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Breathe Atlantis – Overdrive – Single Review

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Zum Ende des letzten Jahres schien die Welt von Breathe Atlantis zu bröckeln. Zuerst verließ Drummer Markus die Band, der dann durch den nun auf die Felle einprügelnden Silas Fischer ersetzt worden ist, und dann kündigte auch noch Gitarrist Joschi. Jan übernahm zwar den Part des Gitarristen, doch nun war die Band basslos. Als ob der Ausstieg von Joschi nicht schon genug gewesen wäre, ereilte uns Fans dann eine unter Umständen durchaus bedrohliche Nachricht in Form der angekündigten Schließung des Shops. Was folgte, war Stille. Man konnte nur hoffen und bangen.

Das erste Lebenszeichen gab es dann vor kurzem mit dem simplen Over. Was folgte, war ein erster Teaser, und die ersten Sekunden deuteten bereits an, dass es wieder härter werden würde als zuletzt auf „Soulmade“. Genau so kam es dann auch. Kurz bevor die Single erschien, wurde mit Lasse auch endlich der Nachfolger am Bass enthüllt.

Overdrive ist mehr als nur ein neuer Song. Viel mehr ist er ein Befreiungsschlag. Der Befreiungsschlag einer Band, die ihrem Ende wohl nur kurz von der Schippe gesprungen ist und nun wie Phönix aus der Asche entstiegen ist.

Soundtechnisch werden wieder mehr Screams genutzt, jedoch ohne den alten Stil von „Shorelines“ wieder hochleben zu lassen. Das Debut zeigte seinerzeit stilistische Ähnlichkeiten zu Eskimo Callboy, bevor der Trance-Core Pfad wieder verlassen wurde. Und was ist Overdrive nun? Am besten könnte man die neuen Breathe Atlantis als die deutsche Antwort auf Imminence bezeichnen. Die Band um Eddie Berg kam mir schon beim ersten Ton in den Kopf.

Natürlich könnten manche Leute jetzt sagen, sie nutzen den Hype um die Schweden, und in gewisserweise haben beide Bands auch eine ähnliche Entwicklung, dennoch bleiben sich Breathe Atlantis gerade in den melodischen Clean Parts sehr treu. Unter Anführungszeichen neu sind eben die Screams, oder besser gesagt die Wucht und Stärke dahinter. Mir persönlich bereitet es eine enorme Freude, Nico wieder so schreien zu hören. Er schreit sich die vergangenen schweren Monate von der Seele und trifft, zumindest mich, damit voll ins Herz. Nachdem „Soulmade“ doch sehr ruhig rüberkam und nur noch wenig mit Metal zu tun hatte (dennoch immer noch ein verdammt gutes Album war) ist Overdrive eine Eskalation an allen Fronten. Das zeigt schon das atmosphärische Gitarrenintro, in Folge wird etwas Djent zum klassischen Metal Core-Geballer hinzugefügt. Die Drums wirken schon fast zu rein und dienen als solides Unterkonstrukt des Sounds, und dennoch kann Silas schon zeigen, was er drauf hat. Gerade im Refrain verschmelzen das Bassspiel von Lasse und das Drumming von Silas in eine wunderbar intensive Stütze für die Vocals von Nico.

Man hat also alles, was man sich von modernem, melodischem Metalcore erwarten kann, und als wäre das nicht schon genug, wurde zu diesem wichtigen Song auch ein Video gedreht, das ähnlich schwer wiegt. Absolut sehenswert ist, wie Frontmann Nico sein altes Ich hinter sich lässt, welches er am Ende sogar erschießt. Spätestens hier sollte klar sein, dass die Band nicht mehr die gleiche wie Anfang letzten Jahres ist.

Kürzlich haben die Jungs auch das erste Video zu einer Doku über das wohl schwerste Jahr der Band veröffentlicht und einen neuen Shop inklusive einer Overdrive Kollektion an den Start gebracht!

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Patrick

geb. 1993, Musik-Fan seit 2010, Verlobt, Ein Sohn, Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk, Alternative Rock. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

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