Genre: Oriental Metal

Die Veröffentlichung der Best-of-Scheibe Reflections liegt noch nicht lange zurück, da melden sich Myrath bereits mit neuem Material zurück. Grund genug, die frischen Tracks genauer unter die Lupe zu nehmen.

Der Opener The Funeral liefert genau das, was man erwartet: orientalisches Flair trifft auf cineastische Leichtigkeit, bevor der Song in die gewohnt hymnischen Gefilde kippt. Genau hier liegt allerdings auch das Problem, denn dieses Schema zieht sich durch weite Teile des Albums. Einige Songs verlieren die einst so markanten orientalischen Elemente zugunsten klassischer Power-Metal-Strukturen und verspielter Keyboard-Passagen. Das mag zwar ein breiteres Publikum ansprechen, kostet aber auch ein Stück der eigenen Identität.

Dennoch bietet Wilderness Of Mirrors genug Highlights mit Strahlkraft und bietet durchaus Songs, die hängen bleiben wie Wüstensand im Schuh. Until The End etwa punktet mit der Unterstützung von Elize Ryd (Amaranthe) und einer starken stimmlichen Chemie zwischen den beiden Protagonisten. Soul Of My Soul überzeugt mit emotionaler Tiefe und viel Gefühl, während Edge Of The Night als symphonischer Overkill mit reichlich Bombast und Pathos daherkommt.

Ein Totalausfall ist das Album also keineswegs. Allerdings klingen Myrath im Jahr 2026 deutlich zugänglicher als noch auf ihrem Vorgänger Karma (2024). Wo dort noch Tempo, Ecken und Kanten zu finden wahren, setzt die neue Platte stärker auf Midtempo, große Melodien und glattere Arrangements. Weniger Chili in der Gewürzmischung, wenn man so will.

Unantastbar bleibt hingegen die Produktion: Hier sitzt jeder Ton. Chor, Orchester und Band sind bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Doch genau diese Perfektion ist Fluch und Segen zugleich, denn der Sound wirkt stellenweise zu glattpoliert und nimmt der Musik etwas von der Spannung, die Myrath früher ausgezeichnet hat.

Fazit: Wilderness Of Mirrors ist kein schlechtes Album, aber eines, das sich ein wenig im eigenen Spiegelkabinett verliert. Hier fehlt die Magie die ein gutes Album zu einem besonderen Album macht, dafür gibt es aber immer noch solide 7 von 10 Bängs

sieben von zehn

Wilderness Of Mirrors erscheint am 27.03 über earMUSIC

Line Up:

Zaher Zorgati – Vocals

Malek Ben Arbia – Gitarre

Anis Jouini – Bass

Morgan Berthet – Drums

Kevin Codfert – Keyboard, Gesang

Track List:

The Funeral

Until the End

Breathing Near the Roar

Les Enfants Du Soleil

Still the Dawn Will Come

The Clown

Soul of My Soul

Edge of the Night

Echoes of the Fallen

Through the Seasons

Myrath Homepage/Facebook/Instagram

By Christian B

Ich höre alles von traditionellem Heavy Metal, Black, Death, T(h)rash, Folk. Power über Punkrock und was es sonst noch so alles gibt, gut muss es halt sein. Wobei es mir allerdings die Zehennägel aufstellt, ist langweiliger Prog wie in Dream Theater, Queensrÿche, Opeth und Co. zelebrieren. Da schlafe ich schlichtweg ein.

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