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Anti-Flag – 20/20 Vision – Albumreview

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Das zwölfte Album der Amerikaner steht in den Startlöchern. Es trägt den Titel 20/20 Vision und ist ab dem 17.01.2020 erhältlich.

Bisher widmeten sich die Lieder der Band eher grundlegenden, sozialen und allgemeinen Missständen. Es war den Jungs schon immer wichtig, auf diese hinzuweisen und sich dem politischen Wandel zu widmen. Man legte Wert darauf, Probleme anzusprechen, die größer sind, als die aktuelle politische Situation und die unabhängig von aktuellen Regierungen bestehen.

Doch diesmal befasst sich Anti-Flag mit der aktuellen Trump-Administration in Amerika. Dies wird bereits bei Betrachtung des Albumcovers deutlich. Auf diesem ist Präsident Donald Trump mit zwei roten „X“ vor dem Gesicht zu sehen. Die roten „X“ erinnern ein wenig an Stacheldraht. Anti-Flag nehmen bewusst eine Gegenhaltung zur aktuellen Regierung der USA ein. Sänger und Bassist Chris # 2 gab dazu folgendes Statement ab: „Wir hatten uns bisher immer entschieden, Präsidenten weder mit Albumcovern noch mit bestimmten Songs direkt anzugreifen, weil wir wissen, dass die Probleme, über die wir singen, zyklisch sind. Aber bei diesem Album haben wir uns gedacht: Scheiß‘ drauf, wir müssen uns mit dem Album gegen die Politik von Donald Trump und Mike Pence stellen.“

Die Band selbst will sich weiterhin aktiv positionieren. Über das Album sagen sie, dass es hoffentlich als ein Album in Erinnerung bleibt, welches gegen den Strom schwimmt und sich gegen die aktuellen Entwicklungen stellt.

Den ersten Song des Albums veröffentlichten Anti-Flag bereits im Vorfeld. Hate Conquers All zählt mit seinen aggressiven Gitarren und melodischen Mitgröl-Refrains zu einer klassischen Anti-Flag-Nummer. Das Album startet also direkt mit einem Knaller. Der Song beginnt mit einer Originalaufnahme von Donald Trump. Daraufhin folgt der Refrain, welcher ordentlich Wut zum Ausdruck bringt.

Nach diesem Knaller folgt ein melancholisch rockiger Song, welcher den Titel It Went Off Like A Bomb trägt.

Mit dem Song 20/20 Vision sprechen Anti-Flag die Entwicklung der Musikwelt in den letzten Jahren an. Oft finden musikalische Elemente, die aus dem Punk stammen, auch in konservativen und rechten Songs Einzug. Der Song soll den Hörer zum Nachdenken anregen und zu einer friedlicheren Gesellschaft bewegen.

Auch der vorab veröffentlichte Song Christian Nationalist spricht ein wichtiges Thema an. In dem Song geht es darum, dass Leute, die rassistische Äußerungen vornehmen und sich hinter ihrem christlichen Glauben verstecken, auch zur Verantwortung gezogen werden müssen. Untermalt wird das Ganze durch Kirchenorgeln, die bereits zu Beginn des Liedes zu hören sind.

Don´t Let The Bastards Get You Down soll die Hörer dazu ermutigen, ihre Stimme zu erheben und sich für Meinungsfreiheit stark zu machen. Etwas Ähnliches soll mit Unbreakable zum Ausdruck gebracht werden. Der Track handelt davon, seinen eigenen Weg zu gehen und das zu machen, was für Einen persönlich richtig ist.

Anfang der Woche veröffentlichten Anti-Flag den letzten Song des neuen Albums. The Disease lädt direkt zum Tanzen und Abgehen ein, auch der Text geht direkt ins Ohr.

Mit A Nation Sleeps folgt ein relativ kurzer, dafür aber wütender Song. Auch You Make Me Sick drückt Protest und Wut aus.

Der nächste Track, Un-American, ist geprägt von akustischen Gitarren. In dem Lied singt Sänger Justin Sane davon, dass man aus dem amerikanischen Traum aufwachen müsse und die Augen nicht vor aktuellen Geschehnissen verschließen dürfe.

Der letzte Track des Albums Resistance Frequencies geht zügig los, lädt aber direkt zum Tanzen ein. Der Refrain ist einfach gehalten, sodass er leicht ins Ohr geht und man schnell textsicher mitsingen kann. Der Song versprüht gute Laune. Ein gelungener Abschluss des Albums.

Fazit: Mit 20/20 Vision sind sich Anti-Flag musikalisch treu geblieben. Sie verpacken ihre Meinung weiterhin in gute Musik und machen dadurch auf Missstände und die aktuelle politische Situationen aufmerksam. Gerade die wütenden Songs gehen gradlinig nach vorn. Ruhig sitzen bleiben fällt hierbei schwer. Ein meiner Meinung nach sehr gelungenes Album, welches mich vom ersten Moment an gefesselt hat, weshalb es auch von mir 10 von 10 Bängs gibt.

Das Album erscheint am 17.01.2020 über das Label Spinefarm Records. Erhältlich ist es als CD, Vinyl, in digitaler Form und Stream.

Wer die Jungs von Anti-Flag live sehen möchte, hat an folgenden Terminen die Chance dazu:

16 Jan – Zurich, CH @ Dynamo

17Jan – Graz, AT @ PPC

18 Jan – Vienna, AT @ Flex

21 Jan – Berlin, DE @ SO36

22 Jan – Munich, DE @ Backstage Werk

23 Jan – Nuremberg, DE @ Löwensaal

24 Jan – Chemnitz, DE @ Talschock

28 Jan – Hamburg, DE @ Fabrik

29 Jan – Köln, DE @ Essigfabrik

Line Up:

Justin Sane (Justin Geever), Gesang und Gitarre

Pat Thetic (Patrick Bollinger), Schlagzeug und Percussion

Chris Head, Gitarre und Backgroundgesang

Chris #2 (Chris Barker), Gesang und E-Bass

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Jasmin

Jasmin

Als Musikliebhaberin und leidenschaftliche Konzertgängerin macht Jasmin für uns die Konzerte in Hannover und Umgebung unsicher. Neben Punkrock und Hardcore hört Jasmin Rock und Alternative.

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