ein Livebericht aus Ungarn

Am 29. März führte mich meine Konzertreise wieder in das benachbarte Ungarn, wobei sich sich der Vegallomas Klub in der Stadt Stein am Anger (Szombathely) in einen brodelnden Treffpunkt für Extreme-Metal-Fans verwandelte. Unter dem düster klingenden Banner der „Desecrating Stench Tour“ machten gleich zwei internationale Acts im Rahmen einer Co-Headliner-Tour Station: die chilenische Formation UNBLESSED und die irischen Abrissspezialisten NECROMATON. Komplettiert wurde das Line-up durch die ungarische Supportband ANCTARTICA.
Bereits beim Opener c zeigte sich, dass der Abend keine Gefangenen machen würde. Mit einem druckvollen Set zwischen Death- und Thrash gelang es der Band, das Publikum früh auf Betriebstemperatur zu bringen. Rasende Blastbeats, schneidende Gitarrenriffs und eine intensive Bühnenpräsenz sorgten für die ersten Moshpits des Abends. Besonders beeindruckend war die Spielfreude der Band, die sichtlich stolz war, ein so internationales Package eröffnen zu dürfen.
Im Anschluss übernahmen NECROMATON die Bühne und legten die Messlatte deutlich höher. Die Iren präsentierten ihren kompromisslosen Sound, der irgendwo zwischen Black und -Death-Metal und moderner Brutalität anzusiedeln ist, mit einer Präzision, die live nicht selbstverständlich ist. Die Songs wirkten wie ein unaufhaltsamer Sturm – dicht, aggressiv und dennoch strukturiert. Das Publikum dankte es mit unermüdlicher Energie vor der Bühne, während sich die Band sichtbar von der intensiven Atmosphäre im Club mitreißen ließ.
Den Höhepunkt des Abends lieferten schließlich UNBLESSED. Die Chilenen brachten eine finstere, beinahe okkulte Stimmung in den Raum und zogen das Publikum sofort in ihren Bann. Ihr Sound war roh, düster und von einer bedrohlichen Intensität geprägt, die perfekt zur engen, schwitzigen Clubatmosphäre passte. Zwischen infernalischen Growls und gnadenlosen Riffs entstand eine dichte Klangwand, die kaum Luft zum Atmen ließ. Die Band wirkte dabei wie ein eingespieltes Ritual – fokussiert, kompromisslos und mitreißend.
Der Vegallomas Klub erwies sich einmal mehr als idealer Ort für derartige Underground-Events: nahbar, laut und intensiv. Die „Desecrating Stench Tour“ machte ihrem Namen alle Ehre und bot einen Abend voller Energie, Dunkelheit und internationaler Metal-Leidenschaft. Für die Besucher dürfte dieses Konzert noch lange nachhallen – nicht nur in den Ohren, sondern auch im Gedächtnis.


































