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Trace Kotik – Everything Has Been Done By Now, So Now, Everything Is Possible… – Album Review

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Genre: Indie, Folk

Land: Israel

Credit: Jenny Selegey

Kennt ihr das wenn ihr einfach nicht in der richtigen Stimmung für Musik seid? So ging es mir mit dem Album von Trace Kotik. Nach einem ersten reinhören war mir eigentlich klar das ich mir das Album mit dem kurzen Namen unbedingt näher ansehen möchte und dann? Tja, dann passierte nichts. Ich fand einfach nicht rein und hab ein intensiveres Hören immer wieder vor mir hergeschoben.

Inzwischen haben ich und „Everything Has Been Done By Now, So Now, Everything Is Possible…“ aber zu einander gefunden und ich kann endlich meine Meinung darüber auf euch los lassen. Haltet euch fest, das wird ein wilder Ritt!

Doch first things first: Wer ist Trace Kotik? Bekannt durch die Band JON erwartet uns ein abwechslungsreiches Album des israelischen Singer-Songwriter, irgendwo zwischen Indie und Alternative Folk. Gut, soviel zu den wichtigsten Fakten aber wie klingt die Musik nun? Viele der Songs vermitteln einen unbeschwerten Vibe, lassen die Sehnsucht nach warmen Sommertagen steigen. Laden uns dazu ein abzutauchen und das sollten wir auch.

Doch nicht nur locker flockig kann Trace, sondern auch angenehm rockig. So erinnert SNIPS stark an Wheels von den Foo Fighters und kommt mit einem ähnlich Drive daher. Mit Enough schwänkt er dann etwas in Richtung Country und packt das Banjo aus. Spätestens hier hat mich Trace in seinem Bann, allein schon dafür das er dem Banjo (für mich ein mega spannendes aber zu selten genutztes Instrument) Platz bietet.

Chaos und Hesitant kommen dann sehr melancholisch daher und leiten ein emotionales Auf und Ab im Punkto Dramaturgie ein. Nachdenkliche, schwere Momente wechseln sich mit leichten Parts ab. Bis Until Next Time dann ungemein hart und unvermittelt einschlägt. Auch wenn sich der Song erst aufbaut, merkt man direkt das hier andere Töne angeschlagen. Elemente aus Grunge und Industrial lassen den Song irgendwie extrem anders klingen, doch schaffen es vor allem die Drums hier die Nummer nicht als zu fern vom Rest zu positionieren.

Wenn man denkt man hat alles gehört kommt dann zum Schluss noch Sleep mit heftigen elf Minuten Spielzeit und somit fast einem Viertel der Länge vom gesamten Album. Hier hat Trace alles reingepackt: Saxophon, Banjo, elektro Sounds, Akustikgitarre, Streicher. All das was man auf neun Songs verteilt hörte kanalisiert der Songwriter hier in einem riesigen Brocken Musik, der wie einer der Bosse aus Shadow of the Collossus eigentlich friedlich ist aber nach einigen Minuten geweckt wird und seine Kraft entfacht.

Nach gut vier Minuten ist eigentlich Schluss. Eigentlich, denn erst jetzt offenbart sich sein experimenteller Touch. Spoken Words im Vordergrund, während man im Hintergrund hört wie etwas immer wieder rückwärts abgespielt wird. Irgendwie gruselig und bedrückend, aber auch extrem interessant.

Fazit:

Trace Kotik hat einen spannendes und überweite Strecken wirklich angenehmes Album. Es lädt zum Abschalten ein und dennoch gibt es viel zu entdecken.

Ich wurde mehr als gut unterhalten, daher vergebe 8,5 von 10 Bängs.

„Everything Has Been Done By Now, So Now, Everything Is Possible…“ erschien bereits am 23. April via IMU Records.


Tracklist:

1. 100

2. SNIPS

3. Enough

4. Chaos

5. Hesistant

6. Slip

7. Foreign Friends

8. Bright Lights

9. Until Next Time

10. Sleep


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Patrick

geb. 1993, Musik-Fan seit 2010, Verlobt, Ein Sohn, Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk, Alternative Rock. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

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