Dieses Interview hat am 04.02 stattgefunden, ein paar Tage nach Veröffentlichung ihres neuen Album Love Kills! und einen Tag vor der Pirates & Kings Tour mit Visions Of Atlantis und den Warkings. Rede und Antwort stand mit zu diesem Zweck Tim Kanoa Hansen, Gitarrist und Songwriter der Symphonic-Power-Metal-Band Induction.
Christian B. (RM): Hallo Tim, gleich mal eine freche Frage zuerst. Wann werdet ihr Powerwolf als Vorband mit auf eure Tour nehmen?
Tim: Haha! Sobald sie Zeit haben und wir die Hallen entsprechend groß genug füllen. Aber Spaß beiseite: Powerwolf sind eine Ausnahmeerscheinung im Genre und spielen längst in einer eigenen Liga. Wir konzentrieren uns darauf, unseren eigenen Weg konsequent weiterzugehen, wer weiß, was die Zukunft bringt. Fürs erste freuen wir uns darauf im Sommer zusammen mit Warkings zwei Shows mit den Legenden spielen zu können.
Christian B. (RM): Was unterscheidet Euch von anderen Band in eurem Genre? Warum sollte man Induction hören?
Tim: Weil wir versuchen, Powermetal nicht als Museum, sondern als lebendiges Genre zu begreifen, das sich entwickelt und atmet. Uns geht es um Emotion, große Melodien und moderne Sounds, ohne unsere Wurzeln zu verleugnen. Induction steht für Songs, die sofort etwas auslösen. Energie, Gänsehaut oder einfach nur Spaß. Trotzdem überraschen wir unsere Hörer gerne mit dem einen oder anderen Song.
Christian B. (RM): Wie verläuft das Songwriting bei Euch? Woher nehmt ihr Eure Inspiration?
Tim: Die meisten Song beginnen bei mir aus einem kleinen Funken der Inspiration. Ob etwas in meinem Leben passiert, oder ich ein Film gesehen habe, oder Song gehört habe. Daraus entwickeln sich dann größere Ideen. Love Kills! Und Born From Fire stammen komplett aus meiner Feder, ich bin also was das Songwriting betrifft überwiegend verantwortlich. Trotzdem tragen alle dazu bei, ihren Aspekt zu verfeinern und den Song zum Leben zu erwecken. Ich freue mich darauf, bei dem nächstes Album alle noch näher mit ins Boot zu holen.
Christian B. (RM): Ein Song der mir besonders gut gefällt ist Strangers to Love. Wie ist die Zusammenarbeit mit Clémentine Delauney (Visions Of Atlantis) überhaupt zu Stande gekommen?
Tim: Der Song brauchte für mich von Anfang an eine zweite Stimme, um die Geschichte richtig erzählen zu können. Clemi war sofort die erste Person an die ich Gedacht hab, nicht nur wegen ihrer Stimme, sondern wegen ihrer Ausstrahlung und Emotionalität. Die Zusammenarbeit war sehr entspannt und inspirierend, und sie hat dem Song genau die Tiefe gegeben, die wir uns erhofft hatten und so wie sie jetzt mit Gabri harmonisiert, passt einfach perfekt.
Christian B. (RM): Wessen Idee war es Empress von Gamma Ray zu covern? (In meinem Review wollte ich es eigentlich vermeiden die Verbindung von Tim zu Kai Hansen zu erwähnen, das Thema ist glaub ich hinlänglich bekannt, aber mit dem Song habt ihr mich quasi dazu gezwungen!)
Tim: Hahaha, die Idee entstand tatsächlich ganz organisch. Empress ist ein großartiger Song, der uns allen viel bedeutet. Natürlich ist mir bewusst, dass dadurch die Verbindung zu Kai wieder etwas präsenter wird, aber das lässt sich in diesem Fall einfach nicht vermeiden und ist auch völlig okay. Der Song hat einfach thematisch und musikalisch eine extrem guten Platz auf Love Kills! gefunden.
Christian B. (RM): Ist der Name Hansen eher ein Türöffner oder ein Stopper?
Tim: Beides. Am Anfang ist der Name natürlich präsent und sorgt für Aufmerksamkeit. Gleichzeitig bringt er Erwartungen und oft Vergleiche mit sich. Langfristig zählt aber nur, was man selbst aufbaut. Wenn das was ich mache, nicht irgendwie gut ist, bringt es auch nichts. Ich sehe den Namen weder als Bürde noch als Bonus. Er ist einfach Teil meiner Geschichte, und ich bin sehr Stolz auf meinen Papa für alles was er erreicht hat.
Christian B. (RM): Wie war eigentlich die Tour mit Savatage? Die Band zählt ja schon zu den Legenden in der Szene!
Tim: Es war eine absolute Ehre. Savatage sind nicht nur Legenden die Heavy Metal stark geprägt haben, sondern auch unglaublich professionell im Umgang. Diese Tour war für uns extrem lehrreich und inspirierend, wenn auch stellenweise sehr hart. Wir sind das erste mal mit Vans und Hotels gereist, was schon sehr knochig ist. Viele der hardcore Savatage Fans fanden uns auch ganz schrecklich, weil wir ja keinen Keyboarder live mit dabei haben. Oft kam dann beim meet and greet die schnippische Frage wo der denn sei. Da konnte ich dann nur etwas drüber schmunzeln. Am Ende war es das alles aber Wert.
Christian B. (RM): Welche Ziele habt ihr mit der Band?
Tim: Wir sind da relativ bescheiden. Absolute Weltherrschaft wäre da schon ausreichend. Aber abgesehen davon ist unser Ziel, Induction langfristig zu etablieren. Musikalisch, live und wirtschaftlich, was nun mal auch sehr wichtig ist. Wir wollen größere Shows spielen, unsere Produktion weiter ausbauen um jede Nacht zu einem besonderen Erlebnis machen zu können, das es NUR mit INDUCTION geben kann. Vor allem aber wollen wir Musik machen, hinter der wir zu 100 Prozent stehen.
Christian B. (RM): Welche Frage sollte man Euch in zehn Jahren stellen?
Tim: Fragt die Frage, die du noch nicht zu stellen weißt. Ich denke in 10 Jahren wissen wir, was man uns so Fragen soll.
Christian B. (RM): Habt ihr ein Schlusswort an die Heavy Metal Fans da draussen?
Tim: Danke für eure Loyalität und Neugier. Musik lebt von Leuten die mit der Zeit gehen und echte Musik unterstützen. Hoffentlich gefällt euch LOVE KILLS! und ihr teilt die Musik und Message mit der Welt.
Christian B. (RM): Danke für deine Zeit und hoffentlich viel Erfolg und weiterhin Spaß mit der Band!
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