dem Titel dazu und das öfter mal so wie ich es mir vorgestellt habe.
Dann frage ich, „Timon, was hast Du da jetzt gespielt?“
„Ja, das hab ich mir halt so dazu überlegt“, und so sind die Songs öfter mal anders, wie sie eigentlich geplant waren.
Teils gibt es dann einen großen Unterschied zur ursprünglichen Version, aber das war auch schon auf der Dazzled Zombieland so. Larissa, mit ihrem Bass, ist sowieso eine unglaubliche Musikerin, was die sich da öfter mal einfallen lässt, unglaublich. Und auch der Pille an der Gitarre, kommt immer wieder mit genialen Melodien an, wo ich mich frage, wo zieht der die nur her? Kurz gesagt, ich bereite ein rudimentäres Gerüst vor und was daraus letztendlich wird machen meine drei Mitmusiker im Studio mit mir.

Christian (RM): Private Sucker sind ja als Dreierkonstellation gestartet und inzwischen zu einem Viergespann mit neuer Besetzung gewachsen, welchen Unterschied macht das zu davor?

Tom (PS): Das ist richtig, wir sind damals in Arnstorf (im tiefsten Bayern – die Red.) gestartet, mit Manuel und Martin, und es war mir eigentlich wichtig, dass es so einfach wie möglich bleibt. Bei drei Mann ist halt alles schnell ausgemacht, was Proben und Gigs angeht, man muss nicht mehr als zwei Leute fragen und unter einen Hut bringen, fertig. Man kann auch mal mit einem PKW zu einem Auftritt fahren, man ist ja nur zu dritt. Mit dem Umzug nach Regensburg (ebenfalls im tiefsten Bayernland – die Red.) stand ich quasi wieder mit nichts da, ich hatte keinen Proberaum, keine Musiker, nichts!

Mein Vorteil als gebürtiger Regensburger ist halt schon, dass ich noch Leute von früher kannte und so kam der Timon schnell dazu, die Larissa aus Pfarrkirchen hab ich mir noch dazu geholt und der Pille hat sich mehr oder weniger selbst zur Band eingeladen. Dieser hat auf Facebook den Post gesehen, dass ich wieder in Regensburg wohne, seine Band hat sich gerade aufgelöst und daraufhin hat er mich angerufen, ob wir nicht einen zweiten Gitarristen brauchen würden.
Ich war gerade an dem Punkt, wo ich die Band zum dritten Mal komplett neu aufgestellt habe, warum eigentlich nicht? Davor habe ich mich immer gegen einen zweiten Gitarristen gesträubt, aber diese Entscheidung hat sich im Nachhinein als Glücksfall für Private Sucker herausgestellt, da der Typ nicht einfach nur das gleiche spielt wie ich, was auch wichtig ist. Ich spiele ja hauptsächlich mit meiner Rhythmusgitarre Powercords. Wenn er nicht gerade eine Wahnsinns-Melodie über die Songs legt, dann spielt er seine Akkorde als A-Akkorde, was live unglaublich geil klingt und er unterstützt mich auch noch gut beim Backgroundgesang zusammen mit der Larissa.
Also momentan bin ich schon sehr zufrieden, wie es ist. Natürlich ist es jetzt schwieriger alle unter einen Hut zu bekommen in Sachen Gigs und Proben, aber musikalisch ist das jetzt eine gewaltige Verbesserung und auch vom menschlichen her traumhaft.

Christian (RM): Lass und von der Gegenwart ein wenig in die Zukunft schauen. Welche längerfristigen Ziele hast Du mit Private Sucker? Wie sieht die bestmögliche Zukunft aus?

Tom (PS): Das ist jetzt eine lustige Frage, denn jeder Musiker will ja immer auf den Rockolymp oder zumindest von seiner Musik leben können. Und das ist jetzt tatsächlich bei mir nicht der Fall. Ich liebe ja meinen regulären Job und möchte auch weiterhin Realschullehrer bleiben, ich bin da genauso begeistert dabei wie an meinen ersten Tag vor 15 Jahren.
Außerdem hab ich mit meinen 42 Lenzen oft den Gedanken „Eigentlich wäre ich jetzt lieber daheim, auf der Couch und würd Fernsehschauen“, ich möchte jetzt da nicht monatelang unterwegs sein und Touren spielen. Eigentlich ist es so wie es momentan läuft perfekt, wir kommen 2023 etwa auf zehn Gigs, das ist total in Ordnung. Es ist geil, dass wir jetzt unser drittes Album herausbringen und dazu noch über dieses tolle Label und sogar noch auf Vinyl. Das ist ja auch ein Traum, der in Erfüllung geht. Ich hab somit alle Träume seit Bestehen von Private Sucker mehr als erfüllt bekommen. Angefangen mit Videodreh, CD, über Vinyl, ich weiß ehrlich gesagt nicht, was da noch kommen soll.

Christian (RM): Eigentlich wollte ich jetzt fragen, wenn ihr euch eine Band für eine Welttournee aussuchen dürftet, und Ihr wärt Vorband, welche wäre das?

Tom (PS): Das ist jetzt schon noch eine gute Frage, wenn man mal davon absieht, dass so eine Tournee anstrengend ist und in meinem Alter eh schon nichts mehr ist, aber ok. Mal angenommen, ich packe es körperlich, meine Frau und die Kinder haben nichts dagegen, würde ich jetzt schon was nehmen, was musikalisch passt. Und auch jemanden, den ich als meine Vorbilder ansehen würde, das wären dann wahrscheinlich Rancid. Das wäre eine Band, die ich seit etwa 20 Jahren gut finde. Der Streetpunk, den die machen, finde ich gigantisch gut, das wäre es dann eigentlich schon mal. NOFX wären auch noch geil, aber die sind ja dieses Jahr auf Abschiedstour.

Christian (RM): Dann kommen wir auch schon zum Schluss des Interviews mit der Frage, die ich alle Bands und Musikern so stelle und die lautet: Welche Frage sollte man Dir in zehn Jahren stellen?

Tom (PS): (überlegt eine Weile) Ganz einfach, ob ich noch glücklich bin? Weil jetzt bin ich es!

Christian (RM): Hättest Du dann noch ein Schlusswort an die Fans?

Tom (PS): Ich möchte mich natürlich bei den Fans, die wir haben bedanken, dass sie uns jetzt schon teilweise seit 2015 die Stange halten. Dass viele davon auch unsere Konzerte besuchen, uns fleißig streamen und die CDs auch kaufen. Dank Euch kann ich das machen, womit ich meine Freizeit gerne verbringe.

Christian (RM): Ein schönes Schlusswort! Ich bedanke mich für deine Zeit und wünsche dir und deiner Band weiterhin viel Erfolg und viele neue Hörer für Euer neues Album.

https://linktr.ee/privatesucker?fbclid=IwAR1mlcL-OuIVve-W3rvr6sL5dvGLvSz31qZnePxDyf_9TwZ-Cx90sW6xrso

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Christian B

Ich höre alles von traditionellem Heavy Metal, Black, Death, Trash, Folk. Power über Punkrock und was es sonst noch so alles gibt, gut muss es halt sein. Bei was es mir allerdings die Zehennägel aufstellt ist langweiliger Prog wie in Dream Theater, Queensrÿche, Opeth und co. zelebrieren. Da schlafe ich schlichtweg ein.

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