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MSG-Michael Schenker feiert mit dem neuen Album „Immortal“ sein 50. Jubiläum und macht sich unsterblich – Album Review

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Vor 50 Jahren begann die großartige Erfolgsstory des kleinen Michael, nein, nicht der aus Lönneberga, sondern der aus Sarstedt bei Hannover. Mit gerade mal 15 Lenzen war er Teil des deutschen Hardrock-Urgesteins, den  Scorpions, und veröffentlichte mit ihnen 1972 auf deren Debutalbum „Lonesome Crow“ seinen ersten selbst komponierten Song „In search of the peace of mind“. Kurz darauf wurde er von den Briten UFO abgeworben und erlangte in den letzten fünf Dekaden als Mad Axeman an der Flying V Weltruhm.

Heuer steht sein aktuelles Album „Immortal“ in den Regalen, dessen Titel nicht passender hätte ausfallen können. Unsterblich hat sich Michael sicherlich durch sein Gitarrenspiel gemacht und gilt auch heute noch für viele Gitarristen als Inspiration und Vorbild.

Doch was kann Deutschlands Gitarrengott im Jahre der Pandemie 2021 noch reißen?

Nach einigen weniger hochklassigen Alben fand Michael mit dem Michael Schenker Fest-Album „Ressurection“ wieder mehr Gehör bei mir. Der damalige Übersong „Warrior“ mit Schenkers ehemaligen Shoutern Robin McAuley, Doogie White, Graham Bonnet und Gary Barden war einfach überragend und hatte alles, was man sich als Hardrock Fan wünscht.

Bis auf Bonnet sind auf „Immortal“ alle auch zumindest wieder als Gastsänger beim Abschlusssong mit von der Partie.

Zum aktuellen Band-LineUp gehören dieses Mal erneut wieder einige Hochkaräter am Mikro dazu wie der Rainbow– und Lords of Black-Sänger Ronnie Romero, Ralf Scheepers von Primal Fear, Joe Lynn Turner und auch Hausproduzent und Namensvetter Michael Voss (Mad Max , Casanova) durfte mal das Micro übernehmen.

Beim Posten am Schlagzeug konnte unser Jubiläumskind Schenker auf einen großen Pool alter Weggefährten zurückgreifen. Den Stuhl an den Drums teilen sich die Ex-MSG-Drummer Bodo Schopf und Simon Phillips (u. a. Toto) sowie Brian Tichy (u. a. Billy Idol, Foreigner, Whitesnake), die sich an den Fellen abwechseln.

Auch am Keyboard holte sich Michael namhafte Verstärkung in Form von Derek Sherinian (Sons of Apollo, u.a. Ex Dream Theatre, Ex-Billy Idol).

Den Eröffnungssong des Albums übernimmt Ralf Scheepers mit “Drilled To Kill„, einem echten Powersong, wie er auch auf jedem Album seiner Stammband hätte Platz finden können. Mit einem Riff wie aus dem Maschinengewehr gehört der Song sicherlich zu den härtesten Songs in der MSG-Discographie.

Es folgt „Don`t die on me now“ mit Joe Lynn Turner. Ich dachte zunächst, dass hier Glenn Hughes den Gesangspart übernommen hätte. Nicht schlecht, der Song kann aber nicht ganz die Klasse der restlichen Songs erreichen.

Bei Knight of the Deadmit Ronnie am Mikro kann Michael sich das erste Mal richtig austoben und zaubert ein Solo hin, welches an die 80er Glanzzeiten erinnern lässt.

Dann wird es kuschelig und Michael Voss darf bei „After der Rain“ zeigen, dass er neben einem guten Produzenten und Songwriter auch ein hervorragender Sänger ist, zu dem diese Ballade wie die berüchtigte Faust aufs Auge passt.

Dann geht’s wieder mit Gas weiter, und des Teufels Tochter wird in “Devils Daughter“ von Ralf besungen. Auch wenn der Refrain gut ins Ohr geht, finde ich hier die Sirene von Ralf nicht ganz überzeugend, auch das Solo kann mich nicht richtig begeistern.

Dann schlägt die Stunde von Ronnie Romero. “Sail to Darkness“ ist einer der Highlights von „Immortal“, grandioser Gesang (Parallelen zu Rainbow sind nicht ganz von der Hand zu weisen) und auch ein tolles, gefühlvolles Solo. So sollte Schenker klingen.

Es folgen weitere gelungene Midtempo Rocker wie das tolle „The Queen of thorns and roses“ von Michael V., welches etwas an Casanova oder Mad Max erinnert oder „Come in Over von Ronnie.

Mit Sangria Morte“ folgt dann der 2. Auftritt von Joe Lynn Turner , der hier grandios abliefert. Ein Song wie gemacht für ihn.

Zum Schluss schließt sich der Kreis und es folgt eine Neuinterpretation des zu Beginn erwähnten „In search of the peace of mind“. Im aktuellen bombastischen Soundgewand erhält dieser Uraltklassiker ein völlig neues Gesicht. Ronnie erhält hier Unterstützung durch die o. g. Gastsänger Gary Barden, Doogie White und Robin McAuley. Auch Michael Schenker kann hier nochmals seine ganze Klasse präsentieren, indem er sein „Baby“ in Form eines verlängerten Solos veredelt. Ganz großes Kino, welches natürlich auch in Videoform veröffentlicht worden ist.

Fazit:

Entsprechend dem Jubiläum hat sich Michael Schenker nicht lumpen lassen und mit seiner ständig wechselnden Truppe ein tolles Album veröffentlicht. Auch wenn mir das ein oder andere Solo etwas zu belanglos erscheint, ist die unbestreitbare Klasse von Schenker trotzdem nicht zu überhören. Es sind auf diesem Album ja auch wieder ein paar überragende Songs und Solos vertreten.

Ich frage mich nur, weshalb Michael das Album nicht wieder unter dem Michael Schenker Fest-Banner veröffentlicht hat, denn das hätte in Anbetracht der letzten Veröffentlichungen und der Vielzahl der beteiligten Sänger meines Erachtens besser gepasst.

Zur klassischen MSG-Band gehört für mich einfach ein fester Sänger.

All diejenigen, die Michael Schenker mal wieder live genießen wollen, sollten besser 2-3 € mehr investieren und sich „Immortal“ als Digipack mit Bluray Disc holen. Dort gibt’s nochmal den Mitschnitt des Headliner-Auftritts vom Bang your Head-Festival 2019 in Balingen in visueller Form zu begutachten. Aus einer Zeit also, in der die Welt noch in Ordnung gewesen war.

Für mich ganz klar ein Pflichtkauf, war ich doch bei diesem Auftritt live vor der Bühne dabei. Ich hoffe, der Postbote braucht nicht zu lange, denn im Vorab-Paket von Nuclear Blast fehlte das Video leider.

Von mir gibt’s 9 von 10 Bängs

neun von zehn

MSG-Lineup:

  • Michael Schenker (guitar, vocals)
  • Ronnie Romero (vocals)
  • Ralf Scheepers (vocals)
  • Joe Lynn Turner (vocals)
  • Michael Voss (vocals)
  • Barry Sparks (bass)
  • Steve Mann (guitar, keyboard)
  • Bodo Schopf (drums)
  • Simon Phillips (drums)
  • Brian Tichy (drums)
  • Gary Barden, Doogie White und Robin McAuley (guest vocals)
  • Derek Sherinian (keyb)

Trackliste

  1. Drilled To Kill                                                4:31
  2. Don’t Die On Me Now                                   4:52
  3. Knight Of The Dead                                      4:05
  4. After The Rain                                               4:26
  5. Devil’s Daughter                                            4:20
  6. Sail The Darkness                                          3:37
  7. The Queen Of Thorns And Roses             4:03
  8. Come On Over                                                4:19
  9. Sangria Morte                                                 4:16
  10. In Search Of The Peace Of Mind              6:27

„Immortal“ erscheint als CD, Digipack mit Bluray sowie auf Vinyl in verschiedenen Farben.

Das Album könnt ihr hier ordern:

https://www.nuclearblast.de/de/label/music/band/news/details/7161980.4104820.msg-quot-immortal-quot-ab-sofort-erh-auml-ltlich.html

Tourdaten 2021:

28.10.2021          Leeds (O2 Academy)    GB

29.10.2021          Newcastle (O2 City Hall)    GB

30.10.2021          Wolverhampton (KK Steel Mill)    GB

31.10.2021          London (O2 Shepherd’s Bush Empire)   GB

02.11.2021          Zoetermeer (De Boerderij)   NL

03.11.2021          Pratteln (Z7)   CH

04.11.2021          Turin (Audiodrome)    IT

05.11.2021          Barcelona (Razzmatazz 1)    ES

06.11.2021          Madrid (La Riviera)   ES

MSG Online:

https://www.nuclearblast.de/de/label/music/band/about/4104820.michael-schenker-group.html

Homepage: https://bit.ly/3pzRetl

Facebook:  https://bit.ly/3oGuuqk

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Thomas

Thomas

Musikalisch bin ich seit den 80er vor allem im melodischen Hard& Heavy-Dschungel unterwegs und immer auf der Suche nach neuen und alten Perlen. Meine absoluten Faves sind Queenaryche, Y&T, Die Toten Hosen... u.v.a......teilweise geht mein Blick aber auch mal über den Tellerrand in Richtung Speed/Trash/Death...solange Melodien erkennbar sind. Auch wenn ich schon zu der Ü50-Fraktion gehöre, findet man mich bei Konzerten und Festivals fast immer Front of Stage, denn Sitzplatz bei Rockkonzerten, das geht gar nicht. Erst wenn es ohne Rollator mal nicht mehr gehen sollte, ist die Tribüne vielleicht ne Alternative.

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