Genre: hmm, im weitesten Sinne wohl irgendwie schon Metal!

Die alten Alben von J.B.O. sind Klassiker und sollten in jeder vernünftigen CD Sammlung nicht fehlen. Denn wie jeder weiß, ein bisschen Spaß muss sein! Und zu viel Ernsthaftigkeit ist sowieso nicht gesund. Was J.B.O. auch ausmacht ist deren musikalische Vielfalt, kein Genre ist vor den Franken sicher. Und nun liegt uns das neue Album vor, aber kann es was? Immerhin ist die Band ja auch schon etwa drei Jahrzehnte unterwegs, und da haben schon ganz andere Gruppen Mist auf den Markt geworfen und versucht uns dies als das Maß aller Dinge anzudrehen. Also gehen wir mal ins Haus Of The Rising Fun und schauen uns etwas genauer um.

Also Tür auf und rein mit uns. Im Eingangsbereich erwartet uns Ma Ma Ma Metal, ein klassischer Lobgesang auf unsere aller Lieblingsmusik, dargeboten mit knackigen Riffs und leichtem Seitenhieb an das, was unsere Kinder heutzutage hören. Und plötzlich kann ich meine Eltern etwas verstehen, welche die Investition meines ersten Lohnes bestimmt oft verflucht haben, nämlich einer gute Stereoanlage und einem Live Album von Iron Maiden. Nach dieser Begrüßung kommt die erste „Coverversion“, der Titeltrack (und auf welche sich diese bezieht muss ich ja wohl nicht erklären, wer das jetzt nicht weiß, hat in Musikgeschichte geschlafen und sollte sich wieder schlafen legen), und entpuppt sich als Hommage an die Erlangener selbst. Aber wer kann, der kann! So wie auch das Nachfolgende Vito, Wir Machen Krach, dessen Original genau 10 Jahre nach House Of The Rising Sun erschienen ist. Die Version hier gefällt mir aber deutlich besser, ich frage da mal demnächst meine Mama was sie davon hält.

Etwas überraschend wird es dann bei I Kissed A Girl, das sich inklusive Text sehr am Original bewegt. Gag daran wäre, so Vito C. himself, im Interview bei uns, dass er das sing und somit die Geschlechterrolle wechselt. Egal ob Katy Perry oder J.B.O., die Nummer macht Bock. Stinkefinger ist dann wieder eine Eigenkomposition, der hier das Dilemma von ganz vielen Deutsch-Rock-Kapellen behandelt, die nichts mehr zu sagen haben wie Ohohoh, damit zumindest die Fans vor der Bühne was zu tun haben, etwas das aber bei genauerer Betrachtung ziemlich Nervig sein kann, ergo finde ich die Nummer gut.

Es wird Zeit für einen Besuch in der Küche und dem Weg zum Kühlschrank, und schon hört man Ka-Fump!, das Öffnen einer „obligatorischen“ Bierflasche. Und wie der Schreiber dieser Zeilen findet, ein wirklich schönes Geräusch. Ich schenke mir da jetzt erstmal ein lecker Weißbier ein, bevor ich weiterschreibe. Den Song kennt ihr bestimmt eh schon, der wurde nämlich schon als Single veröffentlicht. Danach folgt mit Power Sucht Wolf eine schon längst überfällige Parodie auf Powerwolf, die ich für richtig gelungen erachte. Und vom Songwriting könnten es tatsächlich auch die Greywolf „Brüder“ geschrieben haben, und so kann ich mir die Stimme von Atilla auch gut dazu vorstellen.

Nur Für Euch, lautet der folgende Titel, der für mich wie ein Friede Freude Eierkuchen Lied anmutet, der tatsächlich gute Laune verbreitet. Erst in der zweiten Hälfte bekommt man die Erleuchtung um was es tatsächlich geht, aber dazu muss man bei dem Text schon genau hinhören. Nicht ganz so subjektiv ist Weisst Schon Was Ich Meine, ein beschwingtes Lied, das zum Hüftschwung einlädt.

Zu Bussi hatte ich zwei Gedanken, der erste war das J.B.O. wohl schon länger keinen Stress mehr hatten mit Rammstein (ein bisschen Frieden von 1997?)! Die Ähnlichkeiten zu einem Titel von Till Lindemann und Co. ist schon frappierend. Aber was mir mehr wehtut, so als in meiner niederbayrischen Heimat Niederbayern Geborener, ist das bayrisch, das die Franken da an den Tag legen: Diab? Oans Zwa? Und was hat das österreichische Fürstenfeld hier verloren? Der Song muss nachgebessert werden, so nicht!!!

Duchstabenbreher sind als Witz nichts Neues, aber wenn gut megacht immer wieder amüsant. So wie hier bei Woke On The Smater, und diese richtig einzuordnen und zu entwirren ist gar nicht so einfach. Sehr schlau, denn das Ding muss man mehrmals hören, wenn man etwas Ehrgeiz hat, um alle Buchstabendreher zu finden. Am Ende kommen wir dann zum Hinterausgang, quasi zum Arsch des Haus Of The Rising Fun. Thematische Nähe von Mein Arsch zu Ein guter Tag zum Sterben ist wohl gewollt, da gehe ich mal einfach davon aus. Ein gelungener Rauswurf eines gelungenen Albums würde ich mal sagen!

Fazit: Ich hatte schon länger keinen Spaß wie bei Haus Of The Rising Fun, hier haben wir J.B.O. in Höchstform. Dennoch hat es nicht ganz für die Höchstnote gereicht, aber immerhin für 9 von 10 Bängs!

neun von zehn

Haus Of The Rising Fun erscheint am 09. Januar über Perception/RPM

Line-up:

Hannes „G. Laber“ Holzmann – Gesang, E-Gitarre

Veit „Vito C.“ Kutzer – Gesang, E-Gitarre

Ralph Bach – Bass

Wolfram Kellner – Schlachzeuch

Track List:

Ma Ma Ma Metal

Haus Of The Rising Fun

Vito, Wir Machen Krach

I Kissed A Girl

Stinkefinger

Ka-Fump!

Power Sucht Wolf

Nur Für Euch

Weisst Schon Was Ich Meine

Bussi

Ein Sehr Gutes Lied

Woke On The Smater

Mein Arsch

J.B.O. Homepage/Facebook/Instagram

By Christian B

Ich höre alles von traditionellem Heavy Metal, Black, Death, T(h)rash, Folk. Power über Punkrock und was es sonst noch so alles gibt, gut muss es halt sein. Wobei es mir allerdings die Zehennägel aufstellt, ist langweiliger Prog wie in Dream Theater, Queensrÿche, Opeth und Co. zelebrieren. Da schlafe ich schlichtweg ein.

Related Post