Kamelot haben sich seit vielen Jahren mit starken Veröffentlichungen und Liveauftritten ihren Platz an der Spitze des melodischen Power Metal gesichert. Nach dem Einstieg von Sänger Tom Karevik entwickelt die Band ihren ganz eigenen Stil und bewegte sich im Laufe der Jahre stetig weg vom klassischen Power Metal der Anfangstage hin zu mehr symphonisch orientiertem Metal.
Mit ihrer neuen Scheibe „Dark Asylum“ gehen Bandleader Thomas Youngblood und seine Truppe einen weiteren Schritt in Richtung Cinamatic Metal und entwickeln den Sound der Band nochmals weiter, erinnern hin und wieder schon mal etwas an ein Musical.
Auf ihrem inzwischen 14. Album erzählen Kamelot die Geschichte von der Raven Hill Anstalt, einer ehemaligen Kathedrale, in der inzwischen Wissenschaft, Glaube und Wahnsinn in unheimlicher Koexistenz existieren. Doch so düster und geheimnisvoll die Story des Konzeptalbums erscheint, musikalisch erscheint das Album in einem wesentlich einladenderen Gesamtbild.
Phantastische eingängige Hooks, einladende Melodiebögen, teils schnelle Riffs und die symphonischen Klänge von Oliver Palotai an den Keyboards geben den 15 Songs auf „Dark Asylum“ den Rahmen, in dem sich Ausnahmefrontmann Tommy Karevik mit seinen wunderbaren Stimme austoben darf und in die Welt von Ashen World abtauchen kann..

bereist veröffentlichten schnellen „Ashen World“ und dem sehr melodischen Titeltrack „Dark Asylum“ zeigen uns die US-Amerikaner gleich mal eindrucksvoll, wo ihre Stärken auch auf der aktuellen Langrille liegen. Scharfe melodische Riffs und die schnellen Doublebassattacken von Drummer Alex Landenburg lassen gleich zu Beginn des Albums den Geschwindigkeitsregler erstmals nach oben schnellen.
Auch auf dem „Dark Asylum“ haben Kamelot sich wieder Verstärkung in Form von Gastmusikern ans Mikro geholt, die einzelnen Songs zusätzliche Würze verleihen. Angeführt von der „Miss World Chile“ Ignacia Fernández (Decessus,) die gleich beim Titeltrack „Dark Asylum“ und nochmals bei dem starken „Sanctuary“ ihre bedrohlichen Crowls beisteuert, kann Ignacia nicht nur optisch überzeugen. Wie Ihre beiden „Vorgängerinnen“ Alissa White Gluz (Ex- Arch Enemy, Blue Medussa) und Morgana Le Fay (Warkings) liefert sie mit tiefen bedrohlichen Crowls den Gegenpol zu der teilweise zarten und angenehmen Stimme von Tommy Karevik. Neben Ihr ist bei „Sanctuary“ auch Clémentine Delauney (Visions Of Atlantis) mit von der Partie, die kraftvoll die klaren Vocals beisteuert. Die sehr eingängige Melodie entwickelt sich schnell zum Ohrwurm, die beiden unterschiedlichen Stimmlagen harmonieren perfekt wie Gut und Böse und machen den Song für mich zu einem der Highlight des Albums.
Auch Tobias Sammet revanchiert sich auf „Dark Asylum“ bei Tommy für seine Gesangsbeiträge bei seiner Band Avantasia und glänzt gemeinsam mit dem Kamelot-Frontmann in „One Last Masquerade“. Zu Beginn wirken die Vocals von Tommy fast anklagend, doch ändert sich die Stimmung in dem Song nach einem Break in eine regelrechten Gute Laune Song und mit Toby gemeinsam entwickelt der Song absolutes Hitpotential. „One Last Masquerade“ hätte sicherlich auch einem Avantasia-Album gut zu Gesicht gestanden, merkt man doch das ein gewisser Sascha Peath im Hintergrund an den Reglern saß und dem Song eine gehörige Portion Avantasia-Gene verpasst hat – genialer Track mit einem starken Gesangsduo und genialem Refrain.
Neben schnellen Doublebass-Attacken wie in „Ashen World “ oder „Kaleidoscope“ gibt es auf „Dark Asylum“ aber auch ein andere Seite der Medaille zu hören, hier in Form einer Reihe ganz zarter Passagen. Die Ballade „Ivy, My Dear“ zeigt eindrucksvoll, dass man im Hause Youngblood nicht nur auf schnellen Pferden davongaloppieren kann, sondern sich auch ganz dezent im Trab zurücknehmen kann und auch gefühlvolle Songs beherrscht. Auch auf „Enigma (Think of Me)“ läuft Tommy zur Höchstform auf und zeigt seine Extraklasse am Mikro. Die gefühlvolle Powerballade glänzt wie ein Gemälde, bei der jeder Pinselstrich am rechten Platz sitzt. Hooks und Riffs wechseln sich mit mal schnelleren Passagen, dann wieder langsamen Stellen ab.
Mit „Sleeping Mind“ folgt ein weiteres Meisterwerk, das bereits mit den ersten Tönen etwas Großes erwarten lässt. Der zu Beginn galoppierende Rhythmus baut schnell die Spannung auf geht fließend in den starken Refrain über. Die Kombination aus fast anklagenden Vocals und den flotten Drums sowie den flinken Youngblood`schen Gitarrenlicks gehen runter wie Öl und so steigert sich der Song mit zunehmender Dauer zu einer echten schnellen Kamelot-Hymne.
Auch das schnelle „Kaleidoskope“ und „Cassandra`s Disease“ wissen mit starken Soloparts zu überzeugen. Letzterer erweckt nochmals Erinnerungen an Avantasia und glänzt mit seiner gewissen positiven Ausstrahlung und Ohrwurm-Refrain.
Mit der akustischen Ballade „Beneath the Moon (Tunglið)“ mit dem ätherischen Gesang von den isländischen Sopranistinnen Rannveig Sif Sigurðardóttir und Sólveig Sara Leupold ist erstmals auch ein auf isländisch gesungener Song enthalten, der ganz ohne Tommy auskommt und so doch im wahrsten Sinne etwas aus der Reihe tanzt. Der Song entwickelt mit seinen zarten Violinen, gespielt von Lea-Sophie Fischer (Eluveitie) einen gewissen Mittelaltertouch. Für Sigurðardóttir ist es im Gegensatz zu Leupold nicht das erste Engagement im Power Metal, hat sie in der Vergangenheit bereits bei Bands wie After Forever, Shamain oder Luca Turilli mitgewirkt, sodass Power Metal kein Neuland mehr für sie ist. Zunächst etwas gewöhnungsbedürftig entwickelt der Song zunehmend einen ganz speziellen Zauber, will allerdings letztlich nicht ganz ins Gesamtbild des Albums passen. Ohne den Song als schlecht zu bewerten, hätte man ihn zugunsten des Gesamtgefüges weglassen können.
Mit „Puppet King“ gibt’s zum Abschluss dafür dann nochmals einen flotten Powersong mit Doublebass und schnellem Riffing, bevor mit dem Outro „Sanctum Requiem“ sich der Kreis schließt.
Fazit:
Auch wenn der ein oder andere Song für Oldschool Kamelot-Fans der Anfangstage vielleicht fast schon überfrachtet von all der symphonischen Klängen wirkt und einige Songs mit Power Metal nur noch bedingt zu tun haben, fasziniert mich „Dark Asylum“ genau mit diesem Variantenreichtum und die Vielzahl an genialen Hooks, begeisternden eingängigen Passagen und eingängigen Melodien.
Die teils komplexen, doch jederzeit eingängigen Songs mit den ausladenden Keyboards von Oliver Palotai lassen einen bei jedem Durchlauf immer wieder neue Details entdecken und verleiten gar zum Versinken in die wundersame Welt von Ashen World. Die schnellen melodischen Riffs von Thomas Youngblood ordnen sich meist dezent dem Gesamtsong unter und überlassen der Ausnahmestimme von Tommy Karevik meist das Spielfeld.
Mitreißende Melodien gibt es auf „Dark Asylum“ in Hülle und Fülle. Das Album wirkt beinahe wie ein Soundtrack zu einem düsteren Filmdrama, gepaart mit einer Prise Herzschmerz und dunkler Verzweiflung hinter den hohen Mauern der Raven Hill Anstalt.
Mein bisheriges Lieblings-Karevik-Album „Heaven“ muss sich nun ernsthaft Sorgen machen, dass es seinen Spitzenplatz durch bandinterne Konkurrenz in Form von „Dark Asylum“ verlieren wird, den Kamelot haben erneut ein bockstarkes Album mit 15 tollen Songs abgeliefert. Zumindest aktuell hat das neue Album ohne echten Ausfall, das mit Ausnahme von „Beneath The Moon“ wie aus einem Guss wirkt, deutlich die Nase vorne.
Meine Anspieltipps nach inzwischen sicherlich 10 Durchläufen – es fällt mir echt nicht leicht mich auf 3 Songs zu beschränken – „Sanctuary“, „One Last Masquerade“ und „Ashen World“.
Für „Dark Asylum“ gibt’s daher von mir fast die Höchstwertung von 9,5 Bangs.

Nächste Woche starten Kamelot pünktlich am Releaseday von „Dark Asyum“ am 28.08. auf die Nordamerika-Tour, bevor mit dem zweitägigen KAMFEST DARK ASYLUM am 30./31.10. in Tilburg/NL dann der Startschuß für die große Europatour im Herbst zusammen mit Exit Eden und Temperance fällt.
Dark Asylum Tracklist:
1. Sanctorium
2. Ashen World (feat. Ignacia Fernández)
3. Dark Asylum
4. Sanctuary (feat. Clémentine Delauney & Ignacia Fernández)
5. Nocte Veritas
6. One Last Masquerade (feat. Tobias Sammet)
7. Ivy, My Dear
8. Godlike Alchemy
9. The Sleeping Mind (Orphic Paradigm)
10. Kaleidoscope
11. Enigma (Think of Me)
12. Cassandra’s Disease
13. Beneath the Moon (Tunglið) (feat. Rannveig Sif Sigurðardóttir, Sólveig Sara Leupold, Lea-Sophie Fischer)
14. The Puppet King
15. Sanctum Requiem
KAMELOT Live 2026: Dark Asylum Europa Tour
KAMFEST DARK ASYLUM
30/10/26 NL – KAMFEST – Tilburg / O13 (XANDRIA, Leaves Eyes, Elegy)
31/10/26 NL – KAMFEST – Tilburg / O13 (Black Briar, EXIT EDEN, TEMPERANCE)
Europe Pt. 1
w/ EXIT EDEN & TEMPERANCE
01/11/26 UK – London / SBE
03/11/26 UK – Manchester / O2
05/11/26 DE – Oberhausen / Turbinenhalle
06/11/26 CH – Pratteln / Z7
07/11/26 FR – Lyon / Rayonne
08/11/26 DE – Stuttgart / LKA
10/11/26 PL – Krakow / Klub Studio
11/11/26 PL – Warsaw / Progresja
13/11/26 HR – Zagreb / Boogaloo
14/11/26 HU – Budapest / Barba Negra
15/11/26 RS – Belgrade / Hangar
17/11/26 IT – Trezzo sull’Adda / Live Club
18/11/26 IT – Padova / Hall
20/11/26 FR – Toulouse / Metronum
21/11/26 ES – Barcelona / Razz 1
22/11/26 ES – Madrid / Riviera
KAMELOT is:
Tommy Karevik – Vocals
Thomas Youngblood – Guitars
Oliver Palotai – Keyboards
Sean Tibbetts – Bass Guitar
Alex Landenburg – Drums

KAMELOT Online:
WEBSITE ‚
FACEBOOK
INSTAGRAM
TIKTOK
NAPALM RECORDS
