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Neil Peart – Every Drummer´s Hero – Ein Nachruf auf einen der besten Schlagzeuger der Welt

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„Suddenly you were gone from all the lives you left your mark upon.“
(Afterimage, 1984)
Traurige Nachrichten. Neil Elwood Peart – einer der ganz großen Musiker unserer Zeit, hat die Bühnen dieser Welt für immer verlassen. Geboren am 12. September 1952 in Hamilton, Ontario, Kanada, hat Peart den dreieinhalb Jahre andauernden Kampf gegen einen Hirntumor am 7. Jänner 2020 in seiner Wahlheimat Santa Monica im US-Bundesstaat Kalifornien verloren.

“When I heard that he was gone, I felt a shadow cross my heart.“
(Nobody´s Hero, 1993)
Neil `The Professor` Peart war einer der virtuosesten und einflussreichsten Drummer. Mit seinem präzisen Spiel, seinem Ideenreichtum, und durch sein außerordentlich kreatives und innovatives musikalisches Handwerk hat er unzählige Drummer beeinflusst. Zu seinen Vorbildern und Einflüssen zählten unter anderem Keith MoonMitch MitchellGinger BakerMichael GilesSteve Gadd, John Bonham, Bill Bruford und Billy Cobham.

Peart war seit 1974 Drummer der kanadischen Rockband RUSH, bei der er 1975 auf dem Album „Fly By Night“ seinen Einstand gab. Und es war nicht nur der Einfluss seines Schlagzeugspiels, das RUSH zu einer der bedeutendsten Bands im Rockgenre machte. Die hauptsächlich von ihm verfassten Songtexte sind auf literarisch höchstem Niveau. Beeinflusst durch Autoren wie Ayn Rand, J.R.R. Tolkien und Mark Twain verfasste er Texte, die sich mit profanen Themen, aber auch mit Science Fiction, Phantasie und Philosophie befassten.

1994 wurde die Band mit der Aufnahme in die Canadian Music Hall of Fame geehrt.
Neil und seine Bandkollegen Geddy Lee und Alex Lifeson wurden zu „Officers of the Order of Canada“ ernannt. Darüber hinaus bekamen sie für ihr Schaffen den höchsten kanadischen Orden für Künstler, den „Governor General’s Award“ verliehen. 2010 wurde das Trio in die Canadian Songwriter Hall Of Fame, 2013 in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen.

Neil Peart bekam für seine Arbeit zahlreiche Awards des Magazins Modern Drummer, einem in den USA erscheinenden Fachblatt für Drummer und Percussionisten. Der Rolling Stone listete Peart 2016 gar auf Rang vier der 100 besten Drummer aller Zeiten.

2012 fand die Zusammenarbeit mit Matt Scannell, Frontmann der amerikanischen Alternative Rock Band Vertical Horizon, statt, aus der auf dem 2013 veröffentlichten Album „Echoes from the Underground“ zwei Tracks mit Neil Peart hervorgingen. Zu einem Track, „Instamatic“, wurde auch ein Video mit Behind-The-Scenes Aufnahmen gedreht. Diese Aufnahmen zeigen nicht nur Neil Peart´s musikalisches Konnen und seine Spielfreude in einem für ihn untypischen Musikgenre, sondern auch seinen Humor.

Und wenn auch seine musikalische Laufbahn durch viele Höhepunkte gekennzeichnet war, so musste er zwei furchtbare Schicksalsschläge überwinden. 1997 verunglückte seine Tochter Selena Peart Taylor bei einem Autounfall tödlich, 1998 starb seine Frau Jaqueline Taylor an Krebs. Dies veranlasste Peart zu einer therapeutischen Karthasis – einem Motorradtrip durch Kanada und die USA. Von diesem Roadtrip erzählt das Buch „Ghost Rider – Travels On The Healing Road“.

Neil Elwood Peart – danke für die wundervolle Musik, für die Inspirationen sowohl durch dein Spiel, als auch durch deine Texte. Danke für die vielen Stunden, die wir an deinem Schaffen teilhaben konnten.

Möge deine Seele in Frieden ruhen.

„When we are young
Wandering the face of the earth
Wondering what our dreams might be worth
Learning that we’re only immortal
For a limited time…“

(Dreamline, 1991)
Soloprojekte:
Burning for Buddy, Volume 1 – 1994
Burning for Buddy, Volume 2 – 1994/95
A Work in Progress  (DVD – Drums on „Test for Echo“) – 2002
Anatomy Of A Drum Solo (DVD) – 2006
Taking Center Stage: A Lifetime Of Live Performance“ (DVD) – 2011
Fire on Ice, The Making of „The Hockey Theme“ (DVD) – 2011

Bücher:
The Masked Rider: Cycling in West Africa – 1997
Ghost Rider: Travels on the Healing Road – 2002
Traveling Music. Playing Back the Soundtrack to My Life and Times – 2004
Roadshow: Landscape with Drums – A Concert Tour by Motorcycle – 2007
Far and Away – 2011
Far and Near – 2014
Far and Wide – 2016

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Michl

Michl

Seit Oktober 2019 beim Team. Musikalische Vorlieben: vom NWOBHM über Metal der Göteborger Schule bis hin zu Progrock und Progmetal und natürlich auch Rock in allen seinen Facetten. Spielt in 2 Bands Drums (naja), Gitarre (pfff...) und grunzt manchmal auch vor sich hin. Spricht fließend Drunken Gibberish.

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