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Album Reviews, Reviews

Caligula’s Horse – Charcoal Grace – Album Review

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Land: Australien

Genre: Progressive Metal/Modern Metal

2024 könnte für mich nicht besser starten, denn das neue Album von Caligula’s Horse steht bereits am 26. Januar in den Regalen der Musikhändler und Online-Dienste. Mit dieser Band und ihrer letzten Platte „Rise Radiant“ habe ich damals meine „Karriere“ beim Rockmagazine begonnen – direkt mit einer 10 von 10. Wie leichtfertig ich doch damals war… Aber im Nachhinein ist man ja bekanntlich schlauer. „Rise Radiant“ hatte definitiv einige Probleme die ich zum Review-Zeitpunkt nicht erkennen wollte. Beispielsweise nutzten viele der Songs diese abgehackten, rhythmischen Riffs die dem Hörer irgendwann zum Hals raushängen.
Heute wäre „Rise Radiant“ sicher immer noch im hohen Bereich der Rockmagazine-Bewertungsskala angesiedelt, aber eine 10 von 10 ist es wahrscheinlich nicht. So eine Bewertung kann ich auch nicht aus gutem Gewissen verteilen (und wer jetzt Leprous anführt: das war ne Fanboy-Bewertung und ich stehe dazu). Doch genug des Vorgeplänkels: was kann denn das neue Werk der Australier?

„Charcoal Grace“ kommt mir wie die Weiterentwicklung von „Rise Radiant“ vor. War die Band davor noch ein Haufen Kinder die ihre djentigen Fantasien auf einem soliden Album ausleben wollten, ist sie jetzt eine Einheit mit einer speziellen Vision. Caligula’s Horse haben eine musikalische Geschichte geschrieben, die in Teilen und als großes Ganzes genossen werden kann. Von einer Band, die mir durch ihre kurzweiligen, fünfminütigen Modern Post-Prog-Banger bekannt ist, hatte ich sowas wie den zehnminütigen Opener The World Breathes With Me, einen Titeltrack aus vier Teilen und einen weiteren zwölfminütiges Monster (Mute) als Closer nicht erwartet. Auch wenn Caligula’s Horse vor solche Songlängen schon früher nicht zurückschreckten, hat mich diesmal doch überrascht wie kompetent diese Überlängen mit Material gefüllt sind.
Beispiel The World Breathes With Me: der Song klappert alles im Repertoire der Australier ab und präsentiert sich als eine Art Mini-Album in sich. Es gibt Parts zu Headbangen, zum Ausruhen, zum Mitsingen, zum Mitmachen und zum Luftgitarre spielen. Manchmal herrscht eine epische Stimmung mit Synthesizer-Support, manchmal klingt der Song atmosphärisch mit hallenden Gitarrenanschlägen. Diesmal nutzen die Band, im Gegensatz zu den oben erwähnten Riffstrukturen des Vorgängeralbums, auch nichts zu oft.

„Charcoal Grace“ beeindruckt besonders durch sein unglaublich melodisches Gewand, aber es gibt auch einen Track der nach einem Überbleibsel des manchmal krampfhaft proggigen „Rise Radiant“ klingt – Golem. Die erste Singleauskopplung repräsentiert das Album so schlecht, dass ich beim ersten Hördurchgang nicht glauben konnte, dass Caligula’s Horse wirklich dachten, dass sie mit Golem neue Fans gewinnen würden. Wer „Rise Radiant“ kennt, findet hier nichts Neues außer die leicht angezogene Härte des Tracks. Golem ist kein schlechter Song an sich, aber definitiv der Schwächste der Platte.

Weiter geht es mit dem Titeltrack und dessen erstes Viertel namens Prey. Wieder geben sich episch, melodisch und atmosphärisch die Hand. Nach einem wundervollen Intro à la Michael Romeo übernimmt die ruhige und stimmfokussierten erste Strophe. Nach einer geflüsterten Bridge und der zweiten Strophe mit Instrumentalpart kommt endlich der kathartische Refrain in seiner ganzen Pracht. Am Ende des Songs wird subtil in den nächsten Teil A World Without übergeleitet.
Der sehr viel sanftere Follow-up zum epischen Opener glänzt durch den Einsatz von Percussion, Akustikgitarre und den süßen Klavierakzenten während des Mittelteils. Gegen Ende nutzen Caligula’s Horse erneut eine ihrer Stärken und präsentieren uns eins der schönsten Gitarrensoli des Albums!

Teil drei mit Namen Vigil ist die klassische „Ruhe vor dem Sturm“. Anfangs hört man lediglich Klavier, Akustikgitarre und die Stimme von Jim Grey im Stil eines mütterlichen Wiegenlieds. Gegen Ende wird das Aufbegehren des Sängers spürbar und nur durch die Stimme kommt es zu einem kleinen Höhepunkt. Wenn Caligula’s Horse in ihrem epischen Momenten auf diesem Album sehr nach Wilderun klingen, haben sie mit Vigil einen Riverside-Song geschrieben.

Doch die Vergleiche zu anderen Band hören nicht auf: das der vierte und letzte Teil des Titelsongs (Give Me Hell) beginnt mit einem Intro, das definitiv vom nächsten Amorphis-Album geklaut wurde. Die Klaviermelodie und die Gitarren im Hintergrund sind einfach zu Under the Red Cloud! Doch schnell verwandelt sich der Song ein episches Wilderun-Album-Finale. Dramatische Vocals, Streicher und bombastische Riffs kapern den Track und verwandeln ihn in einen der härtesten und epischsten Caligula’s Horse-Songs aller Zeiten. Gegen Ende gibt es sogar einen fetten Breakdown mit aggressiven Chants und natürlich ein finales Gitarrensolo. Erneut entsteht durch diese vier Songs ein Mini-Album in einem Album.

Auch die nächsten zwei Songs passen aufgrund der Titel und auch musikalisch gut zusammen: Sails und The Stormchaser. Ersteres ist eine Art Surfer-Ballade. Die Gitarren bewegen sich sehr fließend und mit viel Reverb durch den Track und verleihen ihm dadurch dieses „am Strand mit ruhigem Meer den Sonnenuntergang beobachten“-Feeling. Außerdem liebe ich das Gitarrensolo und die Melodie der Stimme in diesem Song ganz besonders.
The Stormchaser hingegen ist wieder etwas actionreicher (auch wenn es die erste Strophe nicht vermuten lässt) und hat wahrscheinlich den coolsten Refrain des Albums auf Lager. Die abgehackt-proggigen Anschläge von Bass und Gitarre funktionieren hier sehr gut, aber auch die melodische Seite kommt hier nicht zu kurz. Aber hört doch selbst:

„Charcoal Grace“ hätte hier enden können, ich hätte dem Album eine sehr gute Bewertung gegeben und alle wären zufrieden gewesen. Aber Caligula’s Horse legen noch eine Schippe drauf. Mute ist wahrscheinlich der beste Song der Bandgeschichte und auch der Grund warum „Charcoal Grace“ keine sehr gute, sondern eine überragende Bewertung verdient. Ich möchte hier gar nicht viel zum Inhalt des Songs spoilern – jeder sollte diesen Song in Ruhe genießen und sich selbst ein Bild machen – doch meiner Meinung nach kommt hier alles zusammen was Caligula’s Horse und vielleicht Progressive Metal als solches ausmacht. Alles wurde hier in einen Topf geworfen um ein superbes Hörerlebnis zu kreieren und als das nicht genug war, wurden kurzum einfach noch neue Elemente hinzugefügt, die Caligula’s Horse bisher noch nie so genutzt hatten. Einflüsse von Kalandra, Wilderun, Insomnium, Post-Metal, Progressive Metal und vielem mehr kommen hier zusammen. Ein wahrlich genialer Abschluss für ein unglaubliches Album!

Fazit: „Charcoal Grace“ ist nicht nur das beste Album von Caligula’s Horse, sondern vielleicht auch das beste Album von 2024 (ja, das schreib ich im Januar)! Kein Album aus 2023 kommt auch nur ansatzweise an dieses Meisterwerk ran. Jeder Song sitzt! Die Band macht genau das, was jede Band machen sollte: auf bisherigen Stärken aufbauen und Schwächen der letzten Alben abbauen. Ich liebe „Charcoal Grace“ aus dem einfach Grund, dass ich es nach dem Verklingen der letzten Note direkt nochmal von vorne hören möchte. Die Zeit verfliegt nur so wenn man in die traumhafte Klangwelt der Platte eintaucht und den Geschichten lauscht, die sie erzählt. Geschichten von Einsamkeit, Wut, Stille und Erkenntnis.

Dafür gibt es von mir (und diesmal wirklich verdient) 10 von 10 Bängs!

zehn von zehn

„Charcoal Grace“ erscheint am 26. Januar 2024 via InsideOutMusic und ist als CD, LP und digitaler Download erhältlich.

Die Band:

Jim Grey – lead vocals
Sam Vallen – lead guitar
Dale Prinsse – bass
Josh Griffin – drums

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Elias

Schreiberling aus Leidenschaft, Metal-Enthusiast seit der Schulzeit. Verirrt sich gern in den Tiefen des Prog und bestaunt moderne Ansätze zu Rock und Metal.

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