Universum25 malen eine düstere Zukunft auf ihrem neuen Album „Die Maschinen wollen leben“ – Release am 20. Februar – Tourstart am Donnerstag

Am kommenden Freitag den 20.02.2026 erscheint der lang ersehnte Nachfolger des sowohl bei Fans und Presse gefeierten selbstbetitelten Debütalbums von UNIVERSUM25, welches für mich im Veröffentlichungsjahr 2023 eines der herausragenden Alben des Jahres war und mit seinem ganz neuen Sound voll ins Schwarze traf. Die harten Rhythmen der Gitarren, gepaart mit elektronischen Beats und einer ausdrucksstarken Stimme ergeben zusammen mit den zum Nachdenken anregenden Texten den ganz besonderen Musikstil von UNIVERSUM25.

Nun folgt also die zweite vollwertige Veröffentlichung, lässt man die EP „Ebbe und Flut“ mal außer Acht. Die Band, die wie viele andere Bandprojekte in letzter Zeit gerne als Supergroup bezeichnet wird, besteht bekanntlich aus In Extremo-Sänger Michael Robert Rhein, Pat Prziwara (Fiddlers Green / Gitarre), Gunnar Schroeder (Dritte Wahl / Gitarre), Rupert Keplinger (Eisbrecher, Antitype / Bass) und Drummer Alex Schwers (Slime) und widmet sich auch auf dem neuen Rundling erneut den eher dunklen Seiten der Gegenwart und unserer Zukunft. Produziert wurde auch das neue Album wieder vom bekannten Produzenten und Songschreiber Jörg Umbreit in den Principal Studios.

Foto Monroe

Mit ihren teils dystopischen Texten setzen U25 auch auf „Die Maschinen wollen leben“ inhaltlich ihren eingeschlagenen Weg konsequent fort und betrachten in ihren Songtexten sehr kritisch die aus dem Ruder laufende Welt, die Probleme in der heutigen Gesellschaft und thematisieren die immer schneller voranschreitende Technisierung durch Computer und künstliche Intelligenz mit den damit verbundenen Konflikten zwischen den Maschinen und ihren Erschaffern. Songs der Marke „Friede, Freude, Eierkuchen“ sucht man auf der Scheibe vergeblich.

Ganz im Gegenteil malen U25 eine sehr bedrohlich anmutende Zukunft auf die Leinwand, in deren Focus  vorhandene Szenarien und künftige Visionen zwischen der Menschheit auf der einen Seite, sowie Computern, Maschinen und der immer weiter sich ausbreitenden KI auf der anderen Seite stehen, die zunehmend die Herrschaft über die Welt von uns Menschen übernehmen. Letztlich getrieben durch unser eigenes Tun entwickeln die Maschinen letztlich ein Eigenleben, was in der Folge die Menschheit an den Rand des Abgrunds treibt. Man mag sich nicht vorstellen, wohin die Entwicklung gehen könnte, sollte auch nur ein Teil dieser fiktiven Szenarien Wirklichkeit werden.


Doch kommen wir zu den 10 neuen Songs des Albums.

Auch auf „Die Maschinen wollen leben“ gibt es wieder jede Menge gute Melodien und fetzige Riffs, ganz im bekannten Soundgewand der beiden vorherigen Veröffentlichungen. Der Mix aus den musikalischen Elementen der Bands der fünf beteiligten Musiker definiert auch diesmal wieder den unverkennbaren Sound von Universum25. Doch bleibt man nicht in der Entwicklung stehen und kopiert einfach sein erfolgreiches Konzept. Durch das Hinzufügen von Computersounds verleiht man den neuen Songs einen ganz neuen technischen Touch, der den Inhalt des Albums sehr passend untermalt.

Mit dem Albumopener „Wenn Roboter Träumen“ startet man gleich mal sehr eingängig in die Scheibe und widmet sich inhaltlich der Digitalen Revolution, die in einer Neuordnung der Welt endet, bei der Computer und Maschinen ein Eigenleben entwickeln und sich ihr eigene Zukunft nach ihren eigenen Wünschen erschaffen – zu unserem Leidwesen ganz ohne die Menschheit. Trotz der flotten, fast schon einladenden Melodie und der sehr menschlich anmutenden Computerstimme bleibt zu hoffen, dass uns allen dieser Ausblick in eine mögliche Zukunft hoffentlich erspart bleibt.

Die erste Auskopplung des Albums dürfte inzwischen allen U25-Fans bekannt sein und so dürfte der Song bei den anstehenden Konzerten mit seiner eingängigen Melodie lautstarke Fangesänge auf den Plan rufen.

Die aktuelle 3. Auskopplung „Gardinen zu“ legt dann mit hartem Riff den Finger in die Wunde eines selten angesprochenes Gesellschaftsproblem. Augen zu machen und sich zurück zu ziehen, um nicht anzuecken und sich von Problemen abzuschotten, sollte nicht die Lösung sein. Nicht das Ding von Universum25, die immer klare Kante mit ihren Texten zeigen und offen die Missstände in unserer Gesellschaft in ihren Songs ansprechen. Trotz des ungewöhnlichen Titels entwickelt sich der Song schnell zum Hit, der einen beim Zuhören direkt abholt und trotzdem zum Nachdenken.

Der Titelsong „Die Maschinen wollen leben“ startet im Anschluss zunächst gemächlich, erneut untermalen Computerstimmen den Song inhaltlich, ehe es flot in den Refrain übergeht und mit harten NDH-Riff die Wucht voll zum tragen kommt. Einer der stärksten Songs des Albums.

Mit der Ballade „Einsamkeit“ setzt U25 den ersten emotionalen Höhepunkt. Zwischenmenschliche Probleme und Einsamkeitsgefühle belasten den Protagonisten des Songs – eindringlich und bewegend mit starker musikalischer Umsetzung. Langsam beginnend mit Pfeifen im Hintergrund und der eindringliche Gesang schaffen Gänsehautfeeling. Sehr starker Song

Mit „Zu deiner eigenen Sicherheit“ gibt`s dann ungewohnte Klänge zu hören, die sich deutlich vom Rest des Albums unterscheiden. Sind hier etwa die Eskimo Callboys mit am Werk? Disco-Hiphop Klänge die sich jedoch schnell mit einem harten Riff vermischen, ergeben einen flotten Rocker, der auch mit spitzen Pointen im Text punktet.

Die zweite Hälfte des Albums startet mit „Ich denke also bin ich“, dass die Welt aus dem Blickwinkel eines Computers betrachtet, der durch sein Eigenleben zum neuen Gott der Welt und Herrscher des Universums erwachsen ist. Zahlreiche Computersounds ergeben einen recht digitalen Sound, zunächst schleppend nimmt der Songs nach einer Weile aber an Fahrt auf. Etwas verzwackter Refrain, gehört für mich zu den schwächeren Songs der Scheibe.

Mit elektrischem Beat und hartem Riff starten Universum25 im Anschluss „Ich geb dir mehr“. Auch der mit dem Zusatztitel „Milgram Experiment“ versehene Track stammt wie schon der Bandname von einem wissenschaftlichen Experiment in den 60er Jahren. Bei der wissenschaftlichen Studie wurde die Bereitschaft durchschnittlicher Personen getestet, autoritären Anweisungen Folge zu leisten, auch wenn sie in direktem Widerspruch zu ihrem eigenen Gewissen stehen. „Ich geb dir mehr“ steht dabei bildlich für das Mehr an elektrischen Stromstößen, den die Versuchspersonen an ihre Probanden abgeben mussten. Echt krass, welch kranke Versuche im Namen der Wissenschaft damals unternommen wurden. Nach anfänglich langsamen Beginn wird wie beim Experiment die Leistung auf 450 Volt hochgefahren und der Härtegrad erhöht, Starkes Finale mit den Keyboards und dem eindringlichen Refrain.

Nach all dem negativen Ausblicken und Gedanken zeigen uns U25 dann auch gleich einen möglichen Ausweg aus dem ganzen Dilemma auf. Die „Zeitmaschine“ könnte ein Ausweg sein, der uns in eine bessere Zukunft in die Vergangenheit zurückreisen lässt, quasi „Back to the Roots“, weniger (Technologie) ist manchmal einfach doch mehr. Im Midtempo angesiedelt versprüht der Song mit seinem Refrain durchaus dann auch mal positive Vibes und versprüht mit seiner Ausrichtung doch noch Hoffnung. Eigentlich wäre der Titel ein perfekter Song fürs Ende des Albums hgewesen, der einen positiven Schlusspunkt gesetzt hätte.

Daher verwundet es etwas, dass das im Anschluss folgende „Der Anfang vom Ende“ die Welt wieder unter schlechten Sternen sieht und den Anfang von Anarchie und Hoffnungslosigkeit nach einem Zusammenbruch der geordneten Weltordnung thematisiert. Rein spannungsmäßig und von der Dramaturgie her hätte der Song eher vor „Zeitmaschine“ gepasst. Die jammernd und anklagende Frauenstimme im Mittelteil und das kreischende Riff verstärkt die dystopische Stimmung des Songs. Trotz der düsteren Aussichten für unsere Welt gefällt der gelungene Refrain mit einer gewissen Positivität und setzt sich schnell im Ohr fest.

Der längste und außergewöhnlichste Track folgt am Ende des Albums und fällt etwas aus dem Rahmen. Mit „Uhrwerk“, das eher gemächlich fast zäh startet und mit hypnotischen Klängen einer Klangschale und Uhrwerksgeräuschen sowie Tick Tack-Gesängen die Dramaturgie ansteigen lässt ist zunächst sehr gewöhnungsbedürftig. Erst mit dem Refrain wird dann Tempo aufgenommen und der Song entwickelt etwas Wucht. Mit Michi`s Sprachgesang, zusammen mit den Glockenschlägen und dem Uhrzeiger verfällt man fast in Trance, ehe man durch den Refrain aus diesem Zwischenstadium wieder ins hier und jetzt geholt wird. Das Ende hätte man durchaus etwas kürzer gestalten können, zieht es sich doch etwas zu sehr in die Länge.


Fazit:
Auch wenn „Die Maschinen wollen leben“ in meinen Augen/Ohren nicht ganz so stark ausgefallen ist wie das bärenstarke selbstbetitelte Debut, kann mich das Album trotzdem wieder überzeugen. Es enthält 10 überwiegend starke Songs mit treibenden Beats und harten Riffs und auch von der Freiheit, neue Dinge auszutesten, machen U25 fleißig Gebrauch, indem sie immer wieder neue Soundelemente in den Songs verarbeiten. Auch textlich fallen die Songs durchweg stark aus, wenn man sich mal intensiver mit ihrem Inhalt beschäftigt. Selten habe ich so viele Denkanstöße durch ein Album erhalten, wenn auch nicht immer positiver Natur.
Wenn auch die Grundstimmung der Scheibe nochmals dystopischer und mahnender ausfällt, machen die Songs trotz allem auch dieses Mal wieder mächtig Spaß beim Hören, denn Universum25 schaffen es erneut, den Zuhörer mit ihren Texten abzuholen und dabei auch musikalisch zu fesseln.

Michaels rauhe Stimmlage ist dabei wie geschaffen für die Musik von Universum25. Mit seinen eindringlichen Texten hält er uns überaus deutlich den Spiegel vor Augen und zeigt schonungslos auf, was zum Teil alles in der Welt und unserer Zeit verkehrt läuft. Sein Ausblick in unsere künftig hochtechnisierte Zukunft bringt nicht nur Licht, sondern auch viele Schattenseiten mit sich, die es nicht zu übersehen gilt.

Bleibt zu hoffen, dass die Menschheit lle noch rechtzeitig aufwacht, um die auf  „Die Maschinen wollen leben“ besungenen Szenarien und diese düsteren Aussichten noch zu vermeiden. Vielleicht schaffen wir es ja doch noch, rechtzeitig aufzuwachen, um zumindest einen Teil der Schalter rechtzeitig in die richtige Richtung umzulegen.

Von mir gibt es trotz der düsteren Aussichten für „Die Maschinen wollen leben“ starke 8,5 Bangs.

Tracklist:

1. Wenn Roboter träumen

2. Gardinen zu

3. Die Maschinen wollen leben

4. Die Einsamkeit

5. Zu deiner eigenen Sicherheit

6. Ich denke also bin ich

7. Ich geb dir mehr (Milgram Experiment)

8. Zeitmaschine

9. Der Anfang vom Ende

10. Uhrwerk


Das Album erscheint am 20.02.26 via Vertigo Berlin / Universal Music. Zur Erstauflage der CD/LP gibt es eine exklusive Bonus CD/LP mit dem kompletten Livekonzert von UNIVERSUM25 auf dem Mera Luna Festival aus dem Jahr 2025.

Bisher wurden aus dem Album 3 Singles veröffentlicht: „Einsamkeit“, „Wenn Roboter träumen” und „Gardinen zu“.

Unmittelbar vor dem Release von „Maschinen wollen leben“ starten Universum 25 dann am Donnerstag, den 19.02. in Hamburg auch gleich zu einer kleinen Release-Tour.

UNIVERSUM25 – DIE MASCHINEN WOLLEN LEBEN – Tour 2026

19.02.26 HAMBURG, Knust + SOAB

20.02.26 KÖLN, Live Music Hall + SOAB

21.02.26 STUTTGART, Im Wizemann + SOAB

26.02.26 BERLIN, SO36 + VERSUS GOLIATH

27.02.26 ERFURT, HSD + VERSUS GOLIATH

28.02.26 DRESDEN, Tante Ju + VERSUS GOLIATH

Tickets zur Tour gibt`s unter https://music.universum25.com/tickets

Fotocredit: Monroe


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By Thomas

Musikalisch bin ich seit den 80er vor allem im melodischen Hard& Heavy-Dschungel unterwegs und immer auf der Suche nach neuen und alten Perlen. Meine absoluten Faves sind Queenaryche, Y&T, Die Toten Hosen... u.v.a.....inzwischen kann ich mich aber auch für Mittelalterrockband wie Feuerschwanz oder Saltataio Mortis absolut begeistern. Ab und an geht mein Blick aber auch mal über den Tellerrand in Richtung Speed/Trash/Death...solange Melodien erkennbar sind. Auch wenn ich schon zu der Ü50-Fraktion gehöre, findet man mich bei Konzerten und Festivals fast immer Front of Stage, denn Sitzplatz beim Rockkonzerten, das passt bei mir einfach nicht zusammen. Erst wenn es ohne Rollator mal nicht mehr gehen sollte, ist die Tribüne vielleicht ne Alternative.

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