Erscheinungstermin: 17.12.2025
Klappenbroschur, 261 Seiten, Sprachen: Deutsch
978-3-518-47528-7
suhrkamp taschenbuch 5528
22,00 €, ebook 18,99 €
Leidenschaft, Lautstärke und Legende
Motörhead stehen wie kaum eine andere Band für kompromisslosen Sound, klare Prinzipien und pure Energie. Für viele Fans gehören sie zu den einflussreichsten Vertretern von Rock und Metal. Frank Schäfer erzählt ihre Geschichte kenntnisreich, lebendig und mit spürbarer Begeisterung. Schon nach kurzer Zeit wird deutlich, dass hier ein Autor schreibt, der sich intensiv mit der Band auseinandergesetzt hat.
Der Anfang einer unverwechselbaren Band
Die Reise beginnt im Jahr 1975 in England. Drei Musiker schließen sich zusammen und schaffen eine Gruppe, die bald durch ihren rauen, direkten Klang auffällt. Mit dem markanten Maskottchen Snaggletooth und ihrer kompromisslosen Haltung entwickelt sich Motörhead schnell zu einer festen Größe der Szene. Ihr Stil ist laut, schnell und unverkennbar.
Lemmy – Zentrum und Symbolfigur
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Frontmann Lemmy Kilmister, der bis zu seinem Tod im Jahr 2015 das Gesicht und die treibende Kraft der Band war. Das Buch beschreibt ihn als charismatische Persönlichkeit mit klaren Überzeugungen, starkem Willen und unverwechselbarem Auftreten. Ohne Lemmy wäre Motörhead kaum denkbar.
Freundschaften und Verbindungen in der Szene
Interessant sind auch die Beziehungen zu anderen Bands. Die Zusammenarbeit mit Girlschool begann zunächst als klassische Vorband-Situation und entwickelte sich zu einer engen Freundschaft. Ebenso werden gemeinsame Tourneen mit Saxon geschildert. Diese Einblicke zeigen, wie stark Motörhead innerhalb der Rock- und Metalwelt vernetzt war.
Spannende Fakten hinter den Kulissen
Besonders reizvoll sind die weniger bekannten Details. So erfährt man etwa, dass Lemmy am Text von Ozzy Osbournes Song „Mama, I’m Coming Home“ beteiligt war. Solche Hintergrundinformationen verdeutlichen den Einfluss der Band weit über ihre eigene Musik hinaus.
Wildes Tourleben und schräge Geschichten
Neben ernsteren Momenten enthält das Buch auch humorvolle und bizarre Episoden aus dem Bandalltag. Während einer Japanreise im Juni 1991 kam es zu Streit mit Tourmanagerin Sharon Osbourne, nachdem Hotelzimmer auf ungewöhnliche Weise verändert worden waren. Eine weitere skurrile Szene betrifft Schlagzeuger Phil Taylor, der mit Schnittverletzungen in seinem Hotelzimmer entdeckt wurde, nachdem er versucht hatte, durch einen Badezimmerspiegel zu klettern. Diese Geschichten vermitteln ein lebendiges Bild des exzessiven Rocklebens.
Sprache, Stil und Anspruch
Das Werk überzeugt durch gründliche Recherche und große Detailfülle. Allerdings verwendet der Autor teilweise ungewöhnliche Fremdwörter und Fachbegriffe. Das kann den Lesefluss etwas verlangsamen, unterstreicht jedoch zugleich den sprachlichen Anspruch des Buches.
Fazit: Kraftvoll, lebendig und lesenswert
Diese Biografie verbindet Musikgeschichte, persönliche Einblicke und humorvolle Episoden zu einem eindrucksvollen Gesamtbild. Für Motörhead-Fans ist sie nahezu Pflichtlektüre. Doch auch Leser ohne tiefere Vorkenntnisse erhalten einen spannenden und lebendigen Zugang zu einer der prägendsten Bands der Rockgeschichte.
