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Varulv – Kerker, Todt und Teyfl – Ein Album Review

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„Wer bist du? Ich bin der Tod. Kommst du um mich zu holen? Ich bin schon lange an deiner Seite gegangen.“

Mit diesen einleitenden Worten aus Ingmar Bergmans „Das Siebte Siegel“ nehmen uns Varulv mit auf eine Reise, eine Reise ins finsterste Mittelalter. Die Menschheit wird geplagt von Krankheit, Armut und bitterer Not. Dem Tode näher als dem Leben und mit einer ungewissen Zukunft behaftet.

Diese Story verpacken Varulv in ihr Konzeptalbum Kerker, Todt und Teyfl. Das Album besteht je nachdem, ob man es auf Cd oder Vinyl hört, aus drei oder vier Kapiteln. Auf der mir vorliegenden Cd Version befinden sich die drei Kapitel 1. Kerker, 2. Todt und 3. Tyfel. Und diese Kapitel haben es in sich. Der Protagonist nimmt uns mit in die Abgründe seines Lebens. Angefangen vom Einschluss in den Kerker, in dem er dem Wahnsinn nahe einen unheilvollen Pakt schließt, zu seiner baldigen Hinrichtung bis hin zu seinem Tod.

Musikalisch verpacken Varulv das alles in schwärzesten und kältesten Black Metal, den ich seit langem gehört habe. Dadurch, dass man sich ein wenig in der Pagan Ecke bedient, entsteht eine morbide und unheimliche Atmosphäre. Man hackt nicht stupide auf den Instrumenten, sondern schafft es, durch überlegtes Songwriting und den lyrischen Texten nicht langweilig oder monoton zu klingen. Das soll natürlich nicht heißen, dass es hier irgendwie lahm zu geht. Der Tyfel hat den Black Metal geschaffen und der macht hier seinem Namen alle Ehre. Sägende Riffs, knüppelnde Drums und bis in die Knochen gehende Vocals vereinen sich zu einem unheilvollen, schwarzmetallischen Gewitter.

Fazit: Die Mischung aus extrem schnellen und Midtempo Parts überzeugt auf ganzer Linie. Durch abwechslungsreiche Melodien (ja die gibt’s im Black Metal auch), gespickt mit ein paar Streicher Arrangements und überlegten Einsatz der Backingvocals, klingt das Album wie aus einem Guss. Vom ersten Song an fasziniert das Album und Varulv bauen eine unheimliche Spannung auf, die sich durch das ganze Album zieht. Fast so als ob man ein Buch liest und das Ende kaum abwarten kann.

Deshalb gibt’s von mir 9 von 10 Bängs.

Mein Anspieltipp: der im Midtempo startende Song Erwachen. Hier hört man besonders gut das Wechselspiel zwischen den langsamen und schnellen Passagen, welches diese unheimliche Atmosphäre aufbaut.

VÖ:07.03.2020

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Christian

Christian

geb. 1977, Metalfan seit 1989, verheiratet, ein Sohn, Heavy, Death, Thrash und Hardcore. Der Fachmann, wenn es um Bands geht, die aus Ländern kommen, deren Namen die meisten nicht mal kennen.

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