VINDICTA – Premierenkonzert mit Final Stage in Deutschland ein voller Erfolg – Konzertbericht aus der „Stadtmitte Karlsruhe“

VINDICTA begeistern mit düsterem Metal-Theater in der badischen Metropole.

Was macht man mitten in der Arbeitswoche an einem Mittwoch Abend bei gefühlt 35 Grad im Schatten? Liegestuhl auf der Terrasse, Biergarten, Eisdiele oder sich doch in der Kühltruhe verbarrikadieren? Vier naheliegende Möglichkeiten um der Hitze entgegenzuwirken, doch für mich alles keine Alternative, den in Karlsruhe steht an diesem Abend ein ganz besonderes Konzert auf dem Programm.
In der Stadtmitte Karlsruhe spielt die italienische Female Metal Band VINDICTA im Rahmen ihrer „The Reckoning – Tour 2026“ erstmals einen Gig in Deutschland. Das darf ich mir natürlich nicht entgehen lassen, hatte ich mir doch sofort nach Bekanntwerden dieser Konzertpremiere ein Ticket geholt. Schließlich handelt es sich bei der Band um das Nachfolgeprojekt dreier ehemaliger DOGMA-Musikerinnen, die mich im August 2025 mit ihrem Auftritt im Nachleben Frankfurt (zum Konzertbericht geht`s hier) begeisterten und leider kurz darauf die Band nach internen Differenzen mit dem DOGMA-Manager verließen, um unter dem neuem Namen VINDICTA einen Neuanfang zu starten.

Also ging es erstmals in die Stadtmitte Karlsruhe, die zweite Premiere des Tages für mich. Und was soll ich sagen, ich war schon vor dem Einlass begeistert von der Location. Inmitten des Innenhofes des mehrgeschossigen Gebäudekomplexes der Volkswohnungen liegt ein schmucke und sehr gemütliche Chillarea die geradezu prädestiniert für eine Afterwork Party ist und mit Liegestühlen, Foodtruck, Tischtennisplatte und Konservenmusik ausgestattet als allabendliche Anlaufstelle für junges Publikum überzeugt.

Trotz hochsommerlicher Temperaturen strömten neben ganz normalem Publikum auch zahlreiche Metalfans in die Stadtmitte Karlsruhe, um heute die erste Deutschlandshow der „The Reckoning Tour 2026“ von Vindicta live mitzuerleben. Der Einlass verlief entspannt, allerdings musste sich das Publikum etwas gedulden, da ein ausgedehntes Meet & Greet der Band für eine leichte Verspätung des Konzertbeginns sorgte. Kein Problem für die Wartenden, denn es gab genügend kühle Getränke und auch die Temperaturen waren im Innenhof angenehm. Die Wartezeit nahmen die Fans jedoch gelassen hin – schließlich bot sich vielen die seltene Gelegenheit, die Musikerinnen persönlich zu treffen.

FINAL STAGE eröffnen den Abend eindrucksvoll

Den musikalischen Auftakt übernahm die junge italienische Modern-Metal-Band Final Stage. Die Formation um Frontfrau Giorgia Romanin zeigte eindrucksvoll, warum sie derzeit als einer der spannendsten Newcomer der italienischen Metalszene gilt. Gemeinsam mit Gitarrist Andrea Zilli, Bassist Mattia Papapietro und Schlagzeuger Davide Romanin präsentierte die Band einen druckvollen Mix aus modernen Metal-Riffs, eingängigen Melodien und kräftigen Growls.

Obwohl sicherlich nur die wenigsten Besucher die Musik der Band bislang kannten, sprang in dem noch nicht vollständig gefüllten Club der Funke schnell über und Final Stage konnten mit ihren Songs von Ihrem Debutalbum „Answer for Nobody“ schnell neue Fans für sich gewinnen. Mit einer energiegeladenen Show heizte vor allem die talentierte Sängerin Georgia das Karlsruher Publikum ordentlich ein. Songs wie das melodische „Get up“ mit starkem „Oh Oh Oh“-Refrain oder „Stoicism“ gingen gut ins Ohr und sorgten für gute Stimmung und ebneten den Weg für den Hauptact Vindcta. Mit dem starken „In Mano a Te“ gibt’s sogar einen Song in Landessprache. Bei „My Mistakes“ greift dann Basser Mattia zum Mikro und liefert ein gelungenes Duett mit Giorgia.

Auch wenn noch nicht jeder Song sich als echter Hit entpuppt, lieferten FINAL STAGE einen insgesamt gelungenen Auftritt ab, der Hoffnung für die Zukunft macht.


Vindicta setzen den düsteren Weg fort

Als nach einem 3-minütigen klassischen Intro die fünf Musikerinnen die Bühne betreten, wird schnell klar, warum die Band derzeit so viel Aufmerksamkeit erhält. Mit ihren schwarzen Gewändern, der geheimnisvollen Inszenierung und ihrer kompromisslosen Bühnenpräsenz knüpfen Grace Jane „Lilith“ Pasturini (Gesang), Amber “Lamia“ Maldonado“ (Gitarre), Patri „Rusalka Grief (Gitarre), Wena „Medea“ Velasco (Bass) und Gemma Sofia „Kali“ Salvatori (Schlagzeug) optisch zwar an DOGMA an, musikalisch entwickeln sie jedoch inzwischen ihre eigene Identität konsequent weiter.

Dass Grace, Amber und Patri früher zusammen bei der Band DOGMA aktiv waren und der gemeinsame Ausstieg in den Social Medias für heftige Diskussionen sorgte, war sicherlich für viele Besucher ein zusätzlicher Anreiz, sich die fünf Damen in Karlsruhe Live anzuschauen und sich die Deutschlandpremiere der Band nicht entgehen zu lassen. Auch wenn Vindicta aktuell mit Ausnahme des Zugabensongs „Face of a Clown“ ausschließlich auf das Material von ihrer Ex-Band Dogma zurückgreifen, können die Italienerinnen an diesem Abend auf ganzer Linie überzeugen.

Vindicta verstehen sich nicht als bloße Fortsetzung, sondern als eigenständige Band mit persönlichem Songmaterial. Das Debutalbum soll Anfang 2027 erscheinen, wie mir Gitarristin Amber nach dem Konzert verriet. Auch bei Vindicta treten die 3 Ex-Dogma Musikerinnen wieder im Nonnenkostüm auf, allerdings sind die Haare nicht mehr ganz so streng unter der Habit verborgen und auch die Maskierung ist etwas weniger dominant wie in früheren Zeiten, sodass man die Musikerinnen nun deutlich besser erkennen kann.

Eine Setlist ohne Schwächen

Bereits mit dem Opener „Forbidden Zone“ und „Made Her Mine“ legte die Band ein hohes Tempo vor. Vor allem Schlagzeugerin Kal entpuppte sich als ware Maschine hinter dem Schlagzeug. Mit powergeladenem Drumming überzeugte Sie nicht nur bei einem kurzen Solo sondern verleiht den Songs die nötige Härte.

Im Mittelpunkt steht natürlich Frontfrau Grace, die auch bei Vindicta noch immer unter dem Pyseudonym Lilith firmier und mit furchteinflößendem Blick das Publikum in ihren Bann zieht. Auch bei Vindicta setzt man auf das Nonnenoutfit mit einer Prise Sexapeal, wenn auch nicht so extensiv wie bei Dogma. Schwarze, an traditionelle Nonnenhabits angelehnten Bühnengewändern mit langen Schleiern mit sakraler Ästhetik unterstreichen die düstere Atmosphäre der Show und knüpfte optisch an das Erscheinungsbild ihrer Vorgängerband DOGMA an.Doch im Gegensatz zur dortigen strengeren Kleiderordnung sieht man bei Vindicta die Regeln nicht ganz so eng und so lassen Amber und Patri im Laufe des Gigs ihre Kopfbedeckung fallen und man blickt in die „wahren“ Gesichter der Damen.

Natürlich liegt es instinktiv nahe, nach dem Splitt der drei Musikerinnen die beiden Bands Dogma und Vindicta zu vergleichen, besteht das Liveprogramm doch beinahe aus der identischen Setlist. Nachdem ich im Frühjahr Dogma zweimal live erleben konnte, verfestigte sich nach einigen Songs dann mein Eindruck, dass Grace im Vergleich zu ihrer Nachfolgerin Lilith bei Dogma die etwas bessere Stimme besitzt und den Songs deutlich mehr Kraft verleiht und auch die Ausstrahlung ist um einiges intensiver und insgesamt etwas überzeugender.

Doch auch die drei Mitstreiterinnen an Ihrer Seite liefern eine energiegeladene Show ab, Stageacting und Posing par excellance, da war die Bühne in der Stadtmitte fast zu klein, um genügend Spielraum zu bieten. Neben den beiden Gitarristinnen Padri und Amber kann auch die neue Bassistin Wena Velasco voll überzeugen. Auch wenn Sie nicht ganz das Posing einer Nixe von Dogma erreicht, begeistert sie doch mit gekonnten Spiel auf den vier Saiten.

Es folgten das treibende „First Peak“ und „Carnal Liberation“, bevor mit „Feel The Zeal“ einer der ersten Höhepunkte des Abends erreicht wurde.

Das schleppende und düstere Make Us Proud“ gehört zu meinen Lieblingstracks und entpuppt sich auch Live zum absoluten Kracher. Langsam steigt das Tempo an und endet in der mitreißenden Melodie, der „Hu Hu Hu -Chorus sorgt zusammen mit dem Solo von Pedri und Amber für richtige Gänsehaut. Auch bei „Free Yourself“ hält die Energie unvermindert an, die Damen legen auch ohne sich hinter einer Maske zu verstecken eine Wahnsinnsenergie an den Tag. Für Begeisterung sorgt anschließend die kraftvolle Interpretation des Madonna-Klassikers „Like A Prayer“, die eindrucksvoll zeigte, wie geschickt Vindicta diese bekannte Melodie in ihren eigenen Sound integrieren können.

Spätestens nach „Bare To The Bones“ unddem bockstarken „Father I Have Sinned“ ist allen Besuchern wohl klar, dass Sie heute einen ganz speziellen Gig besucht haben, der vielleicht erst in ein paar Jahren seine Besonderheit an den Tag legt. Der erste Liveauftritt der Band in Deutschland und man war selbst live mit dabei. Nach „Dark Messiah“ ist das Publikum klitschnass und vollständig auf Betriebstemperatur, nicht nur wegen der hohen Temperaturen in der Halle. Die intensive Atmosphäre setzte sich bis zum Ende des regulären Sets mit „Pleasure From Pain“ fort.

Nach kurzer Unterbrechung gibt’s nach lauten Zugaberufen dann den bislang einzigen veröffentlichen „echten“ Vindicta-Song als Zugabe. „The Face Of The Clown“, der den schon mit Dogma eingeschlagen Wegkonsequent weitergeht, entwickelt sich als echte Live-Hymne, die mit einem phantastischer Double- Gitarrenriff begeistert und auch die eingestreuten Crowls von Lilith passen punktgenau und geben dem Song die gewisse Würze. Inhaltlich setzt man einen Schlussstrich mit der Exband Dogma und rechnet in gewissen Weise mit dem ehemaligen Management ab, der für den Splitt der drei Musiker verantwortlich zeichnet.. Ein starker Abschlusssong, der die Sehnsucht nach dem Release des Debutalbum bei allen Vindicta-Fans nochmals anfeuert. Schade dass es das nun leider schon war und nicht noch ein weiterer neuer Song präsentiert wurde.

Fotocredits : Vindicta

Doch freute man sich nach der in allen Belangen heißen Show auch nach etwas frischer Luft vor der Halle, bevor man am Merch noch die Möglichkeit hatte, sich mit Padri zum Smalltack zu treffen und direkt von ihr eines der Tourshirts zu erwerben. Auch für ein Selfie und Autogrammwünsche stand sie gerne zur Verfügung. Hier zeigte Padri neben ihren musikalischen Fähigkeiten auch ihr künstlerisches Talent, als sie innerhalb kürzester Zeit ein kleines Kunstwerk auf die Setlist eines Fans zeichnete. Auch die Drumheads am Merch dürften wohl ihre Handschrift tragen.

Neben Padri ließ sich auch Amber noch kurz nach der Show bei den wartenden Fans für ein Selfie und Autogrammwünsche blicken.


Fazit

Trotz extrem hoher Temperaturen in der Karlsruher Stadtmitte ließen sich weder das Publikum noch die Musikerinnen von VINDICTA (und auch von FINAL STAGE) davon beeindrucken und es entwickelte sich ein intensiver Konzertabend, der eindrucksvoll zeigte, warum Vindicta derzeit zu den interessantesten neuen Bands im Female-Fronted-Metal zählen.

Starke Songs, eine beeindruckende Bühnenpräsenz und eine gutgelaunte und motivierte Band, die sich zwar ihrer DOGMA-Vergangenheit bewusst ist, aber musikalisch längst ihren eigenen Weg eingeschlagen hat. Karlsruhe durfte eine gelungene Deutschlandpremiere der „The Reckoning Tour 2026“ erleben, das wohl allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleibt.

Auch die Supportband Final Stage nutzten die Gelegenheit, sich dem deutschen Publikum erstmals zu präsentieren und empfahlen sich mit einer starken Performance für weitere Touren diesseits der Alpen.

VINDICTASetlist:

  1. Intro
  2. Forbidden Zone
  3. Made Her Mine
  4. First Peak
  5. Carnal Liberation
  6. Feel The Zeal
  7. Make Us Proud
  8. Free Yourself
  9. Like A Prayer
  10. Bare To The Bones
  11. Father I Have Sinned
  12. Dark Messiah
  13. Pleasure From Pain
  14. The Face Of The Clown
  15. Outro

Final Stage online:
https://www.facebook.com/FinalStageRockbandd

https://www.instagram.com/finalstage_official/?hl=de

https://www.youtube.com/@FinalStageOfficial

Vindicta online:

https://vindicta-official.com

https://www.facebook.com/officialvindictaband

https://www.instagram.com/officialvindicta/?hl=de

https://www.youtube.com/@Official.Vindicta


Text : Thomas Jenne

Fotocredits by „Live It Loud Pics“ by Thomas Jenne

By Thomas

Musikalisch bin ich seit den 80er vor allem im melodischen Hard& Heavy-Dschungel unterwegs und immer auf der Suche nach neuen und alten Perlen. Meine absoluten Faves sind Queenaryche, Y&T, Die Toten Hosen... u.v.a.....inzwischen kann ich mich aber auch für Mittelalterrockband wie Feuerschwanz oder Saltataio Mortis absolut begeistern. Ab und an geht mein Blick aber auch mal über den Tellerrand in Richtung Speed/Trash/Death...solange Melodien erkennbar sind. Auch wenn ich schon zu der Ü50-Fraktion gehöre, findet man mich bei Konzerten und Festivals fast immer Front of Stage, denn Sitzplatz beim Rockkonzerten, das passt bei mir einfach nicht zusammen. Erst wenn es ohne Rollator mal nicht mehr gehen sollte, ist die Tribüne vielleicht ne Alternative.

Related Post