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SONS OF APOLLO – „MMXX“ – Album Review

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`Von weiter Ferne durch die Nacht, hör´ ich Götter schreiten.
Horch! Gedämpfter Klang erwacht, von einer Gitarre Saiten.
Auch Trommeln gesellen sich dazu,
ein Bass und auch der Tasten Töne,
schneiden durch des Abend´s Ruh´.
Frohlocket! Es sind Apollo´s Söhne!`

Freude schöner Götterfunken! Vorbei die Zeit der Askese! Es sei hiermit der am 17. Jänner stattfindende Partus einer neuen Kollektion an Oden der Söhne Apollo´s über INSIDE OUT MUSIC verkündet.

Zwei Jahre nach dem Debut lassen SONS OF APOLLO erneut Götterfunken sprühen. Und bereits im Opener „Goodbye Divinity“ zeigen Mike Portnoy, Derek Sherinian, Ron `Bumblefoot` Thal, Billy Sheehan und Jeff Scott Soto, wozu Musiker imstande sein können. Nach einer ruhigen Einleitung werfen Bumblefoot und Sheehan einem ein Brett um die Ohren, dass einem Hören und Sehen vergeht. Angereichert durch Portnoy´s Powerdrumming, gibt sich auch Sherinian nicht gerade verhalten, und, komplettiert durch Soto´s Vocals, ergibt dies einen Metalkracher vor dem Herrn.

„Wither To Black“, Ode Numero zwei, könnte durchaus Platz auf einem Output Rainbow´s zur Dio-Ära passen. Hervorragend!
Nächster Metal-Kracher: „Asphyxiation“. Disharmonisches Riffgewitter trifft auf Double Bass Drumming – jetzt ist das Biest endgültig von der Leine!
Ein wenig Verschnaufpause wird einem durch Track 4 gegönnt: Glockenläuten, ein ruhiges Klavierintro und Soto´s gefühlvoller Gesang lassen eine Ballade erwarten. Doch weit gefehlt: “Desolate July“ ist zwar eine simple Hardrock Nummer, in der die Sons jedoch beweisen, dass sie auch im Downtempo Bereich beeindrucken können.

Und so geht es in Runde zwei des Albums.
“King Of Delusion“ beginnt mit einem Klavierpart, der Vergleiche mit dem Schaffen des grossartigen Tony Banks zulässt. Doch wer jetzt Progrockiges a´la Genesis erwartet, wird eines Besseren belehrt. Ein böses Gitarrenriff, donnernder Bass und Schlagzeug reißen den Zuhörer aus der noch kurz zuvor erwarteten Ruhepause. Laut/Leise-Passagen dominieren diesen Track, Verspieltes am Klavier, ein aufjaulendes Gitarrensolo, bevor man es wieder gemeinsam krachen lässt.
“Fall To Ascend“ besticht vor allem durch seinen Instrumentalpart, in dem sich Bumblefoot und Sherinian ein unglaubliches Duell liefern, und Portnoy wieder einmal zeigt, welch begnadeter Drummer er ist.

„Resurrection Day“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, nur dass sich zu den zuvor erwähnten Protagonisten noch Billy Sheehan gesellt, und sich als absolut ebenbürdig erweist.
Letzter Track, “New World Today“, Spielzeit fast 16 Minuten – die Erwartungen sind hoch. Ron `Bumblefoot` Thal stellt erneut sein Können unter beweis. Sein Spiel dringt in Sphären vor, in die sonst nur Größen wie Steve Vai und Steve Hackett vorzudringen vermögen – extrem melodiös und harmonisch.
Doch was danach folgt – die Götter mögen mir gnädig sein – kann man nur als ´same procedure, different track´ bezeichnen. Leider sehr konstruiert und keineswegs wie ein durchwachsenes Prog-Epos kommt keine Freude an der Ode auf. Da hilft selbst ein Anspielen von „Acid Rain“ vom Liquid Tension Experiment nichts. Hier begehen Sons Of Apollo den Fehler, sich in teilweise wirrem Gefrickel zu verlieren, doch dies ist hiefür der falsche Boden. Ist so Portnoy´s Statement ´ungewöhnliche Metren und wunderbar verrückte Performances´ zu verstehen? Schade, wobei der Track, verkürzt um die Passage zwischen 2:56 und 10:22 ein absolutes Highlight auf “MMXX“ darstellen würde.

Fazit:
Wurde auf dem Debutalbum noch weitgehend experimentiert, und ist auch der musikalisch eingeschlagene Pfad auf “MMXX“ nahezu ident, wirken die Tracks doch wesentlich ausgereifter. Die Musiker, die auf einem unglaublich hohen musikalischen Level agieren, haben offensichtlich zueinander gefunden. Trotzdem bleibt vor allem die Präsenz der “Del Fuvio Brothers“ (Portnoy/Sherinian) allgegenwärtig. Der Einfluss der Bands, in denen Beide mitwirkten, zieht sich wie ein roter Faden durch jeden der acht Tracks. Dream Theater, vor allem zu “Falling Into Infinity“-Zeiten, Liquid Tension Experiment, Platypus, Planet X, Metal Allegiance – Einflüsse all dieser Formationen sind zu erkennen. Hervorzuheben ist sicher die Leistung Jeff Scott Soto´s, der längst zum Metal-Shouter avanciert ist.
Alles in allem keine Götterspeise, definitiv jedoch ein Werk, das es lohnt, gehört zu werden. Mögen Zeus und Apollo Gnade an ihren Enkeln und Söhnen walten lassen. Ich werde Gleiches tun und 8,5 von 10 Bängs vergeben!

Tracklist:
1 – Goodbye Divinity (07:15)
2 – Wither To Black (04:44)
3 – Asphyxiation (05:07)
4 – Desolate July (05:58)
5 – King Of Delusion (08:48)
6 – Fall To Ascend (05:06)
7 – Resurrection Day (05:51)
8 – New World Today (15:50)

Discographie:
2017 – Psychotic Symphony
2019 – Live With The Plovdiv Psychotic Symphony
2020 – MMXX

Europa-Tour 2020:
29.02.2020 – (DE) Karlsruhe, Rock Shop
02.03.2020 – (NO) Drammen, Union Scene
03.03.2020 – (SE) Gothenburg, Traedgarn
05.03.2020 – (UA) Kyiy, N.A.U. Theatre
07.03.2020 – (RU) Moscow, RED
08.03.2020 – (RU) St. Petersburg, Aurora
10.03.2020 – (CH) Pratteln, Z7
11.03.2020 – (IT) Milan, Live Club
13.03.2020 – (ES) Bilbao, Santana 27
14.03.2020 – (ES) Madrid, La Riviera
17.03.2020 – (FR) Marseille, Cepac Silo
18.03.2020 – (FR) Paris, Machine du Moulin Rouge
19.03.2020 – (UK) London, Islington Assembly Hall
20.03.2020 – (NL) Eindhoven, Prognosis Festival
22.03.2020 – (CZ) Brno, Sono
24.03.2020 – (SK) Kosice, Colosseum
25.03.2020 – (HU) Budapest, Barba Negra

Online:
www.sonsofapollo.com
https://www.facebook.com/SonsOfApollo1/
www.Twitter.com/SonsOfApollo1

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Michl

Michl

Seit Oktober 2019 beim Team. Musikalische Vorlieben: vom NWOBHM über Metal der Göteborger Schule bis hin zu Progrock und Progmetal und natürlich auch Rock in allen seinen Facetten. Spielt in 2 Bands Drums (naja), Gitarre (pfff...) und grunzt manchmal auch vor sich hin. Spricht fließend Drunken Gibberish.

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