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Ensiferum -Thalassic- VÖ 10.07.20 Album Review

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Titel: Thalassic
Band: Ensiferum
Genre: Viking Metal, Folk Metal, Pagan Metal, Melodic Death Metal
Release: 10.07.2020
Label: Metal Blade Records
Laufzeit: 43:49 bzw. 50:24 incl. Bonustracks
Die finnische Melodic-Folk Band um das einzig verbliebene Gründungsmitglied Markus Toivonen  habe ich 2015 das erste Mal in  Istanbul live gesehen. Heute liegt das achte Studio- und erste Konzeptalbum Thalassic vor mir. Netta Skog  ist nicht mehr dabei, Neuzugang Pekka Montin, zuständig für  Keyboard und Klargesang gibt seinen perfekten Einstand und bringt eine ordentliche Prise Power Metal mit.  Auch auf dem neuen Album vereinen Ensiferum eine ganze Menge Stile, Finntroll trifft auf Blind Guardian und ein Schuss Amorphis, Sabaton, Alestorm und Korpiklaani sind auch noch drin. Thalassic ist altgriechisch und bedeutet „Etwas, das aus dem Meer kommt“.  Das stimmungsvolle, fast schon filmische Intro Seafarer´s Dream führt uns mit Meeresrauschen und Seefahrergesang dann auch gleich an Board des Schiffes und startet mit uns auf eine akustische Reise über die Weltmeere. Mit  Rum, Women, Victory donnert ein Mitgröhl-Song hinterher, der definitiv auf keiner Metalparty fehlen darf.  Sehr gut harmonieren die Vokals von Pekka und Markus mit den schroffen Parts von PetriAndromeda wendet sich mit starker Hookline und verspielten Gitarren den Sternen zu. Auch hier gefällt mir der Wechsel zwischen  Growl und Klargesang sehr gut. The Defence of the Sampo beschäftigt sich mit der finnischen Kalevala Mythologie. Das Nationalepos aus dem Jahr 1835 zählt zu den wichtigsten Werken in finnischer Sprache und trug maßgeblich zur Entwicklung des finnischen Nationalbewusstseins bei.  Der Sampo ist ein mythischer Gegenstand, der seinem Besitzer Wohlstand zu verschaffen verspricht. Der Song bedient sich verschiedener Stilelemente und besticht mit Gänsehautchor und Westerneinlage – großartig!  Run from the Crushing Tide ist eine temporeiche Seefahrerhymne mit gutturalem Gesang, For Sirens überzeugt mich mit schöner Melodie und stampfendem Groove. Während der getragenen, reich orchestrierten Metalballade One with the Sea heißt es kurz ausruhen, bevor der Ohrwurm  Midsummer Magic als leichtfüssige Humpa Nummer viel Laune und ordentlich Durst macht. An diesem Song werden sich die Geister sicher scheiden. Mir macht sie Spaß und vermittelt etwas von der Magie einer durchtanzten Mittsommernacht. Der Longtrack Cold Northland ist ein würdiger Closer und spannt gelungen den Bogen zum Intro. Als Bonustracks gibt es den rein  akustischer Folksong Merille Lahteva (dt: das Meer verlassen), auf dem ich die finnische Kantele zu hören glaube, die auf keinem Ensiferum Album fehlen darf, und die melodische Metal-Coverversion des Songs I´ll stay by your Side von der dänischen Pop Gruppe The Lollipops aus dem Jahr 1965.
„Ich denke, wir haben es geschafft, musikalisch einen weiteren Schritt voraus zu sein, und wir haben auch die besten Teile unseres alten Sounds genutzt.“ Bassist und Sänger Sami Hinkka
Fazit: Das in den Sonic Pump Studios von Janne Joutsenniemi sehr gut und modern produzierte Album bietet jede Menge folkige Ohrwürmer mit reichlich Mitgröhl-Passagen, überzeugt mich mit dem starken Zusammenspiel von Growls und Klargesang,  wohl dosiertem orchestralen Bombast, folkiger Tradition und toller Gitarrenarbeit. Ensiferum gehen nach dem etwas enttäuschenden Vorgängeralbum Two Paths erfreulicherweise Back to the Roots. An ihr starkes Debütalbum kommen sie meiner Meinung nach zwar nicht ganz heran, aber Fans werden nicht enttäuscht sein und können bedenkenlos zugreifen. Von mir gibt es 9,5 von 10 Bängs und damit rangiert Thalassic absolut verdient auf den oberen Plätzen meiner persönlichen Bestenliste 2020.
Anspieltipps: Rum, Women, Victory,  The Defence of the Sampo,  Run from the Crushing Tide
Trackliste:
Seafarer´s Dream
Rum, Women, Victory
Andromeda
The Defence of the Sampo
Run from the Crushing Tide
For Sirens
One with the Sea
Midsummer Magic
Cold Northland
Bonus:
Merille Lahteva
I´ll stay by your Side
Band: Petri Lindroos (Gesang, Gitarre), Sami Hinkka (Bass), Markus Toivonen (Gitarre, Gesang), Janne Parviainen (Schlagzeug), Pekka Montin (Keyboard, Klargesang)
Gastmusiker: Mikko P. Mustonen (Leiter Orchestrierung), Lassi Logren (Violine und Folk Instrumente)
Cover ArtworkGyula Havanchak
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Karina

Karina ist für uns an Rhein und Ruhr unterwegs. Sie hört neben Metal auch Irish Folk Punk, Deutsch- und Mittelalterrock. Für gute Musik ist ihr kein Weg zu weit.

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