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Cadet Carter – Perceptions – New Wave of German Emo – Album Review

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Es gibt so Richtungen, die scheinbar irgendwann in der Versenkung verschwinden. So war es auch beim Emo. Zumindest für mich. Eine Zeitlang schenkte ich diesem Genre keine Aufmerksamkeit mehr, widmete mich den „härteren“ Spielarten wie Metalcore und Djent. Nun ist das aber wieder genau anders herum: Im Jahr 2020 habe ich so wenig Metalcore und so viele Bands, die man dem Emo zuordnen kann, wie noch nie gehört. Interessanterweise sind die meisten dieser Bands auch noch aus Deutschland, könnte man hier also von der New Wave of German Emo reden?

Das diese Bands natürlich Versatzstücke verschiedenster anderer Richtungen auch in ihre Mucke packen, sollte aber dennoch klar sein. Wir sind weg von dem klassischen Emo der 2000er und haben nun eine neue Ära eingeläutet.

Das sich in diese neue Bezeichung auch sicherlich die Jungs von Cadet Carter einstufen lassen, wird recht schnell klar. Mit einer Stimme, die mich extrem an Nathan Gray erinnert, starten wir in Album Nummer 2. Der kurze Opener, der auch gleichzeitig der Titeltrack der Platte ist, nimmt nur langsam Fahrt auf und zeigt schon einmal ganz gut, wohin die Reise geht von Emo getränktem Indie-Rock, der oftmals im Midtempo zu verorten ist.

Schnell frisst sich A Bad Few Weeks in die Gehörgänge. Eine Nummer, die mir schon beim ersten Hören extrem vertraut vorkommt. Einerseits sehr schwermütig und recht hart von der Instrumentalisierung her, andererseits aber mit ein paar beflügelnden und Leichtigkeit vermittelnden Riffs.

Ähnlich ging es mir auch mit Dead Hands, für mich der rockigste Song des Albums. Die einleitenden Riffs und die angenehm treibenden Drums, abgerundet von den kernigen Vocals und einem Text, der sich ins Gehör brennt.

Sollte noch jemals ein richtiger Teil von American Pie kommen, so könnte Who You Are getrost diese Ära beenden. Ein absolut erwachsener College-Rock Song, der trotzdem immer noch jugendlichen Spirit versprüht. Nach knapp drei Minuten setzen die Oh-Ohs ein, die die Nummer bis zum Ende begleiten.

Fazit:
Mit „Perceptions“ ist den Jungs von Cadet Carter mehr als ein durchschnittliches Album für zwischendurch gelungen. Wenn man sich auf die Tracks einlässt, kann man wirklich viel darin finden, seien es die Lyrics oder die Musik. Alles lädt hier zum Verweilen, zum Sich-Verlieren und zum Sich-Wiederfinden ein.

Nichts wirkt übertrieben experimentell, dennoch wird das Album so schnell nicht langweilig.

Ich vergebe 8,5 von 10 Bängs.

„Perceptions“ erscheint am 8. Mai via Uncle M Music und wird als CD, Vinyl, Digitales Album und Stream erhältlich sein.

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Patrick

Patrick

geb. 1993. Musik-Fan seit 2010. Verlobt Ein Sohn. Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

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