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Marathonmann – Alles auf Null – Album Review

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Genre: Akustik, Unplugged, Punk

Land: Deutschland

Ein Live Album, entstanden in einem Jahr in dem es eigentlich keine normalen Konzerte geben konnte. Kann das funktionieren? Absolut. Mit „Alles auf Null“ veröffentlichen die Marathonmänner nicht einfach ein Live Album. Viel mehr ist es ein Unplugged Album, das auf den Abstandskonzerten im letzten Jahr entstanden ist.

Wo andere Bands sich lediglich mit Akustikklampfe und Cochon hinsetzen, holen sich die Herren Saskia Götz (Geige) und Elisa von Wallis (Cello, Gesang) hinzu, um den Querschnitt der bisherigen Diskographie.

Da ich Marathonmann für mich selbst erst mit dem aktuellen Album entdeckt habe, gehe ich eher jungfräulich an Alles auf Null heran. Den Anfang macht ein Klassiker der Band. Holzschwert. Ein Klavier Intro, das schon mal die Marschrichtung vorgibt. In Richtung Melancholie, zumindest über weite Strecken. Das minimalistische und akustische Gewand klingt hervorragend und zeigt, was Marathonmann auch ohne Geschwindigkeit und Strom können: Für Gänsehautmomente sorgen.

Mehr Party bringt dann aber schon Nie Genug ins Spiel. Auch hier dominiert das Klavier und dennoch bekommen auch Gitarre und Geige genug Raum. Ein Song, der sich trotz seines speziellen Gewandes schnell in die Gehörgänge spielt, vor allem, weil ordentlich Druck in den Vocals liegt. Diese kommen teilweise sogar dreistimmig daher und sorgen durch die sehr unterschiedlichen Klangfarben für spannende Momente.

Ein ganz besonders berührender Moment steckt in Abschied. Der Titel ist hier Programm. Klavier, Cello, Geige und ein so ergreifender Gesang, dass man aus den Gänsehautmomenten nicht mehr herauskommt. Die Vocals kommen teilweise etwas brüchig daher und lassen den Schmerz intensiv fühlen.

Auf „Die Angst sitzt neben dir“ ist mit Die Bahn ein unfassbar starker Song enthalten, der schon auf besagtem Album sehr speziell klingt. Überraschenderweise funktioniert Die Bahn in der neuen Version noch besser. Der Song steigert sich sogar etwas zum Ende hin.

Soundtechnisch sind alle Songs ähnlich gestrickt, dennoch stechen Rücklauf (Klavier, das an Kirmes Musik erinnert) und Wir sind immer noch hier (Country/Western Flair) heraus und das reicht auch. Mehr Abwechslung braucht man nicht, wenn ein Album sich so wunderbar zusammenfügt, wie es „Alles auf Null“ tut.

Fazit:

Das Experiment des Unplugged Albums ist ihnen wunderbar gelungen. Wir haben zwölf schöne Songs, die super ineinandergreifen und eine andere Seite der Band zeigen.

„Alles auf Null“ ist mir daher 8,5 von 10 Bängs wert.

„Alles auf Null“ erscheint am 9. April via Redfield Records und wird als CD, Vinyl, Digitales Album und Stream erhältlich sein.

Übrigens streamt das Label auf ihrem YouTube Kanal am Releasetag um 20:00 Uhr ein Live-Stream-Konzert aus dem Z-Bau in Nürnberg.

Den Link dazu findet ihr hier:


Line-Up:

Michi Lettner – Gesang/Bass
Leo Heinz – Gitarre
Johnny Göres – Gitarre
Jo Scheer – Schlagzeug

Gastmusikerinnen:

Saskia Götz – Geige

Elisa von Wallis – Cello/Gesang


Tracklist:

1. Holzschwert

2. Nie Genug

3. Hinter den Spiegeln

4. Flashback

5. Abschied

6. Die Bahn

7. Rücklauf

8. Wir sind immer noch hier

9. Blick in die Zukunft

10. Wo ein Versprechen noch was wert ist

11. Am Ende Nichts

12. Die Stadt gehört den Besten


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Patrick

Patrick

geb. 1993, Musik-Fan seit 2010, Verlobt, Ein Sohn, Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk, Alternative Rock. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

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