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Grey Daze – Amends – Das Denkmal – Album Review

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Grey Daze, die erste Band von Linkin Park Frontmann Chester Bennington, brachte vor fast einem Monat ihr erstes richtiges Album auf den Markt. Nach dem tragischen Freitod von Chester lag die Idee des gemeinsamen Albums brach. Im Jahr seines Todes wurde das Projekt schon geplant. Die erste Reunion Show war bekannt gegeben und es hätte so schön werden können, leider kam es -wie wir alle wissen- ganz anders. 

Vorab sei zu sagen: „Amends“ stellt für mich eine emotionale Achterbahnfahrt dar. Diese beginnt auch direkt mit dem Opener Sickness. Die Instrumente, die alle neu eingespielt wurden, fügen sich perfekt zu den alten Tonspuren von Chester zusammen. Der Sound ist auf eine schöne Art unangenehm drückend und gerade die dominanten Basslines brennen sich schnell in die Gehörgänge. Ansonsten kann man zum Gesang nichts neues sagen. Chesters Stimme geht einfach durch Mark und Bein und sorgt für Gänsehaut vom Feinsten.

Das folgende Sometimes hat ein folkiges Intro und geht nach dem doch eher ruhigen Einstieg in eine durchaus härtere und schnellere Richtung, wobei sich immer wieder auf die ruhigen Aspekte besinnt wird. Taschentücher raus heißt es für mich bei der ersten Single What´s In The Eye. Mit einem sehr grungigen Ton, erinnernd an Alice In Chains, und den schmerzerfüllten Vocals von Chester drückt mir die Musik neben meinem Herz auch auf die Tränendrüse. Nach den unzähligen Stimmen, die ich bis jetzt gehört habe, ist es immer noch nicht vielen gelungen, solche Emotionen in mir hervor zurufen.

Mit The Syndrome schlägt unmittelbar anschließend bereits mein Highlight ein. Wie auch der Rest profitiert The Syndrome sehr von der Überarbeitung. Das Original, bekannt als The Down Syndrome, war schon stark, doch gerade die elektronischen Elemente am Anfang und das Echo auf Chesters Stimme, geben der Nummer noch einmal einen ordentlichen Batzen Intensität. Auch instrumental wieder absolut on point und einfach frontal in die Magengrube.

Direkt ins Herz geht jeder Moment auf „Amends“ ohne Frage, der besonderste ist aber sicher in Soul Song. Hier hat Chesters Sohn Jamie Bennington Backing Vocals beigesteuert. Alleine schon der Text rührt zu Tränen, im heutigen Kontext ist das eine noch intensivere Erfahrung. Musikalisch als Mid Tempo Ballade verpackt, mit Fokus auf Chesters und Jamies Vocals, und ich bin geneigt zu sagen, dass Chester, was er hier vor seiner Zeit bei Linkin Park schon schuf, das wohl emotionalste aller seiner Arbeiten darstellt. Für mich schwer in Worte zu fassen, was mich hier so mitnimmt. Ich bin aber sicher, dass es Einige nach dem Hören verstehen können.

Den Abschluss dieses hochemotionalen Albums macht die atmosphärische Ballade Shouting Out, ein Duett mit der Sängerin LP. Die absolut unterschiedlichen Stimmen der beiden harmonieren hervorragend und bilden so einen wirklich schönen Abschluss. In den letzten Momenten hört man eine auf einen AB gesprochene Nachricht von Chester.

Fazit:

Was kann ich nun abschließend über „Amends“ sagen? Es ist eine so schmerzhaft schöne Reise mit einer meiner liebsten Stimmen und seine Bandkollegen von Grey Daze, ebenso wie die unzähligen Feature Gäste haben hier Chester wahrlich ein Denkmal gesetzt.

Ich hatte nicht mehr erwartet, eine so authentische und von Herzen kommende Ehrung für mein Idol hören zu dürfen und doch habe ich sie bekommen. Dafür danke ich allen Beteiligten und kann nur noch sagen, was eh schon klar ist: Alle Fans von Chester müssen hier zugreifen.

Auf eine Bäng Bewertung verzichte ich hier ganz bewusst. Ein Werk wie dieses soll genossen und nicht beurteilt werden.

Amends“ erschien am 26. Juni via Loma Vista Recordings / UMG und ist als CD, Vinyl, Digitales Album und Stream erhältlich.


Line-Up:

Chester Bennington – Vocals

Sean Dowdell – Drums

Mace Beyers – Bass

Christin Davis – Guitar


Gäste:

Head und Munky von KoRnB12

Head und Jasen Rauch (Breaking Benjamin) – She Shines

Chris Traynor von Bush – Guitar bei Soul Song, Just Like Heroin, What´s In The Eye und Sometimes

LP – Gesang bei Shouting Out

Marcos Curiel von PODWhat´s In The Eye

Page Hamilton von HelmetSickness

Jamie Bennington – Backing Vocals bei Soul Song

Cara Faye – Backing Vocals bei The Syndrome

Brennen Brochard – Drums bei B12

Carston Dowdell – Drums bei The Syndrome

Ryan Shuck In Time


Tracklist:

1. Sickness

2. Sometimes

3. What´s In The Eye

4. The Syndrome

5. In Time

6. Just Like Heroin

7. B12

8. Soul Song

9. Morei Sky

10. She Shines

11. Shouting Out

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Patrick

Patrick

geb. 1993. Musik-Fan seit 2010. Verlobt Ein Sohn. Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

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