Kennst du dieses Gefühl, wenn ein Song dich plötzlich Jahre zurückwirft? Genau so ging’s mir an diesem Abend in München. LaFee live zu sehen war wie ein Wiedersehen mit meinem Teenie-Ich …Nur in besserer Soundqualität und mit deutlich mehr Gelassenheit. Aber jetzt mal von Anfang an.
Der Abend begann mit Arella, die direkt mit einer ordentlichen Portion Energie in ihr Set einsteigt. Ihr Sound war klar in Richtung urbaner Pop mit traplastigen Drums, viel Bass und einer Attitüde, die sofort gezündet hat. Ab dem ersten Song war klar, dass sie und der Gitarrist Julian Best die Menge im Griff haben. Besonders „Gute Mädchen gehen dumm“ und „playboy hasii“ haben das Publikum begeistert. Arella wirkte selbstbewusst, präsent und brachte genau die Art von Tempo mit, die eine Vorband braucht, um einen Saal wirklich wachzuschütteln.
Als LaFee schließlich die Bühne übernehmen sollte, wurde es im Saal dunkel. Der Vorhang vor der Bühne blieb geschlossen, und nur ihr Schatten zeichnete sich dahinter ab, während die ersten Takte ihres Songs „LaFee“einsetzten. Der Track erzählt ihre eigene Geschichte, und dieser Einstieg war so clever inszeniert, dass die Spannung im Raum spürbar wurde. Man sah nur ihre Silhouette – ein bisschen geheimnisvoll, ein bisschen nostalgisch, sehr „LaFee“. Und dann fiel der Vorhang. Der Moment war laut, warm und ehrlich: Die Menge begrüßte sie so heftig, dass man sofort merkte, wie viele ihre Musik mit ihrer eigenen Jugend verbinden.
Von da an hatte sie den Saal komplett auf ihrer Seite. LaFee wirkte selbstbewusst, gleichzeitig nahbar und sympathisch, und man spürte sofort, wie wohl sie sich mit ihrer Band fühlte. Gitarrist Jean Bormann (bekannt aus „Rage“ und „Doomcrusher„), Drummer Lucky Maniatopoulos („Rage„), Bassist Robin Simon („Doomcrusher„) und Keyboarder Marco Grasshoff („Rage„) gaben ihr nicht nur musikalisch Rückenwind – man merkte, wie viel Spaß sie zusammen auf der Bühne hatten. Es wurde viel gelacht, kleine Insider-Blicke zwischen ihr und der Band flogen hin und her, und die Stimmung war einfach locker und vertraut.
Stimmlich war sie richtig stark unterwegs. Egal ob kraftvolle Stellen oder ruhigere Momente – sie lieferte durchgehend sauber ab. Gerade bei dem Song über den Verlust einer geliebten Person wurde sie unglaublich emotional, musste kurz Luft holen, und der Saal wurde mit ihr ganz ruhig. Dieser Moment hat gesessen, weil er so ehrlich war – keine große Show, kein Drama, einfach echter Schmerz, den man sofort verstanden hat.
Zwischen den Songs erzählte sie kleine Anekdoten aus der früheren Zeit, sprach darüber, wie sich Dinge verändert haben und wie viel ihr die Fans bedeuten. Dann wieder lockere Sprüche, ein bisschen Selbstironie, ein paar ernstere Worte über das Erwachsenwerden, Selbstbehauptung, Zusammenhalt und Diversität – alles sehr ungezwungen, sehr authentisch. Das Publikum war voll dabei, hat laut mitgesungen und war in den ruhigen Momenten respektvoll leise.
Ein schöner Moment entstand, als sie bemerkte, dass ein paar Kinder im Publikum waren. Sie stoppte den Ablauf kurz, winkte sie nach vorne und sorgte dafür, dass sie sich auf die Stufen vor dem Wellenbrecher setzen konnten. Die Stimmung wurde schlagartig weich und herzlich, und LaFee wirkte in dieser kleinen Szene fast wie eine große Schwester, die ihr Publikum beschützt.
Musikalisch gab es eine richtig gute Mischung aus neuen Tracks und alten Klassikern. Die alten Songs wurden abgefeiert, als wären sie nie weg gewesen, aber die neuen funktionierten überraschend stark und wurden genauso laut mitgetragen. Es wirkte einfach rund – ein Set, das Vergangenheit und Gegenwart perfekt zusammenführt.
Und zum Schluss, beim letzten Song „Virus“, kam noch ein Moment für die OG-Fans: Sie verschwand kury von der Bühne und kam mit ihrem „LF“-Schläfentattoo zurück– dieses ikonische kleine Detail aus ihrer Anfangszeit. Ein perfekter Abschluss, der nochmal unterstrichen hat, dass sie zwar erwachsen geworden ist, aber trotzdem absolut sie selbst geblieben ist.












































