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Neurotox – Egal was kommt – Ein Album Review

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Genre: Punk Rock

Ich hatte gerade die Band Neurotox aus Rheinberg auf meiner Therapiecouch. Die Jungs leiden wohl an einer trotzigen Vergangenheitsbewältigung, so kommt es mir nach Genuss ihres neuestem Werks vor Die Songtexte drehen sich ums nie Erwachsenwerden, Kind bleiben und um vergangene Nächte. Es gibt aber auch bestimmt wesentlich schlechtere Themen, über die sich Songs schreiben lassen können.

Fünf Alben in sechs Jahren Bandbestehen muss man erstmal hinbekommen und trotzdem feiern sie ein Comeback, wie sie es gleich zu Beginn des Albums besingen. Ein straighter, nach vorne rockender Song, der schon mal Bock auf das macht, was noch kommt.

In Nächte aus Scherben wird dann das erste Mal die Vergangenheit besungen. Es wurde getanzt, nächtelang auf dünnem Eis, und nichts war davon geblieben als tiefe Narben. Keine sonstigen Erfahrungen, nicht mal positive?

Danach wird es bei Staub meiner Jugend schon etwas trotziger, da beklagen Neurotox lautstark, dass sie mehr sind, als man meinen mag und dass sie mehr erreichen können, mehr Pläne haben, als man denken kann.

Daheim ist es doch am schönsten, das denke ich, ist das Fazit von Nur einen Herzschlag, eine etwas ruhigere Nummer im Gesamtbild von Egal was kommt.

Musikalisch würde ich Neurotox irgendwo zwischen Die Ärzte und den Toten Hosen verorten, mit einem guten Schuss Broilers. Dazu aber doch noch mit einer Brise Eigenständigkeit, die Spaß macht.

Bei dem Titelsong des Albums, Egal was kommt, wird Kameradschaft und Freundschaft besungen, da kann kommen, was mag, man steht zusammen. Da würde ich mal behaupten, dass das ´ne totsichere Live Nummer wird. Klasse Mitsingteil im Refrain, wenn man den mal im Kopf hat, wird man das nicht mehr so schnell los.

Im nächsten Track wird es wieder trotziger, wie es sich eben für ein Ewiges Kind gehört. Das kann man mit Vollgas rausbrüllen, egal, ob das Scheitern droht oder nicht. Ich denke, das spricht jetzt viele von uns an, vor allem so manche Männer unter uns, oder nicht?

Weiter geht es mit der Jungend mit Immer vor´n dabei. Es wurde getrunken, gerauft und alles aus der ersten Reihe heraus. Auch ein Song, der ins Ohr geht. Der Schreiber dieser Zeilen hatte bisweilen schon etwas zu tun damit, sich zu konzentrieren ein anständiges Review zu Papier zu bringen, hatte er doch nebenbei mit schwofen und mitsingen genug zu tun. Hoffe, Band und Leser verzeihen mir hier an dieser Stelle ;-).

Mit Ich hasse Menschen kommt ein wenig Ska ins Programm und bringt Abwechslung. Wenn Alkohol nicht mehr hilft, um sich seine Umwelt schön zu saufen, dann sollte man sich wohl eine einsame Insel suchen. Aber ich fürchte, für 600,- € warm als Budget wird wohl nichts daraus werden. Ich möchte aber niemanden enttäuschen. Coole Nummer!

Wie sind übrigens in der Gegenwart angekommen, und bei Eines Tages ändert sich auch nichts Wesentliches daran. Will man aber vielleicht auch nicht, nicht jetzt. Aber vielleicht Eines Tages! Eine wieder etwas ruhigere Nummer, die dem Album gut tut.

Auf all meinem Wegen geht es, wenn ich es richtig interpretiert habe, um jemandem, der dem Texter sehr nahe stand und im Himmel auf ihn wartete. Eine Nummer, die einem schon die ein oder andere Träne ins Auge drücken kann, wenn man nicht ganz gefühllos ist.

Aufstehen, obwohl man sich noch im freien Fall befindet? Das klingt nach einem Trick, den man erstmal beherrschen muss. Aber in Ziellos wird genau das besungen, außer, ich hätte mich hier irgendwie verhört?! Bitte um Aufklärung und auch um Vorführung!

Beim letzten Song geht einem dann Alles am Arsch vorbei, denn alles ist gut so wie es ist. Da muss ich jetzt Neurotox zustimmen. Zum Abschluss nochmal ein amtlicher Rocker mit einem ruhigen Mittelteil, auch hier ein Refrain, der hängenbleibt und zum Mitsingen einlädt. Ende gut, alles gut.

Fazit: Auf Egal was kommt sind etliche Nummern drauf, die Spaß machen und Lust auf eine Liveshow von Neurotox machen. Wenn die nur halb so gut sind, wie das Album andeutet, kann das nur heftig werden. Dafür gibt es 7,5 von 10 Bängs von mir. Somit würde ich die Band als geheilt entlassen, denn wer will schon Erwachsen werden?

Erschienen ist Egal was kommt bei Metalville

Line Up:

Benny – Gesang

Mario – Bass

Marius – Gitarre

Mike – Drums

Tracklist:

Mein Comeback

Nächte Auf Scherben

Staub Meiner Jugend

Nur Ein Herzschlag

Egal Was Kommt

Ewiges Kind

Immer Vor`n Dabei

Ich Hasse Menschen

Eines Tages

Auf All Meinen Wegen

Ziellos

Am Arsch Vorbei

https://neurotox.jimdosite.com/
https://www.facebook.com/NeurotoxBand/?ref=page_internal
https://www.instagram.com/neurotox_band_offiziell/?hl=de
https://www.youtube.com/user/NeurotoxBandTV
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Christian B

Christian B

Ich höre alles von traditionellem Heavy Metal, Black, Death, Trash, Folk. Power über Punkrock und was es sonst noch so alles gibt, gut muss es halt sein. Bei was es mir allerdings die Zehennägel aufstellt ist langweiliger Prog wie in Dream Theater, Queensrÿche, Opeth und co. zelebrieren. Da schlafe ich schlichtweg ein.

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