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GHØSTKID – GHØSTKID – Album Review

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Genre: Metalcore

Land: Deutschland

Das Debut Album von GHØSTKID ist sicherlich eines der mit großer Spannung erwarteten Alben in 2020. Das erste Album das Sushi ohne seine alte Band Eskimo Callboy heraus bringt. Die erste Frage die sich mir direkt gestellt hat: Wird man GHØSTKID und EC vergleichen können. Die Antwort ist ein klares Jein. Auf der einen Seite haben wir Sushis Vocals, die sich natürlich nicht verändert haben, auf der anderen Seite haben wir das Soundkonstrukt das so einfach total anders ist als bei EC.

Wir starten mit FØØL, das mich speziell am Anfang dazu bringt noch mal nach zu schauen ob ich denn eh gerade GHØSTKID höre. So krasse erinnert der Anfang an die „Sempiternal“ Ära von Bring Me The Horizon. Gefolgt von einem leicht gerappten Part, bis Sushi im Refrain das Monster von der Leine lässt. Ja richtig gelesen. Uns werden fette Screams um die Ohren gehauen und das auch noch im Refrain. Starker Einstieg, der mal nach Metalcore klingt und mal an Nu Metal erinnert.

Nach dem bereits gut bekannten START A FIGHT zeigt uns SHARKS eine weitere Facette der Band. Hier erinnert auch gerade der Anfang wieder eine sehr bekannte und erfolgreiche Kombo. Sowohl die elektronischen Parts als auch die Stimme von Sushi lassen mich unweigerlich an den Electro Pop von Tokio Hotel denken und gefällt mir richtig gut. SHARKS ist mehr eine Ballade, bekommt aber im Refrain durch die Percussions und anschließend auch im folgenden Refrain durch sehr groovige und präsente Basslines wieder mehr Härte, bleibt aber trotzdem hauptsächlich in einem doch sehr elektronisch dominierten Bereich.

DRTY klingt insgesamt dann doch sehr nach dem „alten“ Sushi und hätte so auch gut auf „The Scene“ von Eskimo Callboy gepasst. Mit THIS IS NØT HØLLYWØØD folgt dann die erste Nummer die ein Feature verpasst bekommen hat. Von diesem Song haben es auch gleich zwei Versionen auf das Album geschafft. Zum einen die Version mit Timi Hendrix (Trailerpark) und als Abschluss mit Johnny 3 Tears (Holywood Undead), die sich aber nur in dem Featurepart unterscheiden. Auch hier rappt Sushi wieder mehr. Das elektronische Intro erinnert mich total an This Is America von Childish Gambino. Dieser Eindruck verflüchtigt sich während dem Refrain. Eine sehr düstere Nummer bleibt es aber trotzdem. Zu den Featuregästen ist zu sagen das beide eine super Job machen. Persönlich gefällt mir die Version mit Timi Hendrix aber deutlich besser, weil ich den Kontrast zwischen Englisch und Deutsch super finde um einfach die Stimme von Timi besser gefällt.  

Ein paar Vergleiche zu anderen Bands und Künstlern habe ich ja schon gezogen aber einer geht noch. YØU & I ist ein kraftvoller Lovesong, in dem schon ein eher klassischer Aufbau zu erkennen ist. So haben wir gehauchte Cleans, gefolgt von fetten Screams in den Strophen und herzzerreißende Cleans im Refrain. Dagegen hat der Instrumentalpart schon einen starken Goth Einschlag. Das wirklich besondere sind aber dieses Mal wirklich die Cleans. Jedes Mal aufs neue muss ich hier an Christoph von Freydorf (Emil Bulls) denken. Nach einem wiederholten Screampart driften sie dann soundtechnisch in Richtung „Fandigo“ von Callejon ab.

Mit SUPERNØVA kommt ein weiterer bekannter Song um die Ecke. Zu meiner Schande muss ich sagen das ich die Nummer tatsächlich erst jetzt gehört habe. Da mich nämlich START A FIGHT anfangs nicht so sehr begeistern konnte wollte ich an den Rest des Album unvoreingenommen heran gehen, was sich definitiv ausgezahlt hat. SUPERNØVA ist über weite Strecken einfach nur scheiße hart und ein verdammtes Monster. Der Part von Marcus Bischoff (Heaven Shall Burn) schießt den Härtegrad noch einmal ordentlich in die Höhe. Ich hätte nichts dagegen gehabt wenn man ihm generell die Screams in diesem Song überlassen hätte.

Das letzte Feature (wenn man THIS IS NØT HØLLYWØØD mit Johnny 3 Tears nicht als Abschluss sieht) stellt Mille Petrozza (Kreator) im Song CRØWN dar. Der Song wird durch seine Struktur wie perfekt für Milles Vocals. Während die Strophen doch noch relativ hart sind, zeigt sich der Refrain sehr atmosphärisch.

Nach der einzigen richtigen Ballade CØLD WØLRD, die die Ruhe des Anfangs nicht ablegt kommt auch bereits der letzte Song um die Ecke. Der einleitende 80s Beat von ZERØ erinnert mich total an Blinding Lights von The Weeknd, recht schnell wird aber klar in welche Richtung wir hier gehen. Ein harter Song der ohne elektronischen Schnick Schnack auskommt und einfach wunderbar gut ins Ohr geht.

Fazit:

Das „GHØSTKID“ kein gewöhnliches Debut Album ist sollte jedem klar sein. Man hört die Erfahrung von Sushi und seiner neuen Band und so wurde ein Album geschaffen das auf einem sehr hohen Niveau ist.

Ich kann nicht sagen das es mir egal ist das Sushi und Eskimo Callboy nun getrennte Wege gehen, aber es freut mich das Beide mit wirklich großartiger Musik wieder zurück sind. „GHØSTKID“ ist ein Album das Erwachsen, Reif und Ernst klingt und konnte mich nach anfänglicher Skepsis absolut überzeugen.

Ich vergebe 9,5 von 10 Bängs.

„GHØSTKID“ erscheint am 13. November via Century Media und wird als CD, Vinyl, Digitales Album und Stream erhältlich sein.


Line-Up:

Sebastian „Sushi“ Biesler – Vocals/Guitar

Stanislaw Czywil – Bass

Steve Joakim – Drums

Danny Güldener – Guitar


Tracklist:

1. FØØL

2. START A FIGHT

3. SHARKS

4. DRTY

5. THIS IS NØT HØLLYWØØD (feat. Timi Hendrix (Trailerpark))

6. YØU & I

7. SUPERNØVA (feat. Marcus Bischoff (Heaven Shall Burn))

8. CRØWN (feat. Mille Petrozza (Kreator))

9. CØLD WØRLD

10. ZERØ

11. THIS IS NØT HØLLYWØØD (feat. Johnny 3 Tears (Hollywood Undead))


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Patrick

Patrick

geb. 1993. Musik-Fan seit 2010. Verlobt Ein Sohn. Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

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