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ECLIPSE – Live-Veröffentlichung „Viva la VicTOURria“ als CD/BluRay erschienen – ein Review

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Land : Schweden
Für Fans von : Pretty Maids, Treat, W.E.T. One Desire

© Frontiers Records 2020

Die schwedischen Melodic-Rocker von Eclipse gehören seit einigen Jahren zu den erfolgreichsten aufstrebendsten Rockbands in Europa. Gegründet 1999, folgte im Jahr 2001 das Debütalbum The Truth and a Little More. Damals noch etwas in den Kinderschuhen steckend, sah man bereits beim Zweitwerk Second to None das große Potential der Band. Es folgten in den Folgejahren zahlreiche hochklassige Veröffentlichungen, denen Multitalent und Frontmann Erik Mårtensson zusammen mit seinem langjährigen Partner Magnus Henriksson an der Leadgitarre ihren typischen und unverkennbaren Sound-Stempel aufdrückten. Als bislang bestes Album gilt sicherlich das aktuelle Werk Paradigm.

© Frontiers Records 2020

Nach zahlreichen erfolgreichen Touren und Festivalauftritten u.a. auch auf den größten Open-Airs in Europa war es nun an der Zeit, die Livequalitäten der Band auch einmal auf Platte und in visueller Form zu veröffentlichen. Nach dem überaus gelungenen letzten Studioalbum Paradigm wurde für Viva la VicTOURia der Auftritt der Band im Tradgarn in Göteborg Ende letzten Jahres aufgezeichnet,  um ihn in Form von CD/DVD/BluRay  für die Nachwelt zu verewigen.

Der Livemitschnitt bei ihrem schwedischen Heimspiel stammt vom  21. Dezember 2019, als die Welt noch in Ordnung  war und der geneigte Rockfan in Vor-Corona-Zeiten noch unbeschwert abrocken konnte. Dementsprechend gut gelaunt war auch das Publikum kurz vor Jahresende, so dass es ein einfaches Unterfangen für Erik und seine Wickinger war, entsprechend für Begeisterungsstürme zu sorgen.

Die überaus gute Stimmung im Publikum wurde für die Produktion sehr gut eingefangen und gibt die  Live-Atmosphäre authentisch wieder. Auch der Sound der CD wurde sehr gut abgemischt, jedes Instrument kommt klar und deutlich rüber, so dass dem Zuhörer die nächsten 105 Minuten Musikgenuss nichts im Wege steht. Allerding hätte der Liveauftritt mit nur knapp 85 min Spielzeit doch etwas länger sein dürfen. Aber das hat sich heutzutage leider eingebürgert, dass oftmals nach 90 min Schluss ist.

Dieser Mitschnitt macht wieder einmal deutlich, welch begnadeter Songwriter und Frontmann hier am Start ist. Gekonnt weiß Erik ab der ersten Sekunde, wie man die vielleicht 800-1000 Zuschauer in der Halle begeistern kann, um einen entsprechenden Rahmen für die Produktion zu schaffen. Die Setlist beschränkt sich dabei mit Ausnahme von Battleground vom Bleed and Scream-Album auf die drei letzten Alben Armageddonize, Monumentum und Paradigm. Ein Hit jagt daher den Nächsten, von der gefühlvollen Mitsingballade Take me Home, bis zum Powersong Black Rain ist die gesamte Bandbreite an Hits von Eclipse am Start. Die volle Klasse der Songs kommt besonders dann zur Geltung, wenn Erik zur Gitarre greift und seinen Kumpel Magnus und den neuen Bass-Player Victor Crusner unterstützt und dadurch nochmals für zusätzliche Akzente in den Songs sorgt.

© Frontiers Records 2020

Für Victor, übrigens der Bruder von Schlagzeuger Philip Crusner, ist Viva la VicTOURria  zugleich die erste Veröffentlichung mit Eclipse, da er erst kurz nach der Veröffentlichung von Paradigm zur Band stieß und den 4‑Saiter des langjährigen Bassisten Magnus Ulfsted übernahm, der die Band ja verlies. Insgesamt schließt er die hinterlassene Lücke und macht seine Sache auf VlV sehr solide,  auch wenn mir optisch Ulfstedt besser gefallen hat…ist  irgendwie der coolere Typ gewesen.

Eines der Highlights für mich ist der älteste Song auf der Platte Battleground, mit leicht irischem Touch, der Live einfach für Gänsehaut sorgt, wenn das Publikum lauthals mitsingt. Auch Blood wants Blood und The Storm kommen live klasse rüber, und lassen das Publikum laustark mitsingen. Wie auch bei den Studioalben von Eclipse fällt es schwer, überhaupt einen schwächeren Song oder gar Lückenfüller zu finden.

© Frontiers Records 2020

Erik  Mårtensson hat auf VlV mal wieder ganze Arbeit geleistet. Er ist auch als Produzent und Songwriter inzwischen ein gefragter Mann und wurde 2019 vom renomierten japanischen Metal Magazin Burn! sogar unter die Top 10 der weltweit besten Songwriter gewählt. Erik ist ein echtes Multitalent und ein Workaholic, der neben „seiner“ Hauptband Eclipse in den letzten Jahren auch für die Zusammenarbeit mit Pretty Maids Sänger Ron Atkins und ihrem gemeinsamen Projekt Nordic Union hauptverantwortlich war. Auch mit den Bands Ammunition und W.E.T. mit u.a. Jeff Scott Soto entstanden weitere überdurchschnittliche Rockalben,  bei denen Fans melodischen Hardrocks voll auf ihre Kosten kommen werden.

Außer dem Livemitschnitt aus Göteborg beinhaltet die Doppel-CD noch den  brandneuen Song Driving One Of Your Cars, welcher ursprünglich von  der schwedischenSängerin und Songwriterin Lisa Miskovsky stammt. Hätte aber genauso direkt von Eclipse stammen können. Gelungenes Cover.

Den Abschluss bilden  2 Akkustikversionen und ein aus 3 Songs bestehenden Quarantäne-Livemitschnitt der Band aus dem Studio Grondahl vom 1. April diesen Jahres, der drei ungebügelte Fassungen der Songs bietet.

Auf die DVD und die BluRay wurden als  Bonusmaterial  noch  Interviews mit der Band über die Entstehung von Paradigm und Viva La VicTOURia hinzugepackt. Des Weiteren finden  sich als zusätzliches Material noch Szenen u.a. aus dem Backstage-Bereich und aus dem Tourbus, sowie hinter den Kulissen von der Paradigm-Tour. Auch ein  Interview mit den Bandmitgliedern über die Entwicklung von Eclipse, von den Anfangstagen  bis zum Heute und Jetzt, runden die Sache ab. Leider kann ich zu dem Bonusmaterial wenig  berichten, da das Zusatzmaterial den Presseunterlagen nicht beigefügt war.

© Frontiers Records 2020

Fazit:

Musikalisch ist der Mitschnitt sehr gut gelungen, bietet er doch einen authentischen Liveeindruck von dem Geschehen in Göteborg, sodass die Doppel-CD oder 3-fach LP allen Fans der oben genannten Bands uneingeschränkt empfohlen werden kann und auch nach mehrmaligem Hören noch Spaß macht.

Von der visuellen Umsetzung bin ich leider etwas enttäuscht, wurde bei der Bildqualität und Gesamtproduktion doch etwas zu sehr auf Sparflamme gekocht. Der mir vorliegenden Stream wirkt leider optisch etwas bieder und konnte mich nicht begeistern. Vieles wirkt wie mit einfachen Foto-Kameras oder Handys mitgeschnitten. Auch visuell wird wenig Überraschendes geboten. Da ist man heutzutage anderes gewohnt.

Leider wurde auch auf entsprechenden 5.1 –Sound verzichtet. So findet sich nur Stereo 2.0-Sound auf der BluRay, was nicht mehr zeitgemäß ist. Daher  würde ich mir persönlich eher die CD mit DVD oder LP anschaffen und auf die Bluray verzichten.

Daher gibt’s von mir für die CD 9 Bängs,

neun von zehn

für die DVD/BluRay jedoch nur 8 Bängs.

acht von zehn




Eclipse Line-Up:


Erik Mårtensson – Vocals
Magnus Henriksson – Guitars
Philip Crusner – Drums
Victor Crusner – Bass

© Frontiers Records 2020

Viva la VicTOURia erschien über Frontiers Records als Doppel-CD+DVD, BluRay und farbige 3-fach LP im Gatefold

Tracklist:

CD1
Viva La Victoria
Mary Leigh
Blood Wants Blood
The Storm
Vertigo
Jaded
Shelter Me
United
The Downfall Of Eden
When The Winter Ends
Take Me Home
Battlegrounds

CD2
Black Rain
Blood Enemies
Stand On Your Feet
Runaways
I Don’t Wanna Say I’m Sorry
Never Look Back
Driving One Of Your Cars (Studio Version)
The Downfall Of Eden (Acoustic Version)
When The Winter Ends (Acoustic Version)
Battlegrounds (Quarantine Live)
Driving One Of Your Cars (Quarantine Live)
Delirious (Quarantine Live)


LP bonus tracks:
Mary Leigh (Quarantine Live)
Hurt (Quarantine Live)

DVD / BR bonus contents:
Documentary

www.eclipsemania.com

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www.frontiers.it

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Thomas

Thomas

Musikalisch bin ich seit den 80er vor allem im melodischen Hard& Heavy-Dschungel unterwegs und immer auf der Suche nach neuen und alten Perlen. Meine absoluten Faves sind Queenaryche, Y&T, Die Toten Hosen... u.v.a......teilweise geht mein Blick aber auch mal über den Tellerrand in Richtung Speed/Trash/Death...solange Melodien erkennbar sind. Auch wenn ich schon zu der Ü50-Fraktion gehöre, findet man mich bei Konzerten und Festivals fast immer Front of Stage, denn Sitzplatz bei Rockkonzerten, das geht gar nicht. Erst wenn es ohne Rollator mal nicht mehr gehen sollte, ist die Tribüne vielleicht ne Alternative.

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