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A River Crossing – Forsaken – Album Review

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Genre: Post-Rock

A River Crossing, eine Post-Rock-Band aus Luzern (Schweiz), veröffentlichen am 26.03. ihr zweites Album „Forsaken„. Tatsächlich liegt die Veröffentlichung des Erstwerks „Sediment“ (damals u. a. durch Crowdfunding finanziert) bereits ganze vier Jahre zurück, die Band selbst hat sogar schon 13 Jahre auf dem Buckel. In dieser Zeit hat sich viel getan. Es gab Differenzen zwischen den einzelnen Mitgliedern, Musiker kamen und gingen. Seit ein paar Jahren spielen nun Felix Baumann, René Scherer, Livio Meister und Jonas Nissen zusammen und man merkt, dass die Jungs eine eingespielte Truppe sind, die ihren eigenen Sound gefunden hat.

Es gibt keine vorgegebenen Songstrukturen. Refrains werden des Öfteren angedeutet, jedoch nie bis zur Ermüdung wiederholt. Jedes einzelne der sechs Stücke ist eine musikalische Reise mit einem Anfang und einem Ende. Nur ein Lied geht unter fünf Minuten. Die Atmosphäre ist auf der einen Seite bedrückend, auf der anderen Seite aber vermittelt der warme Gitarrensound auch ein Gefühl von Unbeschwertheit. Diese musikalische Untermalung passt gut zur Thematik. „Forsaken“ ist zwar kein Konzeptalbum, trotzdem hängen alle Lieder lose miteinander zusammen.

Die Band schreibt dazu: „“Forsaken“ schildert das Leben von einer unbestimmten Perspektive aus. Es geht um im Stich gelassene Menschen, aber auch um Hoffnung. Die Songs sind einzelne Geschichten, verwebt zu einem Netz, welches das Leben aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Im Kern geht es darum nicht den Fokus auf das Wesentliche zu verlieren: das Leben selbst.“ Das Album passt also durchaus zur aktuellen Lage, in der viele Menschen eine schwere Zeit durchmachen.

Hidden ist wohl eine eher ungewöhnliche Wahl für die erste Single, da erst nach über fünf Minuten der Gesang einsetzt (und die Nummer ist nur sechseinhalb Minuten lang), aber im Kontext des Albums auch konsequent. Das Musikvideo zeigt abwechselnd Aufnahmen aus der Natur, sowie Industrieanlagen und belebte Straßen. Dadurch bekommt die einzige Textzeile We`re lost in time and space, We`ll cross the sea, Only i know where to go, Now just give me your hand, We`re the one to be saved, let me show you this hidden place, come with me noch mal eine genauere Bedeutung und kann womöglich als Weckruf gegen den Klimawandel verstanden werden.

Auch die anderen Lieder sind bärenstark, wirkliche Totalausfälle gibt es nicht. Der Spannungsbogen bleibt über das komplette Album erhalten, nicht zuletzt auch dank der komplexen Songstrukturen und weiterer Nuancen. Der Opener Ashes etwa beginnt mit einem Schlagzeugintro, ehe die Gitarren und der Gesang einsetzen. In der zweiten Strophe gesellt sich noch eine weibliche Gesangsstimme zu Sänger und Gitarrist Felix Baumann. Torn erinnert an eine Mischung aus Pink Floyd und Deftones zu „White Pony„-Zeiten. Death besticht mit seiner schönen Melodie und mündet im Mittelteil in eine Bläserfraktion. Abgeschlossen wir das Album durch Tar, dass mit seinem doppelstimmigen Leadgesang im Gedächtnis bleibt.

Fazit: A River Crossing liefern mit „Forsaken“ ein gut produziertes Zweitwerk ab, dass nicht nur sauber klingt, sondern auch musikalisch überzeugen kann und den Hörer durch seine melancholische Grundstimmung und unkonventionelle Songstrukturen in seinen Bann zieht. Von mir gibt es neun von zehn Bängs.

neun von zehn

Forsaken“ erscheint am 26. März 2021 bei Antigony Records in limitierter Auflage als Gatefold Double Marble Vinyl und als 4 Panel Digifile CD und kann hier bestellt werden: https://antigonyrecords.bandcamp.com/album/forsaken

Tracklist:
1. Ashes
2. Hidden
3. Torn
4. Death
5. Spines
6. Tar

Bandmitglieder:
Felix Baumann – Gesang, Gitarre
Jonas Nissen – Gitarre
Livio Meister – Bass
René Scherer – Schlagzeug

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Dennis

95er Jahrgang. Buddelt gerne alte Platten auf Spotify aus, die längst in Vergessenheit geraten sind. Hat eine besondere Vorliebe für die 80er, begeistert sich aber für Musik aus allen Jahrzehnten. Dennis spielt selbst Gitarre und singt, oder versucht es zumindest.

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